Nationalzeitung
- Journal
- Nationalzeitung
- Volume
- 1906
- Issue
- Heft 22 (20.3.1906)
- Date
- 1906-03-20
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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i\'r. 22 Nationalzeitung einen1 Tank zu beansprlnchen, die Ungerechkrgke'it, wo immer wir Sie auch antreffen, aufs schärfste bekämpfen u nd nicht die hohen Herrschaften, -Me oft 4 bis 5 Ehrenämter bekleiden, ohne den- Pflichten auch Nur eines einzigen zu genügen, ja, wenn' ein Befähigungsnachweis, für die diversen Ehrenämter zu erbringen wäre, gewiß nicht einmal zur Prüfung zngelassen werden möchten. Wie viele von den so stolzen' Herrschaften, die uns das Wort ,/Stve.ber" entgegen schleuder n, sind selbst wirklich Nichts als „gewöhnli che St reib e r", die dein- Pflichten, ihren vielen ,>E h r e n - ä m t e r" damit «Gelinge zu leisten mcknen, wenn Sie ait dell hohen Feiertagen gnädigst den Tempel besuchen, um i«m Angesichte der ganzen Gemeinde die E h r e n i h r e r A e m t e r einznheimscn. Welch verantwortiungsvolle Pflichten, um nur eines dieser Ehrenämter herauszllgreifen, warten zmn Beispiel eines Borstandes der Chewra Kadifcha und wie wenige kommen, dieser Pflicht nach, ich weiß nicht, wer der Verfasser dieses verleum- Lerüschen .Kommentars zur verössen«tlicheiil, BertranenAknndgebnng war, aber ich rate ihm auf die^yv Wege, sich ein wenig' um die Pflichterl eines der Chewra Kauscha zu erkundigen ^ird finden, wie „wenige" dieser Pflicht «e», er wird aber auch gewiß sehr vorsich- Streber" weite rgebranchep. I oft erprobte Mittel, durch unberechtigte ^andere Personen. ,chie Butter ^n e n K o p f e der Sonne zu ^diesmal nicht gelingen, eir Personen wir es zu i nufere Gegner bei Zeisind nicht :n. Keiner der vielen, die sich'son st gerne als alleinige maßgebende patentierte Vertreter der Judenschaft Nikolsburg zu präsentieren gewohnt sind, hat auch nur einen Finger gerührt, als viele Inden Nikolsburtzs in ihrer Existenz als Gewerbetreibende, durch eine Marktordnung der Stadt Nikolsbnrg bedroht waren, da mußten wir, „die Streber", eingreifen. Als viele jüdische Händler, durch das ungesetzliche Borgehell einiger Warenhäuser, beinahe dem Null! entgegengingen, da mußten wir, „die Streber" Eingreifen. Die Herren Gegller haben ihren Einfluß mit immer dann zur Geltung zu bringen gewußt, wenn es sich um eigene Part>oiangelegenhei'ten gehandelt hat, da wußten sie sogar die Türen des „Ministers" zu finden. Wahrlich, wenn je das Sprichwort „Wie der Schelm denkt, so ist er" anzuwen'den war, so hier. Also, meine Herren, in Zukunft etwas vorsichtiger mit dom Worte ,-Streber"; es ist ll'icht notwendig, daß so viele 'unter euch beim bloßen Anhören dieses Wortes verlegen« und schamrot lveridsn. Auf die lVertrauenskundgMlng selbst sowie auf die weiteren Ausführungen tu der ,/Oefterr. Wochcnschri'st" behalten wir uns vor, nioch öfter I zurlickzukommen. Nikolsb'urg, 10. März 1906. S. K. Vermischte Nachrichten. Wien. sSpeüöe.) Bon Herrn .Heinrich Mayer, Wien, ist uns eine Spende vom K 4 zuglunftell der russischen Emigranten