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Nationalzeitung · 1906-04-24 · Heft 30 (24.4.1906) · p. Seite 3

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Journal
Nationalzeitung
Volume
1906
Issue
Heft 30 (24.4.1906)
Date
1906-04-24
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Mr. 30 Nationaizeitung Seite S eine Veredsamteit, Me öeit liiedanken nicht in gleichem Matze eignet. Sie sind schiveve Anklagen. Alk Welt weiß, daß die rassischeu, Be!l,ördeu Jnden-rn-orde begangen haben. Wie das antike Gerrrein-weserr, nm den Zorn der (Götter abznlenken, Miienischenvpfer brauchte, so brauchten die letzten Zaren, nm sich gegen den Zorn der Menschen M schützen, Opferungen der Kin-der Israels . . Ich rorirde allenfalls die Bedenken!der Pariser Jnristenfaknltät begreifen, wenn sie nicht Werke noll des heftigsten Anti'senmtiNmns zugelassen hätte. In lDoktor-Tiffertationen hat man sagen können, daß das jüdische Element zwischen den Eingeborenen ein srenrdes Elern-enk ist und daß nur die Eingeborenen als wirklich national angesehen werden können. Die jüdische Nasse soll nach den Verfassern dieser Werke eine Rasse sein, die man aus der Gesittung, ans der Menschheit ansstotzen müßte. Ter Fehler, den ich in meiner Dissertation beging «und den begangen zu haben ich mir zur Ehre anrechne, ist, bewiesen zu haben, daß dera>rtige Anschauungen irrig sind. Dazu hatte ich das Recht. Ich habe gesagt, datz die Lage, welche die russischen Juden, besonders das jüdische Proletariat, das unglücklichste aller Proletariate, erleidet, ungerecht ist,' ich habe das tapfere Eingreifen der anierikanischeu Diplomatie in die russischen Angelegenheiten nach den Scheußlichkeiten von Kischenew gerechtfertigt; ich habe a»tch gesagt, daß Frankreich nicht durch unbedachtsawe Anleihen eine Gewalt befestigen sollte, deren Zeit vorbei ist. DiessGedanken haben beunruhigend geschieueu .... Möchten die Gepflvgeuheiteu des aueien regiiue, das in Fraulreich tot und in Rußland im Sterben ist, nicht in-der Pariser Rechtssaknltät sortleben!" Es bleibt abzuwarten, ob der Unterrichtsminister sich veranlaßt sehen wird, den Fakultäts-Beschluß aufzuheben, wie es fein Recht ist. Inzwischen zeigt der Fall des Herrn Leon Allemand, daß der Zarismus und seine Regieruttgsmethoden, die Judenmetzeleien inbegriffen, luemt sie in Rußland selbst dem Zorn des wachgerüttelten Volkes erlegen finb, immer noch eine Verteidigerin haben werden: die „Rechts"-Fakultät der Universität zu Paris. Die Oberlehrcrstelle an der Volksschule in der Werdertorgasse. Die jüngst erfolgte Ausschreibung dieser Oberlehrerstelle für katholische Bewerber hat eine Vorgeschichte. Seit Gründung dieser Schule war die Schülermajorität dieser Anstalt stets nichtkatholisch. Als die Pensionierung des letzten katholischen Oberlehrers, die lauge hinausgeschoben wurde, um nur die Ernennung eines jüdischen Nachfolgers zu verhindern, nnanfschiebbar geworden war, versuchte man, einen jüngeren katholischen Oberlehrer aus der Vorstadt an diese Schule zu versetzen. Als sich dies nicht durchfi'chren ließ, machte man sich an eine Aendernng des Schnlsprengels und brachte es durch zielbewußte Ausschulungen endlich zustande, daß im Augenblick die Schülermajorität eine katholische ist. Das Gesetz spricht wohl von einem fünfjährigen Durchschnitt, und in den letzten fünf Jahren vor der Pensionierung des letzten Oberlehrers war die Schülermajorität unzweifelhaft nichtkatholisch. Die derzeit konstatierte Schülermajorität isi offenbar künstlich konstruiert. Vermischte Nachrichten. Wien. (Protesiversannnlung.) Aul 26. d. M. findet wegen der russischen Anleihe im $okl Post, 1. Bez., Fleischmarkt 1t>, eine Protestversammlnng statt. Die Einbevufev haben aus diesem Anlasse folgenden Aufruf erlassen: „Inden Wiens! iDe russische Regierung, deren blutige Verbrechen, Getvali- und Schandtaten den Absehen der gesamten zivilisierten Welt erwecken, hat sich wiederum an de» europäischen Geldmarkt um eine Milliardenanleihe zur Fortsetzung ihrer schmachvollen Uuterdrückungspotitik gewendet, Und die Reichen und