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Neue Nationalzeitung · 1915-02-05 · Heft 3 (5.2.1915) · p. Seite 28

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XVII (1915)
Issue
Heft 3 (5.2.1915)
Date
1915-02-05
Page
Seite 28 (sequence 8)
Language
German
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öeite 28 „^uj^National^Zgitüng" Nr. 5 /MS ALLEN WELTTEILEN Konkurseröffnung über das Technikum in Haifa. Das Amtsgericht Berlin-Mitte erläßt folgende Bekanntmachung: „Ueber das Vermögen des Jüdischen Instituts für technische Erziehung in Palästina (hervorgegangen aus der Wolff Wissotzky-Stiftung des Hilfsvereins der Deutschen Juden) E. V. in Berlin, Steglitzer Straße 12, mit dem satzungsgemäßen Sitze in Berlin-Mitte, ist am 31. Dezember 1914, nachmittags 2 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet." Ueber die Gründe, die zu diesem Schritte führten, erhält das „Hamburger Israelitische Familieiiblatt" folgende Mitteilungen von „leitender Stelle des Kuratoriums" (d. h. von Dr. Paul Nathan): „In der letzten Sitzung des Kuratoriums war den leitenden Persönlichkeiten von der Mehrheit die Ermächtigung erteilt worden, zur Klärung der Lage eventuell den Konkurs über das Jüdische Institut für technische Erziehung in Palästina zu eröffnen. Infolge der Kriegsereignisse war es absolut notwendig geworden, den Auftrag auszuführen. Die amerikanischen Kuratoren waren, wie bekannt, infolge des Sprachenstreites ausgeschieden. Mit den russischen Kuratoren war eine Verständigung während des Krieges nicht herbeizuführen, und den deutschen Kuratoren konnte unter den jetzigen Verhältnissen nicht zugemutet werden, die Last der Verantwortung allein zu tragen. Es blieb demnach nichts weiter übrig, als durch den Konkurs Rechte und Verbindlichkeiten für die Zukunft klarzustellen. Es braucht kaum gesagt zu werden, daß durch den Konkurs irgend welche Schädigungen von Personen, die Forderungen und Rechte an das Jüdische Institut für technische Erziehung in Palästina haben, nicht eintreten sollen. Ebensowenig bedeutet die Konkurseröffnung ein Fallenlassen des ganzen Unternehmens, das hoffentlich nach dem Kriege in geklärten Verhältnissen und auf geänderter Grundlage seiner Vollendung entgegengebracht werden kann " Zwei Präsidenten der Jüdischen Gemeinde in Berlin gleichzeitig gestorben. Von einem doppelten Verluste wurde die Verwaltung der Berliner Jüdischen Gemeinde betroffen. Letzte Woche starb der langjährige Vorsitzende des Jüdischen Gemeinde-Vorstandes Julius Jacoby. Der Verstorbene, der vier Jahrzehnte im Ehrendienste der Jüdischen Gemeinde Berlin gestanden hat, war ein Mann von unerschütterlicher Kraft und durchdringendem Verstand. Seine Verdienste um das Finanzwesen, die Verwaltung, die Bibliothek und die Wohlfahrtsanstalten der Gemeinde waren groß. — Am Tage der Beerdigung Jacobys starb plötzlich der treue Freund und Mitarbeiter desselben, der Vorsitzende des Repräsentanten-Kollegiums, Stadtverordneter Louis Sachs. Der Verstorbene, der 70 Jahre alt geworden ist, feierte vor vier Jahren sein 25jähriges Jubiläum als Stadtverordneter, war 25 Jahre im Repräsentantenkollegium tätig und bewährte sich in dieser langen Zeit als eifriger Förderer gemeinnütziger Bestrebungen. Besonders das jüdische Krankenhaus, der Verein „Jüdisches Genesungsheim Berlin" und andere bekannte Wohlfahrtseinrichtungen verdanken dem Heimgegangenen sehr viel. Die Zahl der von ihm bekleideten Ehrenämter war ungemein groß. Richtungen hin der jüdischen Religion das Wort zu reden. In seinen zwei Predigten, die den gemeinsameil Titel tragen: „In schwerer Zeit" — Verlag Alfred Holder, Wien 1914 — bringt er jüdisch religiöse