Nationalzeitung
- Journal
- Nationalzeitung
- Volume
- 1907
- Issue
- Heft 11 (22.2.1907)
- Date
- 1907-02-22
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Nationalzeitung Nr. 11 ein gutes Mittagmahl, für 28 Heller ein gutes Nachtmahl (Brod, Suppe und Fleisch mit Garnierung) verabreicht wird, wurde beifällig anfgenommen. Die Frequenz betrug 40.000 Mahlzeiten, die Stammgäste fühlen sich heimisch, und sowohl Konsumenten als Spender, deren Zahl steigt, sind befriedigt. Dem Damenkomitee wurde der Dank der Generalversammlung votiert; ebenso dem abtretenden Vorstand, besonders Herrn S. Komet. Ein Antrag des Vorsitzenden Dr- S. Krenberger, eine Abteilung für eine niensa acadcmiea zu bestimmen, wurde dem Vorstande zur Würdigung abgetreten. Gewäblt wurden mit Akklamation die Herren: Salomon Meisels, Obmann, Bernhard Hofbauer I-, Moritz Felsenburg U. Obmann-Stelloertreter, Isidor 'Frommer, Kassier, Wolf Pappenheim l., Dr. Dagobert Ryhaczewsky, II. Schriftführer. Jorsteher: I. Großhart, Dr. S. Krenberger, H. Karnikel, A. Klein, S. Komet, H. Kuner, B. Mieses, M. Schriecher. Zu Revisoren: die Herren I. Fischer, Markus Kamm, E. Torcyner. Wir richten an alle Freunde guter Werke den dringenden Appell, unseren Verein, dessen erste Schöpfung sich als höchst nützlich^ erweist, indem für wenig Geld eine in Bezug auf Bedürfnis und Qualität gleich entsprechende Kost verabreicht wird, ohne den beschämenden Anstrich des Almosengebens zu unterstützen. Wir beabsichtigen, nach Maßgabe der einlaufenden Summen auch noch andere, dringende Wohlfahrtsinstitute zu errichten und erbitten Spenden und Beitrittserklärungen an die Firma Ad. L B. Hofbauer, I. Tuchlauben 20. Wien. (Jüdische Lese- und R e d rhalle) Zur Feier seines 25. Semesters veranstaltet die Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler. Donnerstag den 28 Februar in den Sofiensäle» eine Festaka-- demie mit anschließendem Tanzkränzchen. Wiener Theaterlieblinge, wie Frau Elise Elizza, k. u. k. Hofopernsängerin, Frau Dora Keplinger, Mitglied des k. k. priv. Theaters an der Wien, Fräulein Wera Schapira, Klaviervirtuosin, Fräulein Gerda Walde, Mitglied des k. k. priv. Theaters an der Wien, Fräulein Claire Mallentin, Mitglied des Deutschen Volkstheaters, Herr Karl Ferdinand Gregori, k. u. k. Hofschauspieler, Herr Oskar Straus, Komponist, Herr Louis Treumann, Mitglied des k. k. priv. Theaters an der Wien, Herr- Friedrich Hartwig Weidemann, k. u. k. Hofopernsänger, haben ihre freundliche Mitwirkung in uneigennützigster Weise zugesagt. Musik: Vollständige Kapelle des k. u. k. Infanterieregimentes Nr. 32- Tanzarrangement: Herr Prof. Julius Singer. Kartenverkauf im Vereinslokale, IX. Grüne Thorgasse 34, von 3-5 Uhr, und an der Abendkasse. Jüdische Tohnbee-Halle, xx., Othmac« gaffe 46. Eintritt frei für jeden Erwachsenen. Beginn der Vorträge an Wochentagen V28 Uhr. Samstag, sowie an Sonn- und Feiertagen 7 Uhr abends. Anmeldungen von Vorträgen und Mitwirkungen bei Konzerten wolle man an den Obmann Doktor l. Samuely, I., Fischerstiege 6, richten. Wochenprogramm: Freitag den 22. Bibelvortrag. Religionslehrer Herr Löw. Vogel. Samstag den 23. Konzert. Arrangement: Oberkantor Alfred König. Sonntag ten 24. Ueber Seide (mit Skiopticon) von S egfried Schneck. Montag den 25. „Die Tatsachen und Gesetze des sittlichen Lebens". Professor Dr. W. Jerusalem. Dienstag den 26. „Das Kriminalverfahren einst und jetzt". Dr. Karl Liftschitz. Mittwoch den 27. „Bilder aus der Volkswirtschaft". Schriftsteller