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Nationalzeitung · 1906-05-08 · Heft 33 (8.5.1906) · p. Seite 3

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Journal
Nationalzeitung
Volume
1906
Issue
Heft 33 (8.5.1906)
Date
1906-05-08
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 33 Seite Nationalzeitung berechtigten darf kein Schulkind zu eitlem anderen als öeit für sie MauK'usgemein schlaft ides Kindes cingerichteteu Religionsunterricht oder Gottesdienft zuge lassen werden. IT«er ErzielinugsberLchtigte kann die Frei- «lassung des lindes auch von dem so eingerichteten ßieligionsunterricht oder GotteAdienst verlangen, tvetm er schriftlich erklärt, dasz dieser Religionsunterricht oder Gottesdienst seiner religiösen -Ncberzcugung nicht entspricht." Verband der Deut schert Anden. Tr. E, Lachmann, Bcrsitzcnder. Kichland. Petersburg. Die Bereinigung für jüdische Gleichber-echtigurrg hat ihren Aamen in Gesellschaft für Gleichberechtignng des jüdischen Volkes in Rußland u'lngeändert. Slabdiuer Lurfc-Kiew will einen Atlruifischen rliaddilivr-verein gründen; er versendet an alle Oiabbiuen Eirrladurrgen zu der Grünidttttgsversamnrlnng. Odessa. An sünfhnudert Waisen von dem Noveinderpogrvrn definderr sich hier irr der größten Notlage. Ta es fast unmöglich ist, den fortwährend anlangendcn« Emigranten rrrit Hilfe zur Veite zu. stehen, und da sowieso scharr die Pogrome rnrid die Krise irn Handel und Wtzüdel die hiefirgen Jarden sehr geschwächt haben, so kann für die Waisen nichts Belangreiches geschehen. Grodno. Tas Städtchen Schepotkin ist gänzlich ahgebrar.rrt. Es kamen bei -dem -fnrchvbcvren Brande auch etliche jüdische Personen inn. Shitonrir. Hier ivnrden die Wahlen zur Duma das erste Mal kassiert, aber auch das zweite Visal sind dieselben Inden wie das erste Mal dnrchgegan-gen«.!T>ie Gesanrt'z-ahl -der Stimmen «war 5800, davon von jüdischer Seite 8100 und vorr Russen und Polen 2200. Die Wahlen in die Dmna waren für die russischen Juden« eine wichtige Kraftprobe und gleichzeitig eine Prüfung ihrer politischen« Reife. Die Zahl der gewühlten« Inden -betrügt 18. Darunter sind fünf -bekanilck-c' Zionisten. Unter ihnen -befindet sich! auch das Mitglied des ziouiliifcheu Aktion komiteed Dr. Sch«emiavja Lew i u, Rabbiner in- Wiln-a. Alle Blätter Heben die Solidarität der Jlideir — mit einigen wenigen Ausnahmen' — hervor. Ebenso auch die erfreuliche Tatsache, das; die o r t h o - d o x e in Sl r e i \ e der jüdischen Wählerschaft, deren man in radikalen Kvriseu gerne Weltfrcindheit und politische Un« reife vorlvir.fr, überall ans der Höhe der Situationstanden und eine politische Reife bet'imdetrir, die in« manchen« fogeimnuten fortgeschritlrnen- Zirkeln, vermißt wurde. Jüdische Emigrationsimremls. Aus P e t e r s b u r g wird uns folgender Aufruf mit dem Ersuchen um Veröffentlichung übersandten kurzer Zell wird wieder die Auswanderung aus Rußland beginnen. Zehntausende von Juden werden ' Rußland verlassen, ohne Plan, ohne System. Tausenderlei Hindernisse werden sich in den traurigen Wanderweg dieser armen Emigranten legen, welche die Aermsten ihrer letzten Kräfte und ihrer letzten Groschen berauben iverden. Wir wenden uns an alle, deren Herz für jüdisches Leid empfänglich ist, besonders aber an die zionistischen Vereine und die einzelnen Zionisten mit der Bitte: Unterstützet unsere Brüder, lasset sie n i ch t f a l l e n mitten i m Weg! Gründet A u s k n n f t s b n r e a u s für Emigranten, in denen sie sich Aufklärung holen können, damit sie nicht in die Hände ihrer ärgsten Feinde, der Agenten, fallen, dieser Blutsauger der unglücklichen Auswanderer. Damit der Emigrant glatt und wohlbehalten sein Reiseziel erreiche, ist es unerläßlich, daß er vor seiner Abreise sich in einen: solchen Bnrean über alle Einzelheiten der Fahrt die nötigen Aufklärungen hole. Zu diesem Behuf einpfehlen wir, in der: Synagogen und Zeitungen bekanntzugeben, wo sich ein solches Bureau befindet, und wann es anüiert. Anleitungen