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Nationalzeitung · 1906-05-08 · Heft 33 (8.5.1906) · p. Seite 2

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Journal
Nationalzeitung
Volume
1906
Issue
Heft 33 (8.5.1906)
Date
1906-05-08
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Nationalzeituug Mr. 33 iu c r ö c ll ovelle ist uivrOer-eitct. Tic Stell»ngnahme gegen den Bereiir „Anfche Eures" fojv.t-e die darauf erhaltene Ehrenerilärung wird flüchtig gestreift, ll n v e r z i n s l i ch e T a r - lohen au Gewerbetreibende wurden Heuer mehr als rm Vorjahre r»ermittelt und gebührt dein Kuratorium der B a r o n H irsch - Sti f t n n g sowio deren Sekretär Herrn Tr. Th. Schorrst e i n für deren besonders freundliches Entgegen'- kommen dein Vereitle gegenüber, der aufrichtigste Dank. Aus dom Nachlasse des Freiherr» Rath a n i e l v. N o t h s ch ild wurden 8000 Kronetr dem Vereine zngeireudet, wefür der Tank ausgesprochen lvird. Ter- T o y n be e ha l l e gehört der Verein auch in Sirfintft als beitragendes Mitglied arr. Ten r n s s i s ch e n F » d c u hat -der Verein eine namhafte Tipendc znge-sührt. Die SO 000 c in pfehlen don Verzlei ch n i') s e komrnon auch Heller zum -Versand. Indem der Präfident auf die im Entstehen begriffene Kreditgesell,' ch a f t, auf den n n e n t g e l t l i ch e u Arbeitsnachweis und unsere Verpflichtung gegen denselben, auf den Ve re i u z u r ll n te rst ü tz ir n g i s r. H a n d w e r k e r » n d K l e i ngo we r b e t r e i b c n de r, ferner auf den V e re i n z u r Be f ordern n g der Hand werke u rr t o r den i s r. H a n d lv orte r n h in wies, dankte er den Journalen, in erster Reihe der „LS o ch e n s ch r i f t", der „W a h r h e i t", der „Nationalzeitung", für ihr Entgegenkommen, nnd fordert die Mitgliedschaft zur Einigkeit und zum unent'ivegt-en Streben nach Fortschritt, Bildung und fachlichem Wichen auf. Der .K a s s c n b o r i ch t bosriodigte gleichfalls die Bersammlenng li-llid nach längerer reger Debatte, an Löwen be i n, Bauer, Buchwald, S-omne ns che in usw. teilnahmen, schloß der Präsident die 16. Gen'eralversaininlirng, da wogen vorgerückter Stundc der Vortragende seinen Vortrag für ein nächstesmal in Zlussicht stellte. Dr. Martin Wcitzmann gestorben. Ein guter Jude, in, des Wortes schönstem ^iime, ist in der Nacht vom 5. auf den 0. Mai uach kurzem Leiden, ans dem Leben geschieden. Dr. iU'artirtJ W e i st m a n> n ist iui einem^ hiesigen dirankenhanse an den Folgen« einer Bauchfellentzündung gestorben. Dr. Man in Weistm-aun stammte ans der Bukowina. Deine Liebe zu seiner Religion und feiner Nation stellte ihn schon frühzeitig als Dtndent in die vordersten Reihen ,als es aalt, sin das Judentum dnrch Wort nnd Dchrist einztitrelen. Er war auch zeitweilig Redakteur der „Welt".