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Nationalzeitung · 1907-01-15 · Heft 5 (15.1.1907) · p. Seite 3

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Journal
Nationalzeitung
Volume
1907
Issue
Heft 5 (15.1.1907)
Date
1907-01-15
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 5 Nationalzeitung Seite 3 ordentlichen, festlichen Gemeinderatssitzung die Dekorierung des Bürgermeisters mit dem ihm vom Kaiser verliehenen Osfizierskreuz des Franz« Josef-Ordens durch den Landespräsidenten statt. Das Rathaus und Magistratsgebäude hatten reichen Flaggen schmuck angelegt. Der Saal war äußerst geschmackvoll dekoriert. Der Landespräsident v. B l e y l e b e n in Begleitung des Bezirkshanptmannes K a s ch m a n n sowie sämtliche Gemeinderäte und Magistratsbeamten waren erschienen. Der Landespräsident eröffnete die Festversammlung mit folgender Ansprache: Seine k. u. k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 14. Dezember 1906 Euer Hochwohlgeboren das Offizierskreuz des Franz-Josef-Ordens allergnädigst zu verleihen geruht. Es gewährt mir eine besondere Freude, Ihnen, hochverehrter Herr Bürgermeister, heute an Ihrem Ehrentage diese Allerhöchste Auszeichnung vor dem versammelten Gemeinderate überreichen und Ihnen zu derselben meinen herzlichsten und wärmsten Glückwunsch ansdrücken zu können. Vor nunmehr zwei Jahren durch einstimmige Wahl an die Spitze unseres aufblühenden Gemeinwesens gestellt, haben Sie eS, dank Ihrer seltenen persönlichen Eigenschaften, binnen kurzem verstanden, die Sympathie nicht nur des Gemeinderates, sondern auch der gesamten Bevölkerung und der Ihnen unterstehenden Beamtenschaft in hohem Maße zu erringen. Strenge Unparteilichkeit, fachliche Tüchtigkeit, Energie mit Milde gepaart, ein fester Charakter und schließlich ein goldenes Herz, das sind die Eigenschaften, die wir von einem Bürgermeister verlangen, und die Sie in reichem Maße anszeichnen. Vieles ist in der Zeit, als Sie als I. Vizebürgermeister unserem hochverehrten nunmehr verblichenen Ehrenbürgermeister durch 12 Jahre treu zur Seite standen, eingeleitet, noch mehr während Ihrer bisherigen Wirksamkeit mit Unterstützung des Gemeinderates geschaffen worden, was der Stadt dauernd zur Ehre gereichen und mit Ihrem Namen stets innig verknüpft bleiben wird. Ich will die vielen schönen Baulichkeiten und gemeinnützigen Unternehmungen. die da geschaffen wurden, nicht einzeln anführen — begegnen wir ihnen doch auf Schritt und Tritt — und freuen uns ihrer als Bausteine für die Großstadt Czernowitz; ich will auch heute nicht der Aufgaben gedenken, die der Gemeinde in der nächsten Zeit harren, ich möchte heute nur Sie, verehrter Herr Bürgermeister, bitten, auch in Zukunft, getragen durch das Vertrauen Ihrer Mitbürger und der Negierung, gestärkt durch das sichtbare Zeichen Allerhöchster Huld und Gnade mit frischem Mut und gewohnter Schaffensfreude ans Werk zu gehen, um all die wichtigen Angelegenheiten, die der Erledigung harren, einer gedeihlichen Lösung zuzuführen. An der werktätigsten Unterstützung der Negierung wird es nach wie vor nicht fehlen. An Sie meine verehrten Herren Gemeinderäte, die Sie durch die Auszeichnung Ihres Oterhauptes gleichfalls geehrt wurden, werde ich mich heute, da Sie vielleicht zum letztenmale in der gegenwärtigen Zusammensetzung beisammen sind, mit der inständigsten Bitte, lassen sie Zank' und Streit außerhalb dieser schönen Räume, wirken Sie zusammen zum Wohle unserer geliebten Stadt, damit sie ein Hort werde des Friedens und der Eintracht aller Nationen und Konfessionen, aller Stände und Berufsklassen. Und so wollen Sie denn, verehrter Herr Bürgermeister, das Ehrenkreuz entgegennehmen, tragen Sie es mit Stolz im Bewußtsein treu und redlich erfüllter schwerer Berusspflichten und bleiben Sie uns allen durch viele viele Jahre erhalten als unser hochverehrter Bürgermeister. (Lebhafter Beifall.) Hierauf ergriff Bürgermeister Dr. Reiß zur Erwiderung das Wort: Hochgeehrter Herr Landespräsident! Freudig bewegt und hochbeglückt blicke ich auf das mir durch die Huld und Gnade Sr. Majestät unseres