Nationalzeitung
- Journal
- Nationalzeitung
- Volume
- 1906
- Issue
- Heft 51 (17.7.1906)
- Date
- 1906-07-17
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Organ für die gesamten Interessen des jüdischen Volkes. MtimcheitM 9...« Redaktion: IX/1, Wafagafte 31. Telephon Nr. 1472». Gprechstunben: Kn Wochentagen von 10 bis 12 Uhr vorm. Postadresse: ..Nationalzeitung" Wien. IX|t. Mrehweräe« wegen verspäteter oder gar nicht erfolater Zustellung erbitten wir uns dringend. — M»n«slli'lpte werden nickt znrBckACttelit. Postsparkasten-Konto 47037. In das Abonnement kann man täglich eintreten. »- — , g Erscheint jeden Dienstag und Freitag. Eigenlllm rinrr Sssictat. — Herausseder und Chestedaktevr: Jakob Kraus;. Inserate übernehmen di« firmen: 3. vanneberg, M. Hufes Nachfolger, kfaasenstein & Vogler, Ruftolf Mosse, M. pozsonyi, U. Schale! in Wien ferner alle Nnnoncen.Expeditionen im Kuslande. Einzel - Nummer in Wien 15 Heller. 9— .." Administration: Telephon SlbonnementS-PreiS r Für Wien u. Oesterreich- Nngarn s. Frankozustellung: Ganzjährig. . . . L 12.— Halbjährig . . . . K « - Vierteljährig . . .K 3— Fitr das gesamte SlnSl - d Ganzjährig . . . K 15.13 l 1 ix/1, Walagaste 31. Nr. 14733. Preis der Anzeigen: Die 6mal gespült. Nonpareillezeile oder deren Raum 12 h. „Eingesendet" diellspaltige Nonpareillezcile 60 Heller. Bei mehrmaligen Aufträgen entsprechender Rabatt. -d Verschleißstellen unseres Blattes, in welchen auch Abonnements entsieqengenommen werden: Hermann Goldschmidt, Wien, I. Wollzeile 11; Verlag „Zion" Wien, II. Große Schiffgasse 7; Robert Weiß, Wien, I. Jakobergasse 7. Ur. 51. Wien, Dienstag den 17. Juli 1906 (24. Tamns 5666). VIIL Jahrgang. .11. Inland. Unsere Spendensammlung fiir die ruffischen Auswanderer. Es Xicfeit- «weiters ein von R-eb Hvsch Donnenlschein, Preßbalunr, als ErMbnis ein'er TarvckParLie X 4, «Larn>ntlu,ng des .Herrn Her-mani! Fiertel, Äausmann in Travnik ^Bosnien) X 174.—. Zu letztgenannter Sa-mnrlung tru'gen bei: MoSo Abinnn 10 X, Jsa-ak und Chaint Abinnn 10 X, Mordv Alkula-j 2 X, David Atijas 4 X, Ludwig Bischitzky 5 X, Atisessen-dija Biserovw 2 X, Gerichts rat S. Bloch 20 X, Mi'oritz C'honwt 3 X, Jakob Dreier 2 X, Daimue-l F-oldbaner 5 X, H-ermaim Fiertel 4 X, L. M. T. 1 X, Nr. 06 1 X, L. M. L. 1 X, Ja'kob -Mvi«sz 2 X, Jzra Hajjvn 1 X, De. dldolf Halpern 1 X, Frau Fany Höfter 4 X, Mvise D. Israel 10 X, Moäo Kvn-fort 10 X, JenrHam' Konsovt 10 X, Jakob I. Konsvrt 10 X, Neisenber iMiiller 1 X, TiöllviZbeg Mira'lenr 1 X, -Salmn-on I. Montilfo 2 X, Peteir Millisiak 2 X, MvUse B. -Pintv 3 X, L-e!opold NvjZ.ner 10 X, NasimefifeNdiia. Ruzdic 2 X, Jzak Salom 5 X, H. Sch'weiger 2 X, Dr. Siegfried Schweiger 2 X, S. l X, Sigmund Weiß 2 X, Dr. B. Zauderer 20 X, Moritz Schapim 2 X, Osrnanbleg TeUeredzic 2 X, Slaoko Zupan 2 X. Heutiger Ausweis znsawnwli 178 X, hierzu die in Nr. 5,0 ausgewieiseueu 30,86 X, zusammen 508,80 Tironen. ' Wien. (Zimt Todestaige Herzls.1 Donuersiug'den- 12. b. M. fanb inr Siabltein«pel 1 Seiieiistetterigasse tutf Vercmlassung bc» innoiöste-rreichi scheu Tistviktskolmtocs ein TvauergotteÄbienst anläßlich des zweiten, Todes-ta-ges Theobor H e r z l sstatt. Ter durch,we-gs schwarz bekork"vt-e Tempel wa.r in, allen seinen Räumen von Dmnergästcn gefüllt. Man sah Vertretungen des. Landes- und Distriktskoinitces, der