^ Dr. Weißmanu hatte stets einen gesunden Dinu für die praktische Politik und gab dieser auch zu Zeiten unerschrocken- Nus druck, als er wußte, daß er sich zum offiziellen Zionismus in (Gegensatz befindef. Dein letztes groß angelegtes Referat hielt der Verstorbene in der großen Fünfhauser Wahlrechtsoersammlung. Ein jüdischer Bürgermeister von San Francisco. Das furchtbare Ereignis, das sich im fernen Westen .zugetragen, erinnert an einen hervorragenden Glaubönsgenossen, dem die pacifische Metropole einen großen Teil ihres Aufschwunges zu danken hatte. Josef Durro war einer der bedeutendstenamerikanischen Ingenieure. Geboren im Jahre 1830 in Aachen, besuchte er daselbst die vorzüglichen polytechnischen Schulen, um nocks in jungen Jahren die technische Leitung der ansgedehnten Wollwebereien feines Vaters zu übernehmen. Aber dnrch die Revolution des Jahres 1848 verarmte die Familie nnd lvnrde gezwungen, nach Amerika auszuwandern- und sich im Jahre 1850 in Baltimore anznsiedel-n. In demselben Jahre jedoch beivog die Entdeckung der .Kalifornischen Goldfelder Dntro dazu., nach Dan> Francisco zu geben, lbo er geschäftlich tätig war, bis mehrere Jahre später Die Entdeckung der Bl inen in Neivada ihn dahinzog. Er prüfte dort die Felder >md gründete bald in Dayton Nevada eine ^tampstnühle zur t'lusscheidung der Silbererze, die von teeh,rischen und finanziellen Erfolgen begünstigt lvar. Das Problem der Kou-struktio» eines Tunnels als Durchgang durch deir Eomstockpaß, in lrelchem durch die große Hitze, die aus der Tiefe der Schachte emporstieg, jede Arbeit unmöglich war, lvnrde von Dutro gelöst. Im Waschbar I Wasserdicht! Geruchlos! Mag Dr. Weiß,nanu auch .nicht iinnrer im Einllauge mit allen seinen Gesiun-uugsgenosseu gestanden haben, so muszte ihm doch allenthalben das Fugeständuis gemacht werden, daß er von einer unerschütterlichen Treue zu seinem Volke geleitet war. Dieses Bewußtsein wird dem D-abinig-c-gangcneu in jedem, der ihn kannte, ein ehtend-es Airdeirken beioahren. Dte Verbindung jüdischnationaler Hochschiller ans der Bukowina „Herzlonia" in Wien, deren Alter Herr der Verstorbene war, veröffentlicht folgende Tr arier knndgebring: „ T iesbetrü bt geben wir die.Nachricht von dem Nbleben unseres A. H. Dr. Martin Weißmann, Dchriftstetter und Advokatrirskandidat m Wien, tvelcher in der N'acht vom 6. auf den 0. tNar nach kurzenr schweren Leiden ixiifcfyieben ist. I. A. d. A. C.: ing. J.Zröni g, -dz. Präses; med. B e r I i ne r, dz. Schriftführer." Krakau. Die Krakauer KultnsMlueirlde wird bemlmchst auf Anrog-ung -des Kultusrates Slbraham D e il tsche r den Beschluß fassen, in dem -dortigen llnters-uchliu-gsgbfäll-guisse auf eigene Kosten eine rituelle Küche zu errichten nnid zu erhalten. Deutsches Ueich. Verband der Deutschen Juden. Ter Verband der Teutschcu Inden hat an den Reichstag folgende Petition gerichtet: An den 3ieichsta-g Berlin. F-ür den Fall, daß der Entwurf eines Reichsgesetzes betrefsend die Freiheit der Religionsü-bnn-g, ganz oder teilweise zur Anuahme gelangen sollte, möchten wir nicht nnterlassen, dessen Ergänzung in folgeitden Vestehnngen anzuregen': I. V e frag n n-g nach der Z n g c h ö r i a k e i t z u e i n c r G -l a u b e n s g e m e i n s ch a f t. Ter fegt in Att-Prentzen g-Atende 5, Teil ll, Bit. 11 des Preußischen- Landrechts lautet: „Auch der Staat kann von einoni