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Neue Nationalzeitung · 1915-07-02 · Heft 13 (2.7.1915) · p. Seite 112

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XVII (1915)
Issue
Heft 13 (2.7.1915)
Date
1915-07-02
Page
Seite 112 (sequence 8)
Language
German
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Seite 112 „Nene NäjfonafcZeiturig** IHr, tS rangen, ich -habe mich in die (aescbichte von Abraham, Mosche, .lehoschuha, Debora, o>n Richtern und den Makkabäern zwei Nächte lang vertieft, und ich. kam. zu idena Schluß, daß wir unter aUen Umständen unser Vater-land, unsere Familie, unseren Glauben schützen müssen." Wir hören von dem fast beschaulichen Leben in einer kleinen Garnison und von kühnen Ritten, vom Eisernen Kreuz, vom Leben in englischer Gefangenschaft und vom Gottesdienst am Versöhnungstag Jn.. einer .katholischen Kirche. Daß der Schützengraben eine .große.;Rolle .spielt; braucht wohl nicht gesagt,zu werden. Mancher Schreiber lebt nicht mehr. So der österreichische Leutnant;Alfred Kraus, der kurz nach Abgang seines enthusiastischen. Briefes , „im serbischen Urwald" einer Kugel erlag. .......;J Die meisten,^^ B.ri^fe ^ecühren .schon durch ihren frischen Ton. Es fehlt auch nicht <ter spezifisch jüdische Humor in seiner ätzenden Form („Rekrutenleben") wie auch als Galgenhumor. („Ein anständiges Schrappnell".) Die Originale zweier Briefe sind jiddisch und mit hebräischen Bustaben geschrieben. Der eine ist klischiert und übersetzt, der andere mit deutschen Lettern, transkribiert: und mit Fußnoten, ersehen, die das Verständnis; erleichtern, . - Da der Krieg mit den .-grüßen .jüdischen Feiertagen zusammenfiel, kommt, die Religiöse.;NÖte?: und das Solitaritätsgefülbl.far die ü jüdische Gemeinschaft-sehr stark zur Geltung. DroTod:an :Aufee^ hat mancher. J.ude. an-den ersten Tagen, am RäüschhaschGrtoh «nd\i^öti4-Kippaü% alte: Zusammenhänge ganz anders empfunden, als es die seelische Lässigkeit sonst erlaubt. Aber auch die heiteren Tage der Chanukah- und Pessachwoche bleiben nicht vergessen. Die Erzählungen von den Chanukahfeiern im Schützengraben und dem Kriegsseder gehören vielleicht; zu den anziehendsten.. Seiten des Buches. Einkehr lesenswertes Buch- :i Uteirätuf> Gebete für Kantoren bei Lelchenoegängnissen. Zusammengestellt : nhd' herausgegeben-; von Max Schwager. Im Selbstverlage des Herausgebers, 'Wien, IL, Zirkusgasse 50. Herr Max Schwager, ein Kind der Synagoge, von Kindesbeinen aufgewachsen im Chorgesang unter der Leitung unserer Wiener Kantoren Sulzer, Singer und .0u11mann ist hier mit einer Friedhofsagende für Kantoren hervorgetreten. Die beigefügten Noten zu den Friedhofsgesängen sind hier, in der^Bearbeitung-der .Meisterhand Sulzers,, beson^ ders willkommen'"zu freiBen^ weil Jiiermit jeder Willkür und Entgleisung - ein" Riegel vorgeschoben ^wird, auch jene Einheitlichkeit geschaffen und - gewahrt •wir'df die notwendig ist, um diese Melodieni.auch dem .Laienchor, ivertraut zu machen und sie mit dem Gegenstand, der Trauerfejer^verwachsen zu lassen. Jeder auf die gewissenhafte Ausübung bedachte Kantor "wird sich des Srh \v-ij;gergehen' Bücftleifrs1 mit Dank bedienen« Liste der Ausgetretenen, Vom 16. bis 30. Juni 1915. (Nr. 285—302.) Brandes Stefan, Privat; geb'. 20.