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Nationalzeitung · 1906-03-30 · Heft 25 (30.3.1906) · p. Seite 5

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Journal
Nationalzeitung
Volume
1906
Issue
Heft 25 (30.3.1906)
Date
1906-03-30
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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iNr. 25 Nationalzeitung Seite 5 neu nebst StWiOtor unser Eigentumsrecht Vorbehalten hatten. Unser Ziel, die Kleiderkonfektion »in Taruv'w in bessere Bahnen zu lenken, L>ohtetten wir aber unverrückt im Ange und es gelang uns, eirren neuen Unternehmer zu finden, der die Fabrik weiter betreibt. Der mit diesem abgeschlossene Vertrag unterscheidet sich von dem alten mNbesonbere dadurch, daß der gegenwärtige Unternehimer verpflichtet wurde, einzig uud allein LoihrEonfektion zu betreiben, wodurch das Risiko der Eigenkonfektion, die überdies ein bedeutend größeres Geschäftskapital erfordert, ausgeschlossen erscheint. Der neue ’Uniterndjmer setzte die Fabrik Mitte November in Betrieb uud erreichte bereits an>- sangs Dezember di>e für das erste Subventionsjahr vorgeschriebene Minima-larbeitevzaih'l von 60. Mit Rücksicht aus die Ausküuste, die wir iiber ihn erhielten, und aus die Zahl itn'b den Unlsang der Arbeitsauifträge, die er besitzt, wollen wir für den Bestand des Unternehmens in der neuen Form das Beste «hoffen. H ä k e l s ch u l e i n K rat a n. Daß der miit idenr betreffenden Untcruehrner auf ein Jahr abgeschlossene Vertrag im Februar 1005 in normaler Weise sein Ende erreichte, wurde bereits in unserem «letzter, Tätigkeitsberichte bskaurrtgegeben. Seitherhat die all der Häkelschule angestellt gerveseue Lehrerin eine gelverbsniätzige Häketlvaren- Erzengung errichtet uud uns ersucht, ihr in Wiell Absatz zu.verschaffen, damit sie eine größere Anzahl ihrer ehemMg-en Schülerininen beMslkgen. kMn. Se'l'bstiverstündtich liersuchen wir mit Bereitwilligkeit, diesem Wunsch zll erfüllen. Spitze n kl öppe lei. Diese Judnstrie wurde, rose bereits im Vorjahre berichtet wurde, Mitte Oktober 1004 in Kvlomea eilige führt lind entwickelte sich in den ersten Monaten in zufriedenstellender Weise, dlber der hierfür gewonnene Berliner Unterrlehmer ließ, trvtzdeul er von: Hilss'oeroi.n der deutschen Juden in Berlin für diesen Zweck ein uiwerzinöliches Darlehen erhalten hatte und nach Und nach eine große Anzahl Schülerinnenausgebi-ldet .worden mar, die Sache plötzlich tnl Stich. Wir lösten jedoch die Spstzeliklöppelfchule irr Kvlvmlea nicht auf, sondernsetzten uns ni!it denl k. «k. Zentral-Spitzenknrse in Wien in Berbiudnug. Diese Anstalt hat sich zur Aufgabe gemacht, die ili den Gegenldeu, wo Spritzen! geklöppelt werden, zahlreich vorhandenen Zivischeuhärrdter (Faktoren) ans dem Betriebe der Spitzenklöppelei so viel als möglich aalszllschalten,' sie tritt mit den großen Spitzenhändlern uumittelbar in Verkehr, nimmt 'ihre Bestiellilngelk entgegen und gibt sie an die Arbeiteriimen weiter,' VernrMungsvrgane sind dabei die k. k. Fachschulen für Spitzenklöppelei in Krain und Böhmell. Wir schlossen nun mit deur