einzelnen Ulitertan die Angabe, zu ivelcher Religionspartei sich derselbe bekenne, nur alsdanu fordern, wenn die Kraft und G-iiltigkeit gewisser bürgerlicher Handln »gen davon abhängt." J'nr hentigerr sliecht gibt es keine bürgerliche Handlung me-hr, deren Kraft und h)üiti>zkeit von der Zngehörigteit zu eineir 'be-sti-mmten Glanbensg-emieinfchaft abhängig ist,' der hieran!) bezügliche Vorbehalt des Landrechts ist mithin fetzt gegenstandslos. -Anträge ähnlichen Inhaltes sind von nerschiede >ren Parteienbei denfrüheren KommissionSberatnngen der b)esetzent-würst' betreffend die Freiheit der RetigiollsÜbung, gestellt morden. Bei der -dlb'stim'mnng über einen dieser Anträge in derKommission des tlieichtages hat sich 'Stiin-mengleichheit ergeben iT-rncksachen Nr. 70l, ll, Leg. Per. I. Session 08/05, Seite 7). Jahre 1804 reiften seine Pläne. Nach einigen e rfo lg reich e n A i istre n gnn gen, a m e ri kan i sch e und -europäische .Kapitalisten für sein Unternehlnen zu interessieren', giündete er am 4. Februar 1805 The Dntro Tunnel Eompan-y, nachdem er von dem .Kongrest die erforderliche Konzession erhalten hatte. Im Jahre 1870 löste er seine Verbindungen mit der Gesellschaft nnd kehrte nach Sa-n Francisco znri'lck, wo er lvährend der.Kstarnyanfstände nnd Da-nd-lot-Astitation seine ganze .SlTCifi einsetzte, lim wieder geordnete Verhältnisse zu schaffen, ha er die allgemeine Hoffn-nngslosigkeit und das Mißtrauen in die Zu-kuiift der Dtadt nicht teilte. Alich der materielle Erfolg dieser Zuversicht blieb nicht ans; dlmh die Terrains, die et tvährend der Unrnhen ertrarb, lvnrde er einer der reichsten L-ente des Parifir-Abhanges, ungefähr den gröstten' Teil des (Gebietes von Dan Francisco nannte er sein Eigentum; cin-schließlich Dntro Heights, welche er in einen prachtvollen öffentlichen Park verlvandelte, der nach feinem Tode das Eigentum der (Gemeinde tumbc. Im Jahre 1804 tvurde Dntro zum! Lord Mahor von Dan Francisco ae-wähli. Er lvar ein reger Dämmtet von Büchern und Manti-fkripien ni»d hinierließ -eine Bibliothek von über 200.000 Bänden, einschließlich 135 seltener hebräischer Manuskripte und einer gtosten Dammlnng amerikanischer Wir nahmen die damals in der Komilrission gcst'ellien Anträge hierdurch auf, »veil wir den lveiteren- Ansban des lan-drechtlichen GrunÄsatzes und dessell ern-cnke A»l-erken-n>u.ll-g für ganz Delltschsand für geboten erachten. Durch -die nachstehende ändert veile Fassnug dürften die bei den früheren Kennlnrissionsberatnngen von einzetnen Seiten vorgebrächten Bedenlken sich erledigen. Regelmäßige Befragungen nach der Zugehörigkeit zn einer Glatt!bensgelneinlschast oder regelmäßige- Anisz-eichnnngcn hier-über finden in leirrem der größeren 'wesklicheir Knltnrländcr tNvrdalnerikü, England, Franikreich) statt. Uniznträglichkeiten haben sich hieraus nicht ergeben. Mir beantragen, hinter 8 1 folgende Besti-mliniung einzuschalten: 8 1 a. „Nieniand ist verpflichtet, seine oder seiner Angehörigen Gtanbensineinüiilg-en od-er Zu-ge-s Hörigkeit zu einer GlKuhcnsgeme>iüschgst zu offenbaren. 