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Nationalzeitung · 1906-02-09 · Heft 11 (9.2.1906) · p. Seite 6

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Journal
Nationalzeitung
Volume
1906
Issue
Heft 11 (9.2.1906)
Date
1906-02-09
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Juden! Leset und verbreitet die „Nationalzeitung Seite 6 Nationalzertung Nr. 11 Wie« Im literarisch-geselligen Vereine „Moria" hielt am Samstag Hos- und Gericht-- adookat Dr. Jakob Cohn einen tiefdurchdachten Vortrag über die Judenfrage, indem er das Judentum wie einen in großer Gefahr schwebenden Patienten darftellte, der nahezu an Setbstoernichtung denkt und der Verzweiflung sich hingibt. Zu dieser so ungünstigen Diagnose geben nicht bloß die Massentaufen Anlaß, sondern verursachen die Selbstsiucht, der Mangel an Selbstbewußtsein in maßgebenden Kreiien, so daß weder im Zionismus noch im Territorialismus das Heil und die Rettung erblickt werden könne, sondern im kräftigen Rationalismus, d. h. in der Rückkehr zum Judentum, wie Dr. Herzl es dachte. Die Kräftigung des Gemeinsinnes wird es endlich dahin bringen, daß man sich jüdischer Namen nicht schämen wird, ebenso seine Stammesgenossen nicht ausweisen, sie vielmehr aufsuchen und ihnen mit Rat und Tat helfend zur Seite zu sichen und wie es zur Zeit des mittelalterlichen Druckes der Fall war. mährend seit der Emanzipation die vornehmen Klassen sich isolieren. Die Judenheri muß wieder als einheitlicher Organismus dastehen, dann wird sie wieder elstehen und erstarken! —n. Wien Am 31. Jänner veranstaltete der „Verern zionistischer Frauen und Mädchen Fünshaus" in den Verbandsälen eine Akademie mit anschließendem Tanzklünzchen. Dank der Rührigkeit sämtlicher Vorstandsdamen und des Herrn Dir.ktois Plowitz siet das Fest glänz md aus. Der Saal war dicht gefüllt und so harte der Vorstand dre Freude, dem wohltätigen Zwecke (das Reinertiägnrs galt den russischen Opfern) eine amehnliche Summe zuzufüyren. Dem Brigittenaner iSraet UuterstütznugSverein sind von Frerrnden und Gönnern die nachstehenden Spenden zuhanden seines Obmannes Herrn Adolf Schreiber, XX. Klosternenburgerstraße 19, bisher zugegangen und sagt derselbe allen edlen Spendern namens der Vereinsleitung herzinnigsten Dank: Adolf Schrämet K 20 —, Br Bottwien 10.—, M. & I Mandl 25.-, Sigm. Mandl 50.-, Jakob Kohn XX 6.—, PH. Gomperz 20.—, S. Heit 10.- , Ernestine Thorsch 40.— Tr. Felix Katzau 25.-, Wilhelm Ziehrer 10.- , Salo Kohn 20 —, Sam. S. Bing 20.—, D. Fanto L Co •<'. , August Fischt 5.-, L. Prestbrrrger 5.—, Jakob Max t5.—, S. Schallinger 5 - , Ai Eisler 5 - , Karl v. Auipitz . 50.—, PH. Herzog 5.-, Anton Beck 6. - , kais Rat 5. Kohnberger l0.—, M Brammer 8. - , Jg. Eisler 10.—, Dr. Karl Nathansohn 4. , Gabriel Böhrn 6. —, Dr. Hornig 2.—, H. Böhm 10.—, Baron Max Springer 100.—, Bondi & Mayer 6. -, G. Tanfsig -10.—, kgl Rat Bernhard Rosenfeld 3.—, Goldman & Salatsch 2. -, kais. Rat Ad. Lichtblair 5.—. Eh. Sbram 10.—, A. Stern & Sohn 10.—. ,Dr. A. ck i 0. —, Tr. Alfred Berger 10.—, E. Braun L Eo. 2.-, Arnold Grünfeld & Eo. 1. -, Jjidor BachrichZ.—,H Friedjung2.-,Lichtenstern LZweiger 10. —, Emil Fürth 5.—. Anonym umer „Ungenannt sein wollend" 50.—, dto. 4. , Otto Deutschendors 10. , Mar Platschet 2 —, Staiib l0 Freudenthal & Bachwiß 2.—, Josef Doch 5.-, Hugo Herzfelder 10.-, Dr. Ludivig Vogler, Reichsratsabgeordneler 10. . tzörvy & Schnitzler 2—, Rosa Bcrirfeld 4.