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Nationalzeitung · 1906-02-09 · Heft 11 (9.2.1906) · p. [Seite]

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Journal
Nationalzeitung
Volume
1906
Issue
Heft 11 (9.2.1906)
Date
1906-02-09
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Mtmcheitiil Organ für die gesamten Interessen des jüdischen Volkes. Nrdaktwn: IX/l, Wsfagsstr 81. Telephon Nr. 14723. Gprechstnnden: An Wochentagen von 10 bl» 12 Uhr vorm. Postadresse: „NrUtonalzeitung" Wien. IXjl. Srrrliveräen wegen verspäteier oder gar nicht erfoloti-r Zustellung erblttm wir UN» dringend. — Manuidripte veräen «lebt rutiiedge,teilt. Poftsparkassen-Konto 47037. In da» Abonnement kann man täglich elntreren. Erscheint jeden Dienstag und Freitag. Eigentümer und Keransgelrer: Jakob Kraus). Inserate llbkrnehmen die firmen: 2. Vannel erg, M. Dukes Nachfolger, lsaasenstein k Vogler, Ruholf Mosse, M. pozsonyi, Sl. Schalet in tvten, ferner alle Nnnoneen.Lxpedstivnen im floslatt&e. Einzel - Nvmmer irr Wien 15 Heller. r.. - Administration: Telephon AbonvemeniS-PretS, Für Wien u. Oesterreich. Urrgarn s. Frankozuttellung: «anjjävUg . . . . K 12. - Haldjäh-ig . . . . K C.~ vlerteliälirig . . . K Für daS gesamte A»:Kl d SanzjShng . . . K 15.13 W IX/l. w Mag aste ni. Nr. 1472«. 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Tun wir das nicht, so droht auch diesem Teile unseres Volkskörpers jene, die Auflösung herbeisührcnde Tegenerierlmg, jener politische, moralische und physische Verfall, -den, wir bei dem großen Teile Des westlichen Judentums zu beobachten täglich Gelegenheit haben. Dieser Unterschied zwischen den . östlichen und westlichen Bolksteilen äußer:e sich jetzt im Kümpfe um. den Minoritätsschuh der Juden bei der Durchführnn-g bee Wahlreform in Oesterreich. Die angeblich unkultiviehrten, hinter dem ZivMsa-tionsgra.de der westlichen, Juden zurückstehende, östliche Bolksmafse stellte sich ans einem gesunden Instinkte, aus einem unbewußten Selbsterhaltungstriebe auf die (Seite, derjenigen Forderungen, welche geeignet erscheinen, das jüdische Volkstum, vor den Einflüssen der Assimilation — ich denke hier an alle schlechten, zersetz ende a Eigenschaften dieses Begriffes — zu retten. Und nun erfahre ich zwei erfreuliche Tatsachen!, die mtcfj in meiner oben, kurz, gekennzeichneten Anschammg über den verschiedent-- lichen. Wert des östlichen und westlichen Juden Die gefundene Handschrift. Eine wahre Geschichte voll Oslo r T. 3 ch w e r i ti c r. XXI. „Ist dir nicht wohl, meine liebe Muttert" fragte er besorgt. „Nicht wohl! Ha, Knabe! Lag, ist es wahr, daß du gewagt hast, meinen- Willen zu druchkieuzen^! Lüg' lucht, Knabe!" „Der Kaiser von Byzanz ist kein Knabe mib er lügt auch nicht!" antwortete Konstantin, sich hoch auf richtend. „Kaiser von Byzanz^! Das ist Hochverrat, mein Sohn! Noch bin ich Kaiserin! Doch sag', hast du gewarnt den Chazareukünlig — Botschaft geschickt deinem Bastardbrnder, dem Leo, oder hast du's nicht!" „Ich habe versucht, die Ansführtmg deiner schändlichen, sündhaften. Absichten zu verhindern. Durch Thea, die mich wirklich liebte, wußte ich uni! euren Plan." „Bube!" „Geliebte Mutier, Du wirst mir noch Dank „Das sollst du büßen, Btlbe! Lchreii, ivill ich dich, Irenes Pläne zu vernichten'! Herein, ihr Männer!" beftärkeii, und mir,.wenn auch nur vorübergebend, den Peffinnslnus benehnteu, der nnch immer erfüllt, wenn ich an die Zukunft meines Volkes denke. Zwei bedeutende Städte des Ostens unseres Neiches, D r o h o b y c z und die Metropole der Bukowina, C z e r n o lv i tz, geben daran, ein j ü d i s ch e s Volk s h a n s in ihrer Mitte zu errichten. In D r o h o b y .. z ist die Angelegenheit, schon vorgeschritten. Da fand sich ein reicher Nationalju-de, Herr Jakob F e u e r ft e i n, der ein größeres Grundstück erwarb, welches er der.Errichtung eines jüdischen Nationalhauses .widmete. Diese Widmung fand unter den Juden D r o h o b y c z' großes Verständnis für die Wichtigkeit einer solcher: Gründung, und es bildete sich sofort ein größeres Krnütee,- defsen AllrfgeK^ vs fein wird, die" Anregung des Herrn Feuerstein zur Tat werden. 