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Nationalzeitung · 1906-01-05 · Heft 1 (5.1.1906) · p. Seite 6

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Journal
Nationalzeitung
Volume
1906
Issue
Heft 1 (5.1.1906)
Date
1906-01-05
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Leite 0 Nationalzeitung Nr. 1 Ligniinrd .si n u ö c r ö und 2-nto Lflndfl u, aufs licrzUchste und wrdw-cie hierauf -c» in di<si'M J«hrc auö dein Leben aeschk-denen Mitgliedern Adolf Kiumnern ann, Jakvb JCrtc und 3iiiiuö Winkler r! rende 21'crlc des Gedenkens, welche von -der Versammlung stel.enö ange-Hört n-irrden. vrerfllif warf Oerr tzkikoaen einen R'ückRick ans das abgelansene Tezenr/.um, seit welchem er an der Spitze des 2'ereines stehe und gab dem Wunsche Ausdruck, dal; die in der Verg-angelEeit geleistete Arbeit vorbildlich für die äirtitttti stein möge. D<rS vor lli Jaliren non ihm ausgestellte Programm, die Schaffung eines iriirdigen GvtteShanses für die Buigittenauer Jndenschaft, die moderne Auvgestflltnnn des Gottesdienstes und die intensivste Pflege der Wohltätigkeit in diesem von den ärmsten Schichten der Wiener jirdi'schen Bevölkerung so zahlreich bervohnten Begirte, diese dritten Grmiöpfcitt'r jüdischen Gemeiusiunes nnd jüdischen esusflmtt'.eüwirkens, sollen auch fernerhin Ziel und Streben des Vorstandes wie der gesamten Ntitgliedschaft sein. Unser herrliches GRteShaÄs, -rinser nlnsterl-afier Gottesdienst, so führte der R-odner lveiter ans, sind nnovllstänöig dadurch, daß noch immer eine Persönlichkeit fehlt, die berufen ist, das GotKsioort zn verkünden,' nnd was die össentliche Wohltätigkeit anlangt, wird wohl durch die lestchetiden Brlidernnd Lchnresteuverciue Ersprießliches geleistet, a-Ser nnmer noch nicht so viel, nm der üherharrdnehweuden Armut 'wirksam zu steuern. Ein wunder Punkt ist aber auch die nmngelhaste Pflege des jnökschell Schrifttums. Trotz der großen Opfer, welche die israelitische Knltnsgemern.de für den Religiouduntcrricht bringt, reichen die zwei Stunden Religionsunterricht rnöchentlich in der schule lcineSfallS aius, um wahre, das Schrifttum Leherrscheude Zn-den h-eran-zrrzishen. Das schließlich die aktuelle NaLbiuerfrage anlangt, so blieben leider alle bisherigen B-ernkiHungen, die Ddutterg-enr-einde ,',u beftimnren, einen Rabbiner für die Brigittenau zu bestellen, ohne positiven Erfolg. Aber auch diele Lchmieriglett hofft Redner el/ebaldigst zu überwinden und diese brennende Jrage zu einem allgemoin befried r-geuden Abschlüsse bringen zu bönn-cn. 7t" der hieraus durchgeftihrten Tebatte betonten die Herren Hermann P lascht es, Dr. Heinrich Schreiber und Tr. Joses »lohn mit rethorischem Schiwbng und überzeugender Kraft die Notwendigkeit eines Seelsorgers in der Brigittenau und die Pflicht der K'nlttrsgemeinde, einen solchen anz-ustellen. lieber Antrag des Herrn Philipp Weiß wurde dem Gefarntvorstande das Absvlutorinm einstimmig erteilt. Auch die beiden Herren Delegierten der Kultttsgeineinde drückten ihre Sympathie denr Brigittenaner Tempeivereine aus und versprachen, denselben nach jeder Richtung <vu fördern. Mit einem Resümee seitens des Herrn Obmannes schloß der erste Teil der Tagesordnung. Es erfolgte sodann die Reueoahl von vier Vörsran-ös'mitgliederil und 12 Ber trauensmä rmern, Die Herren Hermann Eltbogen. Dr. Roscnthal, Adolf Schreiber und Dr. Meißenstein, deren Mandate erledigt waren, wurden wiedergewählt. Als Vertrauensmänner gingen als gewählt hervor die -Herren Josef Bäck, Ignaz Banmgarten, Dr. Josef Kohn, Hermann .Stöhn, Berthvld Kaiser, Ignaz