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Nationalzeitung · 1906-08-24 · Heft 62 (24.8.1906) · p. [Seite]

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Journal
Nationalzeitung
Volume
1906
Issue
Heft 62 (24.8.1906)
Date
1906-08-24
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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MmcheitW Organ für die gesamten Interessen des jüdischen Volkes. Redaktion: IX/1. Wflfagasse 81. Telephon Nr. 14793, Cprechstnnben r Kn Wochentagen von 10 bl» 12 Uhr vorm. Postadresse: „Nationalzeitung" Wien, 1X|1. 1 Erscheint jeden Dienstag und Freitag. Sigeatnm einer SssirtSt. — Derausseber und ChestedaKtevr: Jakob Kraus;. SecchvcksttN wegm verspäteter oder gar nicht erfolgter Zustellung »bitten wir un» dringend. — INauurKtipte WcrdCN Nickt xNrlekflcitelit. Postfparlaflm-Konto 47037. In da» Abonnement kann man täglich eintreten. --d Inserate übernehmen die firmen: 2. vanneberg, M. vukes Nachfolger, yaasenstein & Vogler, Rudolf Masse. M. pozsonqi, fl. Schaler in Wien ferner alle flnnoncen.LxpedMonen im fluslande. Eiuzel - Nummer in Wien IS Heller. f Administration: IX/i, Wasagaste 31. Telephon Nr. 14728. AbonnementS.PreiS r Für Wien u. Oesterreich- Ungar» s. Frankozustellung: Ganzjährig. . . . L 12.— talbjährig . . . . 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Sind aiberi dieselben! so groß, daß m gewissen afhtdfen fragen, wie die Rußland obai die österreichischen Reichsratswahlen befteffenden Angelegenheit-en., nicht eine Kooperation' der Volks treuen Juden möglich wäre? Trotz aller Verwirrung und Zerklüftung dor österreichischen Judeir ist doch insofern eine Klärung zu verzeichnen!, daß heute ein großer Teil derselben! begreift, daß ev sich politisch, und wirtschaftlich nur als Juden und als O e st e r r ch e i ch o r, keineswegs aber als Deutsche, Tschechen, Polen usw. betätigen könne. Als logische Folge der nationalen Einheit aller Juden ist auch die @;ifermi:ni& in weite Kreise gedrungen«, daß man Verpflichtungen gegenüber den gedrückten Brüdern in Rußland habe und daß man ihre Lage, wenn anders unmöglich, durch! eine groß «angelegte Förderung der Emigration! verb«essern müsse. Warum sollen in dieser praktischen Frage oder i n den p o l i t i s ch e n und w i r t - s ch a> f t l i ch e N! D a g e s f r a g e n nicht eine Vereinigung der volkstrenen Judenals eine jüdische Gemeinbürgschaft möglich sein? Daß die eine»! überdies an dev Palästinakolonisation, die anderen« in territorialistischer Richtung arbeiten, kann! doch kein Hindernis bilden, eine gemeinsame jüdische, wirtschaftliche und österreichische Politik zu machen. Die Juden haben> bei der Waihlreform schlecht abgefchnitten, die N i ch t einführung von Propvlrtionalwahlen ist ein Schaden für alle Minoritätenbesond>ers aber für die Jude n. Wenn« man weiters berücksichtigt, daß in ganz Oesterreich! keine einzige Partei existiert, der die Juden die Vertretung ihrer Interessen anvertrauen könnten, so folgt daraus von selbst die Notwendigkeit einer solchen« jüdisch^politischen Organisation für Gesamtöfterreich. Der Krakauer Zionistentag hat ja ein recht hübsches, allerdings revisionsbedürftiges Programm für eine solche Organisation ansgeavbeitet, aber man darf die Propaganda für dieses Programm und d«en Eintritt in die geplante Organisation nicht verquicken mit dem Baseler Programm und« dadurch speziell in Nie d e rö st e r r e i ch sie im Entstehen erdrosseln. Es läßt sich nun eiUlmal nicht leugnen, daß so manches«, was vielleicht für einen Teil der Monarchie, für einzelne Gebiete Galiziens zweckmäßig erscheinen mag!, für andere Teile des Reiches äußerst u n z w e ck m ä ß i g ist, und die Erfah'vun«gen, -biiei ich« in 8 5 V er - f a m m l u n g e n Mähre n s u n d S ch l e s i e n s in diesem Jahre und in Wien seit «ein!em. Jahrzehnt gesammelt, bestärken mich in meinen Anschauungen, die ich übrigens bereits vor einem Jah«r«e in einer Broschüre „I nn,g- Iu«d«en> und In n>g- Oest e rreich" eingehend begründet «^abe. Die innere Politik der österreichischen Juden mit dev äußeren und speziell« der Heimstättensrage verquicken, heißt beide schädigen. So notwendig« die Erlangung einer Heimstätte ist, für jene, die nicht in ih>r«en Wohnsitzen bleiben können und« wollen, so« muß, man doch andrerseits wieder berücksichtigen, daß svoziell aus Oesterreich nur «eine Minderheit von Juden auswandern wird und« diese natürlicherweise auch erst dann, wenn! eine' Heimstätte erlangt