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Neue Nationalzeitung · 1914-01-23 · Heft 2 (23.1.1914) · p. Seite 16

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XVI (1914)
Issue
Heft 2 (23.1.1914)
Date
1914-01-23
Page
Seite 16 (sequence 8)
Language
German
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Seite 16 „Neue Nationül-ZelUing" . .Nr. 2 ihn nicht mehr los. Als er sich auf einem vonNabotj ihm geschenkten, am Abhänge eines bewaldeten Hügels gelegenen Grundstückchen ein Landhaus aufführen und hier einen Brunnen graben ließ, meldeten ihm eines Tages die Brunnenarbeiter, daß an dieser Stelle alles Graben nach Trinkwasser vergebliche Mühe sei, da das aus der Erde hervorgequillende Wasser schlammig und stinkend sei. Er eilte zur Stelle und überzeugte sich gar bald, daß er in dem glücklichen Besitze einer Steinölquelle sei. Er wollte aufjauchzen, bezwang sich jedoch und hieß mit der ruhigsten Miene von der Welt die Arbeiter die Grube wieder zuschütten "und den Versuch auf einem entlegenen, ihm nicht gehörigen Terrain erneuern, da das Wasser hier tatsächlich, unbrauchbar sei. Das' Geheimnis aber von derauf seinem Grunde entdeckten Steinölquelle verschwieg er ein volles Jahr. Zweierlei verfolgte er von nun ab mit der ihm eigenen Energie: einmal wandte er seine schärfste Aufmerksamkeit nicht mehr wie b-isher der Oberfläche, sondern den Tiefen des Bodens zu und ließ unter allen möglichen Vorwänden Tiefbohrungen an den verschiedensten Stellen der weit sich hindehnenden Gefilde vornehmen, unausgesetzt den gierigen Blick'in den Boden bohrend; dann war er bemüht, den kleinen Eigenbesitz, der ihm einen so kostbaren Schatz barg, durch Erwerbung des umliegenden' Hügellandes, darin er ein ganzes Geäder vön'Bergölquellen vermutete, so viel als möglich zu erweitern. Es gelang ihm unschwer, den Nabob zu überzeugen, daß hier der von ewigem Flugsand erfüllte Grund jeder Anstrengung, ihn zu fruchtbarem Boden"umzugestalten, spotte und zwecklos Kosten und Mühe verschlinge. Er sei nun nach langem und reifliche'm'Ueberlegen auf den Gedanken gekommen; auf 'eiferte Gefahr hin den Versuch zu machen, KrassUtazeen, Fett- und insbesondere Zierpflanzen, hier zu "züchten, die zur Verschönerung der Schlösser, Villen' und Gärten des Nabobs dienen sollten. Er bäte thirafso; ihm diese Wüsteneien zu dem angeführten Zweck käuflich zu überlassen. Der Nabob willfahrte "gern seinem so billigen und löblichen Verlangen-und überließ ihm einen Komplex von mehr als tausend ' Joch um einen wahren Spottpreis. Gernegroß rieb sich im Stillen vergnügt die Hände. Er war auf dem Wege, Millionär zu werden. Eines Tages, er saß gerade bei Tisch,' kam eine ganze Schar von Feldarbeitern gelaufen, um ihm zu melden, daß sie bei der. Anlage eines neuen Schloßteiches auf eine starke Schichte von Erdwachs gestoßen seien und um ihm die Untrüglichkeit ihrer Behauptung ad oculos zu. demonstrieren, reichten sie; ihm einen Erdklumpen hin,, ganz, gelb von Wachs. \ Gernegroß erschrack heftig und knirschte vor Wut, daß diese Entdeckung in seiner Abwesenheit gemacht wurde. Er eilte an den bezeichneten Ort. und überzeugte sich gar bald, daß auf Nabobs Grund Erdwachs wuchere. Er unterdrückte seinen Unmut und ließ, da die Entdeckung einmal ohne ihn gemacht war und nicht mehr geheim gehalten werden konnte,; den Boden nach allen. Richtungen1 hin. durchfurchen, wobei sich zeigte, daß weite Strecken von Erdwachs durchzogen waren. . Hierauf begab er sich zu. Nabob, um ihm