Mächtigen Europas stelle» sich bereitlvillig in den Dienst von Mördern! In Oesterreich und Wien sind cS jüdische Kapitalisten, die dem russischen Absolutismus, der int Blute tausender unschuldiger Juden Rußlands watet, Scheraendiensie leisten. Ein Wiener Kultusrat, ein angeblicher Repräsentant des Jndentums, hat auf sich die unsagbare Schmach geladen, für die Beschaffung von Millionen zur Organisation neuer Jdenmaussakers den Vermittler abgegeben zu haben. Juden! Durch die Subskription der russischen Anleihe verkauft ihr um 6 Prozent die Ehre des jüdischen Volkes, ihr inerbet des Mordes an tausenden Volksgenossen mitschuldig, ihr macht euch zu Verbündeten Durnowo-Wittes gegen die Freiheit aller Rußland bewohnenden Volker! Kommt zu der Mittwoch den 26. d. M., 8 Uhr abends im Hotel Post, 1. Bez., Fleischmarkt Nr. 10, stattfindenden Volksversammlung! Tagesordnuna: „Die jüdischen Kapitalisten und die russische Anleihe", um eurer Entrüstung Ausdruck zll geben. Agitiert und erscheint in Massen! Die Einbernfer!" Wien. Bei der konstituierenden Versammlung des V e r e i nfc s f ü r u n cn tgelt - l i ch e n A r b e i t s n a ch w e i s für jüdische Hochschüler, welche am 12. April d. I. i'm Bureau der Israelitischen Union, 0. Bez., Universitätsstraße 8, stattfand, fungierte als j Borsitzeiker Herr Dozent Dr. Josef Grünfeld. I Nach der Begrüßung der Anwesenden durch I de» Vorsitzender! wird Herr» Dr. Krenberger das Wort zur Erstattung des Referates erteilt. Herr Dr. Krenberger beruft sich ans die Lektionsvermittlung, welche vor drei Jahren unter der Leitung des jüdischen HochschlanSschnsses durchgeführt wurde'. Weiters erstattete er den Bericht über die Bewilligung der Statuten seitens der Statthalterei, erklärte, daß ein solcher Verein unbedingt bestehen muß, um den jüdischen Studenten, die materiell viel zu kämpfen haben, einen dauernden Erwerb zu verschaffen, damit sie ihre Studien vollenden können. Bei der hierauf vorgenommenen Wahl wurde Herr Dozent Dr. Josef Grünfeld zum Präsidenten, Herr Advokat Dr. Hermann Wolf zum Präsident-Stellvertreter, Herr Dr. S. Krenberger zum Schriftführer, Herr Redakteur Deutsch zu dessen Stellvertreter und Herr Notar Dr. Julius Bcrmann znrn Kassier und die Herren Jacob Langer, k. f. Hofrat Tanssig, k. k. Hofrat Znckerkandl, Fritz Singer, Pröfessor Heinrich Pollak in den Ausschuß ohne Funktion gewählt. In das Exekutivkomitee tvurden Herr Jurist Hermann Löw, Herr phil. Josef Carniol, Herr Phil. Jos. Tieberger, Herr nred. A. Wolfhaus und Herr med. Max Berliner gewählt. Außerdem wurden in deri Ausschuß kooptiert die Herren jur. Erwin Gallus und techn. Moses Waldinann. Zuschriften sind vorderhand an Herrn Dozent Dr. Joses Grüilseld, 1. Bez., Schotteuriug 2, zu fenben; der Jahresbeitrag für wirkliche Mitglieder des Vereines beträgt bloß K 3.—. Wien. (B e r e i u „!J e h u ö n b H a l e v h".) Dior Verein „Jehndah Halbvy" gibt hiermit bekannt, datz er seit 16. April 1906 feinen- Sitz im Eafe Stefanie, 2. Bez., Stefan iestraße 2, hat und ersticht freunblichst, sämtliche Korrespondenzen an obige 'Adresse zu richten. Ailittwoch den 26. April 190», abends ha-lb 8 Uhr, findet im Eafe Stefanie, 2. Bezirk, Stefan iestraße 2, ein Be re in sab end statt, wobei Herr Dr. Landesbevger einen Bortrap über bas Tbeina „Die Jnben in Polen" All len ivirb. Gäste willkommen. Budapest. Die isr. ung. literarische Gesellschaft hielt jüngst unter Vorsitz des Hofrates Dr. Philipp Weinmann ihre Jahresgeneralversainnilnng ab. Sekretär Dr. Josef Banoezi erstattete den Jahresbericht, in welchem er über die Ereignisse des vorigen Jahres eingehend referierte. Sodann wurde die Wahl des Ausschusses vorgeuommen, der nach der Generalversammlung die Direktion wählte. Mitglieder derselben sind: Dr. Adolf Agai, Dr. Josef Banoezi, Dionys Beck, Dr. Friedrich Halaß, Dr. Franz Mezey, Dr. Moriz Rethh, Salonioir Schill, Dr. Josef Simon, Dr. Moriz Stiller, Franz Szekely. Bilduttgsanstalt für jüdische Religionslehrerinueu. Der Vorstand dar Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankflirt a. M. hat mit