Nationalzeitung
- Journal
- Nationalzeitung
- Volume
- 1906
- Issue
- Heft 52 (20.7.1906)
- Date
- 1906-07-20
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 6 NationaL-ekimi- Nr. 52 tfcir kr fi’ftgcfdjtc» ■Stunk war kr Saol der im Innern schwarz drapiert war. von einer rnedchnndertköpfrgeir-, ans allen jüdischen GesellchsastHschichtl'N sich znsanmremetzrnkn Menge «gefüllt. Die Trauerrede hielt A. H-. der „Ievhirah", De. Ehaiin- K i n s b «r n n> n' e r. In längc-wr Mde hob ei' die Verdienste des verstorbenen ^ionistmsnbwrs um das Judcrttum hervor, das im Gaaenfatze zu kn airdcreir Nationen! in der Perehrmrst seiner großen! Männer verfätrrt'. Nachdein der Redner in> klawr und präziser Weise dm EntwicklimiMzan-g Hcrzls geschildert, wendete er sich der Wirkung von Herzls Indeiistant zu undhobinsbesondere die inteiiurtionale Bedeutirna des volitischm Zionismus hervor, dessen' Autor Herzl ill. Mit den Woi-ten: ,..Herzt istt tot, aber seine Idee lebt kort" schloß der Redner minie mit grobem Beifall ansaenommmen Ausführnnaen. >Hieraus sang Ober'kantor Schächter samt Ten:- velchor das Elnmle-Rachmim, das einen großen Eindruck ans die Bersannnellen niachte und manches Auge ni Dränen rührte. Damit fand die Trauerfeitzrlichkert ein Ende. Ein Theodor Herzl-Denkmal in Czernowitz. Die akademische Perbindung „Hasrnonaea", die letzt in das .80. Semester ihres Bestandes tritt, hat aus -diesem Anlässe und gelegentlich des nach weiland Dr. Tbevidor Herzl abgehaltenen Trcmerkonvents beschlossen, auf dem Theodor Herzl-Platz in! Czeanowitz ein Herz-l-Denkmal rn erdichten. Tn der letzten Gome-mdergtsntzung iit nämlich beschlossen woirden!, den alten Markt nach Theodor Herzl gl benennen/. Dieser Platz wll nun> entivrechend reauliert und am demselben das Denkmal votiert werden. Die alten Herren und die Aktiviias der „Hasmvnaea" haben für diesen Tweck bereits den Betrag von 1000 Kronen aufgebracht. Franzensbad. lProtostkundg-eb'una.) 'Sonntag kn 22. d., halb 8 Uhr aknds. finkt in km non kr Stadtgemeiride bereitwilligst zur Versüai.no gestellten Konverfati>ons'saale des Kurhanies eine Protestkunldg'MlN'g gegen die Iudenni<.tzeteien von Bialristo'k statt, bei .welcher die Herren Lekretär der „Union", Siegfried F lei - s ch e r. nnd -Advokat Tr. Emil M a r g u l i e s Ms Teplitz sprechen werden. Proßnitz. (Tori aloerein süd. Hochschüler „ Giska laih ". t Ebairgeitwabl für 1000 /O7: cand. i-nq. Erich Stern, Präses; für. Viktor Altar. Vrzepräsesz can.d. ing. Same Brethaner, Schriftführer. Lemberg. /Kantor Salmnon Rappapori aestarben.) Aus New Bork kam hierher die Nachricht, daß dort der aus Lemberg stammende Kantor der WestenkSgnagoge von New Bork nach längerer Krankheit iin Alter von 44 Jahren gestorben ist. Der Verdorbene, dessen Vater ebenfalls ein berühmter Kgntor war, besah, einem wohlklinaenden, hoben/ Tenor und genoß auch wegen/ seiner sonstigen! vorzüalichen Eigenschaften' allseits die größte Wertschätzung. Ter Staatsanwalt von Tisza-Eszlar gestorben. Wie uns aus Budapest berichtet wird, ist am- 10. d. M. der Richter am Verwaltungsaerickt Einer ich v. H a v a s nach langem Leiden im 01. Lebensiahre gestorben.. Havas fungierte einige 'Rciffann im Nntersuckumasstadinnr der T i s z a - E s z l a r e r Affä re als äffe ir t l i ch c r A n k t ä g c r. Er wurde vonr Dberdaatsanwalt K o z >n a, dessen Lieblina Havas war. auf Ersuchen des damaligen Iustiuninnters V a n l e r alsbald von Rnireghbaza girückber.ufen, da er sich gegenüber einzelnen adnrinistrativen Organen des Szabolcser Komitates. die die Vorerbebungeu in der berüchtigten. Affäre