Nationalzeitung
- Journal
- Nationalzeitung
- Volume
- 1907
- Issue
- Heft 10 (15.2.1907)
- Date
- 1907-02-15
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 6 Nationalzeilmig Nr. 10 den 10 d. M. vormittags fand die SemestralprUfung aus dem durchgenommenen Stoff statt, welche ein sehr günstiges Resultat ergab. Herr Bezirksrabbiner Dr. M. Rosenmann und Herr Obmann Max Reumann sprachen dem Kursleiter Herrn Bürgerschul- und Talmud-Thoralehrer die vollste Zufriedenheit aus. Wie». (Schule zur Ausbildung jüdischer Krankenpflegerinnen). Die bereits feit längerer Zeit geplante Errichtung eines jüdischen Pflegerinnenheimes wird demnächst zur Ausführung gelangen. Ein neu zu gründender Verein soll die Verwaltung dieses Heimes, sowie die Geldbeschaffung übernehmen, wobei von Seiten der Wiener israelitischen Kultusgemeinde eine Subvention zu erwarten steht. Die unter Aufsicht einer bereits engagierten Oberin stehenden Schülerinnen werden im Spital der israelitischen Kultusgemeinde ihren Unterricht, erhalten und nach erlangter Ausbildung in diesem Spitale und in der Privatpflege ihre Tätigkeit finden. Die Auswahl unter den sich zu diesen Stellungen meldenden Bewerberinnen muß naturgemäß eine ziemlich strenge sein; doch , bietet sie den ausgebildeten und tüchtigen Pflegerinnen eine dauernde Versorgung. Die vorbereitenden Arbeiten liegen in Händen der Vereinigung „Eintracht" 9. Bez., Universitätsstraße 4. Jüdische Tohnbee-Halle, xx., Othmargasse 46. Eintritt frei für jeden Erwachsenen. Beginn der Vorträge an Wochentagen V28 Uhr. Samstag, sowie an Sonn- und Feiertagen 7 Uhr abends. Anmeldungen von Vorträgen >md Mitwirkungen bei Konzerten wolle man an den Obmnnn Doktor I. Samuely, l., Fischerstiege 6, richten. Wochenprogramm: Freitag den 15. Bibelvortrag. Religionslehrer Josef Pick. Samstag den 16. Konzert. Sonntag den 17. „Wie die Eisenbahn entstand". Oberrevident Strach. Montag den 18. „Die Tatsachen und Gesetze des sittlichen Lebens". Professor Dr. W. Jerusalem. Dienstag den 19. „Literarischer Abend". Redakteur Siegfried Fleischer. Mittwoch den 20. „Ein soziologischer Spaziergang durch die Bibel". Dr. Guttmann. Donnerstag den 21. „Reminiszenzen aus dem Polenaufstande 1863". M. Fuchsgelb. Freitag den 22. Bibelvortrag. Samstag den 23. Konzert. Arrangement: Oberkantor Alfred König. Sonntag den 24. Ueber Seide (mit Skioptikon) von Siegfried Schneck. Wien. (Ehevra -Kadi sch a). Mittwoch, den 20. Februar findet ein Requiem für die Verstorbenen des Jahres 1906 im Leopoldstädter Tempel statt. Wien. (Moses Mirsky). Dieser kleine Wunderknabe, dessen Gesangskunst wiederholt besprochen wurde, veranstaltet Montag, den 18. Februar im Saale des Hotels „Bayerischer Hof" einen Vortragsabend. Moses Mirsky wird den Hauptteil des Programmes bestreiten. Das Reinerträgnis ist für die weitere Ausbildung des hochbegabten Jungen bestimmt, und wäre zu wünschen, daß unser jüdisches Publikum durch zahlreichen Besuch sein Interesse beweise. Wien. (Autorenabend). Der Wiener „Zionistische Fra uen ve r e i n" veranstaltete Samstag den 10. Februar im Bösendorfersaale einen Autorenabend der, was die Namen der Mitwirkenden betrifft, wohl zu dem erlesensten literarischen Genuß dieser Saison gehört. Wir hörten von Felix Salten Jakob Wassermann, Arthur Schnitzler, Richard Beer-H offmann, diesmal allerdings nicht neue Schöpfungen. Es waren schon bekannte Werke, die zur Verlesung gelangten. Aber man hatte den seltenen Genuß, die Autoren