Nationalzeitung
- Journal
- Nationalzeitung
- Volume
- 1906
- Issue
- Heft 20 (13.3.1906)
- Date
- 1906-03-13
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 20 Seite y genommen wurde. Das Exekutivkomitee hat bereits die Verhandlungen wegen Ankaufs eines großen, den Anforderungen entsprecheirden Barlgrundes iir Angriff genoilnnen. ' Die Leiter der Aktion rechnen darauf, daß auch die in der Fremde lebenden Drohobyczcr Juden das begonnene nationale Werk durch Unterstützungen und Spenden fördern werden. R* 1*. Die Beschlüsse der Schulgesetz- Berlin, 2. März. Inder gestrigen- Nachmittagssitzung hat die Schulgesetzkormuissiou über den für im* wichtigsten § 24, der von den jüdischen- Volksschulen Handelt, in erster Lesung entschieden. Unter Ablehnung der vondem „Verband der Deutschen Juden" in seiner Denkschrift« beatlttagteui «vollständigen Gleichberechtigung der' jüdischen Schulen mit deir christlichen wrirden die ersten drei Absätze der Negierlurgsvortage ’Duvd). folgenden Kompromißantrag ersetzt: Für die Errichtung, und Unterhaltung der für jüdische minder bestimmten imb mit jüdischen Letzrkrästen zu besatzendeli öffentlichen Voltsschttlen gelten bis ans «weiteres die jetzt bestehenden Vorschrift« lr mit der Maßgabe, daß der 8 67 Nr. 3 des Gesetzes vorn 23. Juli 1-847 über die Verhältnisse der Inden für den ganzen Umfang der Monarchie zur Anwendung getaugt. Werden die in den 88 19—23 erwähnten öffentlichen Bvlksschnlen -von jüdischen .'lindern besucht, so finden in An sehn ng der Ausbringung derKosten für die Erteilung von jüdischem Religionsunterricht an dieselben und hinsichtlich der Anstellung von jüdischen- Lehrt rüsten an diesen- Schulen zum Zwecke der Erteilung von jüdischem Oieligionsnnterricht an die jüdischen uinder, sonne hinsichtlich der anderweiten Beschäftigung der hierfür angestellten jüdischen Lehrkräfte oii diesen Schulen bis ans weiteres die jetzt bestehenden Bestimmungen ^Anwendung. Für die Errichtung und Unterhaltung von öffentlichen Volksschulen, an welchen nach ihrer besonderen Verfassung, abgesehen von dem Falle des Absatzes 2, christliche und jüdische Lehrer zngleich anzustellen sind, bewendet es bei dem bestehenden Recht." Der angezogeue § 67 Nr. 3 lautet: „W«v die Unterhaltung der Ortschnten eine Last der bürgerlichen Gemeinde ist, haben die Inden im Falle der Errichtung einer eigenen öffentlichen Schule eine Beihilfe ans KommunalMitteln zu fordern, deren Höhe unter Berücksichtigung des Betrages der .^vm-mnnalabgabeu der jüdischen Einwohner, der ans der Komnuinalkasse für das Ortsschnl'weseu sonst geinachten Aufwendungen und der Erleichterung, welche dem «Kvnrmnnalschnlwesen ans der Vereinigung der jüdischen Kinder in eine besondere jüdische Schule erwachsen sind, zu bemessen und in Ermangelung einer gütlichen Vereinbarung voll den Ministern der geistlichen ufw. Angelegenheiten und des Innern festznsetzen ist." An> Stelle des Absatzes 4 der Vorlage wurde folgender nationalliberaler Antrag angenommen: „Liegen die Voraussetzungen des 8 21 Abs. 1 für jüdische Kinder vor, so bleibt es den S-chnlverbänden überlassen, für den