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Neue Nationalzeitung · 1914-01-09 · Heft 1 (9.1.1914) · p. Seite 8

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XVI (1914)
Issue
Heft 1 (9.1.1914)
Date
1914-01-09
Page
Seite 8 (sequence 16)
Language
German
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dar. Grusenberg wurde von einer Relihe jüdischer Gemeinden und zionistischen Gruppen in Rußland undl anderen Ländern ins Goldene Buch eingetragen. Die zionistische Deputation teilte Herrn Grusenberg außerdem mit, daß eine Straße des jüdischen Viertels Tel-Awiw in Jaffa seinen Namen führen wird. Herr Grusenberg war sehr geröhrt und dankte für die Begrüßung, für das Geschenk und1 für die ihm in Tel-Avvivv zuteil gewordene Auszeichnung. Der Verband der jüdischen Welt-Organisationen hat sich, wie wir in der vorigen Nummer berichtet haben, gegenüber dem Plane des Abg. Dr. S t r a u c h e r auf Einberufung eines Kongresses im Interesse der rumänischen Jude n ablehnend verhalten. Diese Vogelstrauß-Politik wird in einem Brief an den Journalisten Green aus New York, der dieselbe Kongreßidee propagiert, mit folgenden Phrasen bemäntelt: „Sehr geehrter Herr Green! Zur Beantwortung Ihrer an verschiedene Gesellschaften zugesandten Einladung, an einem nacli Berlin zusammen zu berufenden Kongreß teilzunehmen, teilen wir Ihnen mit, daß in Betracht der inneren Lage Rumäniens wir der Meinung sind, daß ein derartiger Kongreß nicht amPlatze i s t und daß wir uns deshalb daran nicht beteiligen können." Unterschrieben ist die Antwort: Für die „Ica" in Parts von Dr. P h i 1 i p p s o h n, für den Hilfsverein der Deutschen Juden von Dr. Netter, für die „A11i a nz" in Wien von Dr. A. Stern, für die e n g 1 i s c h - j ü d i s c h e Hilfsgesellschaft von Claude Montefiore, für das Komitee für die Osteuropäischen Juden in Frankfurt von Dr. B1 u m. Die polnischen Sozialdemokraten Preußens gegen den Judenboykott Wie bekannt, führen dlie Nattonalpolen und deren Presse den Boykott unter der Devise: „Swoj do Swego" (Jeder zu Seinem) nicht nur gegen die Deutschen, sondern auch gegen die jüdischen Gewerbetreibenden. Im Gegensatz zu den Nationalpolen haben dlie polnischen Sozialdemokraten Preußens auf ihrem Parteitag am 25. und 26. Dezember 1913 in Oswiecim (Gallixien) folgende Protestresolution angenommen: „Der außerordentliche Parteitag der P. P. S. (polnische sozialistische Partei) protestiert gegen den Boykott, und alle Schikanen, die durch die Altpolen gegen die Juden unternommen werden. Der Parteitag steht auf dem unverrückbaren Standpunkte, daß jeder, der ein menschliches Antlitz trägt, gleiche Bürgerrechte besitzen soll. Unser Kampf wird um die Befreiung der ganzen Menschheit aus den Fesseln der heutigen Politik und des Kapitalismus geführt." Wir erhielten dieses Communique von einer Berliner Korrespondenz. Wir müssen aber beifügen, daß die polnische Boykottbewegung in Polen nur darauf zurückzuführen ist, daß dlie Warschauer Juden, die bei den letzten Dumavvahlen die Majorität hatten, statt einen Juden zu wählen, einen Polen wählten, und zwar nicht einen Allpolen, sondern den Arbeiter Jagiello. Und da wäre schon am Platze gewesen, wenn d,:e Resolution etwas energischer ausgefallen wäre. Zum Präsidenten der Schweizer Republik