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Neue Nationalzeitung · 1914-04-24 · Heft 8 (24.4.1914) · p. Seite 64

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XVI (1914)
Issue
Heft 8 (24.4.1914)
Date
1914-04-24
Page
Seite 64 (sequence 8)
Language
German
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Seite 64 3. Bericht über die Einnahmen und Ausgaben und übcF den Vermögensstand des Vereines. 4. Bericht des Aufsichtsrates über die Gebarung der Vcrctnsleitung. 5. Anträge der Vereinsleitung und der Ortsgruppen. 6. Wahlen Wien. Am 8. d. M. fand die konstituierende Generalversammlung des „Verbandes der iir Wien bestehenden humanitären Vereine der g alizischen .luden" statt. Dem Verbände sind nachstehende Vereine beigetreten: „Verein der ßrodyer", „Verein der Kolomeaer", „Verein der Lemberger", ,,Vere/u der Rzeszower", Verein der Tarnopoler" und' der „Verein der Tanower". Statutengemäß war jeder dem Verbände ungehörige Verein durch je zwei Deler gierte vertreten. Nachdem die Propouenten, die Herren Dr. Max Jakobsohn, Dr. Joser Zipser, Dr. Moritz Kalnue, Ignaz Platz und I. M. Beer der Versammlung de:i Zweck, des Verbandes, bestehend ,in Wahrung der Interessen der Verbandsmitglieder auf humanitärem wirtschaftlichem (iebiete, eingehend auseinandergesetzt hatten, wurde die Wahl des Ausschusses vorgenommen. Am 15. d. M. konstituierte sich der Ausschuß und wurden Dr. .lakobsohn zum Präsidenten, die Herren Platz und Beer zu Vizepräsidenten, Dr. Kahaue und Dr. Wolfmann zu Schriftführern, Adolf riecht und Isidor Willner zu Kassieren einhellüg gewählt. Allfällige Zuschriften sind zu richten an: Dr. Max .lakobsohn, Wien, I., Biberstr. II. AUS ALLEN WELTTEILEN Die besteuerte Kurfürstenbüste. Der Weener Sportsmann Viktor Silberer hat sich jüngst anläßlich der Widmung einer großen Wohltätigkeitsstiftung darüber ausgelassen1, wie ideal es doch in Deutschland sei, wo der Fiskus von Spenden und Humanitätsakten keinen Obolus verlangte. Daß dem nicht so ist, davon weß Herr Direktor Dr. Minden, Repräsentant der Berliner Gemeinde, etwas zu erzählen. Er hatte zur Feier seines 25jährigen Amtsjubiläums für den Sitzungssaal des Repräsentantenkollegiiums eine Büste des Großen Kurfürsten gestiftet. Die Oberzolldirektion Berlin NW. 40, Alt-Moabit 143—144, hat darauf die Jüdische Gemeinde mit einem Schreiben bedacht, in dem sie auf Grund der Bestimmung des Reichserbschaftssteuergesetzes über die Besteuerung dier Schenkungen unter Lebenden die Zahlung von 600 Mark — 5 Prozent des auf 12.000 Mark geschätzten Wertes 'der Kurfünstenbiiste verlangt. Unter Berufung auf ein Reichsgerichtsurteil erklärt die Steuerbehörde, daß „Schenkungen aus Patriotismus keinen Anspruch auf Steuerfreiheit der Anstandsschenkungen haben." Wenn Herr Dr. M/nden der Kultusgemeindie eine Büste des Großen Kurfürsten — ausgerechnet — schenkt, dann soll er auch davon die Staatsgebiihr zahlen. Zur Pessachsaison in Warschau. Die größte Judenstadt von Europa, Warschau, steht jetzt ganz im Zeichen der Pessachsaison. Nicht weniger als 70 Mazzoth-Bäckereien sind jetzt dort im Betriebe und laut einer Enquete, welche ein Redakteur des „Haint" in 52 dieser Mazzothfabriken durchgeführt hat, beschäftigten diese nicht weniger als 2564 Personen. Es sind dies zumeist jüdiische Handwerker, welche ihre jetzige Arbeitslosigkeit gerne durch eine Hilfsarbeit in einer Mazzoth- Bftckerei, wenn auch bei verhältnismäßig spärlichem Lohne, unterbrechen. Ein großer Teil des Hilfspersonals besteht aus Frauen und zum geringsten Teile auch aus jungen Fabrikarbeiterinnen. Verhältnismäßig nicht gening ist auch die Zahl der christlichen