Religionsunterricht nach Maßgabe der dort gegebenen Vorschriften zu sorgen. Ällachen sie von dieser Befugnis teilten Gebrauch, so findet 8 67 Nr. 3 des Gesetzes vom 23. Juli 1847 sinngemäße Anivendnng." Absatz 6 wurde unverändert gutgcheißen. Die grundsätzlich abweichenden Anträge der Freisinnigen, welche bpzweckteu, die^88 l3 bis 23 entsprechend für die jüdischen Lchuleu anwendbar zu machen, wurden abgelehnt. Außerdem lviirde nachstehende Kompromiß-Resolution augeuommen: „Die Kgl. Staatsregi-ernng anfznfvrdevn, Mittel in den Staatshaushaltsetat einznstellen, um da, wo für dett jüdischen Ne l ig i onsn nt erricht nicht durch jüdische öffentliche Schulen oder seitens der bürgerlichen.Gemeinden durch Anstellung jüdischer Lehrkräfte an den öffentlichen Volksschulen oder in anderer Weise gesorgt ist, de Synagogengemeinden die Beschaffung des jüdischen Religionsunterrichtes zu erleichtern." Die eminente Wichtigkeit dieser Beschlüsse der Kommission -braucht nicht erst dargetan zu werden. Ohne einer späteren, eingehenden Bespvechimg, lvelche erst nach der Entscheidung des Plenums a-n der, Zeit sein lvivd, vorzugreifeu, sei schon heute daraus hingewiesen, daß die Beschlüsse der Kommission den Wünschen nicht in. volleni Umfange entsprechen, welche seitens Nationalzeitung. der preußischen Judeuheit gehegt und ausgesprochen worden, sind. Me Erwartung, daß die Ntehrheitsparteienes als ein Gebot der Billigkeit betrachten loürden, die jüdische Volksschule, ihre Lehrer und Schüler, den christlichen' vollständig gleichzustellen, ist nicht erfüllt worden. Allerdings m«ag es uns mit Befriedigung erfüllen, daß die Negierungsvo-rlage, welche die Bernichtnug der jüdischen. Volksschulenin sich schloß, keine Aussicht hat, Gesetz zu werden. Anchs muß anerkannt werden,, daß sämtliche Parteien« den lins berührenden Fragen mit Verständnis und gutem Willen entgegengekommen sind. Das bestärkt in der Hoffnung, daß es vielleicht doch noch gelingen wird, weitere Verbesserungenin den, Entwurf hineinzubriugcn, daß vor allem nicht ausschließlich die jüdischen Bolksschnlen, welche, so notwendig ihre Erhaltung auch ist, doch immerhin nur von einem Bruchteil der jüdischen Volksschüler besucht werden, Berücksichtigung finden. Vermischte Nachrichten. Wien. (Todesfall.) Einen schweren Ver- Iuff hat der Herausgeber unseres Blattes, Redakteur Jakob K r a n s z, erlitten. Gestern, den 12. d. M., verstarb in Neutra (Ungarn) seine Mutter, Frau. Johanna s Si x a n s z.. geb. Offenberger, nach langem schwerem Leidenim Alter von 74 Jahren. T-ie Dahingeschiedeuc, eine Jschah chaschnwah im edelsten Sinne des Wortes, erfreute sich wegen ihrer großen Frömmigkeit sowie wegen ihres Edelsinnes, den« sie trotz ihrer bestbeidenen Verhältnisse durch! Unterstützung ihrer bedürft igen Stamm esbrüdet und Staimmesschwestern Ausdruck gab, in allen Kreisen der größten Wertschätzung. Ihr Abgang wird von ihrem Manne, dem sie in vierzigjähriger glücklicher Ehe eine treue Lebensgefährtin war, sowie von ihren Kindern nn«d Enkelkindern tief betrauert. Ehre ihrem Andenken! Wien. Die jüdisch-akademische Verbindung „M a k k a b ä e r" veranstaltet am 16. ds. Mts. im Hotel Continental ihren Fest- Kommers mit anschließendem Danzkrä-nzchen-. Aufan-g 9 Uhr. Herren: Balltoilette. 