zur Gründung solcher Bureaus erteilt das „Z e n t r a l i n f o r m ationsbureau für Emigranten in Petersburg" (Samjatyngaffe 4). Aber nicht nur in Rußland, sondern auch in O e st e r r e i ch, Deutschland und in anderen Ländern müssen solche Emigrationsbureaus errichtet werden, damit die Auswanderer ans ihren Leidensstationen Schutz finden gegen all die Ausbeuter, die bereits gierig auf ihr unerfahrenes Opfer lauern. Gründet billige Küchen, Volkscafes usw., damit die vor Hunger geplagten Brüder und Schwestern vor dem Aergsten geschützt werden. Nähere Auskünfte hierüber erteilt gerne das „Z e n t r a l b u r e a u für jüdische A u sw a n d e r u n g s - A n g e l e g e n h e i t e n" (Berlin, Lützowstraße 8). Wir wenden uns auch an euch Juden in Amerika und Afrika und anderen Ländern, wohin sich unsere Brüder aus Rußland in der Regel flüchten. Wir wenden uns an euch mit der Bitte: „Entsaget nicht der schönsten jüdischen Tugend: der Gastfreundschaft. Eure unglücklichen, gehetzten Länder verlangen von euch keine Almosen, sondern nur brüderliche Teilnahme. Gründet Arbeitsvermittlungen (lobor bireau), tu denen die Umherirrenden sich Rat holen und ein freundliches Wort zu hören bekommen. Weiset ihnen A r b e i t z u! Gründet billige Hotels und errichtet Unterrichtskurse, für diejenigen, die Arbeit gefunden, damit sie die Landessprache rasch erlernen. In Städten, wo solche Anstalten bereits bestehen, traget zu deren Erhaltung bei. Ebenso meldet jede solche Nengründnng der Petersburger und Berliner Zentralen, damit ein einheitliches Vergehen hergestellt werde. Jeder helfe mit! Und die Arbeit muß rasch in Angriff genommen werden, dein: die Zeit steht nicht still, das Schicksal will rasch vorwärts! Denketan eure un glü ck li ch en, wandernden Brüder!" So weit der Aufruf. Wir sind nun in der angenehmen Lage berichten zu können, daß der jüdische Nationalverein „Einheit" bereits ein solches Emigrationsbureau für Wien ins Leben g er u f e n hat. Das Bureau wird seine Tätigkeit an: 15. Mai d. I. in seinen: Lokale II. Bez., Nestroygasse 10 beginnen. Die Vereinsleitung hat sich auch schon mit de:: Zentralbureaus in Berlin und Petersburg ins Einvernehmen gesetzt und wird mit diesen Zentralstellen in stetem Kontakte bleiben. Nähere Details über die Tätigkeit dieses Emigrationsbureau werden demnächst veröffentlicht iverden. Zur Krise im Vereine „Machfike hadath". Dior Verein „Machfike hadath" hat es in den zwei Jahren« seines Bestehens nicht zn-teht durch daS Mk Ansehen und die zielbewnßte Tätigkeit seines Obmannes nn«d «des ihm« zur Seite stehendien Schriftführers z-u einer großartigen Blüte gebracht. Ter Verein zählt gegenwärtig über 400 Mitglieder. ES müssen jedoch eigenartige Elemente die Leitung des Vereines an sich gerissen haben, wenn «dessen eigentliche Gründer sich veranlaßt sehen, m«it «der n«a ch stehen de n Eingabe den Schuh der Vereinsbehbvde anznrnftn. llmdes altgemeinen« Interesses wegen, das diese Ereignisse für sich in Anspruch nehmen dürft«, sei nachstehend die Eingabe iv'vrtgetren miedergegeben: „Im -März l. I. gestattete der b«is«heri-ge Obnrann des Vereines, Herr S. Meisels, 8. Bez-., Radetzknstr. 8, dm'!« befreundeten Vernein die Benützung des Bereinshiftales behnss Abhaltung einer Versammlnng. Ter Obmnn'Nstellvertreter inft seinem Anhänge in: Vorstände tadelten dieses Vor-ifthen, worauf der Obmann, hieraus seine Kousegnenzen ziehend, M?t«e Funktionen niederlegte. Nunmehr begannen die Herrenein« Kesseltreib e«rr gegen den nritgzeichueten S. Komet, inde-m sie zwar ohne Grund -jenen V«organg, für welchen der Obmann die volle Verantwortung übernommen hatte, ihm zur Last legten- und denselben gegenden Widerspruch einer erheblichen Minorität das Mißtraue!