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Nationalzeitung · 1906-08-24 · Heft 62 (24.8.1906) · p. Seite 6

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Journal
Nationalzeitung
Volume
1906
Issue
Heft 62 (24.8.1906)
Date
1906-08-24
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Natioyoj-Mm« Nr. 62 feinem Schlosse veranstalteten Kaiserfestes beläuft sich auf 1300 K, die zu wohltätigen Zwecken verwendet werden. Mährisch-schlefischcr Distriktstag. Am 9. «September l. I. findet irr Mähr.-Ostrau der diesjährige mährisch-schlesische Distviktstag mit folgen'der Tagesordnung statt. 1. Rechenschasts- und Kasiabericht des D.--K. 2. Referat Wer deU Zionlstentag in Kralkau: H. Ra«bb. Dr. I. Reach, Gaya. 9. Stellungnahme z>u dem Exekutivkomitee der Mdifcheu KultttsgomeinÄen in Mähren: H. Dr. Dheod. Haas, Brünn. 4. Wahl des D.-K. 5. Gventualta. Verein „Zion" Gaya. Einladung zu dem Sonntag den 36. August 1966 stattfmdenden Gartenfeste. Programm: 1. Konzert. 2. Bericht Wer den- Stand «des Zionismus in Oesterreich. з. Gesangspvodnktionen. 4. Ernste und heitere Vorträge. 5. Vi-oltnsolo. 6. ,-Standesamt", Schwank. 7. „Tragi-Komödie" in 8 Bildern mit Gesang. lAus dem Italienischen übertragen von unserem Vereinsdichter.) 8. Jnxpost, Korrandoli- und Koufettischlacht. 16. Tantzkräntzchen. Beginn des Festes 6 Uhr nachm'ittags. Entree 86 Heller und 4 Heller Natioualfonds. Der Ausschuß. Lemberg. (-Die jüdischen Mandate in Galizien.) Ilbg. Dr. Seinfeld hat an das Präsidium der Lemberger israelitischen Kultusgemeiude ein Schreiben gerichtet, in welchem! er daraus Hinweist, daß nach der Mischen dem verstorbenen Abg. Dr. Bhk und dem Polenklub getroffenen Vereinbarung acht Mandate auf Grund der neuen Wahlreform jüdischen Kandidaten znlfallen sollen, daß jedoch durch die Rieasfumierung der aus 'Galizien bezüglichen AbstiMm'ungen, durch welche die Annahme dieser Vereinbarung hinfällig geworden und eine neue Wahlkreiseinteilung getroffen worden sei, 'diese acht jüdischen Mandate nicht gefichert erscheinen. Infolgedessen m'tge das Präsidium der Lemberger Kult-usgemeinde die Borftände der Wrigen israelitischen K'ultu-sge-meinden 'Galiziens zu einer Anfang Dezember abzuhaltendeU Konferenz eiNberufon, wo die Frage erörtert und beschlossen werdensoll, an das Präsidium des PoleUklubsmit dem Ersuchen heranzutreten, daß mit Rücksicht ans die neue Wahlkreiseinteilung auch eine neue Viereinbarung bezüglich der Zahl der jüdischen Mandate getroffen werde. Suczawa, 21. August. Am 19. d. M. feierte der Verein' „Juda! Makkabi" sein Gniu'- dungsfest unter dem! Protektorat und' iw Anwesenheit des Herrn Abg. Dr. Strauch er. Aus 'diesem Anlaß fand am- Abend ein Festkommers statt, der überaus' zahlreich besucht war. Nach Begrüßung durch stutz. jun. Herzberg („Ze«- phnia'h") sprach Advokat Dr. Lupul, der die LZjahrige Tätigkeit Strauchers auf politischem Ge'biete beleuchtete. Der- Nekakterir des „Jüdischen! Wochenblattes" Löbl Taubes verglich Straucher mit Hillel, der im persönlichen Verkehr ein; Prototyp der Sanftmut umib1 Be^- scheidenheit war, öffentlich abtr voll Setbstbewußtsein auftrat. Dann ergriff Dr. Straucher das Wort. Er betonte u. a., daß nur der Zionismus die endgültige Lösung der Judenfrage bringen! könne. Doch dürfe darüber nicht die Gegenwartsa>rbeit vommchlässigt wetden. Dazu eben war die „Jüdisch-plo'litische Organisation" notwendig, damit dein- Volk'in seiner jetzigen- Lage ausgeholfen würde. Mit dem Rufe: „Ein festes Panier sei J!wri unoichi" schloß der Redner, der oft von brausendem Beifall uintclr'brocheuj wurde. Dr. N. Wender (Czernowitz) schilderte die Bedeutung der echt jützischen! Fraiui für die nationale Wiedergeburt. Ebenso richtete er Worte an die Jugend, die dnrchj eine echt jüdische Erziehung eine feste Phalanx ihres Volkes bilden könne. Es sprachen noch rned. Dr. Wurzel, Kü-ttuspräsident Dr. Finkler, ecmtz. Phil. Pilpel („Hebronia"), Elias Wender (Czernowitz) и. n. a. Sncza-wa hat nioch nie eine derartige jüdische Versammlung gesehen. Die nationale