—, Moritz Back 3.-, M. Gnth 10.-, Ätdolf Springer 10—. S. Kanitz 5. , Th. Rv. Taussig 10—. L. Fürth 5. — , Ph. Roth, Brünn 4- , A. v. Boschan 5.—, H. Schars. Technik 10.—, Dr. S- Dürrinairl M. Winkler & Sohn 2.- , S. Blau 10.-, Dr. D. Bachrach 5.-, Friedrich Pollak 5. , Adolf Wellisch 2.—, Brüder Schwadron 5.—, I. Taussig in Kischitz 4.—, Dr. Josef Breuer 2-"».-, Unter: „««un kaumtnntn ju'ioi“, Budapest 2.-, Max Gelbart 5.—, I. Wassermann 4. , Arnstein in Kolm 0.-, Jakob Goldner 25. , Jul. Herzog 3 . kais. Rat I. Weil 10.—, I. Schreiber w. , Alois Lemberger 100.-, Buuzl & Biach 5.—, kais. Rat Friedr. Pollak 10.—. K. Berger 2.— , Gustav Bamberger 4. , I. Pick, Nachod' >0. , H. Birnbach 3 Sim. Heller 10—, Mar B. Eisler 20 - , kais. Rat Gustav Schweinburg 10.-, H. F. Mendl 10-, H. Südfeld & Eo. 4.-, I. Briickiler & Sohn 4 , Kultnsgemeinde Jägern darf K).—, I. Mauthner 5.—, Richard Patzau 20.-, Dr. S. Natzler 4. -, kais. Rat Leopold Sachs 30.—, B. Wetzte,- 5—, H. L- 3.—, Simon Stein, Zwittau 5. , I Fischer, Toporanz 5. , Hosrat B v. Hahn 30.— , Frail Regina Sounner 3. , L. Weinwurm, Malaezka K 10.'-. Akad. Verbindung „Kadimah". Die akad. Vetbindung „Kadimah" veranstaltet am 14. *>. M. im Saale des Verbands Heimes, 6. Bez., Königsegggasse 10, einen Kommers mit anschließendem Tanze. Gaya. Bei der cnn Ü. ds. von Herrn Knltusverstchel Sarnuel Jellinek und Herrn Bürgermeister der Kultusgemeinde Karl Müller einlcrnfenen' Wählerversammlung der jüdischen Kaufleute und Gewerbetreibenden!, die guk besucht war, wurde der einhellige Beschluß gefaßt, die tschechischen Kandidaten in die Handelskammer zu wählen. Die Juden in Mähren gehen jetzt ihre eigenen Wege, was.auch den' Herren in der Gemeindcstube und ihrer Ratgeberin, der „Union", baild zum Bewußtsein kommen wird. Brudermahl der Cheivra-Kadischa in Wie«. Die Ehowra-Kaütscha in Wien veranstaltet nach längerer Pause in diesem Jahre wieder ein B r u d e r m a h l, welches am 18. März d. Js., 6 Uhr abends, im Sophiensaale (Nestaurant To-- nello) stattfinderr wird. Zur Teilnahme an dieser Feier sind gegen Entrichtttng eines Betrages von K 12.— für das Menü nur Mitglieder der Ehemra-^Kvdischa berechtigt. Einem alten Brauche folgend, erfolgt bei diesem Anlässe die Ausnahme neuer Mitglieder. Anmeldungen zum Beitritte sowie zur TeUnahme arr dem Brudermahle sind dem Bureau der Ehewra-Kadischa, 1. Bez., Seiteni'rctteugassc 2, schriftlich bokanntzugeben. Brünn. Midisch^-Edem. Lese- und Redehalle.i Am 30. Jäntier veranstaltete die jüd.-atad. Lese- und Redeyalle einen Vortragsabend. Anwesend waren Mitglieder der jüd.-akad. Verbindung ,JLeritas", Vertreter der „Emunah", „Poale Zion" und des tschechisch-akad. Lesevereines „Zora". Als Referent fungierte Herr Dr. Theodor Haas, der ü'ber das Thema „Die neuen Landesgesetze und ihre Rückwirkung auf die Juden Mährens" in äußerst sachlicher Weise referierte und Wer die Einteilung in nationale Kataster als auch über das Schulwesen sprach. An der Debatte betelligten sich die Herren Dr. Viktor Haas, Dr. Abeles und Ing. Häuser, der den Standpunkt der tschechischen Techniker deklarierte. Krakau. Ueber den Vortrag des Herrn Richard Rappaport in Kra'tau schreibt der Krakauer „I u d": „Sonntag den 28. Dezember hielt im Sitzungsfaale der K'ultusgemeinde Herr Richard Rappaport aus Wien einen Vortrag über die „politische Zukunft d e r I u d e n i n O e st e r r e i ch". Redner entwickelte dre ganze Geschichte