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Nationalzeitung · 1906-11-16 · Heft 80 (16.11.1906) · p. Seite 6

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Journal
Nationalzeitung
Volume
1906
Issue
Heft 80 (16.11.1906)
Date
1906-11-16
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Nation,ilzeitimq genehmigt. Nach Erledigung diverser StistungSangelegenhetten und Subventionsgesuche wird die Sitzung um * /s2 Uhr nachmittag« geschlossen. Wien. (Jüdische Toynbeehalle XX., Othmargässe 46.) Eintritt frei für jeden Erwachsenen. — Beginn der Vorträge an Wochentagen y28 Uhr, Samstag, sowie an Sonn- und Feiertagen 7 Uhr abends. Wochenprogramm: Freitag den 16. November 1936: Bibelvortrag, Herr Religionslehrer Leopold Weiß; Samstag den 17. November 1906: Konzert; Sonntag den 18. November 1906: Bilder aus dem Rechtsleben, Herr Redakteur Siegfried Fleischer; Montag den 19. November 1906: „Oesterreichische Geschichte (II), Herr Dr. Edmund Jerusalem; Dienstag den 20. November 1906: Naturwissenschaftlicher Zyklus (I), Herr Dr. H. Müller; Mittwoch den 21. November 1906: „Die Aufgaben der Frau in der Volkswirtschaft", Herr Leopold Spitzer; Donnerstag den 22. November 1906: „Sport und Judentum", Herr Direktor Ernst Lemb erg er; Freitag den 23. November 1906: Bibelvortrag; Samstag den 24. November 1906: Konzert. — Die diesjährige Vortragssaison wurde am 4. November mit den höchst interessanten Ausführungen des Herrn Rabbiners Dr. Feuchtwang über Rabbiner M6ir von Rothenburg eröffnet. Um das Gelingen des ersten Konzertes, das am 10. d. M. stattfand, machten sich Frau Schmitz (Klavier) und Frau Raja Barber- Waldberg (Gesang) sehr verdient und ernteten stürmischen Beifall für ihre meisterhaften Darbietungen. Verein „Jehudah Halevy" in Wien. Samstag den 17. l. M. um '/-8 abends findet im Vereinslokale XX. Bezirk, Brigittenauerlände 22, I. Stock 19, ein hebräischer Vortrag des Herrn Gerson Mack statt. Thema Vorbehalten. Gäste willkommen. — Sonntag den 18. l. M. um Vz7 Uhr abends findet im Vereinslokale ein Bortrag statt. Referent und Thema Vorbehalten. Gäste willkommen. Wien. (Martinigänse für den Kaiser.) Einer alt hergebrachten Sitte entsprechend wurden auch heuer von der Vertretung der israelitichen Kultusgemeinde in Preßburg Martinigänse für den Hof in Wien abgeliefert. Sonntag den 11. d. M, als am Martinstage, fuhren um 10 Uhr vormittags zwei Herren und zwei Damen als Vertreter der Gemeinde in einem viersitzigen Wagen beim zweiten Tore des Reichstraktes der Hofburg vor und begaben sich unter Führung eines Hausoffiziers in die kaiserliche „Kammer". Sie überbrachten vier Stück Gänse, die in feine weiße Leinen gehüllt und mit Bändern und Maschen in den österreichischen und in den ungarischen Farben geschmückt waren. Mitglieder der Deputation waren die Herren Dr. Leopold Stein, Lazar Gstettner und Ignaz Herzfeld. Neber den Aufruf des Wiener „Jüdischen Kolonisationsvereins" schreibt Professor Dr. Gotlhard Deutsch im «American Israelite» in Cincinnati: „Was noch vor zehn Jahren als Hcrzls„ Judenstaat" lächerlich erschienen wäre, ist nun Wahrheit geworden. Die führenden Persönlichkeiten der Wiener Kultusgemeinde, unter