Nationalzeitung
- Journal
- Nationalzeitung
- Volume
- 1906
- Issue
- Heft 76 (26.10.1906)
- Date
- 1906-10-26
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Nationalzeitung Nr* 76 entstellt u.itft will türl ich aus meinem Briestexte hevausgegriffen ist die Bemerkung: „ich habe zu solchem Mittel gegriffen, weil die-früheren öffentlichen!Jtoisierungsversuche er^olgloA geblieben sind". Wahr rft Vielmehr, daß ich meinem damaligen Freunde mitteitte, auch wir Poale--Zion- Territovialisten in Wien haben versucht, die Au itoisieren, doch da sich diese jeglicher Aufklärung gegenüber verschlossen zeigte, sahen wir uns veranlaßt, uns zu separieren. Das ist der richtige Sachverhalt, 'wie er aus der Korrespondenz ersichtlich ist. Im Ädrigen de-. trachte ich Liese Angelegenheit für mich als völlig erledigt. — Auf das von der „Poale-Zion" so sehr frequentierte, persönlich«! 'Gebiet werde ich ihnen nicht folgen! Mit vorzüglicher Hochachtung! Nathan Zindwcr. Statistisches aus KumLmeu. Nach dem neuesten Ausweise der Bukarester Statistischen Zentralkommission zählt Rumänien 5,912.520 Einwohner, wovon 5,469.068 Rumänen und 443 452 Fremde sind. Der Konfession nach sind 5,408.743 Griechisch-orientalisch, 168.276 Katholiken und Protestanten, 269.015 Juden und 13.740 Mohamedaner. Lesen und schreiben können in ganz Rumänien nur 770.896 Männer und 233.191 Frauen. Periodische Blätter gibt es in Rumänien 102, von welchen 34 täglich erscheinen. Auf Bukarest entfallen 21 Tagblätter, wovon 17 in rumänischer, 3 in deutscher und 1 in magyarischer Sprache erscheinen. Vereine gibt es in Rumänien 220, darunter 20 deutsche und 2 magyarische. Vermischte Nachrichten. Wie». (Gebetstunden.) -Freitag den 2. November, abends um 4 Uhr 45 Min. Samstag denS., abends um 5 Uhr 20 Min. Vom 4. bis inA. 8., abends um 4 Uhr 45 SRI». Freitag den 9., abends uw 4 Uhr 30 Mm. Samstag den 10., abends um 5 Uhr 10 Min. Vom 11. bis inkl. 16., abends um 4 Uhr 30 Min. Freitag den 16., abends um 4 Uhr 30 Min. 'Samstag den 17., abends um 6 Uhr. Vom 18. bis 22., abends um 4 Uhr 30 Min. Freitag den 23., abends um 4 Uhr 30 Min. Samstag den 24., abends um 4 Uhr 50 Mim. Vom 25. bis 29,, abends um 4 Uhr 30 Mim. Der Gottesdienst beginnt an Wochentagen, um 7 Uhr früh, an Samstagen um halb 6 Uhr ftüh. Wien. (Ferienkolonien.) In den Sommermonaten dieses Jahres waren in den Rekonvaleszentem, Herzkranken- und Skrosulosenkolonien des Kaiser Franz Josef-Ferienheimes ziu Tischnowitz, Pctrau, Austerlitz und Dar'kan 668 Schützlinge untergebracht, die mit ansehnlichen Gewichtszunahmen und in erheblich gebessertem Gesunüheitsizustände zur'ückkehrten. Seine Bestrebungen in bezug auf die VervoMommnüng der hygienischen Einrichtungen in den Kolonien, hat der Vereinsvorstand auch in diesem Jahre erfoilgreichst fortgesetzt. Unterstützt wurde er in diesen Bemühungen durch die Firmen: S. M e stn i tz k S o h n, Raudnitz, durch Spende eines Staubsaugeaparates „Atom", Delphin Filter- und Kun ft st e i n f a b r i k, durch Spende eines Filtrierapparates, The Perolin Fabrikation P. B r i ck usw. Die Schenkungen dieser Firmen haben ihren Zweck nicht nur erfüllt, sondern 'sich als ganz ausgezeichnete Produkte der Heimischen Industrie erwiesen. Die Errichtung eines Seehospizes für jüdische Kinder, deren dringliche Notwendigkeit wir in einer der nächster! Nummern eingehender beleuchten werden, bildet -gegenwärtig den Gegenstand ernster Beratungen des Vereinsvorstandes. Wie». (Bibelschule in der Brigittenau.) Am Sonntag abend fand im Brigittenauer Tempel bei zahlreicher Teilnahme seitens der Mitglieder und Gäste die Eröffnung der auf Anregung des Neligionslehrers Isidor Dehler ins Leben Gerufen« Bibelschule statt, und erschien aus diesem Anlaß der gesamte Tempelvorstand, wie