für das Jahr 1914 wurde der jüdische Rechtsanwalt Dr. Arthur Hoffrn a n n gewählt. Damit tritt zum ersten Male ein Jude an die Spitze eines europäischen Staates. In d«n fünfzig Jahren ihrer Emanzipation haben es die Schweizer .luden jedenfalls sehr weit gebracht. Liste der Ausgetretenen. Vom 18. bis 31. Dezember 1913. (Nr. 468—498.) Bauer, Dr. Felix, praktischer Arzt, geb. 15. Februar 1880 in Wien, IV, Waaggasse 1. Bauer Edith, Private, geb. 15. Mai 1890 in Wien, X, Laxenburgerstraße 63. Bill Friedrich, Jurist, geb. 8. Jänner 1894 in Wien, VII, Neustiftgasse 71. Birnbaum Rudolf, Chauffeur, geb. 25. November 1889 in Stockerau, XIV, Braunhirschengasse 50. Blum Viktor, Schauspieler, geb. 15. September 1888 in Brünn. Bratmann Sophie, geb. 8. Februar 1886 in Wygoda, III, Rennweg 40. Diamant Martha, Private, geb. 12. Juni 1895 in Wien, I, Strauchgasse 4. Feith Margarete, Kontoristin, geb. 31. Jänner 1890 in Kolod (Ungarn), IX, Nußdorferstraße 68. Finger Dorothea geb. Fischer, geb. 5. Juni 1883 in Wien, VII, Schottenfeldgasse 71. Finger Kurt, geb. 4. September 1883 in Wien, VII, Schottenfeldgasse 71. Flalla Eugenie, Kontoristiii, geb. 11. März 1891 in Kaltenlautsch, IX, Große Siegelgasse 10. Fischer Dr. Ernst, Hof- und Gerichtsadvokat, III, Mohsgasse 6. Hoffer Olga, geb. 26. September 1875 in Wien. Herzig Johanna, Private, geb. 23. Juli 1892 in Wien. Kaempf Arthur. Kaufmann, geb. 31. August 1855 in Postok (Böhmen), 1, Werdertorgasse 12. Kämpf Hedwig, geb. Stern, geb. 22. Juni 1864 in Wien, I, Werderthorgasse 12. Koch Rudolf, Privatbeamter, geb. 5. Juni 1878 in Hohenmarkt, IX, Grundlgasse 2. Koch Ludwig, akad. Maler, geb. 14. Dezember 1866 in Wien, IX, Lammstraße 24. Koch Olga geb. Adler, akad. Malersgattin, geb. 30. Mai 1877 in Wien, IX, Lammstraße 24. Langfelder Risa, Private, geb. 3. April 1895 in Wien, II, Praterstraße 21. Lastner Flora, Handlungsgehilfin, geb. 31. August 1882 in Wien, Olmütz. Leicht Hans, Hörer der Rechte, geb. 24. April 1893 in Witkowitz, VIII, Schönborngasse 9. Rosenzweig Julie, geb. 12. Juli 1885 in Wien, zur röm.-katli. Kirche übergetreten in Brünn. Schenk Hans, Buchhalter, geb 24. Juli 1892 in Wien, IV, Alleegasse 66. Schlegl Irma, Bankbeamtiii, geb 2. Jänner 1887 in Wiener-Neustadt, IX, D'Orsaygasse 1. Schroheim Bruno, Privatbeamter, 18. Februar 1880 in Wien, VI, Esterlicizy$»cisse 22 Sichsl Ottilie, Hochschülerin, geb. 15. Juli 1883 in Wien, VI, Wallgasse 15. Skutezky Elsa, geb. 4. August 1895 in Ingranitz (Mähren), III, Hainburgerstraße 60. Tinter Erwin, Maler, geb. 28. Dezember 1855 in Pra,T, Kenig!. Weinberge, VI, Klösterlegasse 6. Weisz Agnes, geb. 24. Dezember 1877 in Tol-Keszi (Ungarn), II, Große Mohrengasse 16. Wolf Paula, Private, geb. 31. Mai 1880 in Wien, Exnergasse 3. Vom 1. bis 6. Jänner 1914. (Nr. 1—3.) Burger Martin, Vertreter, geb 27. Mai 1878 in Wien, IX, Michelbeuerngasse 2. Ehrlich Otto, Kaufmann, geb. 1. Dezember 1888 in Wien, IX, Kinderspitalgasse 13. Losert Ida, Beamtin, geb. 7. Juli 1886 in Wien. 1, Fleischmarkt Nr. 14. Infolge Ueberfülle an aktuellem Material können wir leider mit der Veröffentlichung der höchst Interessanten Erzählung „Herr von Hohenstamm" von Moritz Schreiber erst in der nächsten Nummer beginnen.

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