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Nationalzeitung · 1906-09-18 · Heft 68 (18.9.1906) · p. [Seite]

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Journal
Nationalzeitung
Volume
1906
Issue
Heft 68 (18.9.1906)
Date
1906-09-18
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Organ für die gesamten Interessen des jüdischen Volkes Mtimchckm Erscheint jeden Dienstag und Freitag. Eigentum einer Sozietät. — Kerausgebcr und Chefredakteur: Jakob Kraus;. Inserate übernehmen die firmen: 2. vanneberg, IN. vukes Nachfolger, haasenstein & Vogler, Nudolf Masse, M. pozsonyi, kl. Schale! in Wien ferner alle Annoncen.Expeditionen im Auslände. Ginzet - Nummer in Wien IS Heller. ..- ..u Nedaklion: IX/1, Wasagassr 31. Telephon Nr 14723. Sprechstunden r Wn Wochentagm von 10 bis 12 Hör vorm. Bostadresse: „Nattonalzeltung" Wien, IXj l. Beschwerden wegen verspäteier oder gar nicht erfolater Zustellung erbitten wir uns drinaend. — Manuskripte werden nieht rutScHgerlelir. Postsparkasien-Konto 47037. In da« Abonnement kann man täglich eintrelen. »-m AdniinMrarion: Telephon ÄlbonnementS-PreiS: Für Wien »i. Oesterreich- Ungarn s. Frankozustellung: Ganzjährig. . . . K 1 Salbjäbrig . . . . K st — ierteljälirig . . . K 8.- Für daS gesamte AuSl. d Ganzjährig . . . K 15.13 IX/1, Wasagaste 81. 9bc. 14728. Preis der Anzeige«: Diebmal gespült. Nonpareillezeile oder deren Raum 12 b. „Eingesendet" die Sspaltig« Nonpareillezeile 50 Heller. Bei mehrmaligen Aufträgen entsprechender Rabatt. ' Verschleißstellen unseres Blattes, in welchen auch Abonnements entgegengenommen werden: Hermann Goldschmidt, Wien, I. Wollzeile II; Verlag „Zion" Wien, II. Große Schiffgasse 7; Robert Weiß, Wien, I. Jakobergaffe 7. Mr. 68. Wien, Dienstag den 18. September 1903 (28. GLuL 5663). VIII. Jahrgang. r mito notim nrrro Sämtlichen Abonnenten, Lesern und freunden der „Nationalzeitung“ entbieten wir zum Jahreswechsel die herzlichsten Glückwünsche! Die Redaktion und Administration der „Nationalzeitung“. ronaoi nana rot? nana 'jnvoi 'i'av Sa*? .vnQi SSaa Wegen der hohen Feiertage erscheint die nächste Nummer der „Nationalzeitrmg" erst Dienstag den 26. September.. Von der Ito. Dev Misrachi und die Jto. (Zur Richtigstellung.) Verschiedene jüdische Zeitschriften veröffentlichten Berichte über die Delegiertenversammlung des „Misrachi" in Frankfurt a. M. In diesen Berichten wurde jedoch bloß des einen! Beschlusses Erwähnung getan, daß der Misrachi sich dein zionistischen Kongresse unterwerfe und auf Basis des Baseler Programmes stehe. Die Hervorhebung dieses einzigen Beschlusses hat Anlaß zu dem Glauben gegeben, daß der Zweck der Delegiertenversammlung ausschließlich die Betonung ihrer Zugehörigkeit zum Zionistischen Kongresse und demnach i h r e r G e g n e r s ch a f t z u r I t o gewesen sei. Tatsächlich hat sich auch ein deutschsprachiges Blatt, das für ein Misrachi-Organ gehalten wird (obgleich sein Inhalt und Geist der Misrachitendenz widersprechen), gesunden, welches von einem „Siege über die Ito" spricht, indem der Misrachi den „Verdacht mit der Ito zu sympathisieren", von sich gewälzt habe. Da ich jedoch selbst in meiner Eigenschaft als Delegierter an der Frankfurt er Versammlung teilgenoMnen habe, und a l s solcher an der Spitze der Lerrit o r i a l i st i s chen Bewegung in der Schweiz st e h e, fühle ich mich verpflichtet, der Wahrheit zu ihrem Rechte zu verhelfen, und hiermit zu erklären, daß die Versammlung keinen gegen die Ito gerichteten Beschluß gefaßt hat, daß im Gegenteil der Führer der Misrachi, der Gaon von Lida, Herr Rabbiner Reines, öffentlich und ausdrücklich erklärt hat, daß er zur Ito neige und es nicht begreifen könne, wie ein M e n s ch mit gesundem Verstand der Ito feindlich g e g e n ü b e r st e h e n könne. Wahr ist, daß der einzige Zione-Zion (unter sämtlichen Delegierten fand sich nur ein Zione-Zion) einen gegen die Ito gerichteten Antrag eingebracht halte, ihn aber, na ch - d e m e r s i ch v e r e i n z e l t s a h, zurück z o g. Ans welche Weise der Beschluß bezüglich