Bewegung hat diesmal eine große Anzahl neuer Anhänger bekommen. M. T. Köln. Am 28. August wird in Köln am Rhein im Hotel Tisch die Jahveskonseren'z der zionistischen- WeltorWnisation beginnen. Die Jahrcskonferenz findet immer in dem Jahre statt, in dem kein zionistischer Weltkongreß abgehalten wird. Die zionistische Leitung hofft, daß die diesjährige Konferenz außerordentlich stark besucht sein wird. Es werdenu. a. Vertreter folgender Länder erwartet: Deutschland, Oesterreich, En-gl-and-, Holland, Belgien, Fw'nkreich, Rumänien, Bulgarien, Italien, Dänemark, ferner von Palästina, Nordamerika und Argentinien. Besonders stark wird Rußland vertreten sein, und zwar werden u. a. zwei ehemalige Dumiaabgeordnete nach- Köln kommen. Auch der Präsident des letzten! Kongr'esses-, Dr. Max Nortzau', wird ander Konferenz teilnchmen. Die Verhandlungenwerdenmehren Ta-ge dauern. Berlin. Zur Frage der Z u gehö ri gle it -zu einer Synagoge hat bas- Obervevwaltungsgericht bürizlich in fo-lgenber Weise eutschie- -den: Eine Synagogengemeinide -hatte einen .Rechtsanwalt F. zn den Kultussteuern heraNgezogen. In seiner Klage mit -dem Anträge auf Freistellung betonte er, sein Vater sei schon vor zwanzig Fahren aus der SynagogengemeinÄe -infolge religiöser Bedenken ausgetreten,' mithin -fei auch er au-sgeschieden. Das Oberverwaltungs- -gericht wies jedoch die Klage des Anwalts ab, indem u. a. ausge-führt wurde, allerdings sei der Water des Klägers aus der Synagogengemeinde ausgeschieden, für seinen minderjährigen Sohn habe er aber seinerzeit keine Austrittserklärung abgegeben. Der Sohn sei mithin nicht aus der Synagogengemetn'de ausgeschieden. Nach dem Gesetz vom 23. Juli 1847 foll jeder Jude d>er Synago-gengemeinde seines Wohnortes angehören. Die Möglichkeit des Austrittes aus -dem Judentum -sei erst ^geschaffen worden durch das Gesetz vom 14. Mai 1873. Der Austritt aus der religiösen Gemeinde ohne gleichzeitigen Austritt aus dem Judentum wurde den Inden in allen Teilen der Monarchie erst durch Gesetz vom 38. Juli 1876 ermöglicht. Die von einem Inden für sich vor dem Richter abgegebene -Erklärung, daß er religiöser Beidenikenj wegen aus der Syuagogenge-mein-de austrete, äußere N-echts'wirkmlgen nur zwischen ihm und der Gemeinde. Sie lasse die Zugehörigkeit seiner Ehefrau und Kinder unberührt. Frei von dem gesetzlichen Geme-iNdebande werde ein Kind erst Mit der eigenen Erklärung: bis dahin bleibe das- Vermögen der Synagogengemeinde beitragspflichtig. Paris. (Arbeit für Emigranten.) Einen edlen Entschluß hat der hiesige Biaron R'oWschild gefaßt. Ilm den russischen Flüchtlingen, welche längere Zett in Paris verbringen m'üssen, ehe sie ihre Wanderung fortsetzen, einenvorübergehenden Unterhalt zu sichern-, beschloß Baron Rothschild die Gründung einer Albumfabrik. Die Fabrik wird 2—366 Arbeiter ständig beschäftigen. Jeder Emigrant wird in der Fabrik so lange arbeiten Wunen, bis er seine Reise fortsttzen oder anüermettig dauernde Veschäftigu-ng findenwird. In diesem Falle tritt ein anderer 'Emigrant an seiner Statt in die Fabrik ein. Die Entl-ohNnn-g für die geleistete Atbeit wurde mit täglich 2,56 Fran-cs nn'd M'tttagessen b-estimmt. In den Fabriksräumen wird auch ein Lesezimmer sich befinden, in welchem besonders Zeitungen aus der Heimat der Flüchtlinge sowie ans den Answa-ndernngslän'öern anfliegen' werden. Karlsruhe. A-Nf Veranlassung des Groß- Herzoglichen Oberrats der Israeliten fand auch i-n diesem Jahre, und zwar in Bei-erthal, ein landwirtschaftlicher Kursus statt, welcher sich auf Garten- und Oibsibau erstreckte und vonr Landwirtschafts-lehrer Kleinvon Au-guistenberg geleitet wurde. An dem Kurifus beteiligten sich zehnisraelitische Lehrer, welchendie durch diesen Kursus erwachsenen Kosten aus 'der Diu'kas-Stiflung erstattet wurden. Die praktische Anleitung gescha'h in den von Oberbau-rnzüchter Go-os zur V-erfligung -gestellten Baumschulen. 