geliebten Kaisers verliehene Zeichen der Allerhöchsten Anerkennung, welches Sie, hochgeehrter Herr Landespräsident, hier an der Stätte meines Wirkens vor dem versammelten Gcmeinderate an meine Brust zu heften, die große Güte hatten. Alles, was ich in diesem erhebenden Augenblicke empfinde, vereinigt sich in dem einem Gefühle des Dankes, des aus tiefstem Herzen kommenden innigsten Dankes! Zuerst und allem voran gestatte ich mir an Euer Hochwohlgeboren die Bitte zu richten, meinen ehrfurchtsvollsten, allernutertänigsteu Dank für die mir durch die Gnade Sr. Majestät des Kaisers zuteil gewordene Allerhöchste Auszeichnung durch das Offizierskreuz des Franz- Josef-Ordens, geneigtest an die Stufen des Allerhöchsten Thrones gelangen zu lassen. Tief empfundenen, aufrichtigen Dank erlaube ich mir ferner Ihnen, hochgeehrter Herr Landespräsident, zunächst für die mir zuteil gewordene besondere Ehrung durch die persönliche Ueberreichung der Ordeusinsignieu und die besonders freundlichen Glückwünsche auszusprechen; nicht minder aber für die überaus warmen und mich in hohem Grade auszeichnenden Worte der Anerkennung meines Wirkens und meiner Tätigkeit als Bürgermeister unserer geliebten Landeshauptstadt. ' Meinen herzinnigsten, ergebensten Dank bitte ich, hochverehrter Herr Landespräsident, für das für mich bekundete, von wahrer, so wohltuender Herzlichkeit durchdrungene Wohlwollen, für das für mich unschätzbare Vertrauen und für die außerordentlich gütige Beurteilung meiner Tätigkeit entgegenzunehmen, der ich es zu verdanken habe, daß an kompetentester Stelle meine bescheidenen Verdienste die allergnädigste Beachtung gefunden haben. Wenn es mir gelungen ist, das Schifflein unserer Gemeindeverwaltung zwischen manchen spitzen Klippen hindnrchzustenern und durch den verehrten Gemeinderat unterstützt, manches Gute und Bleibende für das Wohl meiner Mitbürger zu schaffen, so war dies nur unter Ihrer Aegide, hochgeehrter Herr Landespräsident, möglich; so konnte es nur dadurch zu Stande kommen, daß Sie immer und überall nicht bloß ein aufrichtiges und warmes Interesse, sondern herzliche Liebe für unsere Stände bekundeten, und mit Ihrem mächtigen Einflüsse und Ihrer zielbewußten Tatkraft der Gemeindevertretung und mir stets hilfreich und fördernd zur Seite gestanden sind. Wohl ist noch vieles und schwieriges zu schüffen. Gottlob, wie Sie, hochgeehrter Herr Laudespräsident, es so zutreffend bezeichnet haben, die Bausteine für die Großstadt sind bereits vorhanden. Der Grundstein ist gelegt. Gewiß wird noch viele schwere und redliche Arbeit, Mühe und Fleiß erfo derlich sein bis das Werk vollendet dastehen wird. Es m u ß aber zu stände kommen, weil wir alle m i t v e r e i n t e >i K r ä f t e n es anstreben und Sie, hochgeehrter Herr Landespräsident, unserem Gemeinwesen und seinen fortschrittlichen Bestrebungen Ihre Hilfe und Förderung jederzeit angedeihen lassen werden. Mit vereinter Kraft! Das „Viribus uuitis" das in goldenen Lettern diese Ordcnsdekorativn zeigt, wird mir der Leitstern sein und mir für das fernere Wirken den richtigen Weg zeigen. Es ist dies der Weg, den auch Sie, hochgeehrter Herr Laudespräsident, in so trefflicher Weise zeigen: der Weg zur Einigkeit, zum Frieden und zur Eintracht in der Gemeindestube! Das „Viribus uuitis" soll uns Alle mahnen, stets zu unserem geliebten erhabenen Monarchen emporzublicken. Und auch in diesem feierlichen Augenblicke schlagen unsere Herzen dem niüchtigsten Hort des Friedens, dem Allerhöchsten Beschützer und Förderer der Entwicklung und des Fortschrittes unserer Stadt freudig entgegen. So wollen wir, den uns allen aus der Tiefe der Herzens kommenden Gefühlen der Liebe und Verehrung für unseren allgeliebten Kaiser Ausdruck geben und lade ich Sie, meine hochverehrten Herren ein, mit mir in den begeisterten Ruf emzustimmen: Seine kaiserliche und königliche Apostolische Mäjestät unser Allergnüdigster Kaiser Franz Josef der 1. lebe hoch! hoch! hoch! (Die Anwesenden stimmten begeistert em.) Auf einer Ansprache des Bizebürgermeister Baron Fürth antwortete Bürgermeister Dr. Reiß : Hochgeehrter Herr Vizebürgermeister! Liebverehrter Herr Kollega!! Ich danke Ihnen innigst für Ihre so freundschaftlichen, kollegial herzlichen Worte und für Ihre warmen Glückwünsche, die Sie mir im Namen des Gemeinderates zur Allerhöchsten Auszeichnung dargebracht haben. Ich danke Ihnen Alle, meine verehrten und lieben Gemeinderatskollegen für diese Betveise herzlichster Sympathie und freundlicher Anerkennung meines Wirkens. Sie sind mir außeroroentlich wertvoll. Ich darf daraus mit großer Freude ersehen, daß ich Ihr Vertrauen im vollen Maße besitze. Mit Recht hat unser hochverehrter Herr Landespräsident soeben hervorgehoben, daß der Bürgermeister in der Lage ist, Ersprießliches zu leisten, wenn er vom Vertrauen des Gemeinderates getragen ist, und wenn er in seinen Bestrebungen die allseitige werktätige Unterstützung im Gemeinderate findet. Meine liebwerten Herren Kollegen! Mit Stolz und Freude erfüllt mich die Allerhöchste Auszeichnung und die allergnädigste Anerkennung meiner bescheidenen Verdienste. Allein, meine Herren, das Wirken des Bürgermeisters und der Erfolg desselben, baut sich ans der Summe jener großen Mühe und Arbeit auf, an welcher Sie alle meine Herren Kollegen insgesamt und jeder Einzelne von Ihnen zum Wohle unserer geliebten Vaterstadt mitgetan und mitgewirkt haben. Deshalb ist die Allerhöchste Auszeichnung des Oberhauptes der Gemeinde, zugleich die Anerkennung der Verdienste der Gesamtheit. „Ich erachte es daher als meine vornehmste Pflicht, Ihnen allen meine Herren, insbesondere meinen verehrten lieben Kollegen im Präsidinm und im Stadtrate nicht minder auch allen Herren Beamten des Magistrates, bei diesem feierlichen Anlasse für die treue und wackere Mitarbeiterschaft und Mithilfe und für die mühevolle Tätigkeit zum Wohle unseres Gemeinwesens, meinen besten und wärmsten Dank auszusprechen. Sie stimmen meine bochgeehrlen Herren mir gewiß zn, wenn ich den herzlichen Wunsch ausspreche: Unser liebes Czernowitz wachse, blühe nnd gedeihe! Abends fand im Hotel Central ein Bankett statt, dem auch der Landespräsident B l e y l e b e n beiwohnte. Bürgermeister Dr. Reiß brachte im Verlaufe des Abends ein Hoch auf den Kaiser aus. Der Abend verlief in animierter Stimmung. Uermischle Nachrichten. Wien. (Der 60. Geburtstag des Erzherzogs Rainer.) Anläßlich des 80. Geburtsfestes des Erzherzogs Rainer hat der Vorstand der Wiener Israel. Kaltusgemeinde dem Jubilar eine Glückwunschadresse überreicht. Die Adresse ist kunstvoll ausgeführt mit weißem Mnrokkinleder und reichem Bronzeschmuck. Sie trägt die Unterschrift des ersten Präsidenten Dr. Alfred Stern, des ersten Vizepräsidenten Dr. Gustav K o h n, des zweiten Vizepräsidenten Baurat Theodor Ritter v. Goldschmidt und des Sekretärs kais. Rat Dr. Theodor Lieben Auf Anordnung des Kultusvorstandes wurden Freitag abends und Samstag früh in sämtlichen jüdischen Bethäusern Wiens Gebete für das Wohl dieses allverehrten Prinzen, des Seniors unseres Kaiserhauses verrichtet. Eiwanowitz. Am 26. Dezember 1906 fand die feierliche Enthüllung des Bildes nach dem seligen langjährigen, verdienstvollen Kultusvorsteher Herrn Alois Loebl im israel. Gemeindehause zn Eiwanowitz statt. Der Kultusvorsteher Herr Jakob Spitz hielt eine längere Ansprache, in welcher er die seltene Begabung des Verstorbenen hervorhob und dessen Verdienste pries, erwähnend, wenn es auch im Rate Gottes beschlossen war, daß er an den Beratungen nicht mehr teilnehmen sollte, möge er aus der Position des Bildes auf uns herabblicken und sein Andenken möge in demselben uns stets richtunggebend sein. Weiters gedachte er des sel. Herrn Adolf Smetana, des langjährigen Stellvertreters, der demselben bei allen zum Wohle der Gemeinde dienenden Zwecken treu zur Seite stand. Nach diesem trug Herr Oberkantor Heilpern einen Trauergesang pa S. Mittklimch e*s Soda-Pastillen. Wien, 1., lieber IttarRt Hr. $ eoMwinen, Aumokkn »e. tVaiais Lina) grimum der Ltadt HM- Preis per Schachtel 80 Heller. "MM Dteselve« Und tonen, welche a. beschwerdrn. Ue eiben, unentbehi

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