selbst, von denen vor allem Arthur Schnitzler und Felix Salten glänzende Vorleser sind, „interpretieren" zu hören. Arthur Schnitzler las seinen „Leutnant Gustl", nnd ein großer Teil des Publikums wird vielleicht erst an diesem Abende den feinen überlegenen Spott, das lächerlich-ernste Drama dieser Novelle ganz erkannt haben. Felix Salten bot mit seiner Skizze „Der Ern st des Lebens" die immer seltener werdende Gelegenheit, neben guten Gedanken einen aparten Stil zu hören. Dem Grundgedanken der Veranstalter dieses Abends wurde Jakob Wassermann gerecht, der seine bekannte Broschüre „Das Los der Juden" zu Gehör brachte. Leider vermochte Wassermann der subtilen Stimmungen und der Wucht feines Könnens als Vorleser nicht gerecht zn werden. Auch die Gedichte B e e r-H 0 f f m a n n s wird man schon besser rezitieren gehört haben. Er las auS seinem „Judencyklus" und machte mit dem schwermütigen, innigen „Schlaf mein Kind ..." den stärksten Eindruck. Das zahlreiche Publikum überschüttete die Mitwirkenden mit stürmischem Beifall. — Wir haben bis nun noch selten eine jüdische Veranstaltung gesehen, die so grobes Interesse erregt imb so glänzend verlaufen wäre. Der „Zionistische Frauenverein", vor allem seine rührige Leitung, verdienen vollste Anerkennung und sind zu diesen» Erfolge zu beglückwünschen Das Reinerträgnis ist zur Erbauung eines Waisenhauses in Palästina, für die Kinder der bei den russischen Massakres Er»nordeten bestiinmt, und dürfte recht ansehnlich sein. Wie». Der Ausschuß des Verbandes der israelitischen Religionslehrer in den österreichischen Mittelschulen hielt am 6. Februar unter dem Vorsitze seines Obmannes Herrn Rabbiner Dr. Feuchtwang eine Sitzung ab, in welcher über die Schritte Bericht erstattet wurde, die zun» Zwecke der Erhöhung der Remuneration für die nicht definitiven RelcgionSlehrer und ihre Altersversorgung rc. unternommen wurden. Es wurde beschlossen, zu biefetn Zwecke mit einer Petition an das hohe Ministerium für Kultus und Unterricht heranzulreten und dieselbe in der allernächsten Zeit zu überreichen. Hierauf erstatteteHerr Rabbiner Dr. David, der auch zur Sitzung geladen »vurde, die Fortsetzung seines Referates, betreffs eines neu zu schaffenden Lehrplanes für Mittelschulen, »voran sich eine eingehende Diskussion knüpfte und einige Leitsätze angenominen wurden. Die Fortsetzung der Beratung wurde auf die nächste Sitzung im März vertagt. Wien. (Wohltätigkeitsakademie.) Samstag, den 3. Februar fand in den Sophiensälen die diesjährige große Wohltätigkeitsakademie des Brigittenauer israelitischen Frauenwohltätigkeitsvereines statt. Dieselbe nahm einen sehr animierten Verlauf. Ein überaus distinguiertes Publikum, dessen Zahl weit über 2500 Personen betrug, erfüllt« die lichtdurchflossenen Räu»ne der Sophiensäle. Das auserlesene Progra»n»n »vurde von der beliebten Kapelle Johann Müller durch den glänzenden Vortrag einiger Musikstücke eröffnet. Hierauf brachte Fräulein Jenny Reingruber einige heitere Gedichte zum Vortrag. Nun sang Herr Otto Treßler, von rauschendem Applaus belohnt, einige Couplets. Herr Louis Treu mann entfesselte ruit seinen besonders gelungenen Darbietungen »vahre Beifallsstürme. Sodann folgte der Clou des Abends. Frau Mizzi Günther und Herr Otto Treßler sangen zwei entzückende Duette. Diese Novität auf künstlerischem Gebiete, welche man hier zu»n erstenmale hörte, erntete nimmer endenwollenden Applaus. Auch die Lieder, welche Frau Mizzi Günther hierauf