Nationalzeitung
- Journal
- Nationalzeitung
- Volume
- 1906
- Issue
- Heft 44 (22.6.1906)
- Date
- 1906-06-22
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 6 National-ertung Nr, 44 Wie«. Der Verein „Machsike Hadath" hat seinen gewesenen Obmann, Herrn S. Meisels, zum Ehrennütgliede gewählt- Herr Meisels beantwortete die diesbezügliche Zuschrift des Vorstandts mit folgenden: Schreiben: „Verehrlicher Vorstand des Vereines „Machsike Hadath" zuhanden des Herrn Obmann-Stellvertreters Jacob März Wien Mit Ihrem Werten vom 18. v. M. teilten Sie mir mit, daß Sie beschlösse:: haben, rnich als Ehrenmitglied zu ernennen. Wenn ich über meine interne Tätigkeit in: Vereine Rückschau halte, finde ich wenig Veranlassung, die höchste Auszeichnung, über welche die Vereinsleitung verfügen kann, verdient zu haben. Andrerseits ist seit meiner Demission vieles vorgekommen, welches sowohl der Gerechtigkeit, als den Satzungen der Statuten widerspricht, daß ich durch Annahme dieser Auszeichnung den Schein erwecken könnte, diese Maßnahmen, die der Vorstand, i n f l u i c r t von ::::- verantwortlicber Seite, getroffen hat, stillschweigend gutheiße. Demzufolge bedaure ich, die mir zugedachte Auszeichnung nicht annehmen zu können. Hochachtungsvoll Wien, Juni 1906. S. Meisels." Von der Israelitischen Allianz. Wie uns seitens der „Israelitischen Allianz zu Wien" mitgeteilt wird, werden Spenden für die Opfer der Judenexzesse in Rußland täglich von 9 bis 1 Uhr in ihren: Bureau, 1. Bezirk, Weihburggasse 10, gegen Bestätigung in Empfang .genommen. «Postsparkasse Nr. 808.152.) Zum Krakauer Parteitag. In Krakau hat sich ein akademisches Empfangskomitee konstituiert, das sämtliche Vorbereitungen für den am 1. Juli stattfindenden Zion ist entag trifft und alle diesbezüglichen Informationen erteilt. Anfragen find an folgende Adresse zu richten: Dr. Eh. Hilfstein, Krakau, Krakauergasse 7. Prag. «Ter erste TbnicuniischMstag der jüdischen Tuvnerischa>ft.) Am 6. und 4. Juni hat in Prag die erste Tagung der Tbmaiiüschaft der jirdischen Turne risch ast stattg,:Jinde!i. Außer der: Vertretern des erst während der Tagu>ng dem Verbände beigetretenen jii'dii'chen Turnlvereins zu Prag, nähmerr an den Beratungen der in Berlin ansässige Ausschuß der tiidiischen Turnerschaft und zum Teil durch mehrere Abgesandte die Bmräesvereine in Berlin, Wien, Stettin, Prohnitz, Mährrfch-Ostrau und Bielitz-Biala teil, während einige der am Erscheini-eu verhin^derteu Obuiänner schriftliche Reiferate eingefaitdi hatten. Tie Tbmannschaststagtlng hat in verhältnisrnghig kurzer Zeit ihren Teilttehnrertt eine Fülle vvlt praktischen Anregtlagen gebracht und ein gut Teil erspviehlicher Arbeit geleistet. Von besonderern Fateresse waren zunächst die Berichte des Ausschusses und der einzelnen Vereine, aus denen hervorging, das; die Turuerischaft in: verflossenen Jahre 'iu'ncrt'icö uwö äußerlich kräftiger geworden ist. Eitrige schwächlichere Vereine sind eingegaltgett, dafür sind zukunftsreichere!den» Verbände be'igetretelc oder neu gegründet worden, so daß die Zahl der Virndesvereine auf 15 gestiegen ist. Tie int vergangenen Jahre erfolgte F>estlegung der Telt'dearz des Verbandes, die damals Gegeuftaud heftiger Angriffe eines Teiles der Presse gewesen ist, hat sich in der Praxis an>fs beste bewährt. Ter ans den: zweiteit Ttirntage' gegrürrdete Berbaudsseuds hat sich als sehr wirkungsvoll und segensreich