k. k. Zentra«l-»Spitzell>kttrse ein liebereiltkoiuluieu, wonach er sich verpflichtete', unsere Anstalten mit Allifträgen zll versehen, die Erzeugnisse unserer Arbeiterinnen abznnehmell und uns aus Wunsch ulld nach Bedarf Lehreriluieu zn empfehlen, um mit deren Hilfe die Spitzenklopp elei ullter der jüdischen Bevölkerung in Galtzielr. zll vevbreitell. Der Wechsel in der Persoll des Anstraggebers und die damit verkllüpstell Aeniderun>ge>ll km Betriebe eiuersei-ts anderseits der Umstand, daß eine Ali zahl -Arbeiterilmeu für Pribaitellle und Geschäfte in Kotorilea Spitzen erzeugt, lvähremd andere aus Mangel all Geduld, die insbesondere bei dieser, nurgeübteren PersollenE ein größeres Lohueiukolnmell verfchaffonden, Judllstrie erforderlich ist, vollständig zll arbeiten anshörte», hatte zur Ftztge, daß sich die Zahl der Mädchen, die für de» Zelitrat-Spitzelikurs Waren lieferten, verringerte. Wir ha bell nun beschlossen, iVitm Zwecke der H'eüalizieihlUlg ue-u-er Schülerinnen — sowie beim Beginne des Unterrichtes in de r Spitzen kl öppelei^ — densich meldenden, neuen Schülerinnen während der Lehrzeit -kleine tlllterstützuugeu zn gewähren,- ferner zur Aneifemn'a .der Arbeiterinuen an sie hei Erzielung eines bestim-mten Lohnes innerhalb eines Monates Prämien zllverteilen, euidlich in den Jüdische Hausfrauen, welche auf — Milch JiDB 'W. — reflektieren, wollen wegen Sicherstellung des Bedarfes ihre Aufträge möglichst zeitlich aufgeben. Milch-Depot: Ferdinand Altmann, Wien, IX., Pramerg. 17 Dörfern um Kolvmea, wo Jllden irr größerer Menge wohnen, durch unsere Lehrerin den Unterricht in der Spitzeuklöppele'i erteilen zu lassen. Im November 1005 errichtete>l mir in Taruopol eirve zweite Spitzentlöppelei-Schule, die gegenwärtig gegen 50 Schülerillnen zählt. Sp i tze n h ä k e l e i. Liese Industrie, die Erzeugung irischer Spitzen, die lvir tm März 1005 in Galizien einzu führen begannen, war von vollem Erfolge begleitet. Nach uild nach lvurde durch ehtic uns vom k. k. Zeutral-SpitzellkursL empfohlene Lehrerin der Unterricht in diesen Arbeiten in 7 Orten erteilt und es tuinimt lnonättich ungefähr je ein neuer Ort an die Reihe. Wir haben die Genugtuung, daß sich die Zahl der Arbeiterinnen beinahe an jedem Orte einige Zeit nach dem. Abgänge der Lehre rill vergrößert -und daß immer mehr Mare aus den industialisierten Orten an den l. k. Zentral-SpitzerUnrs eingesendet I wird. Die Arbeiterinuen sind auch mit den gezahlten Löhnen durchwegs zufrieden. Es dürfte vielleicht möglich sein, diese Industrie auch noch durch eine zweite Lehrerin ausbreiten zll Xaffcn,; die Unterhandlungen hierüber sind jedoch noch nicht abgeschlossen. F e z g u a st e n e r z e n g ll n g. Ueber diese fcMive Jubuistrie lönnen lvir ebenfalls Günstiges berichten. Die besteht, nachdem der Vertrag mit dern Unternehmer Alitte illoveruber 1905 h\ normaler Weise zu Ende ging, in deur Orte, wo er sie eirrgeführt hatte, lveiter atn'ö es ist Aussicht vorharlde-n, daß die Za-Hl d.er 'beschäftigteil Slrbeiterinnen sich allmählich erhöht. (Schluß folgt.) Der Obmann des Polenklubs über den Zionismus. In