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Neue Nationalzeitung · 1915-08-06 · Heft 15 (6.8.1915) · p. Seite 127

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XVII (1915)
Issue
Heft 15 (6.8.1915)
Date
1915-08-06
Page
Seite 127 (sequence 7)
Language
German
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»Nette National-Zeitung' Seite 127 hat die n. ö. Statthalterei diese acht jungen Leute in ein anderes Konzentrationslager u. zw. nach Markl überführen lassen, wo sie in ritueller Beziehung besser autgehoben sind. Kriegsnachrichten. Zwei weitere Feldrabbiner ausgezeichnet. Feldrabbiner Dr. Albert Schweiger (Inf.-Div.-Sanitätsanstalt Nr. 43) hat für vorzügliche und aufopferungsvolle Dienstleistung vor dem Feinde das goldene Verdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille erhalten. Dr. S., Rabbiner in der Gemeinde Kremsier, befindet sich seit September v. J. im Felde. Er ist der zweite österreichisch-ungarische Militärseelsorger, dem während des Krieges eine kaiserliche Auszeichnung zuteil wurde. Der Kaiser hat dem Feldrabbiner Dr. Oscar K a r p e 1 i s, Divisions-Sanitätsanstalt Nr. 46, im Frieden Rabbiner in Prerau, das goldene Verdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille für vorzügliches und aufopferndes Verhalten vor dem Feinde verliehen. Dr. Oscar K a r p e 1 i s ist der dritte ausgezeichnete Rabbiner in Oesterreich. Swientochowski gegen Brandes. Wie die polnische Presse berichtet, wurde Georg Brandes wegen seines mutigen Artikels gegen die antisemitischen polnischen Anführer in Warschau von dem ehemals liberalen Redakteur Swientochowski und Genossen geklagt. Die Klage lautet auf „Verleumdung". Die Klagskosten werden in Warschau durch eine Nationalkollekte zusammengebracht. Ein jüdisches Tagblatt in Deutsch-Polen. Seitens der deutschen Militärverwaltung in den okkupierten polnischen Provinzen wurden sofort je eine polnische, deutsche und jiddische Tageszeitung gegründet. Letztere erscheint zweimal täglich in Lodz und heißt „Lodzer V o 1 k s b 1 a 11". Es ist sehr interessant, unter verschiedenen K-undmachungen auch die des General-Feldmarschalls von Hindenburg in — jiddisch zu lesen. Die Redaktion befindet sich in Händen des Lazar K a h a n und ist auf der Höhe einer modernen europäischen Zeitung. * Ein jüdischer Generat-Justizreferent für Belgien. Wir haben seinerzeit berichtet, daß zum finanziellen General-Referenten für die occupierten polnischen Provinzen der jüdische Landtagsabgeordnete Aronsohn seitens der deutschen Regierung ernannt wurde. Nun erfahren wir, daß Justizrat Dr. Rudolf Schauer zum Generalreferenten für Justizwesen und Justitiar der Zivilverwaltung in Belgien bestellt und mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet wurde. Dr. Schauer ist weiteren jüdischen Kreisen aus seiner zionistischen Tätigkeit an leitenden Stellen bekannt, er war früher Anwalt in Bingen und Mainz, gehörte lange Zeit bis zu seiner Uebersiedlung nach Paris, wo er als deutscher Anwalt und Justitiar der deutschen Botschaft seit Jahren wirkte, dem Zentral-Komitee der zionistischen Vereinigung für Deutschland an und ist auch als Referent auf den Kongressen in Basel mehrfach hervorgetreten. Hier fiel er besonders durch seine martialische Gestalt und einen imposanten „Schmiß" auf. Swientochowski an Salandra. Der in der polnisch-liberalen Presse tonangebende Redakteur Swientochowski hat, wie die „Rjetsch" berichtet, als Obmann des „Demokratischen Klubs" anläßlich des meuchlerischen Vertragsbruches Italiens an den Ministerpräsidenten Salandra ein Beglückwünschungstelegramm abgesendet. Darin heißt es, daß Italiens Teilnahme am Krieg zur Verwirklichung der polnischen Befreiungsideale beitragen werde. Salandra erwiderte mit einem Danktelegramm. Die „getauften Legionäre". Auf zahlreiche Anfragen, unter diesem Schlagworte, können wir an dieser Stelle nur folgendes berichten: Von zehn jüngst in die Polnischen Legionen aufgenommenen jüdischen Freiwilligen aus den Konzentrationslagern haben sich zwei getauft, die übrigen haben der hiezu an sie ergangenen Aufforderung nicht entsprochen. Über Intervention des von unserem Herausgeber darum ersuchten Feldrabbiners und Leiters der k. u. k. israel. Militärseelsorge Dr. Frankfurter Kriegs-Slichoth. Die Rabbinate von Pest und Väcz gaben einen Hirtenbrief heraus, worin verordnet wird, daß in diesem Jahre schon am 15. August Slichoth gesagt werden muß. Gleichzeitig wird empfohlen, den Donnerstag — Chazos solenn abzuhalten und im Elul abends Schofar zu blasen. Knebelung der jüdischen Presse in Rußland. Bekanntlich sind „Nowi Woschod", die zionistische Zeitschrift „R a s s w j e t" und die hebr. wissenschaftl. Monatschrift „Haschiloach" laut behördlicher Verordnung bis Ende des Krieges verboten worden. Nunmehr sind auch das hebräische Tagblatt „H a z e f i r a", sowie die jüdischen Tagblätter „Haint" und „Moment", alle drei in Warschau, verboten.

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