Neue Nationalzeitung
- Journal
- Neue Nationalzeitung
- Volume
- XVI (1914)
- Issue
- Heft 24 (23.10.1914)
- Date
- 1914-10-23
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite fi „Neue National-Zeitung" Nr. '24 die hiemit systernisierte Remuneration. Während des Krieges wurde Oberleutnant Taussig bereits gleichzeitig mit anderen Fliegeroffizieren vom Kaiser mit dem Signum jaudis (bronzene Verdienstmedaille am Kriegsbande) ausgezeichnet. Oberleutnant T a u s s i g ist verheiratet; seine Gattin entstammt einer sehr religiösen Familie in Budapest. * Die Heldentaten jüdischer Offiziere und Soldaten. Nebst den zahlreichen jüdischen Offizieren, die sich im Kriege ausgezeichnet haben und dafür dekoriert wurden, haben auch sehr viele jüdiische Reserveoffiziere und Soldaten den Heldentod gefunden. Es dürften bisher mindestens hundert jüdische 0 iiiziere (inklusive Kadetten) in der österreichisch-ungarischen Armee iiir ihr Vaterland gefallen sein. Die jüdische Mannschaft hat ihre Pflichten ebenfalls treu erfüllt und sich zahlreiche Tapferkeitsmedaillen erworben. Auch anläßlich der Verteidigung von Przemysl haben mehrere jüdische Unteroifiziere sich durch große Tapferkeit ausgezeichnet, was amtlich konstatiert wird. So lesen wir in den letzten Tagen: Feldwebel Mendel Fuß, LwIR. 18. In einem Gefechte wurde er von seiner Kompagnie abgetrennt, führte aber mit besonderer Entschlossenheit und Tapferkeit seinen Zug von Stellung zu Stellung vor. Korporal Abraham Frei mann des LIR. 18 hat sich durch persönlichen Mut und Tapferkeit besonders im siegreichen Gefechte bei Smoryn und Krzak, sowie in allen anderen Gefechten durch Ueberbringen von Meldungen bis in die vordersten Linien rühmlich hervorgetan. Zugsfiihrer Buxbaum des LstlR. 38 hat sich freiwillig zum aktiven Dienste gemeldet, obwohl er zu Felddiensten nicht klassifiziert war. Als Radfahrer erhielt er den Befehl, den Gefechtstrain des Regiments aui der Straße zu suchen. Als er von russischer Infanterie und Zivilisten von. der Ortslisiere angeschossen wurde, erwiderte er trotz erlittener Verwundung das Feuer. Ersterer erhielt die goldene, beide letztere die silberne Tapferkeitsmedaille I. Klasse. # Heldentaten eines jüdischen Soldaten in Deutschland. Einen hervorragenden Beweis von Mut und Unerschrockenheit gab der Unteroffizier d. R. Leo Mohr aus Nürnberg, welcher in dem Gefechte bei Rohrbach-Auweiler als Melderetter zwischen der Feuerlinie und dem Kommandeur verwendet wurde. Nach zwei befohlenen Ritten stellte ihm der Kommandeur wegen des von allen Seiten kommenden heftigen Infanterie- und Artilleriefeuers weitere Ritte frei. M. ritt aber gleichwohl danach noch dreimal zur Feuerlinie und zurück. Beim letzten Ritte wurde sein Pferd erschossen. Daraufhin erhielt er das Eiserne Kreuz und wurde zum Vizewachtmeister befördert. * Zum Tode des Feldwebels Julius Reif. Aus T eschen wird berichtet: Die Mutter des heldenmütigen Feldwebels Julius Reif erhielt vom Adjutanten des Ersatzbataillons des Landwehrinfanterieregiments Nr. 31 folgendes Schreiben: Mit tiefem Bedauern mußten wir von den zurückkehrenden Verwundeten vernehmen, daß Ihr Sohn im Kugelregen eines Maschinenge w e h r f e u e r s mit seinem Hauptmann Weidner vor Lublin gefallen sein soll. Doch ist amtlich noch nichts darüber bekannt. Mit Stolz gedenken wir seiner in unserer Trauer und Reit bleibt für ewige Zeiten ein Glanzpunkt in der ereignisreichen Geschichte des tapferen Landwehrinfanterieregiments Nr. 31. Auf alle Fälle werden wir Sie, sobald etwas amtlich einlangt, verständigen. « Dr. Ludwig Dömeny gefallen. Die zionistische Organisation Ungarns hat einen schmerzlichen Verlust erlitten. Einer ihrer Tätigsten, Rechtsanwalt Dr. Ludwig Dömeny aus Budapest, früherer Leiter der ungarischen Landessammelstelle des J. N. F. und Mitglied des zionistischen Landeskomitees, ist auf dem nördlichen Kriegsschauplatz gefallen. Dömeny war einer der ersten Vorkämpfer der zionistischen