'Wien. Sonntag den 25. d. M., 10 Uhr vormittags, findet in. den Näumlichkeiten des isr. Hnmanitätsvereines „Wien", B'nai B'rith, 1. Bez., Unioersitätsstraße 4, die ordentliche ffc,trialversaimnlung des „Hilfsvereines für die notleidende jübischo Bevölkerung Galiziens mit folgender Tagesordnungstatt: 1. Verlesung des Protokolls der letzten o-rdentlicheii Generatversanrnllrl-ng. 2. Bericht über die Veveinstätigkeit in der seit dieser Versammlung abgellmfenen Zeit. 3. Bericht über die Einnahmen und Au-sgäben! und über den Vermögeusstand des Vereinest 4. Bericht des Aufiichtsraies über die Gebarung der Vereins leitung. 6. Anträge der Vereinsleitu-ng nnd der Ortsgruppen, a) der Vereinsleitllng: A.enderung der 88 21 und 23 der Vereinsstatuten (Erhöhung der Zahl der Mitglieder der Vereinsleitung und des engeren Ausschusses); bi der Ortsgrrippeu. 6. Wahlen: a) in die Voreinsleitnng (10 Mitglieder); b)in den Anfsi-chtsrat (7 Mitglieder); e) in das Schieds-gerich: (10 Mitglieder). 7. Eventualla. Me». Die flnoschußsvahlen des Vereines ziomsftscher Hochschiller „Theodor Herz-l" ergaben: Präses: phil. Josef Carniok,Bizepräses: ing. Alfred Merary, Schristfühver: ing. Ernst Stark, Kassier: ju-r. Arthur Holzer, Bibliothekar: phil. Fischet llioitenstreich. Wie». Samstag den 3. März, fand die 24. ordentliche Plenarversammlung der„L es e- und 3t >e d -e h a l l e «j ü d i s ch e «r H o ch - schül-er in, Wien" stall. Der Präses-, sind, phil. Emil Kleinmann, hielt -dein verstorbenen Mitgliede Dr. Kupfermann! einen lvannen Nachruf, welchen die zahlreich erschienenen Mitglieder stehend auhörten. Hieraus erstattete er den 3iechenschaftsbericht über das abgelanfeno Semester; sodann wurde dem Ausschuß per Akklamation das Abfolutorinm. erteilt. Die Neuwahlen ergaben folgendes 3!esultat: Präses: nred. Hermann. Schlesinger, 1. Vizepräscs: jur. Alexander Weisz, 2. Vizepräses: tech. Artnr Flach, 1. Schriftführer: jur. Michael Lam, 2. S-christführer: jur. Gustav Reiß, 1. Kassier: jur. Siegfried Herz, 2. Kassier: phil. Gustav Kreisler, Zeitungsvcrweser: phil. Siegfried Schniitz, Bibliothekar; tech. Moses Waldmann, Hausverweser: nred. Menachem Fleschner. Wien. Am 8. Mürz veranstaltete der B c re i n zur B e k l e i d u n g a r m er M ä n n e v lt n d F r a u c n d c r B c z i r f« 12.—15. ein Wvbltätiakeitsfest im VerbandSheim 6. Bez., Königs-egg. 10. Herr A-ntva Stern als Obmaml dieses Vereines begrüßte die erschienenen Festgüste aufs ljerzlichste, führte ihnen die ed-len Tendenzen des jungen Vereines vor Augen und fvrderte jeden zur Unterstützungderselben ans, zum Schlüsse seiner Ansprache brachte er ein Hoch auf unseren vielgeliebten Kaiser Fran>z Josef aus, in ivetche-m die Festgüste untere dea Klängelt der Aoltsbyinne jubelnd eiustinmckeü. B«esonderen künstlerischen-Genuß boten unter anderen den Besuchern dieses in jener Hinsicht gelungenen Festes die in uneigerrnützigster Weise sich zur Verfügung gestellten K tlnstkräfte Frau Hermine T h o r, Frau