zugekommell. Witr haben die Sunrme dem SpezialkoNl'itee des öfter reichisch-rnfsifchett Hilfsverernes, Wien, überwiesen. Wien. Der Brigittena'uer Verein zur Bekleidung armer Schttlkinder „Die Brüder", der seft 0 Jahrenunter der Aegyde des Rlealitäten- Leisitzers Herrn Heinrich Werner steht, hielt' Mittwoch dell 14. d. M., 8 Uhr abends, im Restanrant Schwarz, 20. Bez., Klosterneubu-vgerstraße 10 seine diesjährige Generalversammlung ab. Der Obmann 'Herr Sc i ne r gedachte in seiner Eröffnungsansprache zunächst des irn vorigen Jahre verstorbenen« trollen Mitgliedes rve'il. Jakob Otte und des vor wenigen Tagen ans dom Lüben geschiedenen Philanthropen, Groß industriellen und gew. Reichs ratsabgeordnetell iveil. Rudolf ANspitz mit tiefem pfnndetien Wortelr, deren Andenken seitens der Bersammlutlg bitTcfj Erhüben voll de»r Sitzen geehrt wurde. Ans denl gednickt voMegenden Rechen schäftsbe richte hob Redner hervor, daß im verflossenen Winter 190 Kinder vollständig bekleidet und 162 mit Schllhen beteilt wurden, zu tvelchem Zwecke ein Betrag von X 5126 aufgewendet wurde. Ueberdies wurden« 76 Kinder über seine Intervention von an«derer Seite egltipiert. Diese Ziffern sprechet! Bände über die herrschende Armut unter der Brigittenaner Judestschaft. Dieses Resultat konnte aber nur erzielt werden, Dank der munifizeNten Subvention seitens der löbl. isr. Kültllsgemein'de pro I< 700 und' den: namhaften Beitrage des Brigittenauer Frauenwohltätigke'itsvere'ines pro I< 1200, wofür Iden Körperschaften 'der Dank zu votieren sei. Im Verlause seiner weiteren Ausführungen tadelte Herr Weiner Ws laue Verhalten der Brigittenauer besitzenden Kreise dem Verein gegenüber. Nach seiner Ansicht Müßte viel mehr unld Ersprießlicheres geleistet werden können, dort wo es gilt, das zarte Reis einer kommenden Generation' «vor Nässe und Kälte zu schützet!, zu verhüten, daß die körperliche und geistige Entwicklung keinen Schaden erleide, ist eine Indolenz nicht am Platze, und deshalb habe er den Entschluß gefaßt, eine Wiederwahl als Obmann n'icht zu akzeptieren, die Herren sollen einmal selbst schauen, wie 'sie mit der Brigittenau serrrg weiden. Hefter diese Ansführnngen des Herrn Weiner entspann sich eine lebhafte Debatte, in nnlche «Herr Sekretär Josef K o h n, .Hermann Ellbogen, Adolf Schreiber, Frau Duktor Eiinlie Weiß. Ingenieur Hirfch, Berthold K a i i e r, Eafekier Körner n. a. temperam'entvvll eingrissen und knlmiNieriten« all die ausge- «ze ich rieten Reden in dem Appell an Herrn Weiner, an der Spitze dieses Vereines zu verbleiben. Der Senior der Brigittenauer Herr Adolf Schreiber, sprach tiefbewegt und betonte, daß dessen Rücktritt gleichbedeute einer Auflösung des Vereines. 