ihnen Oberrabbiner Dr. Gudemann und Kultuspräsident Dr. Alfred Stern, Unterzeichneten einen Aufruf zur Unterstützung der Kolonien in Palästina. Gegen eine solche Bewegung an sich wäre ja weiter nichts einzuwenden; in Anbetracht der Tatsache jedoch, daß der Aufruf die Verfolgungen in Rußland als seine Entstehungsursache erwähnt und der Hoffnung Ausdruck gibt, daß die verfolgten Glaubensbrüdcr in Palästina ein dauerndes Heim finden würden, erscheint dieser Aufruf unbegreiflich. Kein ernster Mensch kann der Hoffnung Ausdruck geben, daß Palästina unter türkischer Herrschaft jemals eine reale Lösung der Juden frage bilden könnte." Handarbeitsausftellnng. Dem „Kaiser Franz Josefs-Ferienheim" hat sich auch heuer aus den besten Gesellschaftskreisen eine Gruppe freiwilliger Helferinnen gestellt, welche vereint mit dem Vorstande den Sommer zur Herstellung geschmackvoller, origineller und moderner Handarbeiten benützte. Dem eminent humanitären Vereine gewidmet, gelangen diese Gegenstände vom 15. bis 22. November d. I. im Bureau des Vereines, IX., Türkenstr. 17, I. Stock, zur Ausstellung und werden zu festgesetzten Preisen abgegeben. Es ist zu hoffen, daß dem edlen Zwecke aus dieser allgemein zugänglichen Exposition ein erheblicher Reinertrag zufließen wird. Ignaz Brüll. Ter Vorstand der israelitischen Kultusgemrinde hat an den Komponisten Herrn Ignaz Brüll anläßlich seines 60. Geburtstages folgendes Gratulationsschreiben gerichtet: „Es ist ein aufrichtiges und herzliches Bedürfnis, das den Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien und das in seiner Mitte wirkende Kuratorium der Freiherrlich Rolhschtldschen Küilstlerstiftung vrr. anlaßt. Euer Hochwohlgeboren zum 60. Geburtstage zu beglückwünschen. Seit vielen Jahren bietet sich dem Borstande und dem Kuratorium Gelegenheit, die ungewöhnlich selbstlose Hingebung zu beobachten, mit der Euer Hochwohlgeboren trotz der hohen Inanspruchnahme, deren Ihr unvergängliches Schaffen bedarf, die künstlerischen Bestrebungen des Judentums auf dem Gebiete der Musik fördern, mit welchem Eifer Sie, hochgeehrter Meister, sich unter anderem auch mit der mühevollen Prüfung der Leistungen jener jungen Künstler befassen, die sich um unsere Musikerstiftungen bewerben. Wenn wir in Dankbarkeit dieser unserer gesamten Glaubensgenossenschaft zu Ehr und Nutzen dienenden Tätigkeit gedenken, uns in Erinnerung bringen, mit welch gewinnender, liebenswürdiger Weise Euer Hochwohlgeboren Ihres Amtes walten, dann drängt sich uns der innige Wunsch auf, den wir Ihnen heute zurufen: Möge der Allmächtige Sie bis zur äußersten Grenze menschlichen Lebens in Zufriedenheit und Vollkraft erhalten, zum Stolze Ihrer Angehörigen und Freunde, zum Nutzen und zur Ehre Ihrer Glaubensgenossen Floridsdorf. Rasch tritt der Tod den Menschen an! Das Dichterwort ging in tragischer Weise an unserem allbekannten Borstandsmitgliede Herrn Dr. Leopold Grünwald in Erfüllung, welcher am jüngsten Freitag knapp vor Eingang des Ruhetages bei überaus zahlreicher Beteiligung der Verwandten und Bekannten von nah und fern zu Grabe getragen wurde. Er erreichte ein Alter von 68 Jahren und hinterläßt eine trostlose Witwe und drei