mit allzu großer Energie und Einseitigkeit durchgeführt hatten, nicht gerade schonnnasvoll benahm. Seine schroffe, bis zur Rücksichtslosigkeit gehende Aufrichtigkeit verschaffte drin Verstorbenen viele Gegner. Doch hatte ei' andrerseits weit mebr Taeiin.de und' tvabre Anhänger. Jeder, der ibin im Leben näheroetretcn. war. mußte sein scharfes Urteil und sein warmfü'hlen-des- Herz kenueu und schälten lernen. Budavest. (Offizielle Proselgtengiacherei.) Vorige Woche tagte hier eine Landespersanr'ln-- tuua ilugarischer M>iielschulvvotelloren', an welcher in Vertr-etung des Unierrichtsm-inisters Grafen- Albert A v v o n y i Baryon Al-erander B a r k o c?, y teilir'ahm. Dieser Regierrmasvertreter nahm nun Anlaß in einer aussehew erregenden- Rede, die versammelten Professoren aufzufordern, in der Schule' — c& handelt sich um Stag t s s ch u 4 e tti — ch r istlichc Propa,g a n>'d a zrl treiben. Herr v. Barkoczl) sagte wörtlich: „Die B'Mdung des Charakters kann iwi.r irr kr Wiöiife erfolgen, daß tias g^a>mte Unterrichtslwelsen auf eine re'llglös--Mliche Basis gestellt rvird. In'dem ich die rekigkös-sittriche Basis evwÄyrie/verstehe ich darunter nicht etwa irgend eine abstrakte Rellg'ionsph il'v'sv'p'hie lurd Sittenlehre, noch irgend eine positive Verzerrnrig der Neligi-on, 'fonldevtt ich verstehe/ darunter das waihre lurd richtig verstandene Gh/rffte nturlr. Darin! hat der göttliche Meister alle jene Lehren, Prinzipien, Gesetze mrd Jn>- stitutionelr niedergelegt, welche die Natiorren nnld die Menschen über das gewöhnliche Matz hinaus a!il!f eine solche Höhe heben!, von- >we>lcher die Philosophen sich/ nicht ein/mal träNmerr lassen', die!se Geisetze nrnd Institutionen sind geeignet, seWstlose, begeisterte Patrioten, tüchtige, arbeitsame 'Bürger, n'nd für jede Stellung nnd. jeden Berus /solche Individuen Jr erziehen, welche wenigstens danach streben, in ihren Stellungen und 'Berufen' die ideelle Bollkomm/eniheit zu erlangen. Wir Ungarn, deren Erzieher das Christentulm'seit nemchunidert Jahren ist, müssen uns ihm gegenüber ganz befoniders anhänglich un'd dankbar erweiisen. Und, Gott sei Danlk, die ungarische nationale E r z i e fi u n g. h a t di e ch r ist l i ch e B a/ s i s niemals völlig verlasse.n, nicht blotz in kn christlicherr konfessionellen Miittelschiulen, sandern auch in den staatlichen. Ich weist es wohl, es gibt einige extraiva/gant Denlken>de-, welche aus dem' Auslände antichristliche Lehren und als richtig Hingestellte HyPothelsen iw das ungarische Unterrichtswesen hin>eintra'gen! woll!e>n; aber die Majorität d e s R a s s e n> >un> g a r - tnms hat diese Lehren und. Hyp/othesen in seiner nlüchternen TenEweise bisher nicht akzeptiert, und wird sie, wie ich glaube, auchfürder -nicht alkzieptiereuz ans diesem Gebiete sind wir nicht ans das Ilusland a'ngeiwiesen, hier sind die Lelhreu, Gr/u'ndsätze, Gesetze und Institutionen' des gött'lichen Meisters, bitte nur. diese bei der- Erzieh-u/ng. kr J-ngend richtig anlznwenkn nndkr Erfolg wird nicht ansbleiben. Diejenigen, die autzerhalb des Christentums stehen-, mögen überzerlgt sein, daß es auch für sie Nichts Besseres, N'ützlicheres .nnd Heils-ainr/eres geben -könnte, alswenn sie die Erziehn-n-g — ohne ihre religiöse Ueberzelng-uing' zu verletzen — .mit den die 'Toleranz und Liebe aus- -strahlenkn. Leh ren -des Ch ristentn-ms diu r chse tze n." Diese AuAführungon! des Regier-MMsvertret-ors' habenallenthalben bevcch'tigtes Aufsehen erregt. Professor Moriz K ai r rn> anwiesauch diese ZlNN'utu/N'gan «b-i'c» Professoren, unter denensich eine große Anzahl Juden/ be^ fand, energisch