'Herr Berthold Kaiser apostrophierte Herrn Weiner in seiner temPeramenkvollen Art: Ich werde die armen hnngrigen nn!d nackten Krn'der der BrigMenan vor Ihr Haus bringen und ihnen eine Serenade aufführen. Herr Back ging von 'dem Psalmvers arrs: „Mipi ollim wefonkinr jnsadto oz" usw. Da jedoch Herr Meiner, der wieöerholt 'das Wort ergriff, in konfegnenter lrnd wohldurchdachter Weise vorläufig auf seinen' Entschluß bestand, auch die Wahl als «Ghrenprälsident refüsierte, jedoch feine werttätigste «Unterstützung, wie er sich ausdrückte, als 'Gemeiner znsicherte, niußte man sich seirnem Wunsche fügen nnid von seiner Wahl derzeit Slbstanid nehmen. Beim Puntt Gventualia, wobei Herr Berthold K ä i s e r den Vorsitz nibernahm, wurde über Antrag des Herrn Sekretärs loses Kohn beschlossen, Herrn We-iner 'in Würdigung seiner Verdienste u>m die Vrigiittenaner armen Kilider eine künftlerisch altSgeführte Adresse zu überreichen. Der abgetletene Vorstanld wurde u-nverüNdert miedevgeiwählt. N. CH. Jüdische Toynbeehalle (20. Bez., «Othmavgasse 46.) Eintritt frei für jeden' Ertvachscnen. Wochenprogralnm: Samstag den 17. März: 'Konzert. Sonntag deir 18.: Literarischer Abend. Montag den 19.: Oefterreichisches Verfassnngsrecht, Herr Dr. Josef Jerltfakenr. Dienstag den 20.: Geschichte der Julden tu Polen. Herr M. F'uchsgelb. Mittwoch den. 21.: lieber «erste Hilfe (III). Herr Dr. SamnM. D>0illnerstag den 22.: 'Nene Philosophie (Schluß). Herr Dr. Bernhard Wachslein. Freitag den 2b.; Bibelvortvag. Herr Religionslehrer Leop. Weiß. Sanlstag den 24.: Konzert. Beginn an Wrcher tagen um halb 8 Uhr, Samstag, Svn«n- und 'F'eiertage n-m 7 Uhr abends. — Sanlstag «den 10. d. Mts. fand in der ToynlbeehMe eiirr von Fvl. Dora Popper armngkertes Konzert statt, das einen glä Uzende ll Verkanf nahnl. Die «M'it'w'irkendon Fvl. Dora Popper (Klavier), Frl. Wreschinski (Gesang) und .Herr Dr. Bierrnalln ('Violin-e) ernteten für ihre vorzüglichen D'arbietungen stürnlischen Beifall. — Eine P'nvilll-Festjanfe oerfamlnelte Sorrntag den 11. ds. 300 der ärmsten Kinder zu einem fröhlichen Nachmittag. Die Zöglirrge des Baron Sprillgerfchen Waifeuhanses n«ll'ter der Leitung des Herrrr Direktor Hecht, elltfessetten Auch ihre exakten nrusi kalt scheu rrnd tnrnerischen Vorführltugen den Jubel der kleinen Gäste, der sich noch steigerte, als jedern Ser anwesendon Ki-ndor ein praktisches Geschenik als Purinlga'be überreicht wurde. Herr N'eligionSleyrer Jfidov Dehler schilderte in schrvlltllgvvllen Wölken die Bedentu«ng des Pnr'iln'festes. Jrendestrahleiid schieden^ die .Kleinen ans der Toynbeehalle und werden gewiß »roch lange die Erin-nerüng an Sie glücklichen- Stun-den beivahren, welche ihnen gute Menschen liebevoll bereiteten. Verein jüdischer Hochschüler „Bar Kochba" Prag. Der Ansschnß des Vereins jüdischer Hoch' schüler „Bar 5kochba", Prag, teilt mit, daß das Schiedsgericht des Vereines in seiner eint 9. d. M. abgehaktenen Sitzung entschieden hat, daß die gegen das Miitglied des ge««anntenVereines JUC. Oskar Ba rth beim Schiedsgericht des Vereines erhobene Anklage einer unehrenhaften Handlnngswei'se jeder Grundlage entbe'hrt. Brünn. (Ehargenwahl der jüd.-akad. Verbindung ,-Vieritas".) caNd. in«. Ignaz WiNkelSberg, Präses, cand. ing. Lipmann Bramuner, Vizepräsident, sind. ing. Emil Kien, Schriftführer i. V. Jüd.