Bewegung in Ungarn und) zeichnete sich durch außerordentliche organisatorische Fähigkeiten und' rastlosen Arbeitseifer aus. Er war auch Begründer der national-jüdischen Wanderbewegung in Unga-rn und Kommandant des Wanderbundes „Kadknah". * Antisemitismus unter russischen Kriegsgefangenen. Aus der Ruhlebener Rennbahn bei Berlin, die zu einem Lager für russische Zivilkriegsgefangene eingerichtet worden ist, wird verschiedenen deutschen Zeitungen folgender bezeichnender Vorfall berichtet: Im ganzen sind ungefähr 1400 Personen auf der Rennbahn in Ruhleben untergebracht, für die eine verhältnismäßig kleine Bewachung vorhanden und auch nur nötig ist, da die Gefangenen sich selbst zu beaufsichtigen haben. Sie sind in Gruppen von 10 bis 20 Mann eingeteilt, über die ein intelligenter Zivilkriegsgefangener gesetzt ist. Dieser hat auf sirengste Ordnung und Reinlichkeit zu sehen, und seinen Anordnungen ist unbedingt Folge zu leisten. Anfangs kamen Reibereien und Unbotmäßigkeiten vor, die sofort streng bestraft wandten. Es stellte sich bei der Untersuchung heraus, daß Jud'en zu Mannschaftsführern ernannt worden waren. Diese wollten die Russen nicht als Vorgesetzte anerkennen, und sie glaubten in. Deutschland ebenso mit den Juden verfahren zu können "wie iii ihrer Heimat. Erst die Erklärung, daß sie sich bei weiterer Gehorsamsverweigerung schwere Strafen zuzögen, stellte die Ruhe wieder her. * Der Zar und seine „lieben Juden." Die „Deutsche Moskauer Ztg." schreibt: Der jüdiische Arzt Dr. Rathaus in Smolensk wandte sich an den Unterrichtsminister mit folgendem Gesuch: „Mein Sohn hat das Examen zur 1. Klasse des Smolensker Krongymnasiums bestanden, die Tochter — zur 1. Klasse des Mädchengymnasiums des Marienressorts. Ich habe am Kriege in der Mandschurei teilgenommen und mir sind allerhöchst der Stanislaus- und der Annen-Oiden mit Schwertern verliehen worden. Bin schon drei Jahre Arzt an der dritten höheren Elementarschule ohne Gehalt und bin jetzt wiederum zum aktiven Dienste einberufen*. Ersuche sie deshalb, meinen Kindern die Aufnahme in die Schulen, ohne Anwendung der Prozentnorm und der Losung, zu gestatten." Das Gesuch ist abschlägig beschieden worden. Die Befreiung russisch-jüdischer Kriegsgefangener in Berlin. Vor einiger Zeit wurde, und zwar zuerst in einem Budapester Blatte, dann aber auch in Wienei und reichsdeutsclien Zeitungen die Nachricht verbreitet, als ob anläßlich der Befreiung von 60jüdischen Kriegsgefangenen aus Rußland am Vorabend des Neujahrsfestes seitens des Vorstandes der jüdischen Gemeinde in Berlin Ansprachen gehalten wurden und auch ein Generalstabsarzt Dr. Landau bei dei feierlichen Begrüßung interveniert hätte. Ueber unsere diesbezügliche Anfrage erhalten wir von sehr gut informierter Seite die freundliche Mitteilung, daß der Berliner jikiiische Gemeindevorstand bei einer derartigen Freilassung nicht interveniert hat und demgemäß auch nicht in die Lage kam, Ansprachen zu halten. Notizen. Das stenographische Protokoll des XI. Zionistenkongresses ist im Kommissionsverlag des Jüdischen Verlages, G. m. b. H., Berlin W. 15, Sächsischestr. 8, erschienen (ß Oktav und XXIV, broschiert M. 1.50, auf holzfreiem Papier, gebunden M. 3.—). Das interessante Dokument ist nicht nur für die Anhänger und Freunde der zionistischen Bewegung von Interesse. Es gibt einen ausgezeichneten Ueberblick über diesen Kongreß, der Anfang September v. J. in Wien tagte und durch die kolossale Zahl der Teilnehmer — über 10.000 Personen — wie auch durch die Bedeutung der zur "Verhandlung gekommenen Fragen der größte un!d wichtigste aller bäsher stattgehabten zionistischen Kongresse war. Das Protokoll informiert aber auch ausgezeichnet über die verschiedenen Strömungen innerhalb der Organisation seihst und gewährt ein gutes Bild von der Hingabe und der Begeisterung, mit ider die Zionisten ihrem Ideale anhängen. Spendenliste der Allianz. Hilfsaktion der Israelitischen Allianz zu Wien zugunsten der Flüchtlinge aus Galizien. Der Israelitischen Allianz zu Wien sind zu den Kosten der von ihr für die galizischen Flüchtlinge eingeleiteten Hilfsaktion folgende Spenden bisher zugegangen: K Bankhaus S. M. von Rothschild. . . 