tiefgebeugte Kinder. Am Sarge widmete Rabbiner Dr. Rosenmann, nachdem Oberkantor Rosen selb einen Psalm stimmungsvoll vortrug, seinem verstorbenen Freunde einen tiefempfundenen Nachruf — das ideale Familienleben, die wahrhaft religiöse Gesinnung und den humanen Sinn des Heimgegangenen in beredten Worten schildernd. Am Grabe nahmen Kultusvorstand Dr. König namens der Kollegen, ferner die Vereine Talmud Thora und Chewra Kadischa Abschied von dem allzufrüh Abberufenen, ihm für die vielen Verdienste dankend, die er sich um die Gemeinde und genannte Vereine im Laufe der Jahre erworben. — Möge die trauernde Familie in der allgemeinen Teilnahme Trost und Auftichtung finden und die reine Seele des Verstorbenen im Reich des Friedens und der ewigen Ruhe einziehend, der himmlischen Seligkeit teilhaftig werden Er ruhe in Frieden! Prag. (Todesfall,). Hier Ist am 7. d . M. der Oberkantor und Chordirigent der Meisel-Synagoge, Herr Moritz Wallerstein, der auch als Gesangsmeister und Leiter seiner Opernschule sowie als Musiktheoretiker und musikpädagogischer Schriftsteller geschätzt war, gestorben. Er verfaßte eine theoretische Bearbeitung der Solfeggien ein Gesangsrepetitori.um und komponierte zahlreiche liturgische Gesänge. Biele Künstler und Künstlerinnen, die heute Namen besitzen, danken ihm die Entdeckung und Entwicklung ihres Talents. Die bekanntesten seiner Schüler sind Karl Burrian von der Dresdner Hofoper, Karl W i l d b r u u n (Bayreuth), Siegfried Adler (Berlin), die Konzertsängerin Frau Therese Lederer-Schiestl in Prag, Herr F. Poltert am tschechischen Nationaltheater in Prag und ande e. Seine Tochter Lotte Westen ist am Stadttl/eater in Graz tätig. Sein Sohn ist Kapellmeister Konrad Wallerstein.j Drohobycz (Todesfall). Vorige Woche starb hier im Alter von 83 Jahren der wegen seines großen talmudischen Wissens und echt jüdischen Wohltätigkeitssinnes geschätzte Herr 2. Lauterbach. Der Verstorbene war ein bedeutendes Mitglied der im Aussterben begriffenen Haskalah-Richtung, welche er sowohl durch literarische wie durch finanzielle Beiträge kräftigst unterstützt hatte. An seinem Leichenbegängnisse haben mehrere tausend Personen teilgenommen. Nachrufe hielten Rabbiner B o m b a ch, Oswieczym, die Ortsrabbiner Panzer, Friedmann und Dr Margulies. Lemberg. (Wahl des Kultuspräsidiums.) Vorige Woche wurde hier die infolge des Ablebens des Kultus- Präsidenten, Reichsratsabgeordneten Dr. Emil Byk notwendig gewordene Wahl eines Kultuspräsidenten vorgenommen. Zum Präsidenten wurde der bisherige Vizepräsident Dr. S. Schaff und zum Vizepräsidenten Herr Dr. Tschoscher gewählt. C-eruowitz. (Die jüdischen Arbeiterbildungskurse der „Zephlrah") sind eine altbewährte Institution auf dem Gebiete der Volksbildung. Sie erfreuen sich daher seit ihrem Bestände allgemeiner Popularität in den unteren Volksschichten und finden stets die ungeteilte Anerkennung der gebildeten Kreise. Das Zeichen unserer Zelt, in der die Volksmassen aus ihrem sterilen Unverstand und der allgemeinen Passivität ihrer Umaebung gegenüber gehoben und befreit und auf der Stufenleiter der gesellschaftlichen Schichtung vorwärts gerückt werden sollen, ist der Kampf gegen das