sang, riefen jubelnden Beifall hervor. Zmn Schluß trug Fräulein Mila Barry einige reizende Couplets vor, welche das Publikum »nit überreichen: Applaus lohnte. Nach der Akadeinie trat der Tanz, dessen Arrangement dem be- »vährten Tanzmeister Julius Singer oblag, in seine Rechte, soweit in dem dichten Menschengewoge vom Tanz die Rede sein konnte. Das Kornitee hielt seinen Einzug und eröffnete den Tanz, an der Spitze folgende Paare: Fräulein Charlotte Goldner — Herr Dr. Max Saxl, Fräulein Anna Löwenheck Herr Bodanetzky, Fräulein Winternitz — Herr Alfred Dukes, Fräulein Schwarz — Herr Leicht. Die Kotillonquadrille, »velche von 900 Paaren getanzt wurde, zeigte dein Zuschauer ein herrliches, farbenprächtiges Bild und die .vielen reizenden Mädchenknospen und schönen Frauengestalten, welche nach den feurigen Weisen Wiener Walzermusik im Tanze auf und ab wogten, boten ihm einen unvergeßlich schönen Anblick. Erst gegen 3 Uhr »norgens lichtete sich das Gedränge ein wenig und nun konnte sich die Jugend mit vollem Eifer dein Tanzvergnügen widmen. Mit dem Morgengrauen endete diese in jeder Hinsicht gelungene Veranstaltung. Das Reinerträgnis ist recht ansehnlich. Der gesa»nte Vereinsvorstand, sowie das Koinitee »nit Herrn Dr. Jakob Roth als Obmann, Haber» sich um den Abend' Verdienste erworben. Der Brigittenauer Fmuenverein hat durch diesen alle Erwartungen übertreffenden Erfolg neuerdings glänzend bewiesen, welch großer Beliebtheit seine Veranstaltungen in der Wiener Gesellschaft sich erfreuen, mnsomehr, als es bei der Kürze des heurigen Faschings sehr schwierig >var, ein derartig allgemeines Interesse im großen Publiku»n für eine Wohltätigkeitsveranstaltung zu erwecken. Die Jnrh der Cerespreiskonkurrenz, die bekanntlich »nit 15.000 Kronen dotiert ist, »vird bereits z»tsa»nmengestellt; sie besteht aus folgende» Mitgliedern: Prof. Adolf Heß, Direktor der Fachschule des Gremiums der Hoteliers Wien, F. Kedvessy, Küchenschef des Jokeyklubs, Jean I. Povondra, Zentralvorstand des Verbandes der Köche Österreichs, Franz Stadler, Küchenschef Sr. Durchlaucht des Fürsten Montenuovo, de»n Vorstand der Nahrmittelwerke „Ceres" und de»n Leiter des Publizitätsbureaus der Georg Schicht-Aktiengesellschaft. Weitere Kooptierungen find Vorbehalten. Wie »vir hören, wird auch ein Damenkomitee zugezogen, das besonders bei Verteilung der Preise für Volksspeisen »nitwirken soll. Ein m vielseitigen Wunsche entsprechend »vird der Einsendetermin für die Mehlspeiskonkurrenz bis 31. März erstrekt, damit auch die vielfach üblichen Osterbäckereien mitkonkurrieren können. Giilgesendet. Die große Teuerung wird gemildert durch die Einführung des „C e r e s" S p e i s ef e t t, das halb so billig ist als anderes Fett. „Ceres" Speisefett ist kei»r Surrogat, sondern das reine Fett von Kokosnüssen, die frisch an der Sonne getrocknet, nach Aussig a. d. Elbe verschifft werden. Dort werden sie in den Nährmittelwerken „Ceres" der Schicht-Aktiengesell- . schaft gepreßt und zu Speisefett verarbeitet. Dadurch unterscheidet sich „Ceres" Speisefett von den anderen Pflanzenfetten. Die mit „Ceres" Speisefett zubereiteten Speisen sind billiger und schniackhafter als die mit irgend einem andere»» Fett hergestellten. — Krapfen, »nit „Ceres" Speisefett zubereitet, sind wohlschmeckender und leichter verdaulich als alle anderen. I. Wittler TGich-öeil,- uiiii Verkaufs-Willi neu eröffnet Wien I., 2(rugerstratze \5. 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