10.000.— Familie Ritter von Gutmann..... 10.000.— Theodor, Edler von Redlich..... 2.000.— Ferdinand Bloch.......... 2.000.— Wiener Börsekammer..... 2.000.— Michel Beni.es.......... 1.000.— Leopold Blum........... 1.000.— A. E................ 1.000.— August Lederer ......... 1.000.— Emil Lederer........... 1.000.— Lieben & Comp.......... 1.000.— Nathanson&Kallir....... 1.000.— Dr. Hans Redlich, Edler von Vezeg . . . 1.000.— Baron Gustav Springer....... 1.000.— A. Stern & Sohn......... 1.000.— Dr. Alphons Thorsch........ 1.000.— Adolf Fried, österr. Rente Nomhi. . . . 1.000.— Mitglieder des Aerztehlub Wien (durch Prof. Dr. K. A. Herzfeld) . . . 852— Israel. Kultusgemeinde Warasdin . - . 600.— Israel. Kultusgemeinde Karlsbad . . . 500.— Wilhelm Spitzer.......... 500.— Bernhard P o i> p e r, Direktor...... 500.— Heinrich B. Eissler......... 500 — Wilhelm Kux, Direktor........ 500.— Dr. Bruno Poll ack, Edler von Parnau . . 500.— Sigmund Popper.......... 500.— Alfred Heinsheime r, Direktor .... 500.— Dr. Felix und Richard Katz au..... 500.— Theodor und Stephan Auspitz von Artenegg........... 500.— Ignaz Spiro & Sohn in Krumau . . . 500.— Alexander W e i n e r, Direktor . . . . 500.— Feigl&Widrich........ 500.— Sigmund Ichenhäuser, Direktor . . . 500.— Kais. Rat Adolf Schramek...... 500.— Felix K u r a n d a, Direktor....... 500.— Rachel Elias........... 500.— Dr. Ignaz Kornfeld........ 400.— Israel. Kultusgemeinde Kol in..... 400.— Lajos K r i s e r........... 300.— Simon Blau,,............ 300.— Emilie Schnabl.......... 300.— Dr. Alfred Stein.......... 300.— Alexander Singer, Generalkonsul . . . 300.— Theodor Kantor & Co....... 300.— Jenny Jeiteles. . ........ 300.— Em. Feuerstein & Co....... 300.— Hugo Marcus. Direktor....... 300.— Jeanette Bauer.......... 300.— Dr. Arthur K u r a n d a und Frau .... 300.— Hermann von Back......... 300.— Dr. Ludwig Sachs......... 250.— Alfred Sachs........... 250.— Moritz Eissler.......... 250.— Robert Eissler.......... 250.— Dr. Hermann Eissler........ 250.— Prof. Dr. Julius Schnitzler..... 250.— Eduard Bondy........... 250.— Israel. Kultusgemeinde T r aut e n a u . . . 250.— Israel. Kultusgemeinde Innsbruck. . . 250.— Rosa Holitscher......... 200.— Frau Th. Ritter von Taussig..... 200 — Dr. I. Klang........... 200.— Loewy & Schnitzer....... 200.— L. Neurath, Direktor........ 200.— Dr. Josef Breuer......... 200.— Alois Lemberger......... 200.— Emil Wetzler........... 200.— S. Trebitsch & Sohn...... 200.— Rudolf Ritter von Kahler.....-. 200.— Dr. Adolf Gallia.......... 200.— Emanuel Raumann, Direktor..... 200 — A. Herrn. Frankl& Söhne..... 200.— V. Rieß............. 200.— Jacob Herrmann......... 200.— Ignaz Bleier........... 200.— Emil Czeczowiczka....... 200.— Alfred Schuschny......... 200.— Heinrich Mandl.......... 200.— Dr. Karl Pribram......... 200.— M. Neumann........... 200.— Israel. Kultusgemeinde Bielitz . . . . 200.— Israel. Frauenverein Warasdin. . . . 200 — Philipp K o h n........... 200.— Synagogenverein „B e t h Israel" . . . 200.— Israel. Kultusgemeinde Reiclienberg. . 200.— Sammlung durch Dr. M. Engel, Krizevci (zur Ablösung von Neujahrskarten, und zwar: Ludwig Berkes K 5.—. Josef Brenner K 4—, Ignaz Brey er K 25.—, Zigo Brey er K 5.—, Aurelia Dragoner K 2.—, Oberrabbiner Dr. Makso Engel K 3.—, Josef G o 1 d b e rger K 1.—, Mirko Goldb erger K 1.—, Charlotte Goldschmidt K 5.—, Samuel Groß mann K 2.—, Ignaz H i r s c h 1 K 3.—. Jakob H i r s c h 1 K 2.—, Ferdinand Hirse hl K 2.—, Zigo H1 a r i c K 5.—, Marco K e n d e K 5.—, Josef Katz K 5.—, Alex. Marguli t K 5.—, Bernhard M o s t e r K 5.—, Julio Neumann K 5.—, Rudolf Neuro a n n K 4.—, Dragutin N e m s i c K 2.—, Samuel Pollak K 2.—, Robert