erwiesen. Von doll gefaßten Beschlüssen, die dev Ausgabe der Tagtmg entsprechend, nur die praktische Arbeit berühren, sei erwähnt, daß die Herausgabe eines turnevischeu Elementarleitlfadens in Aussicht genommen ist, der den besonderen Bedürfnissen der jüdischem Turnerschaft entsprechen soll, und daß die Entsendlnig eines Wanderttirnlehrors in einige der Vereine vorbereitet wird. Jiir den weiteren dbusbau der Organ'isation scheint es bedentnngsvvll, daß sich in: mährbsch-schlesischen Gebiete, wo mehrere Vereine ein>tgerinaswn benachbart zusannnenliegen, spontan das Beidürfnis nach engeren: Znsamn:e-nschluß in einem eigene»: Kreise bemerkbar gemacht hat. Als größere Berarüstaltnng ist kr»: Jahre 1007 der dritte jüdische Turntag geplant, der voraussichtlich z>u L'stern im Wie»:, vetbuudem mit einen» Verbandsschauturueii, ziu den», »vie »»ran hofft, 150 Tur»»er an trete»» werden, umd »mit anderen tu rltüvischen Be>rar»stalt»lN'gen ahgeiwlt^»» werben wird. Alts Grund eines vom Dr. Lndivig Wierner, Wiendem Vorsitze »»de»» der Ob'»ma:»nschaft, vorgelegteu Entwurifes, »vnrde ein iftormalstatut für ftidischö Tll'rnNereiilc, dessen Fehlen bisher schon lehhäft empfuliden »vvrden ist, durchberaten. Rnmburg (Wahlen in die israelitische Kultusgen:einde.) Bei den gestern hier stattgefuudeuei: Neuwahlei: in den Vorsta»:d der israelitische»: Kultusgemeiude wurden gewählt: In den Kultusvorstand die Herren: Eman. Kraus, MUDr. Albert Strauß, JUDr. Heinr. Margolius, Ed. Bandler, Mor. Fischer, JUDr. Jul.Katz, Ignaz Fürth; zu Ersatzmännern die Herren: Friedr. Löwy, Simon Schwelb, Kaiuill Faltiu; in den verstärkten Kultusvorstand die Herren: Theod. Fuchs, Ferd. Hertzka, JUDr. Alois Bandler, Jos. Schnitzer, Adolf Karpeles, Noe Frankl, Mor. Neichmann; in die Umlagskommission die Herren: Alois Dub, Siegfr. Landsmann, Albert Kraus, Phil. Grünhut, Hugo Fröhlich; zu Kassarevisoren die Herren: Ernst Dub, Rieh. Lederer. Die Erzherzogin und der Sohn des „Chasäu". Aus Szekesfehervür wird berichtet: Erzherzogin Elisabeth Amalie, die Schwester des Thronfolgers Franz Ferdinand und Gemahlin des Uhlane»:- Rittmeisters Prinzen Alois Liechtenstein, hat, seitdem sie in Szekesfehörvar weilt, bereits zahlreiche Beweise ihres edlen Herzens, ihrer menschenfreundlichen Gesinnung gegeben. Ihr edles Herz hat jetzt wieder ein schönes Werk der Menschenliebe geschaffen. Der Oberkantor der israelitischen Religionsgemeinde in Szekessehervär, Simon Mer so::, hat einen neunjährige»: Knaben, der großes musikalisches Talent besitzt. Er spielt nach bloßem Gehör, ohne Noten die schwersten Musikpiecen auf den: Klavier mit einer Korrektheit, die alle Zuhörer entzückt. Als Erzherzogi,-: Elisabeth Amalie von dein Wunderknaben hörte, ließ sie ihn .in ihr Palais kommen, wo er der Erzherzogin mehrere Musikstücke, darunter die Lißt'sche Rhapsodie, vorspielte. Die Erzherzogin »var von dem exakten Spiel des kleine»: Virtuose»: förmlich bezaubert und zeichnete den talentierten Knaben nach jedem Liede durch lebhafte»: Applaus aus. Die Erzherzogin versprach dem ebenfalls anwesenden Vater, sie werde dafür sorgen, daß der K»:abe noch im nächsten Schuljahr in der Budapester Musikakademie feine Musikstudien fortsetzen könne. Sie :verde sich auch weiterhin für seine Fortschritte intcrefficren. Vater und Sohn verließe»: glückstrahle»:d das Palais der Erzherzogin. Berlin. („Bezalel", Kunstgewerbeschule