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Nationalzeitung · 1906-05-04 · Heft 32 (4.5.1906) · p. Seite 6

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Journal
Nationalzeitung
Volume
1906
Issue
Heft 32 (4.5.1906)
Date
1906-05-04
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Nationalzeituntz Nr. 32 vier Stimben wöchentlich so gilt von den Sckmlern aufgenommen werden könne. Besonders erfreulich war es zu sehen, mit welchem Eifer die Kleinen und Großen antworteten und inan hörte ihnen an, daß sie der Schule und dem Unterricht eben solche Liebe entgegenbringen, wie der Lehrkörper, der seinem Amte mit vollster Hingebung obliegt. Die Herren Lehrer und die Leitung der Schule fanden auch uneingeschränkte Anerkennung. Wer seinen Kindern einen für Wiener Verhältnisse ausreichenden, gediegenen Religionsunterricht will zuteil werden lassen, der sende sie in diese Anstalt. Der jüdische Rationalvercin Einheit in Wien ersucht uns um Aufnahme folgender Mitteilung : Mit Unwahrheit und Gehässigkeit lvird unter dem äußeren Schein größten Wohlwollens gegen unseren Verein gehetzt. Die Stellung des Vereines zur Kultusgemeinde und zu anderen jüdischen Fragen ist leicht ans dem verdeutlichten Programm zu ersehen. Was also davon nicht Entsprechendes verbreitet, geflüstert und angedeutet wird, ist Verleumdung. Der Verein kennt den Urheber dieser Kampagne und wird, falls nicht volle Abhilfe und Umkebr geschieht, energisch Vorgehen. Wien. iV e r e i n „A it f cf) c Ewe s".) Ans Einladung des Vorstandes des To nipelve reines ,-Zlnsche Elves" im 10. Bez., FavoritLnstr., hielt der in zionistischen Kreisen woWbekannte Kantor Herr Josef Gro b Freitag den 27. unid Samstag den 28. April l. I. einen Probevortrag, der vom zahlreich erschienenen Publikum schr sympathisch ausgenommen! worden ist. Mit der Fülle und Weichheit seiner klangvollen schönen Stimm« und deren prächtigen Koloratur hat Herr Grob alle Anwesendere ergötzt und die altjüdischen Weisen' mit ruhevoller Ergriffenheit in -moderner Form gesungen und starken Erfolg gehabt. Hebräisch-Klub. Wie notwendig und wertvoll die Begründung eines Hebräisch-Älubs für tue Stärkung des nationalen Bewußtseins in unserer heutigen jüdischen Gesellschaft wäre, das zu erörtern ist hier nicht Zeit. Die Versammlung der hebräisch Sprechendenhaben zur Genüge erwiesen, daß es viele gibt, denen die Vereinigung irr einem Zentralverein znm Bedürfnis geworden ist. Das gefertigte Komitee gibt hiermit Nur bekannt, daß bereits die ersten Schritte zur Ausführung dieser Idee unternommen worden sind. Das vom Komitee bereits entworfene Programm ist solgendes: 1. Täglich von 5—7 Uhr nachmittags Konversation für hebräisch! Sprechende. Anfliegen sämtlicher hebr. Zeitungen. 2. Einmal wöchentlich literarischer Abend resp. Konzert oder Ausführung hebräischer Schauspiele. Bei letzteren Darbietungen wird eine Eintritisgebiihr zugunsten' der russischen Emigranten eingehoben. 3. 'In der öffentlichen Schule der Wßener isr. Kültusgemeinde täglich unentgeltlicher Unterricht, geleitet von Frl. Goldberg und den Herren med. Umansky, Nubinstein, Patzeneüenbogen. 4. Der in der Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler bereits eröffnete Kurs für Anfänger bezweckt die Vorbereitung für den Hebräisch-Klub. 5. Geplant ist die Begründung eines hebräischer, Chors unter Leitung eines bekannten jüdischen Komponisten'. 6. Literarische Vorlesungen für Vorgeschrittene durch Herrn LNbetzky, Dr. Verkooitsch u. a. 7. Die Mitglieder verpflichten sich zur Zahlung eines Beitrages von 1 K vierteljährlich an den Zentralverein „Zion^ sowie zur regsten Agitation durch Verbreitung von Ausrufen, zun, Tragen eines Abzeichens nsjw. Einschreibungen' in den He>- bräisch-Klnb nehmen die Mitglieder des Komitees entgegen, Einschreibungen in die Kurse bei Herrn Teitelbann, zu jeder Zeit im Kougreßbureau. Das derzeitige Komitee: Frau Katzenellenbogen. Herr Tvrczyner. Dr. Nvchblum. Herr Rivsenblatt. Ung.-Hradisch. In Vertretung unseres wegen Krankheit beurlaubten R'abbiuers versah in unserer Gemeinde über Einladung des Knltusvorstandes der Hörer der Wiener israel.