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Neue Nationalzeitung · 1914-11-13 · Heft 26 (13.11.1914) · p. Seite 6

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XVI (1914)
Issue
Heft 26 (13.11.1914)
Date
1914-11-13
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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.Nene National-Zeitun^" Mr. 26 öeite 6 Kriegsnachrichten. Die Lügen der „Reichspost". Wir erhalten folgende Zuschrift: Geehrte Redaktion! In Ihrer Nummer 527 vom 5. November, S. 7, 3. Spalte, 7. Zeile von unten, nennt die „Reiclispost" unter der Rubrik „Unsere Helden" auch den Oberfeuerwerker R e i s s m a n n, der für Tapferkeit die große silberne Tapierkeitsmedaille erhielt, Reissmann schlechthin, ohne Vornamen, während sie die anderen alle mit Vor- und Zunamen anführt. Der brave Feuerwerker heißt nämlich „Selig Reissmann", wie es im Personalverordnungsblatte gedruckt und in der übrigen Tagespresse reproduziert war. Die konfessionelle Gehässigkeit auch auf den für den Ruhm und der Größe Oesterreichs ihr Blut verspritzenden Soldaten auszudehnen ist etwas so Niedriges, daß ich Sie bitte, dies an den Pranger zu stellen. Hochachtungsvoll Ein treuer Leser. Anm. der Red. Dieses recht antisemitische Vorgehen der ..Reiclispost" stellt nicht vereinzelt da. Ks beruht offenbar auf einem System, die Soldateneh/e der Juden durch Liieren und Vertuschungen um die verdiente Anerkennung zu bringen. So hat es die .,Reiclispost" sogar vor einigen Ta^en versucht, den jüdischen Helden, Kommis Julius Reif, dessen Verwandte bekannt sind, als einen Arier aus Salzburg hinzustellen. Sind wirklich die Leser der ..Reiclispost" so dumm, daß sie alles glauben? L'ebrigjens ist ja Reif nicht der einzige jüdische Besitzer der goldenen Tapferkeits-Medaille. Ks gibt deren bereits mehrere. Will vielleicht die „Reichspost" auch vertuschen, daß sich bisher zwei jüdische Stabsoffiziere die eiserne Krone mit der Kriegsdekoration erworben haben, der eine davon — Alaior Krauß — durch einen Heldentod? — Also, mit den Vertuschungen und Entstellungen wird das Antiscmitenbiatt kein Glück mehr haben. Die Leute haben offene Augen und sehen die großen und schweren Menschenopfer, die auch die Juden dem Vatcrlande bringen. * Major Emanuel Krausz — ausgezeichnet. Dem Major Emanuel Krausz, der auf dem südlichen Kriegsschauplatz den Heldentod fand, ist vom Kaiser die eiserne Krone III. K 1 a s s e mit der Kriegsdekoration verliehen worden. Die heldenmütige Führung des Bataillons in einem Nachtgefecht wurde in unserem Blatte eingehend geschildert # Ueber 150 jüdische Offiziere gefallen. In der österreichisch-ungarischen Armee sind bisher nach einer approximativen Schätzung über 150 jüdische Offiziere und Kadetten gefallen. Besonders zu erwähnen wären, außer den bereits Genannten, Hauptmann Alexander von Ei s s, Sohn des Titular-Gencralmajors Alexander von Eiss, Leutnant Karl G r ii n b e r g e r, Leutnant Rudolf B r a mm e r, Leutnant Dr. Priester, Leutnant B i e g- 1 e r usw. Einem Gerüchte zufolge soll der Direktor der zionistischen Kredit-Union in Lernberg, J. E i s I e r, gefallen sein. * „Die Mutter des Kriegsfreiwilligen." Rabbiner Dr. Jacob söhn in Gnesen hat seinen Sohn Saio, der sich als Kr.'egs