einer Besprechung, die vorige Woche zwischen dem Obmann der zionistischen Landesorganisation, Herrn Dr. Schalit und dem VorstandsmitgUed Herrn H. Müller einerseits und dem Obmann des Polenklubs Graf Dzieduszycki andrerseits stattfand, äußerte sich dies»r folgendermaßen über den Zionismus : „Ich anerkenne den Zionismus als eine idealistische und ethische Bewegung. Ich erkenne seine großen Vorzüge, verhehle mir aber nicht, daß er wie jede ethische Bewegung das Gebrechen besitzt, nicht immer praktisch zu sein. Ich sympathisiere aber mit dam Zionismus, weiler eine Bewegung der Wahrheit ist im Gegensatz zur Lüge des 19. Jahrhunderts, die vorgab. daß die Juden Polen, Deutsche oder Tschechen seien." Luegerwein bei der Chewra-Sube. Wir erhalten folgende Zuschrift: Hochgeehrter Herr Redakteur! Im Vertrauen auf Ihre Liebenswürdigkei bin ich so frei. Sie zu bitten, folgender Noti Aufnahme in Ihrem geschätzten Blatte gewähren zu wollen, wofür ich Ihnen im voraus bestens danke. Wie ich aus best informierter Quelle erahre, wurde zu dem Bundemahle der ^Chewra- Kadischa^ der Wein von dem Wiener Rathauskeller geliestrt. Ein anderer Wein war nicht zu sehen. Wenn ich diese Nachricht «icht direkt von Teilnehmern an dem Bundemahle erhalten hätte und wenn ich nicht wüßte, daß schon am Festabende im Bankettsaale das empörende Vorkommnis diskutiert wurde, würde ich es für unmöglich halten. Ja, hat denn das Präsidium der „Chewra- Kadischa", da» sich zumeist aut Mitgliedern der KultutvorstandeS zusammensetzt, das Recht, sich über die primitivsten Regeln des politischen Anstandes hinwegzusetzen? Ist eS erhört, daß von dem Präsidium der »Chewra-Sadischa- Hunderte jüdischer Weinhändler in Wien zugunsten der christlichsozialen Konkurrenten. deS Antisemitenhäuptlings Dr. Lueger, benachteiligt werden? Mit wem in aller Wett sollen denn die jüdischen Weinhändler Geschäfte machen, wenn die ^Chewra. Kadischa" Kundschaft des Rathauskeller» ist. Und wer sind die Veranstalter diese» Bankett»? E» fiad dieselben Herren, denen alle drei Jahre, wen« sie anläßlich der KultuSwahlen zum Volke herabsteigen und um die Mandate ihrer Clique werben, der Mund überläoft von Phrasen wie Färderung ‘ des jüdischen Kleingewerbes, Unterstützung der wirtschaftlich Schwachen unter den Juden. Es sind dieselben Herren, deren Wortführer in der Eröffnungsansprache de» Bankett» folgenden bezeichnenden Bericht erstattete: „Aber auch Ihr Vorstand ist sich der Pflichten wahrer Nächstenliebe stotS bewußt, und es mag Ihnen, sehr geehrte Herren und Brüder, zur Befriedigung gereichen, wenn ich Ihnen mitteile.... und daß wir auch dem ärmste» unserer Glaubensgenossen entweder durch Mitglieder de» Vorstandes oder durch Delegierte die letzte Ehre erweisen." Also freut euch, Ihr jüdischen Wemhäudler. euer Weizen blüht noch; denn wenn euch im Leben «icht die Ehre zu teil wird, von den Wiener Großjuden als gleichwürdige Weiulieferanten mit einem Lueger betrachtet zu werden, so habt Ihr I doch die beglückende Aussicht, dereinst unter Begleitung der Rathauskellerweine trinkenden „Chewra- Kadischa" auf den