Korner, Leopold Preßburger, Dr. Heinrich Schreiber, Heinrich Spira, Josef Süß, Philipp MM, Jonas Fikdvr. In vorgerückter Stunde WM die Bersamwkuug ihren Abschluß. Wien. (Akademie.) Unter dem Titel: „Von kleinen Leuten für kleine Leute" veranstaltete am 20. Dezember i 005 in der Zeit von. 3 bis 6 Uhr nachmittags das Dam.nkomitee des Hietzingcr Tempelvereines, an dessen Spitze die Tarnen Eugenie Hoff - m a n n, Hermine B e r n s e l d, Jda Berliner, Laura Si x c n b c r g c r, Helene Hertzka und andere stehen, im Musiksaate des Ottakringer Bräu, Auhofstraße t, zugnm sten des Tempelvereines eine Akademie, die massenhaft b.sucht lvar und viel Anregendes bot. Namentlich der achtjährige Violinvirtuose Ludwig Philipp Wittels ltirb die junge Pianistin Luise W e n d l entzückten die Zuhörer. In zwei Kinderstücken spielten die Kinder der Vorstände zu aller Befriedigung. Um die Regie hatte sich auch Frl. Direktor Gold m a n n - P i s k o verdient gemacht. Wien. (Verlobung.) Fräul.in Hedwig Fleischer, die Tochter des Sekretärs bei „Oesterreichisch-Jsraelitischen Union", Herrn Siegfried F leis ch e r, hat sich m t Herrn Moritz W i n t e r, dem Chef der gleichnamigen Wiener Seidenwarenstrma, verlobt. Wien. (Makkabäerfeier.) Sonntag, 24. Dezember 1905, veranftaliete der Verein „Jehudah Halevy" im zionistisch ,!' Kongreßbureau eine Makkabä rfeirr. Nach der Begrüßungsrede des Präsidenten sind. Phil. B a r b u g zündete Herr Oberkantor L e v y unter Chorbegleitung die Chanukalichter an. Hierauf deklamierte Frl. Thiers e l d Morris Rofenfelds „Cannkahlich'.er". Tie darauffolgende Feslode des Herrn sind, plnl. Carniol übte auf die Anwesenden einen tiefen Eindruck. Herr Josef G r o b, mit stürmischem Applaus begrüßt, trug ein von ihm verfaßtes nnd in Musik gesetztes Lied „Das Kind Jisroel" und „Das Lied von Rußland" unter Klavierbegleitung des Herrn Kapellmeist.r ,N. Rnssoltv vor und mußte mehrere Zugaben inachen. Nach einem hebräischen Gesänge des Herrn Josef G c l l m a n n trug ein 13jährig.'r Knabe ein hebräisches Gedicht von: B i a l i k in gefühlvoller Weise vor. Hierauf sang Herr Oberkantor L e v y die Arie des „Eliasar" ans der „Jüdin" unter Klavierbegleitung des Herrn N a ch o d und erntete stürmischen. Be fall. Tie Rezitation des Herrn Josef G r o b aus Scholcm Aleichems „Chanukageld" wurde oft von Beifall unterbrochene und gab auch Anlaß, daß die von Herrn Grob eingeleitete Sammlung zugunistvn! des Dichters ein befriedigendes Resultat ergab. Zum Schlüsse gelangte die dramatische Skizze von Ben Ir „Die drei Gmerationcn" zur Ausführung, an ivelcher Frl. O. Thierfeld und die Herren stud. Phil. Barbag und stud. und. Sandberg sich beteiligten. Mit Absingung der „Hatiklvah" war die Feier zu Ende. — Sonntag, 31. Dezember, fand im neuen Lokale des Vereines „Jehndah Halevy" ein „Scholem Aleichem-Abend" zugunsten des Dichters statt. Referent Herr I. Grob wußte durch seine vortreffliche Rezitation das zahlreich erschienene Publikum zu ßsselu, wofür er stürmischen Applaus erntete. — T'e Smnmlnng zugunsten des Dichters ergab ein befriedigendes Resultat. Wien. (Vortrag aus der Geschichte der Juden in Deutschland und Oesterreich.) Donnerstag, 11. Jänner, präzise halb 8 Uhr abends, findet im Festsaale des Ingenieur- und Architektcnveroines, 1. Bez., Eschenbachgasse 9, ein Vortrag des Herrn Dr. M. G r u n!v a l d statt. Thema: „Eine jüdische Kaufrnannsfamilie aus alter Zeit". (Fortsetzung.) Mit Vorführung von Lichtbildern. Eintritt frei. Floridsdorf. (Jubiläumsfeier.) Aus Anlaß seines 25jährigen Bestandes veranstaltete