'An den Unterricht schloß sich eine gemeinsame Exkursionnach Augusten-berg zum Zwecke der Besichtigung der dortigen laNdwirtschaftlicherr Anlagen an. Be» einem Abschiedsschoppenwurde Herr>l- Klein der Diank für seine -niiihevolle Ilrbeit in beredten Worten von 'den Herren Lehrern Hahn und Ehrlich ausgesprochen. New Nottk. Das vvnr ameri-ka!tt!is.chen Kongreß angenvmmelle Gesetz über die Erschweru-ng 'der Natllralisativn hat rlnter imv Jtlden des Ghetto zu New York eine wahre Panik hervorgerufen. Laut Bestim'm-nng der neuen Bill wird vorn 37. Septenrber d. I. ab llie-niarld mehr zur Natllralisation 'zugelasserr, der 'des Englischen nicht mächtig ist. Ausgenonmren sirid diejenigen Personen, welche sich vor dem- 29. Juni, dem Tage der Annahme der Bill, 'beretts zur Na-tuMt-, sati-on gemeldet haben. Dia die meisten Indenvon New York infolge der bekannten jüdischen Sorglosigkeit, und «weil ihnen jeder staats-nränntsche Sinn a'bgeht, es bis jetzt verabsäumt habensich rechtzeitig das ameriikantschL BürgerreW zn sichern, und da ferner die wenigsten jW'ischen Einwanderer die englische «Sprache soweit veherrschie-n, um eventtrell das von rm-n aberforderliche Examen znbestehen, eilt jetzt alles aufs Rathaus, uw wenigstens die Anmeldung zur 'Naturalisation zu besorgen. Leider kommen, sie jetzt trotz aller Eile bereits zn spät, da eine nach dem 29. Juni erfolgte- Anmeldung -zur Natural-isatton von der 8denntnis der englischen «Sprache nicht mehr befrett. Nebst der Forderung der Kenntnis deS Englischen enthält die neue B'ill eine ganze Reihe weiterer Erschwerungen der Natüralifation. «Dy muß zwischen der Anmeldung der Naturaltfation und -der Gewährung derselben einle Zeit von 2% Jahren liegen. Die Naturalisation selbst erfolgt ans Grund einer zweiten Eingabe, welche fpätestens sieben- Jahre nach! erfolgter- Anmeldung einsziureichien ist, widrigenfalls die erste Anmeldung erlischt und der Petent mindeste-ns weitere zwei Jahre zu warten hat. In der Anmeldün-g zur Naturalifatt-on muß das genaue Nationale des iPet-enteni sowie das D>atum der Landung und der Name des Schiffes, mit dem d-ie betreffende Person angekommen ist, enthallen sein. Die gleichen' Angaben, müssen auch inder Bittschrift wegen Gewährung des Bürgerrechts gemacht werden. Eine Namensänderung, wie sie bei den meisten J'M'Mligranten bisher üblich war, ist aus diesem Grund von nun an unmöglich. Eine zweite überaus wichtige Bestimmung der n«e-un Bill richtet sich gegen diejenigen., welche in den- B-ereiniigteu «Staaten sich das Bürgerrecht erwerben, um dann als amerikanische Un-tertaUen dauernd tot' Auslande zn leben. Fortan muß jeder neue Bürger die ersten fünf Jahre nach erfolgter Naturalisation dauernd in den Vereinigten- Staaten wohnen, widrigensalls die Naturalisation wieder, annulliert wird. Die wichtigste Bestimmung der neuen Bi'll ist und bleibt jedoch diejenige, welche von dom das Bürgerrecht Ngchisucheuden' die Kenntnis 'des Englischen« fordert.' Das Gesetz, hat keinennäheren Prü^fungsmiod-usaufgestellt, und bleibt es dem Etwessen des betreffendeü Beamten zu entscheiden Werlasfen, ob' der Applikant des Englischen Mächtig ist oder nicht. Der Beämtenwillkür ist somit zum erstenmal an-ch in Amerika Dür und Tor geöffnet. Der heutigen Gesamtauflage unseres Blattes liegt ein Prospekt des Bankhauses Eduard U r b a n in Brünn betreffend den Ankauf von Anlchenslosen bei, und empfehlen wir diese Zusammenstellung des schon seit 37 Jahren bestehenden Bankhauses Urban gern der Aufmerksamkeit unserer Leser. Eingcseudet. Heinrich Neugebauer c-, vormals MolnOr UV Optiker -W? Wien, I. Sehottongasse 8, Eekbaus Scbottenrüig. - GegrUadet 1866. i» ■■ Rsiehkaltigss Larsr in allsrbester uud bewührtsater Qualität von Brillsn, Zwiatosrn, OpsrnKläsorn, Feldataaharn, Femrehrsn, Tbsrmonistarn, Aoisszaugoo und allen optisohen Artikeln. Großer Möbelverkanf!! Preise konkurrenzlos!! 0ü8 gegenwärtige kolossale Lager mod. Möbel in allen Stilarten wird ab houte nur kurze Zeit zu sehr mttsslgen Preisen abgegeben. 40 Sohlaisiminer .. ..fl. 60.— die fl. SOL 40 Spaisezimwer . M— , „ 800 40 BUoherlrAeten . 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