meisten zionistischen. V-MÄne und Verbinbnngen, sowie anderer Korporationen. Auch der K«ultu-svo!istan!b- und das Sekretariat dev Kultnsgemeinibe waren vertreten. Die Traluerseier war durchaus, wüvdi-g, und gostaltetie sich zu einer imposanten! Trauerkun'dgobu-ng aller Bevölkerungsschich-ten für den so früh dahingiefchiedenen Ziomstenführor. Die Gedächtnisrede hielt Herr RalWiner Dr. Max Grnnwald. — Sonntag! den 15 . d. M. versanrmelte sich! trotz des furchtbar schlecht. ten> Wetters eine bedeutenbe Auzuhl von Zionisten ans dem Döblinger Friedhof am Grabe H e r zls; das größte .Kontingent dev Versammelteu stellten bie Poale-Zionisten. Der Obmann des LandeZkomitees Herr Dr. S ch a l i t und dev Führer dep österreichischen Poale-Zion Herr K a p l -a n - Sl a p l a n s« k Y hielten kurze Ansprachen. Friedek. sHerzlseier.) Die iüdifch-akad-e-lnische Ferinlvorbiudnug „Ha-smoUaoa" veranistailtete am Ire!lag deu 13. Juli 1006 anläßlich des Jahrzeitslapes nach unseremverst-orbe-lien Fü-hrcr Dr. Th. .Herzt einen Trauergottesdieust, deur eine stattliche Anzahl Zionist-e-uaus Friedek und Nwgebllug be'inmhuten. „Theodor Herzl-Straßc in Czernowitz. Wie das Lembergor „Tagblatt" vom 13. d. M. zu berichten weiß, hat der C z e r n o w i tz e r Gemeinderat einstinnnig beschlossen, eine Straße in Czernolvitz nach dem. verstorbenen Zivnistenführer Dr. Theodor Herzl zu benennen. Ties ist die -erste Theodor Herzl-Struße der Wellt. Lemberg. Tie Drauerandacht -für die Ogser von Bialystok, welche am vorigen Montag irr der Hiiestgen- Syuagrge stattsaild, -verli-es, iv-ie das zio.ui-stische „Tagblatt" lnelldet, durcha-tls> nicht so imipe.sant, wie es zn erwa-rte-u war. ®oit bon 600 jiüdiischen Akabeuriteru, wovon höchstens 40 erschieltert, von de», vier zwnisttsch-gtade'mischeu Berüinbungelr und Vereinlen in Lemberg, war nur die /MimmlaH" korporativ mckvelsenH. D-er Worein „Tikwett Zion", welcher die orthoboxe Richtung repräsentiert, .veranista-stete ekne eigene Tratlerseier. Die P-oate-zionisti-schetr Vereine — meint das geuamite Blatt sa.rka-stisch, — w>vllten nicht in den Verdacht des .lllerikalismns bonruren, und entsendeten! rti-cht eimnal eine Diepntatron. Das Publikum bestand zunr großen Teil atls 14- bis 12jährigeMitgliedern des Lmipenprole- Budapest. (Konflikt zwischen Minister und Rabbiner.) Der Kesmarker Fabriksdirektor Fevdinand Trehits liest seinarzei-t an seinem Söhne die Z'it.kmnzision' nicht vollzieheu, wimstchte aber vesst'NlM'geachtet, d-ast der Knabe im Geiste der mosaischen 3teli-giou> erzogen werde. Als nun der Kstabe im Bo'vjahve in die Feuilleiün. Jüdische Streitschriften- Sammlung. lSchlus,.) Tier ehrenweille Manu konnte sich des Eiu- 'druckes ineiuer -Morte nicht erwehren, stant»nelX' einige Morte liber die Zlvtweu.digkeit, .die herrschenden Zustände zn ändern, denlk es hefäüben sichso viele Jn>denin n-uteren Stelltlugeu im richterlichenl Becknse, d ie .solcher oder «später -tvnvdet« befördert werden umisseu. „NNn denn," sagte ich bann, „ich will gar nicht gerade äu-f dieser Frage herti!n»reiteu, noch darü-ber de!0attiere>ll., ob däs JNdeNtunl als Kiorpvrativlt gerade irgerid etivas gewl-uiueir würde, wenn eilt J-ude es z!t»m OberstaatsNuwalt oder Kwisaerichtspräsiden-ten brächte, kch will bloß konstatieren, daß die g>a!lllze G-ejschichte von