fr ei williger gemeldet halte, verloren. Zu Begann des Krieges preiste Dr. Jacobson« in einem Gedichte, das in einem Lokalblatt« erseMen, „Die Mutter des Kriegsfreiwilligen", seine eigene Frau, in folgendem Gerichte: „Will er, daß dahin soll fließen Dein Blut in hekliger Tat, Nicht will ich weinen und klagen, Daß mir entschwunden das Glück; Nein, stolz und mutig es sagen: Erhaben ist mein Geschick. Erhaben, dali ich geboren Dem Vaterland 6q\\ Sohn. Der von dem Höchsten erkoren. Zu sterben für Volk und Thron." Jüdische Offiziere in der deutschen Armee. Was alle Reichstagsdebatten und Interpellationen nicht vermochten, das hat d':;r Krieg herhe.'geführl, das haben sich die jüdischen Soldaten auf den Schlachtfeldern mit ihrem Blute erkämpft: ih r e E r n e n u u n g z u O f f i z i e r e n. Befördert zu Rcs.-Offiziereii wurden i. d. preuß. Armee: 1. Rechtsanwalt Dr. D a v i dso h n - Darmstadt. 2. Flieger Max Elias- Hannover, 3. Reg.-Baumstr. R a p p - Frankfurt a. M„ 4. Rechtsanwalt Dr. Siegfr. B a u m - Frankfurt a. M., 5. Chemiker Dr. C o h n - Halbcrstadt, C>. Rudolf S. Mosse- Berlin, in der sächsischen Armee: 7. Kaufmann B a 11 - Dresden, in der württembergischen Armee: S. Rechtsanwalt Dr. Nathan- Ulm. Heldentaten jüdischer Soldaten in der deutschen Armee. Andre Ruf, der Sohn des Großkaiifmanues Ruf aus Alühlhausen, der vor zwei Monaten das Eiserne Kreuz zweiter Klasse erhielt und zum Offizier-Stellvertreter befördert wurde, erhielt mm auch für besondere Leistungen auf dem westlichen Kriegsschauplätze das Eiserne Kreuz erster Klasse. Von Königsberger .luden erhielten bisher das Eiserne Kreuz: Assistenzarzt Dr. Siey.fr. Rosen bäum, Assistenzarzt Dr. Walter Bennigson, Stabsarzt Dr. Harry Moses, Füsilier Adolf N e u rn a n n, Oberveterinär Alfred Arnsdorf!, Stabsarzt Professor Dr. Theodor C o h n. Der bekannte jüdische Schriftsteller Dr. Felix T h e i Ih a 1) e r in München erhielt das Eiserne Kreuz. Dem Gefreiten d. R. Sally G o 1 d s c Ii m i d t in Idstein überreichte der Kaiser persönlich das Eiserne Kreuz. Der Oberst vom Infanterieregiment Nr. 25 sandte nach der „Köln. Ztg." den Eltern des Hch. H e r t z, der als Rekrut die von den Franzosen den Deutschen genommene Fahne in der Nacht wieder abnahm und für diese Tat zum Unteroffizier befördert wurde und auch das Eiserne Kreuz erhielt, als Ancrkcmiimg für tapfere Tat ihres Sohnes 50 Mark. Nach der „Jüdischen Voikszeitung" in Breslau haben bisher 370 Juden, darunter die Oesterrcichcr Leutnant Jacob 0 r n s t e i n und Fähnrich F. T ti 11 m a n n das Eiserne Kreuz erhalten. Die russische Regierung und der jüdische Botschafter. Anläßlich der Kriegserklärung an die Türkei halicn die Entente-Mächte und ihre Verbündeten ihre diplomatische Vertretung resp. den Schnitz ihrer Staatsbürger dein nordamerikanischen Botschafter in Konstantinopel übergeben. Bloß Rußland Jconnte sich dazu nicht entschließen'. Es wäre zu sonderbar, wenn eine Regierung, die Juden schonungslos mordet und plündert, ihre christlichen Staatsbürger unter den Schutz des jüdische n Botschafters, Mr. David M o r g e n t h a u, stellen würde. Sie betraute daher den italienische n Botschafter mit ihrer Vertretung.

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