Leopold Spitzer. Donnerstag den 28. „Moris Rosenfeld" mit Rezitat. Samuel Strauß. Freitag den 1. März. Bibelvortrag. Religionslehrer Isidor Oehler. Samstag den 2. Konzert. Sonntag den 3. L.terarischer Abend. Rabbiner Dr. D. Feuchlwang. Kommers der jüdischen akademischen Verbindung ..Unitas" Die jüdische akademische Verbindung „Unitas" hat durch ihren am 12. Februar im Kursalon abgehaltenen Kommers mit anschlteßenden Tanz neuerlich beu Beweis erbracht, wie berechtigt die Sympathien find, deren sich diese studentlsche Korporation in der Wiener jüdischen Gesellschaft erfreut. Es warein ganz eigenartig schönes Bild, das der festlich prunkende Saal m t seinen zahlreichen Gästen bot - beinahe war der große Raunt zu klein für die vieleil Freunde und Freundinnen der Verbindung. Vertreten lvaren: Das zion. Landeskomitee durch den Obmann Herrn L. Schalit, das innerösterreichische Distriktskomitee und der Wiener zionistische Zentralverein durch die H-rren Fabrikanten Böhm und Lederer, die jüdischsN akad. Verbindungen „I v r i a" (Wien), „M a kk a b ä a" (Wien), „B 0 r i ss i a" (Prag), die jüd. akad. Vereine Lese- und Redehalle jiid. Hochschüler (Wien), „T h e 0 l 0 g i a" (Wien), die Ferialverbindungen „G a m a l a h" (Göding), „E m u n a h" (Bielitz), „Ach iw ah" (Ung. Hrad.sch), „Geulah" lOlmütz), „M a s s a d a h" (Weißkirchen), „H a s ni 0 n ä a" (Friedek), H e s i n n a h (Mähr. Ostrau). Viel bemerkt tvurden die nicht erschienenen jüdischen Professoren, die jeden Anlaß benützten, um ihre Interesselosigkeit für die jüdischen Akademiker zu doknmentiereu. Der Mangel dieser moralischen llnterstützung konnte aber bisher die große nationale Beivegurig unter den jüdischen Studenten nicht aufhalten und wird ihr auch in Zukunst nicht schaden. Eitigeleitet wurde der Abend mit dem altstudentischen „Gaudeamus". Nach der Begrüßung durch den Senior der Verbindung can<l. jnr. Alex. Seelenfried stieg das Bundeslied der „Unitas" nach der Melodie des alt jüdischen „Moaus zur jesdiuosi". Hierauf hielt a. H. Dr. Richard Wagner die Festrede, in weicherer formvollendet und überzeugend die Renaissance des Judentums feierte und zeigte, ivie notwendig es sei, einig zu sein und so zu erstarken im Kampfe, de .1 das alte Volk der Hebräer jetzt verjüngt kämpft, gegen die inneren Feinde, die Assimulanten und die Wel'erlöser und die äußeren Feinde, die Antisemiten. Er forderte die Anwesenden auf, stramm einzutreten für die hohen Ziele des Judentums mit dem Wahlspruch: „Mit Wort und Wehr für Judas Ehr'", den die jüdischen Studenten auf ihre Fahne geschrieben haben. Lebhafter Beifall folgte den glänzenden Ausführungen des Redners. Mit einem tiefempfundenen ergreifenden jüdischen Liede „Pogrom in Kischinew" fesselte hierauf Land. med. Theodor K 0 hn die Zuhörer. Es sprach noch namens der a. H. a. H. E. B Dr. Max Jerusalem einer der Gründungburschen der „Umtas", der einen beifällig aufgenommenen Rückblick über die abgelaufenen 25 Semester der Korporation hielt. Mit dem „O alte Burschenherrlichkeit" wurde der offizielle Teil geschlossen. Im inoffiziellen Teile ergötzte ein vorzügliches Quartett (die Herren Scharr, Phil. Schaffer, Med. Tischler, Jur. Nolieb.) Durch gute Musik, in humorvoller Weise toastierte «and jnr. Ernst Silberknopf auf die Damen und Fräulein Lotte Rubin brachte mit ihrer schönen, warmen Altstimme einige Lieder und Arien in klassischer Weise zum Vortrage. Allen Darbietungen folgte lebhafter Beifall. Auf den Kommers folgte ein äußerst animiertes