-Sep'tenlber 1S97 in Stuhlweißenburg,"•'•Hiy'-Lauf berggässe':' t9)' Braun Hedwig,-Privat,; geb, 29XMaijl891 in Wien, XIII., Beckmanngasse 1. . ..;;.. ... ,,,...;...!, Braun Felix,. Schriftsteiler, geb., 4.. Se'ptmeber 1885 in Wien, VJL, Breitegasse'17: ' Bruell Eduard, 4^ealsehüler, Jgeb: :27':: August 1900 in Wien, . :L, -Esslingergasse 9. . : Emst Adolf, Chauffeur, geb. 13. Februar 1891 in Wien, XII., Koesnergasse 1. Fischer Otto, Student, geb. 25. Jänner 1897 in Wien, VII., Stollgasse 4. Friedmann Wilhelm, Kaufmann, geb. 28. Mai 1874 in Wien, VH., Reichsapfelgasse 35. Goraiak geb, Helfer. Beile JVUndel, Kaufmannsgattin in Rzeszow. I., Kärtnerstraße 28:' : " Grünwald Helene, Private, geb. 20. Februar 1885 in Wien, VII., . Schöitenfeldgasse 89. Kaiser Alexander Dr., Arzt, geb. 1. September. 1871 in Esseg, XIII., Altgasse 21. Kaiser Mara, Arztensgattin, geb. 29. Oktober 1876 in Wien, XIII., Altgasse 21. Kaiser Max Dr., Eisenbahnbeamter, geb. 1. September 1871 in Esseg, XIII., Einwanggasse 25. Kaiser Rosa, Beamtensgattin, geb. 25. Februar 1879 in Wien, XIII., Einwanggasse 25. . . Karolanyi Hans Theodor, Rechtshörer, geb. 14. Jänner 1896 in Wien, VII., Halbgasse 16. Massarik Melitta, Private, geb. 16. Jänner 1889 in Wien, Hl., Untere Weißgärberstraße 45. Silber Sigmund, Privatbeamter, geb. 14. April 1892 in Przemysl, VII., Pfeilgasse 26. Weiß Isidor, Schauspieler, geb. 1. Juni 1881 in Wien, Jägerndorf. Zucker Otto, Rechtshörer,. geb. 14. Mai 1893 in Strakonitz, XIX., Döbl. Hauptstraße 23. Notizen. Für gemeinsame Militär-Wohltätigkeitszwecke. So lautet die Widmung der jetzt in Durchführung begriffenen 31. Staatswohltätigkeitslotterie. Die Institution der Staatswohltätigkeitslotterie, welche im Dienste der Allgemeinheit eine überaus segensreiche Wirksamkeit entfaltet, erfreut sich seit jeher in allen Kreisen der Bevölkerung der regsten Teilnahme. Auch die gegenwärtige Veranstaltung rechnet im Hinblick auf ihren eminent patriotischen und humanitären Zweck auf das weitgehendste allgemeine Interesse, umsomehr, als auch die Gewinnstchancen überaus günstige sind. Der Spielplan weist bei einem Lospreis von.K 4.— 21.146 Gewinne in barem Gelde im Gesamtbetrage von 625.000 K, darunter den Haupttreffer mit 200.000 K, ferner Treffer zu 50.000, 30.000, 20.000 K usw. auf; als Ziehungstag ist der 15. Juli 1. J. bestimmt. Lose sind, soweit der Vorrat reicht, in allen Tabaktrafiken und Lottokollekturen, in Wechselstuben, bei Postämtern, Steuerämtern, Bahnämtern usw. erhältlich. . Nachtrag. Eine polenfreundliche Kundgebung. Wien, den 1. Juli. Wir haben bereits in der vori- ' gen Nummer die geplante Polen-Kundgebung der; galizischen Rabbiner und deren Initiatoren eingehend behandelt. Bisher haben jedoch bloß zahlreiche Vorbesprechungen stattgefunden; nun soll die Versammlung zum Zwecke der Beschlußfassung vor sich gehen. Wie wir hören, findet diese Versammlung in einem hiesigen Hotel morgen (Freitag) statt. An derselben werden neben den Abgeordneten Doktor Groß, Dr. Kol is eher, Dr. von Löwenstein, Rauch auch der Sozialdemokrat Dr. D i a m a n d, der sich besondere Mühe gibt, teilnehmen. Unter den eingeladenen Rabbinern, von denen kein einzi- > gereine große re Gemeinde repräsentiert, befindet sich der Wunderrabbi Friedmann aus Czortkow. Sollte er kommen — woran wir zweifeln — dann wird sich der originelle Fall ereignen, daß der Sozialdemokrat Dr. Diamand und der C zort kowerW und e r r a b b i a n einem Tische bera t e n,, allerdings nicht über eine jüdische, sondern über eine polnische Frage. Als Rabbiner-Einpeitscher fungiert der jugendliche Rabbiner Lewin aus Sambor, ein kaiserlicher Rat, der vorläufig die Seelsorge in den Baracken als besoldetes Amt erhielt. Wir wollen nun hören, Ob die geplante Kundgebung gegen Brandes und' für die russischpolnischen Pogromstifter zustande kommen wird.>: Verantwortlicher Redakteur Dr. S. R. Landau. — Druck von Ignaz Spitz & Söhne, Wien II, Robertgasse 2.

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