-nat. Verbinditng „Zephirah", Czernowitz. Die für das laivfende 18. (Somnler-)Semeste r Vorgenommenen Ehargenwahlen hatten folgendes Ergebnis: cand. phi'l. Benjamin «Ebner, Präses, sind. phtl. Schloime Drimmer, Bizepräses, stud. phil. Pank Hilferding, SchriMihrer. Akad. Verbindung „Hasmonaea", Czernow'rtz. Die Chargeniwahl für das laufende (Sommer-) Semester hatte folgendes Ergebnis: cand. jur. Jakob Buchsbaum, Senior, sttrd. jlrr. Esriel Vänmer, Konsenwr, stud. jur. Bruno Werber, Schriftführer. Podwoloczyska. Der Verein jüdifchnationaler Handelsangestellte r und 'Arbeiter „A ch - w ah" in Podwoloczyska veranstaltete am 10. ^März 1906 jm, Bereinslokale eine Puriwfeier, welche sehr gut ausgefallen 'ist: Das Programm 'des Slbends bestand ans: 1. Vorlesung der „Meillah" von Gg. Seidmann nnd Anerbach, 2. hnmoriftische Vorlesung von Scholem-»Alejchem durch Gg. S r l b e r m a n ll, 3. humoristische Vorlesung der Megilliah von Gg. «S e i d m a nn, 4. Deklamation von Gg. Feder, 5. Gesang. Ganz befondeven Beifall ernteten die Gg. Seid m«a n n und Silber m a ll n bei deren Vorlesungen. Das Publikum, welches zahlreich erschienen war, war mit dem Abend höchst zufrieden. ■, ■, Sonnertthal-Plaqnette. Anläßlich des 70. GeburtAta«ges dldolf v. S o n n e n t h a l s hat das Kin.rütoriu'm der Gesellschaf für Sammlung ilnd Konservierung von Kunst- und historischen Denkinä'lern des Judentums beschlossen, eine Plaqnette seines Vizepräsidenten anzufertigell. Diese Plaguette, vom Bildhauer Eduard T e l c S in Budapest meifterhast ausgeftihrt, ist nnnnlehr' vollendet und gibt die Züge des großen Künstlers mit überraschender IleHnilichkett w'ieder. Kürzlich hat die Ueberreichung «des kleinen Kunsttverkes durch das Kuratorin-m in der Wohnnng des Künstlers stattgefunden und wurde 'demselben der erste Zlbdruck in Silber, seiner Tochter, der Dichterin! HerMalle v. S o n n e n t H a l, der erste Albdruck in Brml'ee überreicht. In einer ku-rzen, herzlichen' Ansprache würdigte der Präsident der Gesellschaft, Banrat Stiaßni, die Verdiensie des großen« Meisters nm die K'n-nsi llnd um die Gesellschaft. Irr ähnlicher Weise sprach der Vizepräsident, Hofvat Prof. Politzer, worauf der Gefeierte M ebenso Herzlicher Weife den erschienenen Kollegen rmd Freunden dan'kte. Nebst den ^beiden Genann'ten waren noch die Kuratoren Prof. Brüll, Prof. Ehrmann, Banrat v. Goldschmidt, Höfrat T a n s s i g und Dr. Bela T a N s s i g erschienen. Nunmehr gelangt eine beschränkte Zlnzahl von Exemplaren zum Verkaufe und zwar: Plagnette in Silber zum Preise vorr K 20.— und solche in Bronce znm Preise von L 10.— pro Stück. Reflektanten wollen sich an das Biiiemr der Gesellschaft, 1. Bez., .Krngerstraße 8, an das Jüdische Museum, 2. Bez., Praterftraße 23 oder an die Gnchhandttlng R. Löwit, 1. Bez., Rotenturmstraße 20, rvenden. 2ur I^isksruvA von Ärbcifsmäntd sten Preisen, fertig od. nach Mdse bei 8. Zarnleer, Wien, XVIII., Antor,i^asse 88. III. St. Korrespondenzkarte gönnet, komme ii a Neue. B°[q des Keinverdi-neteh widme ich d. j(wl. Nutionalfond^, RKCBSflFOtnCKE 5. niTTELB/ICII V/ien, I., Hoher Markt Nr. 8 (Pulais Siiu) im Zentrum der Stadt. sten, Hais rkeii. Verlnu keil sofoi-i d'a I* o 111.. Ent fern ueg des Sch'ei Preis pro Gshaohtel 70 Heller.