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Nationalzeitung · 1906-11-27 · Heft 83 (27.11.1906) · p. Seite 4

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Journal
Nationalzeitung
Volume
1906
Issue
Heft 83 (27.11.1906)
Date
1906-11-27
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Nationalzeitung Nr. 83 drückendsten materiellen Sorgen Befreit, die Möglichkeit haben, sich intensiver mit ihrem Studium und der jüdischen Frage zu beschäftigen. Als seinerzeitiger Obmann des L. K. hat schon Herr Dr. S. Krenberger, der den jüdischen Studenten immer seine besondere Aufmerksamkeit widmete, ein Bureau geschaffen, welches den jüdischen Hochschülern unentgeltlich geistige Arbeit, insbesondere Lektionen vermitteln sollte. Das Bureau, deflen Instandhaltung mit großen Opfern verbunden war, mußte aber trotz verhältnismäßig guten Erfolges aufgelassen werden. Indessen ruhte die Arbeit nicht und es gelang Herrn Dr. Krenb erg er, durch das edle Mitwirken hervorragender jüdischer Männer diese gute Sache auf eine breitere, sicherere Basis zu stellen. Insbesondere hat sich der jüdische Philanthrop Doz. Dr. Josef Grünfeld der Angelegenheit mit besonderer Wärme angenommen. Die endgültige Eröffnung des Bureaus, die Mitte Mai stattfand, war das Werk des Vorstandes, dem folgende Herren beitraten: Dozent Dr. Josef Grünfeld, Dr. H. Wolf, Dr. I. Bermann, Dr. S. Krenberger, Red. S. Deutsch, F. Singer, Hofrat Dr. Emil Zuckerkand l, I. Langer, Professor Dr. H. Pollak, HofratW. Taussig, phil. Thieberger, phil. Carniol, med. M. Berliner, tech. Flach, jur. H. Löw. Unser gegenwärtiges Lokal, IX., Liechtensteinstraße 11, hat uns in dankenswertester Weise Herr Lucian Brunner vollständig eingerichtet gratis zur Verfügung gestellt. Trotz der vorgerückten Saison konnten wir im Vorjahre mehr als 20 Prozent der vorgemerkten Studenten mit Stunden versorgen. Dabei mußten wir auch wiederholt konstatieren, welcher Ausbeutung der jüdische Hochschüler als Korrepetitor und Hofmeister ausgeliefert ist, obwohl er an Tüchtigkeit den anderen gewiß nicht nachsteht. Unser Verein hat es sich zum Grundsatz gemacht, auf einem allerdings bescheiden angesetzten Minimum zu bestehen, um nicht die Position und Selbstachtung unserer Studenten zu untergraben. Wenn sich unser Verein durch allseitige Förderung entsprechend entwickelt, dann könnten von hier aus die Bedingungen, unter denen der jüdische Hochschüler seine kostbare Zeit opfert, im Interesse der jüdischen Studenten gebessert werden. Wenn auch ein Studentenkomitee sämtliche Arbeiten im Bureau unentgeltlich leistet, so ist doch die Tätigkeit des Vereines mit großen Geldopfern verbunden. Bereits ist eine Reihe bedeutender Männer unserem Vereine beigetreten; bei dem edlen Zwecke, den unser Verein verfolgt, und bei dem geringen Mitgliedsbeitrag (X 3'— jährlich) hoffen wir, daß alle, die für die Sache des Judentums und für die Entwicklung der jüdischen Studentenschaft Interesse haben, unserem Vereine beitreten werden. Beitrittserklärungen sind einzusenden an den Verein für unentgeltliche Arbeitsvermittlung für jüdische Hochschüler, Wien IX., Liechtensteinstraße 11. Czernowitz. (AkademischesVerbindung „Hasmonäa".) Samstag den 1. Dezember d. I. findet im Gartenpavillon des rumänischen Nationalhauses (Gottliebs Restaurant) der Eröffnungsfestabend des 31. Semesters der akademischen