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Nationalzeitung · 1906-02-23 · Heft 15 (23.2.1906) · p. Seite 6

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Journal
Nationalzeitung
Volume
1906
Issue
Heft 15 (23.2.1906)
Date
1906-02-23
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Juden! Leset und verbreitet die „Nationalzeitung Natiovalzeitung Nr. 15 OOltt' 6 Abend. Mitt-rvvch den 28.: „Die Lohre vom Menschen" lErittus). Herr Prof. Dr. Josef Pollak. Donnerstag den 1. Mürz: „Neue Philosophie" (Eyklusj. Herr Dr. Beruh. Wachste in. Freitag den 2.: Bibeltvvrtrag. Samstag den 3.: Konzert. D-nrch besondere Umstände veranlatzte Aenderungen Vorbehalten. — Sauistag den 17. d. Mts. fand in der Tonnbec'halle eine Heinefeier statt. Schriftsteller Dr. A. Neck er würdigte in einem Bortrage Heines Schassen. Hieran Most sich ein Konzert, das von Frau Schmitz (Klavier) und Herrn Pros. Deutsch (Violine) bestritten wurde. Die Vortragenden ernteten reichen Beifall. Sonntag den 18. d. Bits, vereinigte eine ,Kin-derjause", für welche eine ungenannt sein wollende Daine sechzig Kronen gespendet hatte, 300 der ärmsten Kinder zu einem fröhlichen Nachmittage. Zionistischer Zentraloerein. Die zweite große Propagandaversamm-lung dieses neugegründeten Bttrgervereines findet Montag den 26. ös. im Saale des Hotel G u t h, 2. Bez., Stesanrcstratze Nr. 14, 8 Uhr abends statt. Tagesordnung: „W a s will der Z i o n i s m u s?" Referent Dr. E. M. Zweig. Jüdische Tages fragen. Referent Vorbehalten. Gäste 'willkommen. Nachod, 20. Februar. In der letzten großen Ausschußsitzung wurde der gegenwärtig in Jmisbruck wirkende Rabbiner PH. Dr. Sicher mit 13 Stimmen an Stelle des nach Prag berufenen PH. Tr. Heimisch Brody zum hiesigen Rabbiner gewählt. Der neue Präsident des Budapcster Larrdes- Rabbinerseminars. Das Organisationskomitee des Landes-Rabbinerseminars hielt vorige Woche unter dem Vorsitze des Vizeprästdenten Nabb. Dr. Samuel K o hu eine Sitzung, zu deren Beginn der Vorsitzende zunächst in warmen Worten der Pietät der un-vergänglichen Verdienste des verstorbenen Präsidenten Martin Schweiger um das Institut gedachte. Tann brachte er den Antrag ein, die verwaiste Präsidentenstelle mit Josef H a t v a n ri - D e u t s ch zu besetzen, der unter allgemeiner Begeisterung einstimmig auch gewählt wurde. Den Rücktritt des königlichen Rates Josef S i m o n, der seit des Seminars als Referent deS Organisationskomitees fungiert, nahm das Komitee mit Bedauern zur Kenntnis und wählte mit Akklamation 'den Anwalt der „Ghewra Kadischlo" Tr. Franz Mezey, den sein Vorgänger für diese Stelle empfohlen hatte, zum Referenten. Zum Präsidenten des Unterrichts- und Bibliothe'k-Komitees wurde Rabb. Dr. Samuel K o h n gewählt. Abschaffung des Hebräischen im jüdischen Religionsunterrichte. Aus Betliu kommt die betrübende Nachricht, daß in der dortigen städtischen Schuldeputation beschlossen wurde, in Zukunft in den Gemeindeschulen jüdischen Religionstmt-errichi in? drei aufsteigendcin Stufenerteilen zu lassen. Ter U n t e r r i ch t im H e b r ä i s ch e n, wurde aus dem- Lehrpläne vollständig g e st r i ch e n. Es bleibt abzuwarten, ob der Berliner Kultusvorstand sich in diesen Beschluß fügen wird. Den Berliner Ziontstein obliegt jedoch, jedenfalls die Pflicht, durch Gründung von Kursen für den Unterricht im .Hebräischen, Sorge zu tragen-, falls die Gemeinde dieser ihrer Pflicht nicht nachkommt. Rabbinerweihe. Im Golteshause des Bu-vapestei' Landesmbbinerseminars wurden folgende absolvierte Seminaristen in feierlicher Weise zu Rabbinern geweiht: Dr. Josef