Zentralfriedhvf (isr. Abteilung) gebracht zu werden. Bis dahin aber wollen wir nicht aufhören, dem Treiben dieser Gesellschaft überall da, wo sie die Würde deS Judentum» durch solches Vorgehen bloßstellt, mit allen un» zu Gebote stehenden Mitteln entgegenzutreten, damit der vornehm denkende Teil auch der nichtjüdischen Bevölkerung erfahre, daß nicht die jüdische Allgemeinheit, sondern nur die genannte Clique den maßlosen Spott verdient, den solche Vorgänge Hervorrufen. Ein jüdischer Weinhändler für viele. (Der Name dcS Einsenders, der auch für Form und Inhalt der Zuschrift die volle Verantwortlichkeit trägt, ist der Redaktion bekannt. Anm. d. Red. d. „Nationalzeitung.") Vermischte Nachrichten. Wien. (Verein Dom>ech Ewjonrm.) Am 26. ö. faüd die 16. vrd. GeneraLverlsammlnug des Vereines Tomech Ew'jon'im' im Bet-H-Ham'idtzajsch des Adas Jisroel-Vereilles (Schifsschul) statt. Nach- Idein der Odlnann Oberkcrntvr Mayer S ch o r r die zahlreich Erschienerceu in einer Ansprache freunblichst begrüßt hatte, ivicrde zur Tagesordnung geschritten. Ter vorgelegte Rlechenischaftsbericht vom Obmantt-Stellpertieter Sig. Ftg'dor verlesen, rief allseitige Befriedigung hervor nnd wurde dem Gesamtvvrstaude in Anerkennnng seiner Verdienste u.m. den Verein das Adsotntorinm erteilt nnd derselbe mit Atklamation> »v>iedergeivählt. Zmn Schlüsse teilte der Obmann einen Be sch laß des Vorstandes mit, lvonach die Ansspeisung der Armen' lütlstighin nicht, wie bisher in öffentlichen :)!estanrationell, sondern im eigenen Lokale und m eigener Regie vorgenvrnmell werden soll. Diese ZtellerlUlg, die den Zweck hat, den an den Verein^ .gestiellten 9lnsvrderilngell> die sich in letzterer Zeit durch den Riasserlgnzllg avlner Dinrchreisellder bedellterld erhöhen, vollarls gerecht zn lverden, fand bei der Versalllmtung llNMteilten Beifall und wurde beschlossen, das zu dieisenr Behuf« bereits afcyui vierte Speise lokal 2. Bez., Gr. Schiffgasse 21, schon am I. Mai d. I. zn eröffnen rilld seiner Bestim.mnll'g zli übergeben. Wien. Die „L e s ell ll d 6! e d e h «l l e j ü d i s ch e r 'H v ch s ch ü -l e r" in Wien evüffwot anfangs April ei neu h e b r ü i s ch e n S p r a ch - klcrs nach der Berlitz-iNethode für Daulen und Herren, und zivar sowohl für Anfänger, ivie auch für Vorgeschrittelie. dkäiherv Auskünfte erteilen der i. Vizepräsident des Vereines jur. Weiöz und der Leiter des .Vhtrte» phil. R ose nblatt voll 7 bis 0 Uhr abeltdS in der Leseulid ssiedehalle, 0. Bez., lGrüne Torgasse 04. Wien. (Verband der isr. Religiorlslehrer an den österr. Alittekschnlen.) Der Obmann des Verbandes Rabb. Dr. F e ll ch t>w a ll« ln-d für Dienötafl den 27. Riärz die Mitglieder des Ausschusses soivte den vvri der seillerzeit abgehältenell Etlquete in das Kornitee gewähltell Rabb. Dr. E. David zu einer Sitzung eill, lun eine neuerkiche Beratullg eines e i n heit l i ch e n- Lehrplanes für aHc Mittelschnieli mid der Jnstruttiouell in Augrifs z-ll uehlnen. Die .Herren Rabb. Dr. D a v id Gerunnerr n feineres* aus frischeit^^ Kokosnüssen: A«. eres FETT

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