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Nationalzeitung · 1906-10-23 · Heft 75 (23.10.1906) · p. [Seite]

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Journal
Nationalzeitung
Volume
1906
Issue
Heft 75 (23.10.1906)
Date
1906-10-23
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Vrgan für die gesamten Interessen des jüdischen Volkes. P---1 «rdaktton: IX/1, Wafkrgsssr 81. Telephon Nr. }4?83. Tprechstunbep t An Wochentagen von 10 biq IS Uhr vorm. * Hosteirefle: „Nationalzeitung" Spöien, IX|i. B<scllW(r4(tt wegen verspäteter oder gar nicht erfolgter ftu« strünng erbitten wir uns drtnoend. — Msn«,»rip»e werSe« «seht ratiieikgerteia. Bostfparkaffen-Konto 47ÜS7. In daS Abonnement kann man tSqlich elntrrten. s-----H Erscheint jeden Dienstag imd Freitag. Siseutnm einer Sostrtst. — Herinlsgeder und Shestedaktesr: Jakob Kraus;. Inserate übernehmen di« firmen: 2. vanneberg, M. vukes Nachfolger, haafenfteii» & Vogler, Nudolf Moffe, M. pozionyi, R. Schale! in Wien ferner «Ne Nnnoncen.Expedittonen im Nuslande. Einzel - NnWmer in Wien 15 Heller. Administration: Telephon UbonaementS-PreiS r Für Wien n. Oesterreich- Ungara f. Frankozustellung: Aoftffif?'. '. '. '. k e!- Bierteliährig . . .K Für daS gesamte AuSl d Ganzjährig . . . K 15.1» 1--- IX/1, Wafagsstr 81. ' Nr. 14728. Preis der Anzeigen: Die Smal gespült. Nonpareille, zelle oder deren Raum 12 h. „Eingesendet" die 3spakti,e Nonpareillezeile 50 Heller. Bei mehrmaligen «usträgen entsprechender Rabatt. -!-ä Berschleißftellen unseres Blattes, in welchen auch Abonnements entgegengenommen werden: Hermann Goldschmidt, Wien, I. Wollzeile 11; Verlag „Zion" Wien, II. Große Schiffgasse 7; Robert Weiß, Wien, I. Jakobergasse 7. Kr. 75. Wien. Dienstag den SS. OKtsder )S06 (4. Marcheschwan 5667). VUt. Jahrgang. Preßßimmen über die Bildusg des „GeiMstWsche«" KgmUees. Das' Londoner hebräische Organ des „Misrachi", der „Hajchudi", schreibt, nachdem es gleich uns kon'ftatiort, daß dieDatsache Mein, daß, der utichterne Politiker Lord Rothschild die Mitgliedschaft. in, diesem, KomitW angenommen habe, ein Beweis dafür ist, daß die Pläne der Jto sehr ernst sind' und auch realisiert werden, u. a. noch! folgendes: „Der Territoriiatismus ist wohl bloß, ein „Nachtasyl", wie' Nord,au, sich! ausbrückte, aber keine endgültige Lösung der Juberi-frage, die nur in, unserem' Lande, im Lande unserer Väter erfolgen, kann«; die Jto« boabsichtigt wohl die schreckkiche und Mchtbare Gegenwarlstäge unseres Volkes zu verbessern^, aber, wir dürfen uns auch, dieser" Pflicht nicht entziehen. Tausende und abermals tausende von Juden, sind dem Ertrinken, nahe und es ist rinsere Pflicht, sie zu erretten,, ohne erst zu fragen, ob diese Watast rophe, die letzte sei oder früher oder fpäteiv wieder, eintreteu könne'. Und gerade deshail'b vertraten, wir immer die Ansicht, daß diese Rettungsarbeit! m i t z iti d e n, A r b e i t e n der z i o n i st i s ch e n. B e w e g u n g g e - l) ö x e, 3: iti m i n, d e ft g e n,a u, s o, w i e d a« s G e l d s a m m e l n f ii r d i e V e r u n - g l ü ck i e n i n R u ß l a n d. Ter letzte Kongreß hat einen großen Fehler begangen, indein er einem einzigen Menschen^ Gehör schenkte und auf dessen Befehl die Jto aus der zionistischen Genteinschaft aiusschloß. Daß jedoch der Ztottistnus au Macht und Einfluß sehr viel verlor, 'beweisen selbst die Schekeleingänge, welche in dem, dein letzten Kongresse« vorangegattgemeu Jahre 180.218 Kronen 'betrugen, während sie in dem auf den Kongrioß folgenden« Jahre im ganzen« 69.848 Mark, also fast mm« bieHälfte weniger,betrugen. Mau sagt wohl, daß hieran die ruffi'schen Zustände schuld seien, aber wir sind der Ansicht, daß beide Umstäude, dE« -russischen Wirren und die Abstoßung der Jto zusammen dieGröße und den Einfluß des Ziouismus stark beeinträchtigt haben,. Aber wir Zionisteu-Terrttortaltsteu haben N'icht aufgehört. Zionisten zu sein. Wir sind Jtoisten, weil tvir nicht ruhig znfchen tonnen, w«ie das Blut unserer Brüder gleich Wasser vergossen, wird, wir sind Jtoisten, weil wir wünschen, daß das Territorium, das durch ihn erschaffen wird, nicht durch eine Eintzelpersouerworben werde, wie die Baron Hirschscheu Siedlungen in Argentinien, wir sind Jtoisten,, weit nur wünschen, daß tvir das Torritoii'it'm« nicht! nur ans dem Grunde erhalten, weil irgend ein, reicher Jude zufällig an Geldesstatt von, irgend jemandem. Ländereien erhielt und diese mtit, für jüdische Kolonien, überlassen werden, wir sind Jtoisten,, weil wir nicht wollen, daß die Juden wieder ein Territorium als „Geschenk" erhalten. Aber gerade aus