« anAsprarhen. Damit nicht zusricden, versuchten sie in der daranffvtgeniden Sitzung voml. April t. I. -gar noch den Beschlich ans Ausschließung des Herrn Komet durchzuisetzen'wogegen der mitgeserrigte Dr. T. Fink unter Geltendmachung der den: entgegen- «stehenden -gesetzlichen lind statuta rischen Bestimnrnngen- -entschieden Stellung nahm. Ter Antrag wurde deinlzn-svtge a-bgeleihnt, dafür« aber der durch Herrn Dr. Fink vorgebrachte angeiwmmen, wo- -nach die zw>ischen dem Herrn März und Körnet fch!w-e'b«en!den D«isserenz-on ge mäh § 26 des Vereinsstatukes durch ein Schiedsgericht innerhalb 14 Tagen« auszntragen sind. Herr März lehnte es ab, diesen Sitzuttgs«Leschtuß auszn«fü«hren, berief vielnre-hr ans den 44. d. M. eine Vovstandssitzung ein, in welcher er «der: Zlntrag aus Ans'schließnng des Herrn- Komet — «der vvllkmmneu außerhalb der Befugnisse des Vorstandes gelegen und anßerdenr eine schivere 'Ehrenbeleidignttg in «sich begreift — zur A«nnahme brachte, besaß jedoch die Vorsicht, den« mitg-c'sertigt-elr Tr. Fink und dessen Gefinmmg-sMnoss-er: die «hiernebeir -an-gdschliv-ssetve Einladnng so zuiznstellcn, daß dieselb-e erst tags darauf in deren Hände gelangen tonnte, ivi-e sichdies ans denausigedrückten- Pdstst-enüpeln ergibt. J«n der .Miutmaßnng, daß es ftd-e»falls auf einen gesetzwid-ri-g-en Vorgang dab'e-i abgesehen war, brachte der p. Fink sofort eine schriftlich-e Vevm«ahrung -gegen etivaige Beschlüsse dieser statuteuiwidrig einbernftnen' Sitznug vor und nnleriies; es nicht, in der Sitzung vom 22. d. M. mit aller «Entschied«en-Heit gegen den gedachten Beschluß vom 14, ö. M. zu protestieren, der, von allen dabei nrit un«ter!lansen«en> -Gesetz- und St«at:lten!u.«idr'igkeitlen g>an-z abgesehen, schon deSu-eg-en -als voll-ko-m>me:r hinfällig anzusehen ist, weil er, wie er>wä-hnt, der Enlscheidung des Schleds'gerichtes, das -überhaupt gar nicht zu W-orte kam, auf eim>e -geradezu unerhörte Weise Vorgriff. Ta der Be-rfitzende den: mitnnt-erzeichn-eten Dr. Fink micken in seinen «Aus-fü-hrungen — die ftreng sachtich g-ehakten« waren mrd in «deren Verlauf ernicht ein einzig-eS Mal zur Ordnung oder zur Sa-ch>e gerrlftu wurde — das Wort eigenmä'chti-ger Weise eiitfach entzog-, verließ derselbe unter Wiederholung seines Protestes gegen«über dem gesetzividri-gen V>vrgehendes Obmann-Stellvertreters.sofort «die Sitzung. Bei dieser Gel-egenheit gestatten wi«r uns, den soeben ausgr-gebenen Jahres-bericht zur gefälligen Kenn«tnisna«hm-e vor- -n'legen. T«ers«elbe -enthält z-ahlrei-che Wlährh-eitswidrigteit-en n-nd v-erschiveigt ivefentkiche Borgän«ge, die sich in der V-ereHnsleitnng -zn-getragen haben. In erster Hirisicht sei b«e-merkt, daß di«e erwähnte Ein«richtnng des -n-eneu B-erei ns lokales und die Herst-ellnng d«er -Osterbrote zum großen Teile Verdienst des Herrn- K-omet lletzterer -hatte sicherboten-, 80 -fl. m«v«natli-ch für die B-eftellnng eines Lehrers alleina-n«fznbrin«gen-) bilden, die Schaffnn«g der «Schule von eben deius-elben und- Herrn- Dr. Fink zivar in A«ttregung «gebracht, von Herrn Ra-bb. «Meyersohn jedoch behiu-derr worden ist. Der letztgenan-nte Herr wird als Ehreirp-räsident aufgeführt, eine Fnn'kkivn, die im Rahmen des Vereinsstatntes gar keinen Raum hat. Verschwiegen -wird, daß «der O-bnran'N Herr S. MeisolS vonftinen Fnuktionen zlirück-getreten, Herr Dr. Fink infolge des gegen ihn früher gedachten «Vorgehens zur 'N-iederlegn-n-g seiner Funktion alS Schriftführer fich gedrängt sah, 'wie endlich der erfolgten Ansschließung des Herr« Körnet als Borstandsmitglied keine Erivähimng gefchieht. Zinn Schlüsse wird an die Vereinsbehörde das Ersuchen gestellt b-ehnfs .Feftstellnn«g dieser Tatsachen znr nächsten Generalr»ersaltt«iülttttg einen Kommissär zu entsenden. MILCH aus besten Quellen empfiehlt den P. T. Hausfrauen das seit mehr als 20 Jahren bestehende bestbelmimte Milchdepot Ferdinand ALTMANN, IX., Pramergasse 17. KRCBS-APOTHCKE 2. rUTTELBflCH Wien, I., Hoher Markt Nr. 8 (Palais Sina) im Zentrum der Stadt, ch , unu der w- --- Appetitloeidkait, Matceu besohwerden, der Blutarmut sowie zur Behebung eiuer allgemeinea Schwäche des Organismus. Preis 3 Kronen 50 Heller.

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