der Israelitische Frauen-Wohltätigkeitsverein in F l o r i d s d o r f eine Akademie mit Theatervorstelllmgen, deren Verlauf allgemein befriedigte. Nach einem von Herrn Nacher verfaßten und von Frl. Irene Markus wirkungsvoll gesprochenen' Prolog folgte eine Aufführung von Nostroys „Frühere Verhältnisse". Unter der vortrefflichen Darstellung ragte insbesondere Frl. Elsa K oh n hervor, die mit Verve und Schick die schwierige Rolle der Peppi Amsel durchführte. Ihr einnehmendes Aeußeres und die Sicherheit ihrer Bewegungen sicherten ibr von vornherein großen Erfolg. Frl. Hernrine Deutsch bot eine vortreffliche Leistung; das gezwungene Hochdeutsch, das sie zu sprechen hatte, erheiterte allgemein. Herr D n st e r war von guter humoristischer Wirkung und Herr S ch w ä tz e r erweckte Lachstürme. Hierauf folgten Solovorträge des Herrn Nascher. Den Schluß des Abends bildete ein Einakter, in dem Frl. Fanny P r a - g a n> sich durch außerordentliche Routine auszeichneie. Herr Gustav Deutsch entfesselte stürmische Heiterkeit durch eine Gesangseinlage. Frl. Helene Gvünwald ans Floridsdorf und Frl. Helene Grünwald ans Nußdorf hatten aus ihren Rollen das Beste geholt. Mit ungezwungener Vornehmheit wurde die Liebhaberpartie des Herrn Fritz König gegeben. Herr Max Kohn gab seiner Rolle eine feine humoristische Note. Alles lvar einig im Lobe der Mitwirkenden und besonders Frl. Elsa Kohn lvar Gegenstand herzlicher Ovationen. - - Dienstag, 26. Dezember fand die Jubiläumsfeier im Tempel zu Floridsdorf statt, die einen überaus lviirdigcn! Verlauf nahm. Israel. Kultusgemeinde Wien. (Kundmachung.) Der vom Kultusvoristan.de in der üfstntlichen Sitzung vom 31. Dezember 1905 festgesetzte Voranschlag der Einnahnien und Ausgaben der Kultusgemeinde. solvie sämtlicher unter der Verwaltung der KnltuT gemeinde stehenden Fondes und Anstaltenfür das Verwaltnngsjahr 1906 liegt von: heutigen Tage ab durch 14 Tage im Sekretariate der Kultnsgenieinde, 1. Bez., Seiienstettengasse 4, 2. Stock, zur Einsicht der Gemeindemitglieder ans. Die Gemeindenutglieder sind gemäß si 90 des Statutes berechtigt, innerhalb dieser Frist Erinnerlingeu bezüglich des Voranschlages bei d.m Knltusvorftande schriftlich zu Erreichen, lvelcher dieselben in Erwägung zu ziehen hat. Der 1. Vizepräsident: Dr. Gustav Kohn; Dr. Theodor Lieben, Sekretär. Jüdisches Bildungsheim. (14. Bez., Ullmannstraße 31, Kauekhof 10 A. ) Im! Monat Jänner finden folgende Voriräge statt: Dienstag, 9.: Prof. Dr. Siegfried M e k l e v: Das A-B-C nnd seine Geschichte. Di. ns tag, iZ.: Prof. Josef Baß: Ueber. „Märchen von 1091 Nacht. Dienstag, 23.: Konzert. Beginn! der Volträge 8 Uhr abends. Der Iahresbeitrag beträgt 2 Kronen und ninnnt Mitglioderanmfldnngen solvie Anmeldungen von Vorträgen her Schriftführer Samuel Bock, 15. Bez., Henr'ettenplatz 7, entgegen. Eingesendet. alkall0Oli«v ^KOEEBlöim Heinrich Neugebauer #7vormals Mo nAr Optiker Wien, I. Schottangasse 8, Eckbaus Scbottenriug. : Gugrün(]*st 18fi5, Reichhaltiges La-er i„ allorhester uuf, bewährtester Qualität von Drillen, Zwickern, Operngläsern, Keliislechoin, Fernrohre«, Thermometern, tt> i--sr utrm »ml allen op'i'Chen Artikel«., «V riÖBCL Grösste Okkassion! Weyett gänzlicher Räumung meiner Souterralnsbteilimg gslanyon durch 14 Tass 140 komplette Zimmer unter dam Erzcugungsprelse zum Verkaufe. 40 reichgesclimtze Schlafzimmer . . . . . fl. 90 — bis fl. fOO 50 n hpeieeziu^ner. 90.— , n 4<W tiO niod rne Herrurzimmer.. 75.— , , flSO' 20 n DdcherViisten.. 24.— , ,130 20 . 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