auch namens des Kultusvorstandes Herr Dr. Markus Spitzer, und ln Vertretung der Schulinspektion Herr Prof. M. Krauß. Nach Bortrag des Matowa und Mtncha-Gebetes durch ObevLantor B c s j € r bestieg Religionslehrer Dehler die Kanzel und legte die Notwendigkeit dieser segenswichen Institution dar, zugleich den Schülern eine Parallele zwischen Noa und dem Patriarchen Abraham -vor Augen führend, letzteren zur tunlichsten Nachahmung als mustergültiges Beispiel empfehlend und die Heranwachsende Jugend zum Fleitzc und Festhalten an der Thora ermahnend. Mit dem, Käisergebete und Msingen der Volkshymne schloß die schöne, erhebende Feier, die sicherlich bei allen Teilnehmern -den günstigsten Eindruck hinterließ. Bisher haben sich über 100 Kinder gemeldet und wird der Unterricht in Bibel und Gebetbuch am Montag und Donnerstag Abend erteilt, und zwar im -kleinen Winter-Betlokale. Wien. (Humanitärer Verein „Die Brüder".) Dev Brigittenauer humanitäre Verein ,/Die Brüder" zur Bekleidung armer Schulkinder, veranstaltet Sonntag den 4. 'November im Carltheater eine Vorstellung des ,/Boccaeio", darge-- stellt von Schauspielern des- Carlkheaters. In Anbetracht der wahrhaft Humanitären Betätigung dieses Vereines, der im 20. Bezirk, dem ärmsten Beziröe, seine Tätigkeit entfaltet, ist dem Vereine ein- Vollständiges Gelingen von -Herzen zu wünschen. Karten von K 1.20 aufwärts sind erhältlich bei ,Frau Dr. Emilie Weiß, 20. Bez., Klosterneuburgergasse 16, und Herrn Heinrich Weiner, 9. Bez., Pramergasse. Sch. Wie». (Verein zur Hebung der Gewerbes Samstag den 27. Oktober ü. I., präzise 8 Uhr abends, findet im Saale des Hotel Euch, 2. Bez., Stefaniestraße Nr. 14, eine Plenar've rsammlu.ig statt. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Vortrag unseres Mitgliedes des Herrn B. Buchwald: „lieber den Bericht des Gewerbeförderungsdienstes des technologischen Gewerben musomns" und damit verbundene Diskussion. 3.. iFrieie Diskussion über die „Erhöhung der Post-, Telephon- und Delegraphengebührien". Dieselbe wird vom- Meichsratsabgeo-rdneten Herrn Dr. Julius Ofner und unserem.Verbandsmitgliede 'Herrn Franz Frankl eingeleitet. 4. Anträge und Interpellationen. Damen und Gäste willkommen! Wien-Floridsdorf.) Hebräische Fortbildungssch-ule für Mittelschüler.) Behufs 'Erweiterüng des Wissens unserer Mittelschüler in, dem heiligen Schrifttum sowiein der hebräischen Sprache, hat unser ehvw. Herr Bezirksrabbrne P-h. M. Rose man n an der hierorts bestehenden Talmud-TH o rasch u le eine eigene Ab-> t e >ii l u n> g s ü r M i t t e l s ch ü l e r, e röffnet. Diese Einrichtung erfreut 'sich der Sympathien der Gvmeindemrtglieder und dürste »dem unter der Obmannschaft des Herrn PH. Loop. Grünwald stchenden Talmud-Dhoravereine neue Gönner zuführen. Ein jüdisches Kreuzzeichen ist die neueste Errungenschaft der neuen Schul- und Unterrichtsordnung", so lesen wir in der „Arb.-Zig.". An der Volks- 'und Bürgerschule für Mädchen in Kaisermühlen „regiert" der chr-istlichsoziale Direktor Franz Wortner. An „seiner" Schule wirkt seit dem heurigen Schuljahr eine Lehrerin, die der israelitischen Konfession ange'hört. Viel K-opfweh bereitet nun -dem Herrn Direktor die Sorge, wie er seine Schule von dieser „Schande" befreien könnte. Daß. diese Lehrerin die -Kinder bei dem vorgeschrieöenen Schulgebet überwacht — wozu sie eigentlich gesetzlich nicht verpflichtet werden könnte — genügt dem -Herrn Direktor nicht. Sein christliches Herz verlangt ein übriges! Er ließ die 'Lehrerin in die Kanzlei rufen und for- -derte sie auf, auch das Kreuzzeichen mit den Kindern -mitzumachen. Was soll nun die Ar nie tun? — Entweder sie spielt den Kindern Komödie vor und gibt sich zu einer charakterlosen Handlung her oder sie -fällt bei dem Herrn Direktor