Borfodi, Dr. Jakob Drobinszky, Dr. Sigmund Greßmann, Dr. Moriz Richtmann, Dr. Aron Schänfelv und Dr. Samuel Weiß. Die Feier begann mit einem Gesangsvortrage des Oberkarrtors Lazarus, worauf ver Nagy- Becskcreker Oberrabbiner, der- Präsident der P>rüfungskommissio!n! Dr. Moriz Klein, eine forlnvoüendete, gedankenreiche Rede hielt, in welcher er die jungen Rabbmen zu religiöser und patriotischer Tätigkeit aneiferte. Erhebend war es, als er im Berlauife seiner Rede in geistvoller Weise auf die russischen ^Judenverfolgungen! und auf die hinfälligen Resultate der babylonischen Forschungen hinwies. Die Rede wurde von den Anwesenden mit Ergriffenheit angehört. Im Namen der Seminarist'vn dankte Dr. Aron Schönfeld in einer an das Lehrerkorps gerichteten Ansprache. Zum Schlüsse segnete der greise Rektor Moses Bloch in, klastischer hebräischer Sprache die jungen Rabbiner und erklärte sie zur Ausübung des Nabbinerberufes für reif. Die schöne Feier wurde mit der Absmgung des Hymnus geschlossen. Eine jüdische Kunstausstellung. In der Volksausstellungshalle der Whitechapel Art Gallery in London, die jährlich zweimal Kunstausstellungen verschiedener Art, verbunden mit Vorträgen und Demonstrationen bei freiem Eintritt veranstaltet, wird als nächste Herbstausstellung eine jüdische k u n st a u s - stell u n g stattfinden. Mathias Acher in Berlin. Vorige Woche sprach Mathias A ch e r (Dr. Nathan Birnbaum) in Berlin über „Die nationale A u r o n o m i e der Jude n in O e st e r - r e i ch". Die Versammlung konnte erst nach langen Schwierigkeiten eröffnet werden, da der Saal sich für die große Anzahl der Besucher als viel zu klein erwies. Ter Redner beleuchtete zunächst die Autononstebestrebungen in, Oesterreich im allgemeinen und ging dann, aus die der Juden näherein. J'rn zisleithanischen Oesterreich gäbe es acht, sogar nenn, wenn man die jüdische mitzählt, zehn Nationen, die nicht reinlich gesondert, sondern durcheinander wohnen. Es herrsche ein, Kampf der Nationen, der im besonderen in dem Streit um die Bildungsstätten zum Ausdrucke konuue. Die Arrtonomiebestrebungen gehen nun dahi'n, daß jede einzelne Nation für eine Korporation erklärt wird, damit künftigem Neibungsstoff vorgebeugt werde. Ern Hindernis für die jüdische Autonomie bilden außerden Polen m„r die reichen und mächtigen -erstklassigen Juden. Zum Schlüsse seiner Ausführung betonte der Referent den Wer! der nationalen Autonomie, die vor allem ein Mittel zur Erziehung sei. Ein Volk, das etwas erreichen will, muß Mut haben, auch der- Mehrheit entgegenzutreten. Es gelte die Furcht vor der Mehrheit auszurotten. Die Juden müßien? sich äbgewöhnen, sich darauf zu berufen, daß sie die Minorstät sind. Tie nationale Autonomie solle den Jud,cn zu emern vollen Menschen machen. An der sich an das interessante Referat anschließenden Debatte beteiligten sich die Herren Dr. Mühsam, Landes, Ringwald, die das wirtschaftliche Moment betonten und Herr Scheper, dessen Grimmsich besonders gegen das Indischdeutsche richtete. Dr. Heinrich Loewe betonte, daß der einzig reale, mit Tatsachen, rechnende TerritorialisMus diese Autonomiebewegung sei, die zu unterstützen im Interesse des Zionismus läge, ebenso wird der phantastische Territorialismus, der nach Landein suche, durch seine Phantasterei dazu arge:an sein, das jüdische Volk von der notwendigen, Augenbl-icks-hilfe abzulenken und dabei gleichzeitig die endgültige Lösung der Judenfrage illusorisch zu machen. In ausführlicher Rede wieserdie- Vorwürfe gegen die jüdische deutsche Sprache zurück. Nach einer kurzen- Ansprache von- Dr. Hans G-ideon Heymann hielt Herr Dr. Birnbaum die Schlußrede, die mit lebhaftem Beifall von der Versammlung entgegengenommen wurde. Meyers großes Konversationslexikon. Ein Nachschlagewerk des allgemeinen Wissens. Sechste gänzlich neuöearöe stete und vermehrte Auflage. Adehr als 148 000 Artikel und Verweisungen auf über 18 240 Seiten Text mit mehr als 11000 Abbildungen, Karten und Plänen im Text und auf über 1400 Jllustrationstafeln (darunter etwa 190 Farbendrucktaseln und 300 selbständige Kartenbeilagen) sowie 130 Textbeilagen. 