Themen zum Vortrage. In der Predigt „Auf Befehl" schildert er uns, wie das Grauen des Todes, der auf den Schlachtfeldern unheimlich waltet, durch die Macht der Religion gemildert wird. Es ist alles so ganz aus der Seele eines glaubenstreuen jüdischen Soldaten gesprochen, der daran geht, sein Leben für sein österreichisches Vaterland zu opfern. Die andere Predigt geht noch weiter, sie blickt in das Ende unserer grauenvollen Krieges und sieht als Ziel nichts anderes als Versöhnung der entzweiten Menschheit, die jetzt in zwei Lager gespalten ist. Der anmutige Stil, die Anwendung unserer unvergleichlichen talmudischen Legenden und Sagenwelt, machen die Arbeit nicht nur hörens-, sondern auch lesenswert. Dr. K. K u p f e r. Literatur. Kriegspredigten. In unserer Zeit, in der öfters der Gegenstand Krieg und Religion jerwogen wird, wirkt es sehr wohltuend, wenn auch das Judentum als Religion das Wort ergreift. Die Gefahren, der Todesmut verlangen eine Anspannung der menschlichen Seelenkräfte, ein Gebiet, das die Religion beherrscht und worin sie das Höchste leisten kann. Rabbiner Dr. Rosenmann hat sich der schönen Aufgabe unterzogen, nach zwei Liste der Ausgetretenen. Vom 18. bis 31. Jänner 1915. (Nr. 23—44.) Adler Maria, geb. 20. Dezember 1872 in Wien, XX. Rauscherstraße 10. Barry Gerolf Viktor, Hochschüler, geb. 1. April 1895 in Przemysl, IV.. Hechtengasse 30. Beer Hilda, geb. 6. Oktober 1892 in Holleschau (Mähren), X., Laxenburgerstraße 30. Bleier Ernestine, Dienstmädchen, geb. 2. Februar 1885 in C. Szaboles (Ungarn), Landesgebäranstalt. Catalan geb. Reiner Hermine, geb. 17. März 1877 in Bukarest, XXI., Strebersdorf 207. Ivanovsky Elsa, Verkäuferin, geb. 31. August 1887 in Wien, VI., Grabnergasse 10. Karmin Walter, Student, geb. 3. Dezember 1892 in Wien, Mobiles Reservespital 6/10. Katz Fanny, Privat, geb. 1887 in Lemberg, IX., Löwengasse 17. Keszthelyi Oskar, Kaufmann, geb. 14. Oktober 1874, III., Gerlgasse 10. Klekner Leopold. Malergehilfe, geb. 6. Dezember 1891 in Wien, XL, Grillgasse 37. Lichtenstein Gustav, Ingenieur, geb. 26. November 1882 in Wien, IL, Taborstraße 66. Mechlowitz Berta geb. Röder, Korrespondentin, geb. 29. Jänner 1886 in Wien, derzeit in Salzburg. Morgenstern Johann, Magister pharm., geb. 4. April 1871 in Brosskontz (Bukowina), IX., Bleichergasse 5. Nassau Arthur, Direktor-Stellvertreter des Erziehungs-Instituts in Nassau, geb. 24. Juli 1884 in Wien, IL, Czerninplatz 4. Neugeboren Karoline, geb. 23. Jänner 1889 in Czernowitz, Am Tabor 22. Salomon Antonie geb. Landau, Beamtensgattin, geb. 26. Mai 1858 in Tarnopol, VI., Laimgrubengasse 12 a. Sonnenschein Friederike, Modistin, geb. 27. Jänner 1892 in Wien HL, Löwengasse 8. Spitzer Olga, geb. 3. Jänner 1894 in Wien, XVI., Wattgasse 61. Stern Abraham Elchanan, Ingenieur, geb. 2. Jänner 1889 in Tarnow, XVIIL, Währingerstraße 137. Stern Ignaz, geb. 19. November 1879 in Wien, X., Laxenburgerstraße 42. Ulimann Gustav, Dr., Privatier, geb. 24. Jänner 1886 in Wien, III., Seidigasse 28. Vasak Maria Hedwig, Näherin, geb. 17. Oktober 1889 in Wien, IL, Sterneckplatz 21. Notizen. Jüdische Bühne. Hotel Stefanie, IL Taborstraße 12. Direktion: M. S i e g 1 e r; Regie: S. L e r e s ku. Freitag, 5. dieses Monats: „Der jüdische Hamlet"; Samstag, 6. d. M.: „Esra"; Sonntag, 7. d. M. Nachmittag: „Gabriel"; Sonntag (Abend) 7. d. M. und Montag 8. d. M.: „Hadassa"; Dienstag, 9. d. M.: „Der lustige Vogel"; Mittwoch, 10. d. M.: „Das jüdische Herz"; Donnerstag, 11. d. M.: „Der wilde Mensch" (Gordin-Abend). Verantwortlicher Redakteur Dr. S. R. Landau. - Druck von Ignaz Spitz L Söhne, Wien II, Robertgasse 2.

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