mit strahlender Miene die Botschaft von dem kostbaren Funde, den er und seine Arbeiter gemacht, zu überbringen. Dieser, überglücklichüberden neuen Reichtum, der ihm Dank rden rastlosen Bemühungen seines treuen Dieners aus dem *ßoden hervorzuwachsen versprach, ließ unverzüglich Sachverständige herbeikommen und binnen kurzem entwickelte sich eine großartige Wachsindusfrie -auf dem Boden Nabobs. Gegen Gernegroß aber, erwies er sich ungemein erkenntlich. Er machte ihn zum'Mitbesitzer der von ihm entdeckten und der etwa künftig noch aufzufindenden Wachsgruben. . . Als nun Gernegroß seinen Reichtum, festgegründet sah, als er keine Erschütterung mehr von einem etwaigen Bruch mit dem Nabob zu befürchten hatte, ging er daran, die Schätze zu heben,.die. seine Arbeiter vor Jahresfrist ahnungslos auf seinem eigenen Grund und Boden entdeckt hatten. Er ließ aus der Fremde tüchtige und viel erfahrene Grubenarbeiter in großer Zahl kommen, die unter seiner wachsamen Leitung auf dem ganzen ihm gehörigen Grundbesitz Bohrungen vornehmen, mußten: Und was er da vorfand, überstieg seine kühnsten Erwartungen. Es zeigte sich, daß der ganze Boden in der Runde von Steinöl durchflössen und unterwaschen war. So begann er denn den Petroleumbetrieb im großen Stil. (Fortsetzung, folgt.) Liste der Ausgetretenen. Vom 7. bis 20. Jänner 1914. (Nr. 4—16.) Jastrebensky Schulim Itzig, Privatbeamter, geb. 6. Februar 1866 iii Byschevv, II, Gr. Sperlgasse 7. Bäck Irina, geb. 18. Jänner 1889 in Wien, II, Obermüllnerstraße Nr. .3. . Schmiedl Valerie, geb. 26. März 1878 in Wien, XIII, Astgass£ 1. WoHgang RudolS, geb. 10. Februar 1882 in Korneuburg, II, Kronprinz Rudolisstraße 26. Spitzer Leopold, Inspizient, geb.- 11. Julj 1888 in FeTdsberg, II, . .Wolfgang Schmälzlgass-e 5. - - Spitzer Anna Chane, geb. 17. November 1884, in'Berg, II, Wolfgang Schmälzlgasse 5. - Harpner Julius, Privatbeamter, geb, 2. Juni 1860 in Prag, VIII, Lerchenfelderstraße 66. Meinhard Hugo, Bankbeamter, geb. 7. Juli 1880 in Prag, - ,111, - Radetzkystraße 7. Epstein Irma, geb. 28. Apm'l 1892 in Lemberg, VII, Seidengasse Nr. 28. Thorsch Berthold, Dr., Hof- und üerichtsadvokat in Prag, VIII, . Schlösselgasse 22. Kraus Max, Bankbeamter, geb. 9. August 1873 in Lcipnik, VIII, Langegasse 44. Adler Hermann, Kellner, geb. 29. Oktober 1883 in Wien,. II, Schweidlgasse 5. Langer Siegmund, Monteur; geb. 1. März 1887 in Hamburg, XX, Dammstraße 8. Langer Ferdinand Bankbeamter, geb. 31. Mai 1874 m Bärn, XVII, Veronikagasse 43. Langer Frieda geb. Vogel, geb. 12. Juni 1885 in Littan, wohnhaft ebenda. Notizen. Kapitalsvermehrung der Verkehrsbank. Im Inseratenteile unseres Blattes veröffentlicht die Verkehrsbank die Einladung zum Bezüge von 30.000 neuen ab 1. Jänner 1914 dividendenbereclitigten Aktien, welche den Aktionären zum Kurse von 350.— pro Stück im Verhältnisse von 1:5 angeboten werden. Der letzte Kurs dieser Aktie stellt sich auf 371.—. Durch diese Emission erfährt das Aktienkapital der Verkehrsbank eine Erhöhung von 42 auf 50,4 Millionen Kronen, während sich das Bankvermögen mit Berücksichtigung der Reserven auf zirka 65 Millionen Kronen belaufen wird. Auf Basis der Emissiönskurse von 350 Kronen und der letztgeschütteten Dividende von 21 Kronen bieten die neuen Aktien eine Verzinsung von 6 Prozent. Das Bezugsrecht auf die neuen Aktien muß bei sonstigen Verluste desselben in der Zeit vorn 12. Jänner bis 2'!.-Jänner 1914 ausgeübt werden.- - ...

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