Geiuhiiiigung dies Kultusniinisters zu Qstem dieses Jahres AusbilDungskurse für israelitische Religionslehrerinneii ins Leben aernifeii, die her Leilmig des Herrn Direkto'. D>r. Lange mi'terstcheii. Die Kurse find zunächst für die ein Lehvertunensemstian besuchenden jüdischen jungen Mädchen bestimnck und sollen in einem vierjährigen Lehrgang diejenigen Kenntiiisse gewähren, welche erforderlich sind, nm den jüdischen- Religionsmckerricht an 'höhoroi» Mädchenf'chlnlcir W ‘C’rte'iten-. Die Dellnehmerimiie-n müssen sich über ein-gewisses Matz von- Borken-nt-mssen, im Hebräischen, answeiserr. Der Unterricht erstreckt sich ans Tnach, jüdische Geschichte, Grammatik, syskenratische Rellgionslehre und praktische Lehrproben'. Nach Becndignng der Kurse tvird vor einer ans dem Leiter rmd den Lehrern den KN>rse bestieheiiden- Konmnssi'oii, eine Prüfung abgelegt, auf Grund deren, die Besilcheriilnen ein Zeilgnis über ihre Befähigung zum ^ieligionsuntevricht erlverben könn-eni. Veranssetznng für die- Erteilung des Zengnisses ist jedoch, daß die Kandidat innen' die allgemeiire Lehririnnenprüfung oblegen. — In der W i e n> e r KnltU'Agemei'nidc wunde es auch schon des öfteren' angeregt, den, jüdischen Schülerimren! du-rch jüdische Lchrermnw -den Religionsunterricht erteilen, zu lassen. Unseres Wissens^ -geschieht dies auch in, einer Anstalt. Es iväre jedo-ckj zu wi'nrschjen;, daß dieser Vo,rgairg zn'm System erhoben' iverd-e, wozu allerdin-gs' auch die Eireichtring von- Ansbil'dnngskursen notwendig wäre. Volkswirtschaftliches. Kapitalserhöhnnp der Wechselstnben-Attien- Geselischaft „Mercnr". Die nm 11. April b. I. stattg-cfunhen'e Fki'.erabversaMM'lnnp h!at aitf -Grund -bes Paragraph 7 der Statuten beschlossen, bas Attientapital nm X 4 000 000, also ans Krone-n .16 000 000 durch Ausgabe von Stück 10000 neue Jnhabemttieu zu K 400 Nominale zu erhöhen. Diese X 4 000 000 neue Aktien, welche an dein Gefchästseraebnisse des laufen-deid Jahves bereits partizipieren, sind znsotge der Beschlüsse der Geuerätversammkung einem ans der Bank für Handel nnd Industrie, Darni-stadk-Verlin nud der Basler Handelsbank, Basel, gehildeierl Garantiesynibikate mit der Brrp'slichtung zu übergeben, dieselben den bisherigen^ dlktionäreu zu-m Kurse von K 6,05 derart auzubieten, daß ans Grund ooa je drei alten Aktien eine neue Aktie zum evivöhuteu Kurse riebst 6 Prozent Zinsen vorn Nio.iuinale vorn 1. Jänner 1906 ab bezvgelt nverben körnie. Der Agiogewinn rvird berrr Kapitatsreservesvnds zugewieseu, wivö»>rch die gesa'nrterr Resevverr der Gesellschaft eine Höhe von rurrd K 6700 006 — 42 Prozent des IlkkientapitaleS erreichen werden. Die Wechsel- -stttbeii-'Akkien-lsesell-schgft „Meronr" bietet nunmehr den- Aktionären für Rechnnng des Gararrtiestindikats die oorbezeichneterr 10 000 Stück rreue Inhaberaktien von je th'vmiriale 40ll znrrr Knrse von K 005 unter vorstehenden Bedingungen an, und hat die Aruneldbng des Beznpsrechtes bei sonstiger» Bebln-ste desselben bis intlnsive 28. April 1906 bei der Hanptkasse der Wed)selstnben-.Aktien- -Gesellschaft „Merenr", Wien, 1. Bez., Stvobelpasse 2, bei deren btieberlassnugen in Pwg, Pilsen. Böhrn.-Leipa, Brünn, Ntähr.--Schönberg, Nentitschein und Zivittan, bei der Wechselstnben-dlktien- Gesellschast „Mvrenr", Budapest, 5. Bez., Badgasse Rr. 6, bej der Barrt für Handel und Jnd'nstivie irr Berlin, Darmstadt rrnd F-üaukfnrt nm Main, bei ber Basler Handelsbank irr Basel zu ersdlgeri. Bei der Arrrneldnng sind arrf jede zu beziehenbe neue Aktie K 205 in barem ei »zu zahlen und restliche K 400 pro Aktie zuzüglich 5 Prozent Stückzirrsen ab 1. Jänner 1900 bis zürn Einzahlnngstage, längstens 28. Atai i960 bar zu erlegen. 6«bri>o6vt 187b. Oegftindel 1876. Seueefefte und Linbruchsichere KASSEN in allen Grössen bester Konstruktion neue und gebrauchte, billigst. LUDWIG HIRSCH, Wien, IX., Porzellang. 58 KREBSflFOTUCKC 2. MITTELBflCH Wühr-PiUen. Wien, I . Hoher Markt Nr. 8 Aiah" (Palais sina) im Zentrum der Stadt. Eine Rolle, enthalten 8 Schachteln, 2 Kronen.

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