'Staattiche oder konilmtunale Behördetr diirfen keine regelmäßigelr Befragungen oder >A nf-zei thirnnge n über GlaNben-smeintu ngerr oder Zugehörigteit zu cirrer Glanhcnsgemeillschaft vornehmen, außer soweit das Bestehen öffentlichrechtlicher Pflichten oder Rechte ab- -hängig ist ovn der Zugehörigkeit zn einer be- 'stirninben -Glanbensgenrein'fchaft. Unberührt bleiben abweichend reichsgesetzliche Vorfchrtiften." II. T e i l n a h ni -e a nfremde m R e l i g i o n sn nt e r r i ch t. lDer jetzt geltende 8 11, Teil II, Tit. 12 des Preußischen Landrechts lautet: „Kinder, die in einer anderen Religion, als welche in der öfselltlichetn Schule gelehrt ivird, nach den- Gesehen des Staates erzogen lwerdensollen, können dom Rellgionsnnterricht in deriselb'en beizuw-ohnen, nicht angehalten werden." Ter in vorstehender Besti-m'wnng enthaltene isrnndsah scheint uns in der geg-en-m-ärtigen Fassung des 8 1 des G-eschelitw-nr-fes nicht genügend belücksichtigt zn sein. Tenn dort ist die Befreiung von einem bestim-mten Religionsilnterricht nur auf lsriind ans-drücklichor Erklärimg der Erziehunigsbercchtigte», nicht, wie in dem landvechtlichen Fall, schonbei >Stilkschiveigen des ErziehungSber-echtigten für geboten erklärt. Es kann ztiveifelhast seirr, -ob bk Antragsteller durch den 8 4 des lKesehenkivnrfs an-ch den i-in Landrecht behandelten Fall tressei» wollen. iFedeltsalls scheint uns dies der Klarstellüng zn bedürfen. Für den Fall, daß der Reichstag den 8 4 des Gssetzent-ibnrfs überhaupt airnehwen sollte, beanträg-en ivir daher, den 8 4 wie folgt zn fassen: „T'hn-e schriftlichen Antrag der Erziehnngs- Frühdrncke, die mm olle eint Opfer der Elemenstlk-Ereipnisse würden. Dntro slorb in Don Franeiseo am 8. Awstnst 1808. Es sei noch bemerkt, daß der Ftiskoer -Birw-eritreister -ein Großneffe des beri'khinten Oinbbi Abraham Dnlro, Laubesrabbiners der Distrikte Münster nnb Dortumivd Mvese-ii!, der -einer- -der eifrigsten Kämpfer gegen die Reform, sich nmuicntlich durch dos Werk „Asttchomioth hoschem", einen der feurigsten- Proteste gegen die Orgel, unsterblich gemacht hat. Emigra'ckonsbeweglttlg. Ja, Rionat März haben insgesamt 5071 jüdische Auswanderer London passiert. Von diesen' sind mir 888 iir >England geblieben,' die üblügen haben -sichnach den Bereinigten Staate-n begeben. -Darunter sind auch zwei Emig-ra-nten, die in Englall'd bleiben wollten, von der Gvell'zko»l»ntssi'onznr-ückgeiviefen 'worden. Die in Plolersbnrg -erscheinende Jatgol,--Tageszeit» »lg „Ter Frailld" registriert die sehr beachtensilverte Tatsache, daß das letzte 'OK'-sprärh des Ost'a-sen Mite mit dem- Kv-rrefpo-niden-teü der „Boss. Ztg." die Emi-grationsbeiive'gtt'lilg ans tlinßland gesteigert -habe. 'Unter der jüdischell- Bieoölternng -habendie Aenß-ernnge»r des rnssifchen Msini-sterpräfidcnten- -eine große Bettnvn-liignng heroorgernfen-, da sie darin m-anche Andentnngen auf bevorstehende Pogrome gegen die -F'nden erblickt. Biele Juden begeben -sich daher liach doln AuslanÄ. tzollenr eckte Motm-5clüvei55bIäM Ueberal! eiiti

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