allendiesen Grund,c«u müssen wir uns dieser Bewegung anschlichen, dann wird das Territorium kein „Geschenk", sondern das erworbene Gut d'es Gefaintvolkes setn. Unser Endziel, unsere letzte Hoffmt!n,g ans ein ewiges Leben eines ewigen Volkes bleibt das Land unserer Väter!" So schreibt ein ehrliches Zionlstenblatt in London! Aus -ru Wsoltttionen und Krschtüstey des l. ordeatUchea Parteitages -er zionistisch - soziaListtschrA Ardeiterpartet. tEchluß.) Unsere Verhältnisse zur jüdisch-territorialistischeu Organisation. („I. T. O.") In Erwägung, daß die jüdische Kleinbourgevisie und beftimim«tic De«il,e der jüdischen Mttel'bou'rigeoisw um ihrer sozialökonomischen, und nationalpolitischen« Interessen WM-sn zum, Territorialismus als ra-dtkale Lösung der« Indens rage gelangen müssen,; «daß die Organisation Ser „I. T. O." in getvissvm, Sinne -aiufgesaßt werde'»,- kann als der m-o«nt,ent>ane Ausdruck dieser Aktivität, denn diese leistet ja bewitsi iur gelviss-en! Sinne terri- , teriritoirialistische Arbeit; daß eine Nichtbeeinflnssung dieser Arbeit seitens des jüdischen Proletariats den territorial istischen Interessen desselben schädlich wäre — wie sich dies bereits anläßlich, der Ugandafrage gezeigt hat; ist der Parteitag der Ansicht, daß die Partei bestrebt sein soll, ihre Wirkung cintif die territortalistifche Politik der „I. T. O." auszuüben, indem er dem Zentralkomitee das Recht gibt, falls es der Moment gebietet, mit den Zentratinstitutionen jener Partei in ein' KoalUtionsverhättiM zu« treten. Die Taktik unserer Delegation auf dem 7. Kongreß der Zionisten betreffend. Der« Parteitag ist der Meinung, daß die Del'egation der Partei auf dem siebenten Zionisieitkongreß eine Taktik angewendet hat, die v«öllig 'den, Parteiprinzipien entspricht,, und die territortalistischen Interessen de» jüdischen« Proletariats entschlossen verteid-.gt hat. Der Parteitag stim'mt der Erklärung, welche nameus unserer Delegation, auf dem- Kongresse verlesen wurde, völlig zu und sanktioniert das Anstt-eteu unserer Partei aus der zivuistischeu Unser Verhältnis zu den territorialistisch-sozialiftischen, Organisationen anderer Länder betreffend. In. Erwägung, daß die territoriatistisch-sozialistische Bewegung sich, tu all den Ländern! entwickelt, wo jüdische! Proletariermassen KouJeutriert sind; daß, unsere Partei, -die bisher nur die Repräsentation« desjüdischen Proletairmts von Rlltßland darstellt, in eilte allgemeine jüdische Sozialdemokratie übergehen muß, verpflichtet rer Partei ta,gj das Zentralkomitee, in, siste Verl'induugen mit denterrito-rialistisch-sozialistischien O«rgauisationen von Gallzien, Amerika, London', Paris usw. einzutretm« und durch! moralische und materielle Stütze derselben einem festen Boden für die künftige Vereinigung zü schaffen. , * * * Manchester. Die hiesige „Am Israel"- Gruppe der Jto-Orgauisation hat mitten« im jüdischlLn- Viertel einen, großen Saal errichtet, in welchemwöchentlich Massenversammlungen abgchalten, werd-en sollen«. Der, Saal, welcher sich in der Excha-nge-Stcoet befindet, erhielt den Namen, „Herzt Hall". Die Eröffnungsfeier dieser Verfa-nmlungshalle findet am- Samstag den 27. d. M. statt. Die Cröffnungsrede wird Dr. I 0' ch -e l m> a n n halten. Außerdem haben, mehrere hervorragende Persönlichkeiten der Bewegung ihr Erscheinen zugesagt. Z« den «Syrische« Landtngswahle«. Mähr.-Ostrau, 21. Oktober 1906. «Superkluge Lokalpolitiker war fett sich in PropH eien positnr uns ,verkündeten, daß die jüngste Aktion rer Ostraner Juden, -über die wir in der Vorwoche berichteten, nichts anderes war, als ein Schlag ms Wasser. Wer wollte denn ernstlich daran glauben, baß die Inden schon so mächtig wären, einen La-ttötagskandidaten zu werfen. Lächc-rlich! Die Deutschen lächelten spöttisch über die jüdische Anmatzrtng, während die pesiltniftiscbeu Juden die Ntachtlosig'telt des Judentnnis beüai:e rud ko»ftatie rten. Aber siehe da! R'icht immer kann der Hinvriker die Weltgeschichte kvmmattb'ieren, nicht immer gelingt es eine m Manne, der Politik einen mnnmgün-gltcheu Weg norzuzeichtten. Äurtztun. alle lnißtratlischeu Propheten tvnrden Lügen gestraft, denn die Ostraner Juden habetl teitten Schlag ms Wasser getan,' sondern ihr Vorgehen zieht Konsequenzen, und wir können ntit Genugtuung konstatieren, daß das Veto der Ostraner Inden nicht nngehört verhallte. Anfangs «war es eitle verpälinistnäßig kleine Schar non Inden, tvelche den Muk sanö, ihrer berechtigtett' Erbitternttg über Olganisatiou. WM- Die nächste Nummer erschein! Freitag den 26. Oktober-WM

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