Nationalzeitung
- Journal
- Nationalzeitung
- Volume
- 1906
- Issue
- Heft 51 (17.7.1906)
- Date
- 1906-07-17
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 Nationalzettung Nr. 51 Altertums mit ihrer hervorragende». Kultur. Es ist nicht wahr, daß eine llmbildung vom hieliglöse n zum Nationalen erfolgt. Diese Behauptung stellt eine dialektische Konstruktion dar, mit der mau die Loslösung von dem jüdischen Gesetz als eine Jrncht höherer geistiger Entivicklnng kenuzeichnen zu müssen glaubt. Kein gesetzeistirener Jude, der sich der iziouistifcheu Beivegung angeschlvsseu, bat je daran gedacht, in einen solchen IlinwandlungSprozeß eingntreteu. Er ist geblieben, der er war. Das irntft betont werden angesichts des rrech heute erhobenen Eiuwandes, der Zioursmns gefährde die religiöfeUeberzeugung des einzelnen. Millionenunserer Volksgenossen, die grosze Mehrheit unseres Volkes, erblickt noch immer in jenen „starren Dogmen" die kostbarsten Hüter unseres Volkstums, in deren- Erhaltung bis auf den heutigen Tag die ganze fortgesetzte Hingebung eines ganzen Volkes durch alle Geschlechter herab die Jahrtausende hindurch HUM Ausdruck kommt. Diese Vorstellung vom Wesen des Judentums lebt in der Volksseele mit unzerstörbarer Kraft, und die Propheten,' unserer Tage werden sie wieder durch das Axiom „die Umwandlung vom Religiösen zum Nationalen sei eine Tatsache" noch etwa durch einen Majoritätsbeschluß im Kongreß verdrängen können. In der innigen Verbindung voll religiösem und nationalem streben erblicken wir Misrachisten die Ausgaben unserer Zeit. Wir wollen die Organisation des jüdischen Volkskörpers, abieir wir wollen nicht aus seine Beseelung verzichten, jedoch nicht mit Jargonliedern eder bcm bißchen Kunst, das auf fremdem Boden gewachsen, von fremdem Geiste zeugt. Wir wollen dieselben Werke, um welche. die englische Judenheit känrpst. Mit -der schrankenlosen „Selbftentwicklung des Judaismus aus sich selber heraus", der staatlich sanktionierten Mischehe und dein auf diesem Wege entstehenden „neuen Judentum" wäre in der Tat das Schicksal des Judentums besiegelt. Wir haben mit solchen Anschauungen nichts gemein, selbst ans die Gefahr hin, voll einem ans dem Gipfel moderner Kultur einherwaiidelndeu, mit echt liberaler Geftnnnng erfüllten Politiker in Grund urid Boden verketzert t.yit rverden. Wir erheben entschieden Protest gegen eine solche Deutung unserer zionistischen! dlusgaben. Man sollte mm mit Entschiedenheit in den gesetzestrenen Kreisen^ der zionistischen) 'Vemegung anifhörell, über ^derartige AuschäUlinMN erstaunt imld verstiinint zu fein. Sie mußten .mit Naiturnotwendigleit geäußert werden, denu sie bestehen utm einmal bei einem- Teile unserer zionistischen Gesiimnngsge nossen. Man schafft sie auch nicht dadurch aus der Welt, daß man sie totschweig-t, tokschllveigen .zti mkisfcn glaubt, da- -der Zionismus ei-lle re-i-ll wirtsthnistliche Bewe'gntig da.rstelle. Die ,-Fraktion" hat schon vor ca. 10 Jahren irr anerkentienswerter Meise bewiesen, daß sie das zionistische Problem tiefererfasse,- und die Beschlüsse des 7. Kongresses sollten uns belehrt haben, daß durch die Ausschaltung attg>emei>u politischeir Bdstrebungen die zionistische Arbeit in1 besonderem Maße auf die Lösung allgemeiuer, kultureller Probleme, „die Regeneration des jüdischen Volkes", ans der das pathetisch verkündete „neue Judentum" hevvorgeheu solle, gedrängt «werde. Es wär seinerzeit ans taktischen Gründen zweifellos richtig, die Kulturdebatten ans den- Kongressein zu unterdrücken. -Aber -sie werden stets von neuem entstehen, und die innere Festigung unserer Bewegung läßt nach 10 Jahren die Erörterung zu. Es dürfte jedem gesetzest'reuen Zionisten, der jene Umwandlung zum Nein-Nationalen nicht g>u vollziehen gedenkt, klar sein, daß die indem fraglichen Artikel der „Welt" entwickelten Therorieu eine -große >Gefah«r b'e-üenten. Ihre Abwehr därf jedoch nicht dom Zufall überlassen bleiben. Die parlamentarilsche Strüktum unserer Bewegiung erfordert dringend den festen Zusammenschluß -aller Gkei-chgdsinuten, eine Organisation, die! in der La-g-e ist, derartigen Tendenzen ini p-lainboller, programmatischer Weise zu begegnen. Man tvenlde nicht «ein, mau -dürfe die Gegensätze nicht erweitern oder verschärfen, in einer Zeit, in der Streitfragen t»outweit geringerer Tragweite dem 7. Kongreß und dem 10. deutschen Telegiertentage das Gepräge gegeben haben. -Droht n>ns eilt Kulturkampf, mtnso mag er ansgenomlnven werden. Von seinen: Ausgang wird es abhängig fein, ob der einzelne einen gewissen« Optimismus, mit dem er sich am -zionistischen- Werke heieiiligt, gerechtfertigt sieht, oder vielleicht blutenden Herzens, aber in Wahrung höherer Interesse:ti sich von ihm los sagen müßte. Dr. Frainck, Zl-ltona. Großer MöbelverkanfN Preise konkurrenzlos k! Das gegenwärtige kolossale Lager mod. 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