in Jerusalem-) Denmächst soll die offizielle Eröffnungsfeier der Kunstgewerbeschule „Bezcilel" in Jerusalem stattfindei:. Am Unterricht, der bereits anfangs März begonnen hat, nehmen 14 Schüler (6 aus Rußland, 8 aus Galizien, 2 aus Bulgariei: und 4 aus Jerusalem:) teil. Die »neisten Schüler haben bereits eine hinlängliche künstlerische Ausbildung genossen und »nanche sind vor: einer vielversprechenden Begabung. Auch die praktische Ilnterweisung in: Teppichkuüpfei: hat bereits begonnen. Es steht zu erwarten, daß mai: nach einigen Monaten an die eigentliche gewerbliche Produktio»: wird Herangehen können. Aus der babylonischen Gefangenschaft derJnden. In der Pariser Akademie der Wissenschaften hielt Professor Clermont- Canneau, der Enthüller der Fälschung der Tiara des Saitaphornes, einen interessanten Vortrag über die von Herrn de Morgan bei den Nachgrabungen in Susa gefundenen Gefäße. Diese sind rituelle Gefäße der Juden aus der Gefangenschaft in Babylon, wie der Vortragende nachwies. Die Inschriften sind in phönizischen Typen gehalten wie die Inschrift der Wasserleitung des Czechias in Jerusalem, die Sprache aber ist das allerreinste Hebräisch. Die Inschriften zeigen den Gehalt der Gefäße an, die seltene Wohlgerüche enthielten. Sie stammen aus einer Epoche vor der babylonischen Gefangenschaft und sind auf bisher nicht aufgeklärte Weise von Babylon nach Susa gekommen. Gesichtspflege. Diese bildet einen der wichtigsten Teile der Hygiene de- Menschen und wird trotzdem sehr vernachlässigt. Die meisten begnügen sich damit, einmal täglich ihr Gesicht zu waschen — ohne Rücksicht auf den Kälte- und Härtgrade des Masters, setze» ihr Gesicht allen WitterungSeinflüssen ohne jede« Schutz aus und wundern sich dann, einen unreinen Teint zu haben. Insbesondere Damen, deren Haut besonders empfindlich ist, büße« das Nachteilige einer solchen Mißhandlung des Antlitzes sehr. Zugegeben, daß eigentlich nur der Reiche seiner Toilette gebührende Zeit zuzuwenden in der Lage ist — wie er auch nicht gezwungen ist. sein Gesicht der Unbill jedes «etters preiszugeben, so ist doch jeder leicht in der Lage, mit geringe» Aufwand an Zeit und Geld — durch Anwendung eines guten Kosmetikums — etwas für die Gesichtspflege zu tu«. Hierbei ist jedoch darauf zu achten, daß man ei» wirklich gutes und nicht etwa gar ein schadenbringendes Präparat erhält. Ein Spezifikum zur erfolgreichen Pflege der Haut bilden die von der Kreps-Apotheke in Wien erzeugte Gefichtspomade sowie die Kristallseife, welche beide — altbewährt — in den besten Kreise« eingeführt sind. Emgeseudet. Hotel =ük Restauration _ aiaaiiauiivr A'iaa-.WtlM Teleph. 13702. M. GUTH Teleph. 13702. Wien, IO, Stephaniestrasse 14. Prachtvolle geräumige Säle für Diners, Hochzeiten und festlichen Veranstaltungen, Sehr elegante Speise-Lokalitäten. Bestrenommierte Küche und vorzügliche Getränke. Reservierte Lokale für Vereine und geschlossene Gesellschaften. Trotz höchster, der Neuzeit entsprechender Eleganz dezente Preise. Elektrische Beleuchtung in sämtlichen Lokalitäten. Heinrich Neugebauer vormals Molnär Optiker <ma Wien, I. Schottangasse 8, Eckhaus Scbottenring. Reichhaltiges Lager in allerbester uud bewährtester Qualität von Brillen, Zwickern, Operngläsern, Feldstechern, Fernrohren, Thermometern, Reisszeugen und allen optischen Artikeln. Großer Möbelverkanf!! 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