20 Bände in Halbleüer gebunden zu je 10 Mark oder in Prachtband zu je 12 Mark. (Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Wien.) Der große Wert, den Meyers Großes Konversations-Lexikon für die Technik besitzt, kommt so recht wieder in dem soeben erschienenen 11. Band zum Ausdruck. Alle Gebiete kommen in ihm aufs beste auf ihre Rechnung, und die gewohnte treffliche Illustrierung, die in -minutiöser Genauigkeit allen Neuerscheinungen aus maschinellem Gebiet durch hervorragende Holzschnittafeln gerecht wird, hat auch hier wieder den alten Ruhm der Verlagsanstalt bewährt. Nicht weniger als 70 farbige, schwarze und Kartenbeilagen werden uns beschert, darunter 2-1 ganz neue, während ein großer Teil der früheren eine sach- und zeitgemäße Veränderung erfahren haben. Es seien aus dem Gebiet der Maschinentechnik nur folgende, teilweise von Tafeln begleitete Artikel Hervorgehoben: „Kochherde und Kochmaschinen", „Kompressoren", „Krane", „Kondensation", Kraftübertragung", „Kuppelungen", „Kurbel", ,Kuvertmaschinen", „Kopiermaschine" /Kleinbahnen", „Kühlen", „Kultivator", aus dem Gebiete der Bautechnik: „Kornhaus in Kopenhagen", „Krankenhäuser", „Kölner Dom". Aus dem Hüttenwesen bringt uns der chemische Technologe den gleichfalls mit Tafel versehenen Artikel „K'upfergewinnuug", ferner in den Artikeln ,Kohle", /Kohlensäure", /Kohlenwasserstoffe", ,Koks", ,Kopale" umfassende Abhandlungen,' die Kriegstechnir betreffen die Artikel „Kriegsbrücken", ,Kriegskunst", Kriegsmaschinen" (mit kulturgeschichtlicher Tafel), „Kriegssanitätswesen", die Märine -die Artikel ,Kreuzer", „Küstenbelenchtung", „Küstenvermeffung". Für die Baukunst und das Kunstgowerbe und die Kunst im allgemeinen sind vor allem die Artikel über Kirchenbaukunst", ,Kölner Dom", ,Kunst", ,Kunstwifienschaft", „Kunst der Naturvölker", „Kunstgewerbe", /Kupferstccherkunst" von Bedeutung. Zu den vielen in alle Gewerbe reichenden sozialen Fragen gehören auch die der /Krankenkassen", des „Kinderschutzes" und „Kommunismus", die hier ausgiebig Erörterung finden. Für die Betätigung deutscher Pionierarbeit im Ausland ist von großer Wichtigkeit das Studium der wirtschaftlichen und geographischen Verhältnisse wichtiger Interessengebiete, wie /Kleinasten" (Anatolische Bahn) und des nach dem Friedensschlutz für Handel und Industrie sehr zu beachtenden „Korea" sowie des Anteils, den die verschiedenen Kulturvölker an der Kolonisation haben (Artikel /Kolonien", ,Kolonialgesellfchaft" mit Tafel, „Koloniale Evwerbsgesellschasten", „Kolonialrecht" mit zwei trefflichen Karten, „Konsu-late" mit Tafeln ,Konsulare Vertretung Deutschlands im Auslande"). Eine -Reihe weiterer Länderartikel mit Karten, Stäöteplänen mit Index erschöpfen die Geographie und Geschichte der diesem Bande zugehörigen Gebiete auf das gründlichste. Diese wenigen Hinweise werden die Bedeutung und den Wert auch dieses 11. Bandes nur streifen, ein -gründlicher Einblick in die in ihnen aufgestapelten Wissensschätze wird ihnen aber voll recht geben. Eingescndct. 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