Verbindung „Hasmonäa" statt. Wilna. (Verbot des zionistischen Parteitages.) Der zionistische Parteitag, welcher in den nächsten Tagen hier hätte stattfinden sollen, wurde behördlich verboten. (Antisemitische Butzen für jüdische Zwecke.) Wiederholt schon haben Antisemiten ihre Buße für Beleidigungen durch Geldzuwendungen für jüdische Zwecke beweisen müssen, wenn sie von Juden zur straf, rechtlichen Verantwortung gezogen wurden. Dies wiederholte sich in sehr drastischer Weise vor einigen Tagen im Bureau des Rechtsanwalts Willy Proskauer, Münz, straße 30. Hatte da ein Berliner Ansichtskartenhändler eine Forderung von 22 Mark an einen Spandauer Kunden und wurde, als er befcheidentlich um Zahlung bat, mit den in antisemitischen Kreisen üblichen Liebens- Würdigkeiten überhäuft. Schließlich warf ihm der biedere Spandauer das Geld vor die Füße, was der Lieferant nicht annahm. Einer Anzeige bei der Staatsanwaltschaft wurde ohne weiteres Folge gegeben. Vor dem Verhandlungstermin erschien bei dem Kläger ein Abgesandter des Angeklagten, wurde aber an den Rechtsbeistand gewiesen. Dieser stellte als Bedingung zur Rücknahme der Klage: „Erstattung sämtlicher Kosten und Zahlung von 100 Mark an die jüdischen Ferienkolonien". Das schien dem Vermittler zu hart und da mußte der Jnkulpat selbst antreten. Der machte nun den Vorschlag, er wolle dem Beleidigten ein großes Quantum Karten abkaufen, doch Herr Proskauer sprach seine Zweifel aus, ob sein Klient überhaupt mit derartigen Leuten Geschäfte machen wolle und bestand auf seiner Forderung, welcher prompt entsprochen wurde. Vivat tequens! I Ws, p'jjfti hdS Wchts gffiölifimraliuiftlruufDm Sootiocnl. I ■ *120 120 Wurst- und Selchfleisthwaren- -- Fabrik - Mit elektrischem Betrieb und Kälteerzeugungsmaschine J. tbcumann ^Fabrik und Hauptdepot: Wien II., Taborstraße 32. Trlrxtzon Nr. 16491 inlrrurban. Ucvtung! luden! x 3ol|nnf flirr' Wie» XVI!., Neroliikagaffe22 (im eigenen Hause) Gegründet ft» Jahre 1884 Anerkannt qeue Ausführung. Was Paffen, Material n. Preise anbelangt, das Beste in Wien. Spezialität: Reparaturen von X 1.— aufm.- Ganze Gebiffe v. K 60.— aufm. Es wird fr'eundlichst im eigenen Interesse aufmerksam gemacht, die Hausnummer genau zu beachten. Im Hause befindet sich ein Post-Telegraphenamt. Ordination von 8—l2 und von 2—6 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 8—ii Uhr. - Kein Ratengeschäft -- auf körperliche Tüchtigkeit Wert legt, Aer 771 AM einsieht, daß der beste Schutz der peinlichen Vv»l Sicherheit in der Selbstverteidigung liegt, die befreiende Wirkung des Vertrauens in die eigene Kraft erkennt, meide reinen Seitritt als ausübendes oder förderndes Mitglied zum I. Ar. Jüdischen Turnverein i., Mölkerbastei s. Serrenturnen r Montag ».Donnerstag von '/,8-9 Uhr abds. vnmentnrnenr Mittwoch u. Samstag von 7—9 Uhr abds. kinaenurnen. Aer Der Klischees Goldschnitte) .—■- liefert die ■: Xylograpblscbt Anstalt 3ulin$ Johann malcber Ollen, iv. Bezirk. Panigigasse Rr. ria für illustrierte Preis-Kurante, Zeitschriften, Werbe, Inserate prompt, billifltt und schön Pelzware! GrößLs ©ktefitm Infolge meines Geschäftsprinzipes: großer Umsatz, kleiner Nutzen, bin ich in der angenehmen Lage pch-ollr», Prhmnffk rr. zu den staunend billigsten Preisen s zu verkaufen We AitksMs i. l R. aufm. . 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