zurück. Gr zitierte eiu-eu> aus dein Jahre 1701 sta/iiimendeni E/esietzarti'kel, welcher dem Neli-giousunterricht wohl eine besondere Bedeutu-n^ znfchroibt, von. demselben aber fordert, daß er in der Ju/gend' ke i n>en H a st g e gem bi e v -c n s ch! i e d e n> e ir K o n f e s s i o n -e n e r r e g e n„ sondern/ in das Herz b'CT Mitbürger eher das Gefühl gegenseitiger Liebe und Freundschaft pflanze. Prof. Karman schloß km Zitate die Worte an: „Wiri unWrischen Professorenwerden stetsa-n der t r a d i t i o n e l l e n> uliga/rischeu/ 9luffa/sfung felthalten!" Diese Worte fa/uden bei den Änivesenden stürmischen Beifall. ^edenbnrg. (N e s i g n-a> t i o n!.) Herr Jonas Fuchs hat als PrHes der isr.-orth. Kültusgemeink a-uJf seine Stelle verzichtet. Märr bringt dies damit in- Verbi-lldllng, -daß von -miaircher Seite derartige kostspielige AnsorderunMu gestellt werden, die -die vh'nehin schon schwer belasteten (vem-ei-ll'deniiitgljeder nicht zuertmigenvormögen. Man bedaneri das Scheiden' des -Herrtl Ka'ninlerrates Ftlchs um so me»hr, als ai»l' seirr Regt ine sich kr Ba/u des Te-inpels kniipft turd e r sich zweiselsohtle dtlrch oerschtedeile Eülrichtlllngest lMl -das Emporblühen/ -dieser Genilcink viellsach verdient gemacht -hat. Als Nachfolger! i!st von! eüvem Teile der Wähler Herr Ä-lkrt Prener aitserisehen. Mlorgeir vormittag von IN—12 is-hv fmdet die Wahl des neueir Präses statt. ZsAryhyß.p^t(Siuln). Vorigen Donnerstag gab es m dem Hause des Zsümbokrster Bezirksrabbiners Herrn Moritz illeumarn; ein seltenes Fest. Zmn zweiteir Male geschah es, daß er das Studium des kompeudiösen. zwölf $olianten fassenden Talmudtverkeß beendet hattet was Anlaß zu eiirem religiösen Freudenfeste gab. Rabbiner' und Talmud-- gelehrte aus der Umgebung hattest sich im geistlichen Hause des frommen Rabbiners eitk gefunden, Um den Abschluß mitzulerneil. Zlri der Spitze der Gäste saß der ueuttzigjährigö greise Vater des Hausherrn, Rabbinatsasfessür David Neumauu (Läkeubach), diese Leuchte talmudischer Wissenschaft, der von Pozsony gekoiümerr ivar, um dem Jubelfeste seines Sohnes mitanzmvohnen. Die Versannnlung ehrwürdiger Gelehrter: machte einen bewegenden Eindruck und die Alter: verjü,:gten sich bei den: geistigen Turnier, welches der gelehrtö Hausherr i,: feinem Vortrage bot. Eir: geselliges Mahl vereinigte sodann die gelehrte Tafelrunde, wobei natürlich ar: ernsten und :vissei:schaftlichen Vorträger: kein Mangel war, ur:d schieden alle von dem Hausherrn mit dem herzlichen Wunsche, daß cs ihn: gegönnt setz ein derartiges Fest in voller körperlicher und geistiger Frische wieder zu begehen. Eine unangenehme Sache ist es immer, wenn ein fester, ' jpnger Herr sich vorstellt und' beim Lüften des Hutes zeigen muß^ daß'et kahlköpfig ist. Ein großer Teil unserer heutige» Herren weist eine solche — mehr oder minder groKe — Platte auf und ist dies in den meisten Fällen nur auf eigene Schuld zurückzuführrn. D/nil wenn auch angestrengte Geistesarbeit, Köpfleiden u. 'a. ^influ§ auf den Haarhoden neAHen und'Ausfall hewirken, so' könnte hoch bek'nür einigermaßen andauernder Pflege dem (eicht vorgebeugt werden. Ällerdings muß bei Wahl 'Let hierzu verwendenden Präparate große Vorsicht geübt werden, um nicht irgend ein zweifelhaftes Kosmetikum zu erbalten, das nicht nur nichts nützt, sondern sogar Schaden bringen kann. Die K r e b s« apotheke in Wien erzeugt denPe.trolhaargeist, der em zur Haarpflege sich ganz besonders eignendes Mittel darstellt, das bei regelmäßiger Verwendung sicher Erfolg bringt. Eiffgesentztt. 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