31t lassen. Es muß konstatiert werden, daß das Koimitee, im Gegensätze zuanderen ähnlichen .Komitees-, sehr rasch und sehr gut arbeitet. In einer seiner jüngsten Sitzungen nahm das Komitee folgende Progranmtpnnkte für das zu errichtende Nationalhaus an: 1. Förderung von. jü.dischku'lturellen> Interessen. 2. Entwicklung. Der physischen und geistigen Kräfte. 3. V f l e g e u n d U e b u n g des j üd i s ch e n Na t i 0 nalbew u. ß t f e i n s. 4. Förderung und llebun'g von Wohltätigkeit an Stammesgenüssen. „Mutier!!" schrie Konstantin, während die ztvei Männer hereinstürztenl. „Ergreift ihn!" rief Irene. „Wer wagt es, Hand zu legen anden Kaiser von Byzanz!" Konstantins Augen fnnkel-! ton, als er es sprach. „Hochverrat!" schrie Irene wie wahnsinnig. „Gehorchet oder ihr seid des Todes!" und nrit erhobenent Dolche ging sie ans eilten der Männer los. Tie Männer standen, unschlüssig, verlegelr. Da packten die Männer Konstantin- und rissen ihn' zu Boden. „Blendet ihn — blendet ihn!" lobte Irene. „Mutter!! Allmächtiger Gott —" Tief senkten sich die Dolche der Henker in die Augenhöhlen, des ans Dem Boden ringenden Jünglings; ztvei Blutstrahlen spritzten empor bis zur Decke; spritzten über kostbare Gewänder, über aller Gesicht und Hände und über das Heiligenbild; dann eilten die unmenschliche Mutter und die Henker aus dem Gentach', den Ueberfalleiiell, Gemordeten, im To'deskmnvfe allein lassend. So endete Konstantin Vll., Kaiser voll Byzanz durch die Tücke des Weibes, feiner eigenen Mutter, die auch das Unglück EhakanBulaus geworden, hätte Gott ihn nicht sowunder- T-iese Leitsätze als Zweck eines jüdischen Nationallhauses werden sicherlich die Zuftiinmung eines joden guten. Inden finden, und wir haben mir ben Wunsch, daß die Arbeiten der Statuten-, Finanz- und Baukommifsionen von gutem Erfolge begleitet seien, auf daß das jüdische Nationalhaus in Drohobycz raschestens seiner hehren Bestimmung übergeben werden könne. In E z e r n o w i tz ist die Angelegenheit noch nicht so weit gediehen wie in* Drohobycz. Wie in allen jüdischen Fragen, steht auch in dieser der beliebte Führer der Bukowinaer Juden, Relchsratsabgeordtieter Tr. S t r a u -- che t, an der Spitze der Bewegung. Hier ist das Nallonalbaus als ein. großer Monumentalbau gedacht, in. dein,sämtliche jüdischen.Institutionen von Czernowitz nntergebracht werden sollen. Wir geben hier, gerite den vom gesamten Vorstand und anderenhervorragenden Mitgliedern der Bukowinaer Jndcnschaft Unterzeichneten. „Aufruf an die jüdische Bevölkerung" ini seinem ganzen Wortlaute. Möge er bei allen gutgesinnten Juden volle Würdigung, finbett. Die jüdische Kultusgemeirde in Czernowitz beabsichtigt, auf dem ihr gehörigen, in der Rotkirchgafse gegenüber dem neuen Stadttheater gelegenen Grunde ein Gemeindehaus, in welchem die Repräsentanz der Czernowitzer Israel. Kultusgemeinde, der ersten Kultusgemeinde der Bukowina und einer der größten Kultusgemeinden Oesterreichs, eine ihrem Wirkungskreise würdige Stätte finden soll, zu errichten. bar geschützt, itn Jahre 797, wie es Die Christen rechnen." Eine lange Weile, nachdem Joseph geendet, herrschte Schweigen im Zimmer. Dan>n> brach Ludanyi plötzlich los: „Vieh, verdammtes!" schrie er grimmig, mit der Faust, auf den Tuck schlagend. Die Lesung dieses Abends hatte einen' unbeschreiblichen Eindruck auf die ganze Gesellschaft gemacht. Gespannt, fast änastlich, wie sie eines icben Wortes harrten, das zusammengestellt wurde, übte die Erzählung einen! ganz anderen Einfluß auf den Hörer aus, als wenn sie fließend gelesen wordenwäpe. Alle drei, diesmal auch der Großvater, zitterten förmlich vor Aufregung. „Wenn gerade dieser Schluß hier nicht historisch verbürgt wäre, ich täte die ganze Erzählung! nicht glauben," sagte Ludanyi. „Aber sie stinnnt fa mit unseren eigenen Forschungen-" — auf Josef blickend — „und mit denallbekannten historischen! Daten überein, daß man die Echtheit ja gar nicht bezweifeln kann." An diesem! Abend mürbe noch recht viel über das Gehörte debattiert. Der Großvater brachte richtig wieder den Antisemitismus aufs Tapet, zum Entsetzen der jungen Leute. Ludanyi bat jedoch bald, vom Thema abzustehen. Er er awr- Die nächste Nummer erscheint Dienstag den 13. Februar, -w®

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