Oesterreichs in den letzten hundert Jahren, wies auf das Verhältnis der Inden zu den anderen Nationalitäten hin und schloß mit einer Forderung nach einer nationalen Autonomie für alle Völker Oesterreichs, somit auch für die Juden. Der Vorkragsfaal war buchstäblich Mersüllt. Die meisten der Anwesenden gehörten denn angesehenen Kraauer Bürgerftande an, die den Ausführungen des Vortragenden mit großem Interesse folgten. Der Andrang zur Versammlung war so groß, daß die Saaltüren länge, Vor Eröffnung der Versammlung geschlossen werden mußten. Vor dem Sitzungssaale hatten sich „allerlei" Sozialisten angesammelt, mit der Absicht, die Versammlung zu sprengen. Der Versuch mißlang jedoch. Die Malaria in Jerusalem und ihre Verhütung. Unter diesem Titel erschien ein Aufsatz des englischen Hygienikers John C o p p e r, über welchen die „Med. Wochenschrift" berichtet: Mr. Coppcr. spricht über die große Häufigkeit der Malaria bei der j ü d i s ch e n Bevölkerung I e r u s a l e ni s. Es kommen alle Formen der Malaria vor und es unterliegt keinem Zweifel, daß auch hier die Uebertragung durch die in den Zisternen sich ttwickelnden Anopheles zustande kommt. Da es unmöglich ist, die Zisternen zuzuschütten und Pumpen zu benützen und da die Kranken eine große Abneigung gegen den Gebrauch des Chinins haben, so empfiehlt Copper die regelmäßige Ausschwefelung der Zisternen, die sich ihm sehr bewährt hat. Auch das Ucbergießen des Wasserspiegels mit Petroleum sei sehr nützlich. Wien. (Todesfall.) Am- 61. v. M. starb hier Iran Wittel Kaestenbanm, die Witwe des gewesenen Präsident^ der Israelitischen Kultusgeineinde und der Zionsloge zu Botuschany, weiland I. M. Kaestenbanm, im 76, Lebensjahre. Die Verblichene entstammte der jüdischen Patrizierfamilie Jolles aus Brody und war eine vornehme Natur. Im Wohlstand erzogen und in» ihrem Eheloben übel aus glücklich und vermögend, ertrug sie später während ihres 26jährigen Witwcnstandes manchen schweren Schicksalsschlag mit einer bewunderungswürdigen Ruhe und Nesignation. Bald nach dein Tode ihres ausgezeichneten Gatten! ging auch das zntückgebliebene kleine Vermögen' zugrunde; dafür sorgten schon „gute" Ratgeber. Sie verlor einen, hoffnungsvollen sechzehnjährigen Sohn durch Kohlenoxydgasvergiflung und zwei verheiratete Töchter, die älteste und die jüngste, starben in einem Jahre, nachdem an denselben schwere Operationen vorgenommen wurden. Die jüngste Tochter, 26 Jahre alt, hintorließ zwei Kinder im zartesten, Alter. Durch 18 Jahre lebte die Verblichene, die noch in Nmnänion zwei Söhne besitzt, bei ihrer in Wien wohnenden nnnlnehrigen einzigen Tochter Frau Marie Chameides, die an ihrer Mutter das fünfte Gebot in des Wortes schönster Bedeutung erfüllte. Was aber diese Tochter in den letzten sechs Jahren, des schweren Siechtums und!vährend des wochenlangen Todeskampfes an liebevoller Pflege und Aufopferung für ihre Mutter geleistet, das zu schildern ist einfach immöglich. Nur eine wahrhaft große Seele vermag soviel Selbstverleugnung an den Tag zu legen. Die Dahingeschiedene hat in Ru'he und Ergebunalles, was das Leben mit sich brachte, ertragen, sie ruhe in Frieden. Eingeseudet. Suche ftir meinen -in- Le*re t»*»i Fleischhauer V^rpfl-gnr»>? pryyi'in.qfht. G»fl. AngehpM an Michael Höniq WiMn. xvnf.. Karl M^ckw. 31 f. -tn* k, Tnr Iß. Heinrich Neugebauer vormals IWu nir c fflST" Optiker -W, Wien, I. 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