Analphabetentum, der in der Verbreitung von Wissen und Aufklärung unter dem Volk besteht Dieses Prinzip hat die „Zephtrah" in ihr demokratisches Programm ausgenommen und dis Nr. 80 ArbeiterbildungSkurse geschaffen, die nebst anderen den Erfolg haben, daß alljährlich 50 bis 60 Schüler, die als Analphabeten in den l. Kurs eingetreten, denselben des Lesens und Schreibens vollkommen kundig verlaffen. Für die Fortgeschritteneren, das sind die Besucher des kl. und lll. Kurses, enthält der Unterrichtsplan die Elementargegenstände des Lesens, Schreibens und Rechnens in dem Maße, wie sie in der 3., 4. und 3. Klasse der Volksschulen gepflegt werden. Im III. Kurse werden außerdem mit Rücksicht auf die starke Frequenz de, erwachsenen Handelsangestellten und Gewerbetreibenden die Buchhaltung und das kaufmännische Rechnen von einem Fachlehrer unterrichtet. Außer diesen feststehenden Disziplinen ist in den Unterrichtsplan die Abhaltung von in schlichter und gemeinverständlicher Weise gefaßten Vorträgen über die interessantesten Kapitel der jüdischen Geschichte ausgenommen. Ferner hat der Unterricht eine Ergänzung in der Richtung erfahren, daß für die Fortgeschrittenen gewisse zur allgemeinen Bildung gehörende Gebiete auS der Naturlehre, Geographie und Naturgeschichte in populärer Weise werden behandelt werden, so daß der Unterrichtsplan nach allen Seiten hin ein vollkommen abgeschlossenes Ganze bildet. Einem lange empfundenen Bedürfnis Rechnung tragend, beabsichtigt die Verbindung, heuer einen nur für Meister bestimmten Kurs einzurichten. Bezüglich der Unterrichtszeit ist die Neuerun» getroffen, wodurch die Anzahl der Lehrstunden eine Vermehrung von vier auf sechs Stunden wöchentlich für jeden der drei Kurse erfahren soll. Der Unterricht, der in den Räumen der jüdischen Volksschule abgehalten wird, beginnt am 10. November d. I. und dauert bis 15. März 1907. Mngefeudet. Zu unserem jüngsten Berichte über die Protestvevsammlung werden wir in einer Zuschrift darauf aufmeiksam gemacht, daß Herr Kultusvorsteher S. Landau in seinem Briefe an die Protestversammlung wohl mit aller kärme die Sache der galizischen Juden vertrat und auch in Zukunft sie energisch zu vertreten versprach, sich aber dem Proteste schon aus dem Grunde nicht bedingungslos anschließen konnte, weil er ja von vornherein nicht wissen konnte, welchen Standpuntt die einzelnen Redner einnehmen würden. Herr Kultusvorsteher S. Land an, der die Angelegenheit im Vorstande zur Sprache brachte, hat dort den Standpunkt der galizischen Juden mit aller Energie vertreten. I. pieaer Teppich Leih uni neu eröffnet Wien I.» Krngerstratze t3. G» gelangen rrrm Notkäufe Wirtschaftsteppiche, 200/300 .... v. fl. 4.25 aufw. Persia, 200/300 .„ „ 6 50 „ Brüsseler Ia, 200/300 .„ „ 12. „ Tapestrie, Schafwolle, 200/300 . . . „ „ 16.— „ BelourSplüsch, 200/300 . „ „ 17.- . Lausteppiche in allen Breiten - .18 „ Bettvorleger.„ „ -.45 „ Wandteppiche.„ „ 1.50 „ Spitzenvorhänge per Fenster 1.80 „ Tkllstores mit Applikation.. 4 — , Portiören.„ „ 1.20 „ Tuchvorhänge, gestickt.,, „ 12 — . Plüschtischdecke, gestickt.„ „ 7.60 „ Tuchtischdecke.„ „ 6.50 . 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