des Anschlusses zum zionistischen Kongreß zustande kam, darüber kann ich mich vorläufig noch nicht äußern, nur so viel will ich schon jetzt bemerken, daß auf der Frankfurter Versannnlung der Samen für eine neue Richtung im Misrachi gesäet wurde, welche die vollständigeLoslösungdesMisr a ch i von der z i o n i st i s ch e n Be w eg un g und eine unabhängige religiös-nationale Organisation a n st r e b t. Im übrigen wird die Oeffentlichkeit aus den demnächst zu veröffentlichenden, einstimmig angenommenen Thesen des Herrn Dr. Frank- Altona über Ziel und Zweck der Frankfurter Versammlung Genaues erfahren. Zürich. H. I. Eis. London. (Offiziell.) Rev. Maurice Harris hat sich der Ito angeschlossen. Die Lokalitäten der British Federation der Ito befinden sich jetzt 15. America Square E. C., wohin auch alle die internen britischen Angelegenheiten der Ito betreffenden Zuschriften zu richten sind. Zum Sekretär der Federation wurde Mr. A. Rose b u r y bestellt. ( Der neue Jtoverein „Am Israel" in Manchester beschloß, für jedes seiner Mitglieder Feuilleton. Roschhaschanoh-Borabend. Es tfiitfl ein Leuchten nbvrs Feld, Das hät sich saust mir zugesellt. Wohin d>cs W>egs, di, Wandersmann? Go fnt« es leise und zerrann. . . Und dunkler werden Weg und Well. Nun soll ich so int Dunkel gehn? Alanin weder Weg noch ©niößliiel sehn, Und frag mich selbst: Wohin? Wozu? Nur eines blieb mir noch: die Ruh, Wo still die Traherwefiden stehn. Go sank ich an des Baches Slainm, Ein Flüstern 'schwebte durch den Raum. Wer fragte mich nach meinem Ziel? Was war es, was ins Dmikel fM? Ein LichitgebW? Ein Schallentmum? Sandt' eine Stimme unlir das Feld: Wen, einmal sich der Weg erhellt. Der raiste nicht, der raff sich auf, Demi Ziele z,n im Hellen Lan>f, Und sei es bis ans Sternenzelt! — . . . Gleich einem Schimmer stieg's empor Ans nächtlich trägem Wellenflor, Und wie's die Weide zart umfing, Am Balune eine Harfe hing, Jni Klang ein unsichtbarer Chor: Und trübte auch die Nacht den Blick, Hell leuchtend.kehrt der Tag zurück, Der dir den Weg zum Ziele iweist Und segnend delinem Stanlln verheißt Mn neues Mnferstehinngsglnck. Wien. M. S ch e r >l a g. Jüdische Centenarien im Jahre 1966. Bon Professor Dr. Wolf Knrroin.*) Unsere Zeit fleht im Zeichen der Jubelfeier. 'Es geniügt illcht mehr das halbe JaihrhiliNdert, auch nicht das viertel. Die schnell lebende Zeit bescheidet sich ’fcfjon mit dem Jahrzehnt, uni dieses als Herold des Ruhmes zu mW rauchen. Ist es dann ein *) Ans der Festschrift der jüd.-iaikad. Berib'indmlg ,-Emilnah", B'ielitz. Im Selbstverläge ider Berbindnng. Wunder, wenn man, da die Lebenden so viel an ihrem Ruhme -zu zehren haben, der Toten dann vergißt? Die großen Toten, öiile schon! der Allgemeinheit au gehören, 'werden noch immer hervorgesucht; die nationalen Größen werden, von den Volksgenossen auifgestnirt und zur Krä>ftigung und Erhöhnng des Nativ nalgefühls in, la!ute Erinnerung gebracht. Nach dieser Richtung wird des Guten eher zu viel als zn wenig' getan. Wir Juden haben bisher auf diesem Gebiete nicht allzu viel geleistet. In letzter Zeit wurden einige Maimouides- und Maschi-Feiern, schwache bannr nenineuswerte Mlenasse ben Jsrael-iGedeuktage begangen. Das ist alles. Durch alle diese „lobende Erwähnungen", wie der technische Ausdruck lautet, ging kein Zug im Großen, es war 'keine B'olksbeivegnng zu merken, keine nativnia'le Begeisterung zu sehen und keilt VolkSinbel aus allen Weltteilen, wo Inden wohnen, .zu vernehmen. Dlie mächtig erregte Bolksseele rvar nirgends heraus zn, hören n'nd heraus zn finden, als hätten alle jene wohlgenieinteu Kundgeblln-gen den bescheidenen Vermerk an sich, getragen: ,>Um stilles Beileid ivird gebeten!" Still, ja viel zu still macht sich noch immer bei uns Juden das geschichtliche Bewußtsein geltend. Wir haben alls der Geschichte bisher nicht allzuviel gelernt. Unsere Jugend schafft allerdings darin Wandel, sie trägt ihren Grütz 'überall mit Die nächste Nummer erscheint Dienstag den 25. September.

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