- theolog. Lehranstalt Herr rand. theol. Johann C t ö ß l e r lvährend der Peßachfeiertage die F'imktionen des Rabbiners. Der junge Prediger hielt zwei Predigten, welche durch gefälliae Form, gediegenen Inhalt und warmen nationalen Ton ausgezeichnet, eine tiefe Wirkung auf die Zrthürer ausübten und dem tüchtigen Redner allgemeine Sympathien erwarben. Dem hon'nnngsvollen jungen Theologen wird man in unserer Gemeinde die beste Erinnerung bewahren. Vermischte Nachrichten. Verschärfung des amerikanischen Einmandernngsgesetzes. Das Einrvanderungsgesetz, das jetzt dem Senat der Gereinigtou Staaten vorliegt ustd wahrscheinlich zur Annahme gelangen wird, bringt eine Reihe wichtiger Abänderungen der bisher geltenden Bestimmungen. Tire Dumm«, die jeder Einwanderer ,nnß vorzeigen können, ist von zwei aus fünf Dollar erhöht wobden. Die Dampfergesellschaften sollen mit einer Geldbuße von 100 Dollar in jeden, einzelnen Falle belegt werden, nicht nur wenn sie, was bisher verboten war, mit ansteckenden oder Abscheu erregenden Krankheiten behafteten Personen, sondern auch, wenn sie geistig oder physisch Minderwertigen den- Eintritt ins Land verschaffen. Es sollen nämlich auch alle Schwachsinnigen und solche, die wegen eines körperlichen Defektes erwerbsunfähig sind, an der Einwanderung gehindert werden. Das gleiche gilt für Kinder unter 17 Jahren, die nicht in Begleitung ihrer Eltern aükvnmien. In den EiNmaNdernngsbureans soll eine Abteilung für Information der zugelassenen Fremden über die Staaten, denen Einwanderer erwünscht sind, errichtet und die verschiedenen Staate,,' sollen ersucht werden, an den 'Landungsstationen Vertreter aulzustellen, die die Einwanderer zur Ansiedlung in den betressenden Gebieten ermutigen. — Dieser Tage kamen im New Aorker Hafen sieben große Dampfer mit 11000 Emigranten an,- von diesen wird rna,, nur wenige zurückweisen. Wiie es heißt, wird die Auswanderung aus Rußland hierher nach denr Pessachseste große -Dimensionen annehmen. Man trifft hierflir bereits weitgehende Vorbereitungen. Wien. (Todesfall.) Sonntag den 28. April a. c. verschied hier Frau Anna K o h n, verwitwete H e r r m a n n, die Großmutter unserer Vräsidentin Frl. Berta Herrmann, nach langem schwerem Leiden im 88. Lebensjahre. Das Leichenbegängnis fand Montag den 30. Apral a. c. statt. Die Kischenewer Judenmassakers vor einem ungarischen Gerichte. Die Szegeder königl. Tafel hatte sich vor einigen Tagen mit einer interessanten Ehrenbeleidig-ungs-klage zu befassen, deren Ausgangspunkt die russischen Judenmassakers bildeten. Das Budapester Organ der antisemitischen V'vlkspartei „Alkotmany" besudelte in eiaenr Artikel wieder einnml die Juden und spielte hierbei, wie schon oft, auf die Möglichkeit eines „Kischenew in Ungarn" an>. Der jüdische Redakteur des in Szabadka erscheinenden „Baesorszag", Dr. Karl Esillag, griff nun wegen dieferF lege leien den „Alkotmany" in heftiger Weise an, und tonte, daß die antisemitische Volkspartei trotz ihres Beitrittes zur Koalition ihren Antisemitismus nicht aufgegeben, denr, wie das ungarische Sprichwort sagt, „aus einen, Hund wird niemals Speck". Der „Alkotmany" klagte wegen- Verleumdung und -E'hrenbeleidlg'nng. Der« Szabadkaer Gerichtshof als erste Instanz sprach den Angeklagten frei. Im Nekurswege gelangte die Angelegenheit vor die Szegeder königliche Tafel. Der angeklagte Dr. Esillag erklärte, daß er Personen nicht beleidigen wvllie. 'Tie Zlrtikel des „Alkotmany" habe,,' ihn empört, und daß seine Empörung berechtigt ist, beweisen die Artiiel des Abgeordneten Doktor V a z s o i, y i s in gleicher Sache. Mir 'haben über diese Artikel seinerzeit berichtet. Red.) Er beantragt die Verlesung dieser Artikel, sowie der Hetzartilel des „Alkotmany". Dr. Esillag beruft sich ans die Antrittsrede des neuen KnrialPmfidenten Ob erschall, wonach in solchen Strafprozessen die reale Wahrheit zu suchen sei. Und die Wahrheit ist, daß er, Dr. Esillag, der vom „Alkotmany" angefachten antisemitischen Hetze entgegentreten wollte, weil er es als seine Pflicht erachte, seinen Stamm gegen jeden A n g r i ff i n S ch n tz z n n e h rr, e >,. Die königl. Tafel füllte ebenfalls einen Freispruch, da 'sie in den Artikeln des „AlkotiNany" einen berechtigte n G r n n d z u r E m pör u n g erblickte, welcher der Angeklagte Misdruck verlieh. Wien. („Oestrrr. isr. Union".) Bei der anläßlich der jünnften Generalversamntlklnsj vorgenommenelk Wahl lvurden die Herren Konunernalrat Eduard D o r t o r, Emannel Kl a u d e r s und Dr. Heinrich S ch r e i b e r wieder- und die Herren Dozent Dr. Markus H a j e k und Hoflmd Gerichtsndvokat Dr. Alexander M i n tz neu in den Vorstand gewählt. Eingesendet. Kofel M Restauration Teleph. 13702. M. GUTH Taleph. 13702. Wien, II., Stephaniestrasse 14. Prachtvolle geräumige Säle für Diners, Hochzeiten und festlicheu Veranstaltungen. Sehr elegante Speise-Lokalitäten, ßestrenommierte Küche und vorzügliche Getränke. Reservierte Lokale für Verein® und geschlossene Gesellschaften. Trotz höchster, der Neuzeit entsprechender Eleganz dezente Preise. Elektrische Beleuchtung in sämtlichen Lokalitäten. Palästina~Weine und -I^ognaks £ Originalfüllung der Commandit-Gesellschaft ,Karmel‘ Wien, II/3, Gredlerg. 9. — Teleph. 0*87. Tischweine Aedizinalweine Dessertweine Trotz der am 1. März d. 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