einer Bersalutlulung, in rvelchjerdi«e «Devise «von der Kvn-trolle der ganzen- -Welt dtl.rch die Jiuden iiin Wege der Presse eilte «F-äbel -ist. Min erz-äblt sich, daß eine große Angahl Jn-de-n gtlS altert Weltteilen «sich einiNal nur Mitte-rrlacht mit Prager Friedhose, znffamimengesunden hatten, nun Pläne für die Ervbernng der Mlt dlt-rch die -Jinden zn diMitidrdti. Sie werden mir Herr StaMsanIrvatt, aus Grund J'hrler persöulichetl Bekan'ukschasteu zu-g-ebeu« m«üffen, daß es nicht sehr wahrscheinl-ich ist, daß diese Herren z-ur Beratung lihr-e-r Angelegenheiten diesen rvnra-ntiischen! Weg wählelt würden, und daß, wenn sie das Biedürfnis hätte-n, zNsaut!men«zn!kom!luen, sie das jüdische Rath-aius oder d«as Hotel „z-li!m blanen Stern" viel geeigneter finden -lvürderl für einen solchen Zweck als den- Fr-iedh-o>f. Dahfäche jedloch ist es, daß die -eviv-ähnte V-er-sa«M!llllu-ug in einem Se-ulsa't'ionsrolnan eitles gervissen. Goedsche, eines Antisemiten, stattgesun-den hat, der sich hinter dem Cchri!ft«stell!erna!lnen „Sir J-ohn sttetellfse" verbarg. Dieser „Schriftsteller" wird jedoch dll.rch die Tatsa-ch-e gelingend charakteri-siert, daß er lvegen verpönter Transaktionen ans denn- Staatsdienste entlassew rml-rde." Ich z-wei-fle sehr, ob mv-iit Mann vvllkonilnetl überzeugt -lvn-rde, aber ich hätte ä-llchnttt seiner .Ueberzen-g-nng nicht viel erreicht, denn erst jüitgst nulvde diese gle-rneine Geschichte lvieder inrnlssi- «scheir Uebersotzll-ng in einer Zkegierungsdrllrckerei gedruckt «und iu N-ußlan-d z-llr Berteiht-u« gebracht. Der Dnrchschniittsjkl!de, der einesolche Gelschichte liest,!j-st selteri in der Lage-, sie -zn widerlegen, obgleich imm artnehmen darf, daß er geflMden Verstand gen-u-g besitzt, um ihr ksilieu Glau- 43-011 zn schenkell. Aber solche Din«ge konmleir tu deili verischije»densteu- Formenvor. Hein-vich- Treitsch ke, der bekannte Geschichtslschre-iber und Ankiise>m-it, machte z-n BegiNll des nen-ltlzehnteu Jahrh-nnderts natlirltch die Indenselbst für die gegen sie gerichtete Hep-Hep-Hetze verantivv-rtlich. Ätach seiner Näe'ilnrug wären die Jiliden, bera-ltscht von den Freiheit, die ihnen n-nter «dem französi- «scherr N«egiln-e gewährt rvurde-n, überhebend bis zur Unättsstoh-lichkest geworden. «Als Beweis für seine Behauptll-llg -führte er e-ill-e- Flugschrift eilles K v li i g s b e r g e r I n d e n -an, der die Forderung stellte, daß «die Christenihre F-eiertage a'll-f- -geben und an -ihrer Stelle die j-üdtschen- Feiertage anneh-men nl'ögell. -Zkatürlich -wird keitl Ate-nsch an, -der Echtheit «dieses Zitates ziveifellr, sobald es von T reit s ch >k e stamntt. Und dennoch sind sowohl das- Zitat wie seine dsn-lvein-dlmig rai'ö Dentrlng falsch. Tatsache ist, daß die Flugischrist, die den Titel „«Ein freundlich Mort an die Chri'ste-llüber die N-otwendigkeit eirres A-nsg«leicheS mit den Jnderl"*) führt, im Jahre 1804, also zn einer Zeit -oeröffentl-icht wurde, als die Inden in Prenß-Vli, inklusive Kön-igSberg, noch Tolerierte ware-u- und nur sehr beschränkte fftechte besaßen. Zur Jktlisimtion dessen, iv-ie wenig Ursache die INdenda-mdls znr U-sbechehnng hatten, *) Die Schrift ist nns im Original nicht bekantlt. Deu Titel HIaben wir aus dem Englischeu zn rückübersetzt. Der Uebers. Die nächste Nummer erscheint Freiing den 20. Juli. -«»