Arbeiterinnen, welche die leichtere Arbeit besorgen. Der russische Botschafter In Konstantinopel beim Chacham Baschi. Es ist bekannt, daß die russische Regierung, die zu Hause ihre Juden mordet und sie im Westen durch agents provocateur überwacht, ,:n Palästina schrecklich judenfreundiich ist. Es gibt kein noch so geringes Unrecht, das einem Juden dort zugefügt wird, als daß nicht ti'er russiche Konsul mit seinen schmutziigen Fingern daraus eine große Affäre machen würde, um die Türkei zu chikaniereri. Mit Recht verlangt auch die Türkei von den russischen Juden, daß sie das Staatsbürger - recht annehmen. Der jüngste Besuch des Botschafters Gjcrs beim Chacham Baschi hatte offenbar auch den Zweck, die Juden für eine aiititürkisehe Intrigue zai gewinnen. Hoffentlich füllen ihm aber die Juden nicht herein. Kleinere Nachrichten. In Krakau ist im Alter von 73 Jahren Oberkantor Josef Fi sc Ii er gestorben. Derselbe war als Begründer einer der größten hebräischen Druckereien bekannt und hat in dieser Eigenschaft der hebräischen Literatur große Dienste geleistet. — In Wien ist im Alter von 63 Jahren der gewesene Gemeinderat Lucian B r u n n c r gestorben. Derselbe war seiner politischen Stellung nach ein Demokrat im Sinne Kronawetters, hat aber auch mit der jüdisch-nationalen Bewegung sympathisiert. Er hat wiederholt ohne Erfolg für den Reichsrat kandidiert. — Der Wiener Oberlandesgerichtsrat Dr. P r e u ß hat anläßlich seiner Pensionierung den H o f r a t stitcl erhalten. — Der Maler Jehudo Epstein hat in der letzten Wiener Frühjahrsausstellung die höchste Auszeichnung, die große goldene Medaille, erhalten. Liste der Ausgetretenen. Vom 8. bis 21. April 1914. (Nr. 1L8—139.) Bauer Elisabeth, Private, geb. 26. Juni 1872, Wien, IL, Valeriestraße 2. Bernstein Pauline, Bankbeamtin, geb. 6, August 1889, Wien, VII., Kaiserstraße 6. Berstl Hans, Student, geb. 16. April 1894, Neunkiirchen, N,-Oe., XIII., Hadikgasse 142. -Böhm Richard, Privatbeamter, geb. 20. August 1880, Wien, XVIII., Gersthoferstraße 67. Fleischner Olga geb. Brass. Private, geb. 23. Februar 1872, Brünn, VIII., Langegasse 20. Fuchs Helene, geb. 3. August 1890, Wien, IL, Rembrandtstraße 37. Qottlieb Adolf, geb. 2. September 1887, Wien, XII., Pohlgasse 23. Geiger Paula, geb. 13. Juni 1886, Lackeirbach, XX., Karajaugasse 11—18. Herner Elsa, Private, geb. 26. August 1890, Parkassy, IL, Valeriestraße 2. Herner Einanuel, Redakteur, geb. 15. Januar 1862, Budapest, IL. Valeriestraße 2. Hirscht geb. Pollak, Private, geb. 16. Februar 1886, Kattenberg. VII., Neubaudasse 44. iiirschl Josefine. geb. 4. Dezember 3909, Wien, VII., Neubaugasse 44. Koch Adolf, Hörer des Techn. Gewerbe-Museums, geh. 16. Januar 1875, Wien, VI1L, Langegasse 30. Mautner Albert, Zeitungskorrespondent, geb. 14. April 1872, Treb'tscli. IX., Schubertgasse 14. Aleider Felix, Privatbeamter, geb. 14. Januar 1891, Wien, II., Im Werd 4. Morawetz Thekla, von, geb. 13. Mai 1891, Orgenhausen bei .Baden, N.-Oe., L, Schwarzeubergplatz 17. Pick Julia Henriette, Private, geb. 28. Dezember 1871, Ungvar, VII., Hermanngasse 31. Pick Karl Rudolf, Student, geb. 26. Januar 1896, Erlau, VII., Hermamigasse 31. Pick Maria Elisabeth, Schülerin, geb. 31. Januar 1900, Erlau, VII., Hermanngasse 31. Steiner Alfred* Reisender, geb. 23. März 1882, Wien, XVI., Veroni'kagasse 7. Stern Sidonie geb. Goldstein. geb. 26. Dezember 1870, Budapest, IX.. Eisengasse 13. Wasserberg Adolf, Juwelier, geb. 10. November 1887, Krakau, VI., Stumpergasse 31. Wegen der Fülle an aktuellem Material mußte leider das Feuilleton wegbleiben.

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