Tanzkränzchen, das bis in den frühen Morgen dauerte. Das Fest war in jeder Weise gelungen. Budapest. (Der erste jüdische Offizier). In Pöcs wurde unter großer Teilnahme der pensionierte Major Rudolf Deutsch, der erste jüdische Offizier der gemeinsamen Armee, zu Grabe getragen. DemLichenbegänguis wohnte u. A eine Deputation des in der Hauptstadt stationierten Infanterie-Regiments Nr. 52. welchem der Verstorbene angehörie, bei. Deutsch, dessen V ter Fleischhauer in Apa in imBäcsr Komitat war, trat im Jahre 1849 als Freiwilliger in das 52. Infanterie-Regiment ein und nahm an der Niederwerfung des italienischen Ausstandes teil. Hier zeichnete er sich bei der Verteidigung eines Gebäudes derart aus, daß ihm die silberne Tapferkeitsmedaille verliehen wurde. Bei Solferino hielt er mit einer kleinen Schaar- Soldaten einer kolossalen französischen Uebermacht tapfer Stand. Er gab seinen Posten nicht eher auf, als bis ihnr eine Kartätsche das rechte Bein zerschmettert hatte. Im Görzer Spital wurde dem tapferen Soldaten, der damals bereits Feldwebel war, die go dene Tapferkeitsmedallle an die Brust geheftet. Damals sta tete gerade König Franz Joseph dem Spital ein Besuch ab. Dem Monarchen fielen die beiden oberhalb des Bettes ausgehüngten Medaillen auf und er trat zu dem Kranken und sprach lange mit ihm. Plötzich ,ragte der König, wieso es ko nme, daß Dnttsch noch kein Offizier sei. „Das in ausgeschlossen, Majestät", erw derte der Kranke, „denn ich bin Jude." „Das ist kein Hindernis, fiel der Herrscher ein und Deutsch erhielt noch am selben Tage dem Leutnantsrang. Deutsch nahm später noch an den Schlachten bei Königgrätz und an der Okkupation Bosniens und der Herzegowina teil. Nach der Einnahme von Sarajewo wurde er mit dem mit de» Kriegsdeko ntionen geschmückten Miiitärverdienstkreuz ausgezeichnet. Außerdem war er Besitzer des ru'sischen St. Georgs-Ordens V. Klasse und der bairischen goldenen Tapferkeitsmedaille. 1883 wurde er mit Hauplmannsrang in den Ruhestand versetzt. Zu Beginn des Vorjahres erhielt er auf Intervention des Barons Gözcr Fejöroäry, der gleichfalls bei den 52ern diente, den Rang eines Titularmajos. Mngeseudet. Ein Kochbuch umsonst. Jede Hausfrau, die sich an der „Ceres"-Preiskonkurrenz für moderne Mehlspeisen und Kochrezepte beteiligt, kann ein Prachtvlles Kochbuch umsonst bekommen. Alle einlangenden Rezepte, die brauchbar sind, werdeit nämlich zu einem Kochbuche vereinigt, welches jeder Emsenderln als Preis gebührt, deren Rezept in das Kochbuch aufgenommen wurde. Man kann jede Speise vorteilhaft nlit „Ceres" anstatt mit Butter oder Schmalz zubereiten und braucht nur diese Aendernng anszuschreiben. Das genügt für die Preiskonkurrenz, bei der bekanntlich Preise bis zu 15.000 K bav zur Auszahlung gelangen. Man versuche, alle Mehlspeisen mit „Ceres" Speise-Fett 'herzustelltn. — Krapfen mit „Ceres" Speise-Fett znbereitet, sind wohlschmeckender und lerchter verdanlich als alle anderen. I. Witner TGilh-8eil,- imD MliO-A« neu eröffnet Wien I., Arugerstratze *5. Gs gelangen zum Verkäufer Wirtschaftstevviche, 200/300 - v. fl. 4.25 cuiftu Persia, 200/300 .„ „ 6.50 „ Brüsseler ia, 200/300 .„ „ 12. - „ Tapestrie, Schafwolle, 200/300 ... „ 16.-- .. Velonrsvlüsch. 200/300 . . . . „ „ 17- „ Lanftepviche in allen Breiten „ „ —.18 „ Bettvorleger.„ „ - - .45 „ Wandteppiche. „ 1.50 „ Svitzenvorhänge per Fenster - -,. 1.80 „ Tiillstores mit Applikation ...... 4. - „ Portieren.„ „ 1.20 .. 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