Irene K lein und Frl. Selma L i e b e r m a n n. Um das Gelingen, des schönen Festes haben sich besondere «Verdienste erworben Herr Emil K a ntor, Frau Dr. Phila Drucker, Frau Ing. Anna L e i n f e l d, Frau Josesiue Birkenf e l d, Frau Fanny N e i t m a n n, «Frau Minna T r it sch, Frau Sidi M ä r z, «Frau «Dr. Hermine Weiß- und «Frau Frida West re ich. Knltusratswahlen in Sadagura. Dienstag den 6. d. M. begannen unter! Vorsitz des bisherigen! Kulmsratspräsidenten Josef Fische"! uudiu Anwesenheit des 3tegieruugskümmissärs Kongeptspraktikanteii Palasch die Wahlen iu den Kultusrat., die im vo-rigen Jahre wegen turbulenter Szenen abgebrochen werden mußten. Gewählt wurden: Imdritten Wahlkörper di-e. Herren« Josef Fischer, Joses Badian, T>r. I. Rrmues, S. Sand-maun, S. Rosenblatt, L. Rand wiedcrgewähll, Adolf Ausländer und K. L. Retter m-ugewähilt. Im zweiten Wahlkörper wurden die Herren F.' Körner« des Chaskel, M. Horowitz, Leib- Rosler, S. Lu«nenseld, A. Tritt, H. Tanzker, K. Wonder-mann lviedergewähkt, M. K. Friinel neuczewählt. Der. erste Wahlkörper wählt am Mittwoch den 16. d. M. Anerkennung der jüdischen Naüonalität. Aus Czernowitz wird berichtet: Sämtliche Vorstellungen dev jüdischen Slllden!t«enschast aus Anerkennung ihrer Nationalität als Juden und Ausweis derselben in den offiziellen« Verlautbarungensind bis mm erfolglos aobliebeu. Nach, toie vor werden die Juden zu. Deutschen gezählt, lim: sich vor einer derartigen nationalen V-ergelvaltiguug zu. sch«iitzeu, haben fast sämtliche jüdische Studenten au unserer Alma mater« bei der eben abgelattsenen Inskription als Muttersprache „ruthenisch-" und einige wenige auch „rumänisch" angegebene Vielleicht geht's setzt! Tempelbau der Poster Neligionsgomeinde. Das Atzni-izipiuinvon Vn'd-apest stak «im Jahre 1893 der Pester isr. Religionsgelneinde den durch die Marko-, Ko Hary-, Szalay- und Szemeregasse abgegreUzken Gruudkomplex znin Van eines nvvnu-nuntaten Temvels lucker der Be'dinlguUg überlassen, daß der Ban bis Marz 1903 vollendet nnd seiner Bestimmung übergebensein müsse. Dieser Termin konnte mm der Neligivn-sgelneinöe teils infolge der Erfvlgl-vsigkeik der ausgeschriebenen Kvii-klirrenz, hanptzsächlich aber mangels der nötigen materiellell Mittel, nicht eingehalten werden, worauf der Magistrat, der Bitte der Retigivnsgemeinde entsprechend, eine dreijährige Fristerstreck'nug gewahrte, welche im nächsten Monat ab'län'ft. Die Neligionsgemeinde hat den Ban noch ilmner nicht in Angriff genommen, sondern hat, sich ans die technifchen nnd tnateri-ellen Gründe verrtfend, um eine neuerliche Hinmisschieb-ung des Termins auf ziivei Jahre, d. i. bis Ndärz 1908, angesncht. Der Magistrat wird der in den nächsten Taget! stattfindenden Generalveriäminknng beatttragen, die Fristerstreckung dies eine Mal noch zu gewährend. KRCBSdPOTIIEKC 5. niTTCLPflCW Wien, I., Hoher Markt Nr. 8 (Palais Siaa) im Zaatrum der Stadt. 4 Ala schnellwirkende, schmerz > stillende Einreibung, insbea. als stärkendes Mittel bei überanstrengenden Muskelbewegungen, Märschen, Rad- und Bergtouren. 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