in Ungnade und lebt in steter Sorge, daß sie wegen der Verweigerung des Mischen Kreuzzeichens schikaniert wird. Dies wäre dem Herrn Direktor ja sehr leicht. Die elektrische Straßenbahn nach 'Kaisermühlen ist von der Nelchsbrllcke ab eingeleisig. Nur zu oft ergeben sich Berkehrsstörungen. Kommt die Lehrerin um ein>e' Minute nach V.8 Uhr zur Schule — und darüber macht der Herr Direktor, wie er selbst gesteht, Aufzeichnungen — flugs kann eine Anzeige wegen „Zuspätkommens" ihr Avancement vernichten. Dies sogar dann, wenn der Herr Direktor in demselben Wagen fährt und auch 'zu spät kommt. Oder er kann sie mit der Disziplin schikanieren. An „seiner" Schule müssen nämlich die armen Schulmädchen auch während der Pausen wie „ange. matte -Türken" sitzen und dürfen beileibe kein Wörtchen reden; in -der Schule muß klösterliche Stille herrschen. Diese Quälerei -nennt er dann — Disziplin! Wir -sind Menschenfreunde genug, dem -Herrn Divettor nicht zu wünschen, -in feiner Schule als Schulkind sitzen zu müssen. — Unseren Lesern ist dieser Herr überdies schon bekannt. Er war es, der für Mädchen eine „schlechte Sitten, note" beantragte, weil sie mit «ihren- Eltern an einem Unterhattungsabend mit Heiteren Vorträgen, den unsere Genossen in Kaisermühlen veranstaltet Hatten, teilnahmen. Dem ungesetzlichen und unpädagogischen Treiben dieses chrtstll-ichsozialen Herrn sollte doch einmal ein Ende gesetzt werden! Wir erwarten, daß der BezirksschuLinspektor Mittel und Wege finden «wird, Kinder und Lehrpersonen vor Uebergriffen dieses Herrn z-u schützen -und -ihn zu belehren, daß sich in Wien auch ein christlichsozialer Direktor nicht alles erlauben darf. Dem Herrn Direktor aber geben «mir, öarnit er alle feine Wünsche erfüllt sehen kann, den freundschaftlichen Rat: ,^OPhelia, geh in ein Kloster!" Frankfurt a. M-, 18. Oktober. Der Borstand dcr israelitischen Gemeinde hat, wie in «der gestrigen Ausschußsitzung berichtet wurde, beschlossen, eine Geschichteder Frankfurter Juden herauszngeben- und Prof. Krackauer mit dieiser Aufgabe betraut. Professor Krackauer hat von der Schulverwaltung des Philanthrop ins den. nötigen Urlaub erhalten,- die Kosten seiner «Stellvertretung werden von der Gemeinde! getragen. Zunächst sollen die Regesten von -1400 bis 161-9 bearbeitet werden-. Reichelsheim i. O. «Ein Vorfall, der zum energischen Protest ausfordert, hat sich hier zwgeträgen. Den Einbernsern des Srmches-Thora- Balles «erteilte der Bürgermeister die Genehmigung mit dem Hinzufügen: Nur für Juden. Di« Einbernfer erhoben sofort gegen diese Beschränkung beim Kreisa-mt in Erbach- Beschwerde, -hatte» aber kei-neu -Erfolg. Beim Beginn des Balles erschien die Gendarmerie und verwehrte de» -Nichtjuden den «Eintritt. Es verlan«gt die Ehre der Reichelshcimer Juden, daß sie diese Angelegenheit bis zur letzten« Instanz verfolgein. Eingesendet. rtVUlft iHYV Ziehung unwiderruflich 10. November 1906. -HW Wiener k. k. Voli^ri-Lollerie I Los kostet I Krone. Oer erste Haupttreffer Kronen 30.000 Kronen sowie II. 5Q00 K un-t III. 1000 K wird in baren Gelds über Allerhöchste Bewilligung Seiner k. u. k. Apo8tol. Majestät und auf Verlangen des Gewinners abzüglich 10°/0 u. der gesetzlichen Gewinststeuer ausbezahlt, — Lose erhältlich in allen Wechselstuben, Lotto-Kollekturen und Tabak-Trafiken. K. k. Polizei-Lotterie-Bureau befindet sich Wen, I. Schottenring II (im Pol-zei-Direktionagebäude). ' Großer Möbelverkanf! k Preise konkurrenzlos? I Das gegenwärtige kolossale Lager mod. Möbel ln allen Stilarten wird ab heute nur kurze Zelt zu sehr mateigen Preisen abgegeben. 40 Schlafzimmer .fl. 60 — bis fl. 60t 40 Speisezimmer . *0.— „ , 800 SO Bttcherktfuten . 02.- , . 120 SO Herrenzimmer . 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