ist. Somit ergibt sich ftir die Gegenwart vtzin selbst für die österreichischen Juden als oberste.Aufgabe, die Jnangurierung einer jüdischen, die wirtschaftlichen Interessen aller physisch und geistig Arbeitenden fördernden Volkspolitik im Rahmen des österreichischen Reichsgedankens. Eine solche j ü d i f ch <e Volkspolitik sollte das Werk einer jüdischen Gemeinbürgschäst sein. H. K. Territsriale Politik. In der! jüngsten Nummer des „Jüdischen Arbeiter" befaßt sich! Ben Be rache l mit den Real i«si e rungsmögli chik eiten Der territorialen Frage! im Zionismus undbemerkt ganz richtig, daß diese Frage das wichtigste Moment in der Lösung der Judenfrage darstellt und daß wir Feuilleton. Nene Bücher. Morris Noscnfeld: Psesmie iz, geta. Preveo dH is Lldo!vskv!g!a i llvvdom popratic« Aleksarldav Licht, Zagreb, 1606. Na«ktadvM! pi§öe!v«v«ln. Mv-rris Nv«sen!feld: Lieder a«us« idem Ghetto. Lieber setzt ans de m Jüdischen- und mit einer Einleitung versehen v«o«u! Alexander Licht. Agra>m!, 1906. Selb«st!verlag.!Uu>län«g«st ersch>ieuen« in Agrani! die non Alexander Licht in die serbo-kroatische Sprache üibersetzten« „Lieder a>us dein Ghetto" Morris Rosenselds. Dieses Werk wirdn-icht un-r ans die siidstairvischen« Inden d«ädn,rch rvivkeu, daß es die Schlafendleu zmn nationalen Bewntztsetn« bringt, daß die Inden der vermeintlichen Assimilation der herrschenden Nation, entreißt, sondern es wird sich «die Wirkung a>nch ans die nichWd'tschen Kreise ansstrecken«, insofern, als es« ihnen neue Beirveise vvrlegt, daß die J«u!den eher JUden« sind« ldenn bei einem großen Teil der nicWM'schen BevbMrnng ln diesen« Ländern« herrscht der Gedanke, daß die Inden Kroaten bezw. Gerben! seien). Uris ist es allenfalls mehr dar nur >zn tun-, daß es dem liebe rsetzer gelinge, die tm Fahrrvasser der ersehnten Assimilation Segelnden arifzurütteln«. Und wir Wnnen m>it Bestimmtheit ans einen Erfolg in dieser Bezieblmg rechnen': «Dennder Usberisetzer ist selb«st Dichter nnd er bat nm so leichter die Aeußernin>gen des Herzens eines Rossen!feld in sich« ansgen«onl'M!rn und sie irr einer anderen Sprache mit der dem Originale entsPrechenden Innigkeit wiedergegeib'en. Der Nebersetznn'g geht ein Vo«r1lv«ort voran: es ist ruhig, Mjektib und da!bei mit ein«er solchen Liäbe fyn -seinem Volke d«nrchdrnngen, daß man tatsächlich wellige solcher Art finden« kann«. Es enthält in ganz kurzen Ztt«gen, in ein«igen Worten, dabei aber ganz klar nlld anschaulich, die ganze Geschichte des Golns; darmi spricht der Uebevsetzor dieser Samurlung über die moderne jüdische Literatur und über die ftidische Sprache, charakterisiert dieselben, nennt Rvseriseld den Revräselltanten mrferer nwbernen Literatur nnd «gibt des Dichters Antvbivgrap«hie. Was «die Uehersetznna betrifft, so muH man sagen, daß durch Lichts neue Eirikleidnng die Gedichte voll Roserisekd so wie int Originale lieblich und inllig geb«tiebellsind. Wie dllrch das Original, «so lvird man allch durch die Ue-bersetznng «allgezogen: inan liest sie mit Behagen, den«n die Sprache ist frisch, natürlich, ohlie Künstelei. 'Die Uebersetzung enthält. einige in «der!Feüviel«sch>en Ausgabe rricht enthaltenerr Gedichte. «Zur guten St!unde ist uns diese Uebersetzung gekommen, denn bei uns ist leider das jüdische 'Nationalbew'ntztsein 'in einem so geringen Maße vorhanden, daß wir in einer kleinen, Regung bei nniseren J'll'den schon eine Wen'dung zum Besseren, begvüßell. In, der Entwicklung der Inden in den südslawischen Ländern« «wird diese meisterhaste Uebersetzung b«ah«nbrechend wirken. Agram. Aurel Steiner. Uelirr Huchhaltung. l'Ans der Praxis für die «Praxis.) 'Eine Bro!sch«ü-r-e, vier! B«ogen stark, liegt vor uns, ein Dh'elllu behandelnd, das Da'üsende von, Men'schen« zu den lall«g«weilig!sten rechnell. Aber man wird eines Besseren belehrt, wenin rnan sich n!nr die Mühe g'ibt, die erste Seite, das Bovloort, zu« lesen. Das interessiert schon, -auch den, der Bnchihaltullg nur vorn« Hören'sa'gen« «kenllt. Und — wir wetten eines gegen tauiselid: ans das nun solgeride erste Kapitel lvird tlie'lllalld oh«ue Interesse leserl«. Es enthält die „allge'lneinielL Gesichtsplllitte": Ueber den Zweck und Nutzeli der Bnchführnllg,' «über die Verpflichtung zur Bücherführullg,' über Privat-, Geschäfts- und Staatshaushalt ns«, nsw. «Und daher «fällt uns ein Wort ein, das kürzlich Barvtl, Beck im dlbgevrdileten- Die nächste Nummer erscheint Dienstag den 28. August.

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