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Neue Nationalzeitung · 1913-11-14 · Heft 23 (14.11.1913) · p. Seite 184

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XV (1913)
Issue
Heft 23 (14.11.1913)
Date
1913-11-14
Page
Seite 184 (sequence 13)
Language
German
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Seite 184 ,Neue National-Zeitung" Nr. 23 gangen werden müßte, in dem Regierungsentwurfe die Rechte der jüdischen Bürger zu schützen. Und wenn Hofrat Kuranda beim Minister des Innern antichambrieren konnte, um die jüdische Kurie 'in der B u k o w i n a zu vernichten — wie er sich selbst rühmt — dann kann er auch sich bemühen, daß den galizischen Juden ihre Staatsbürgerrechte nicht geraubt werden. Gemeindeu. Vereinsnachrichten. Wien. Der ,,M i s r a c h i" eröffnet nächste Woche einen Abendkurs für junge Leute für hebräische Sprache und Grammatik bei Vortrag sonstiger jüdischer Disziplinen. Der Kurs eriolgt gratis. Anmeldungen sind zu richten an „Misrachi, Wien II, Zirkusgasse 20/20, oder an Herrn Rabbiner Kramer, II, Große Sperlgasse 40. Der „Misrachi" beabsichtigt auch einen ähnlichen Kurs für Knaben von 9—14 Jahren abzuhalten, sofern genügende Anmeldungen dazu einlaufen, welche an die gleichen Adressen zu richten sind. AUS ALLEN WELTTEILEN Stiller Boykott der russischen Papiere. Wie die angesehene englische Finanzzeitung „I n t o r m a t i o n" behauptet, ist der Grund dafür, weshalb die russischen Wertpapiere in der letzten Zeit so stark im Kurse gefallen sind, in der Tatsache zu suchen, daß seit Beginn des Beiljis-Prozesses alle russischen Papiere von den angesehensten Kapitalisten in England und Amerika im stillen boykottiert werden, was natürlich den Eindruck auch auf die übrigen wichtigeren Börsen der Welt nicht verfehlen kann. Eine neue Eisenbahn in Palästina. Die Eisenbahnlinie Haifa—Akka wurde bereits dem Verkehre übergeben. Die Bahn »ist 20 Kilometer lang und steht unter rein türkischer Verwaltung. Sie bildet eine Zweiglinie der großen Hedschasbahn. Durch die Eröffnung der neuen Strecke ist die wirtschaftliche Bedeutung Haifas wieder erheblich gestiegen. Bekanntlich ist Haifa auch Ausgangspunkt der über 160 Kilometer langen, ebenfalls rein türkischen Eisenbahnlinie Haifa— Beisan—Samach—Der'at. die seit 1904 bezw. 1906 in Betrieb ist. Ein jüdisches Kunstwerk im „Weißen Hause". Präsident Wilson hat eine Statue erworben, die einen Juden darstellt, wie er aus seinem Heimatsorte vertrieben wird. Mit dem Wanderstabe in der Hand, zieht er in die große weite Welt ins Ungewisse. In der einen Hand den Wanderstab, auf dem anderen Arm ein kaum dem Säuglingsalter entwachsenes Kind und — die Thora. Sein Gesicht verrät Elend, Not und Schrecken. Das Kunstwerk stammt von dem Bildhauer Butensky, e.inem aus dem Minsker Gouvernement in Rußland vor zwölf Jahren nach New-York ausgewandertem Juden. Die Statue wurde ursprünglich für den reichen Finanzier J. Goldberg angefertigt und hat solchen Beifall gefunden, daß der Künstler selber auch eine für die Sammlung des Jakob H. Schiff und für die Privatsammlung der Gattin des gegenwärtigen Präsidenten der Vereinigten Staaten Mrs. Wilson, die selbst eine anerkannte Malerin ist, anfertigen mußte. Nun hat auch die Direktion der Kunstsammlungen des Weißen Hauses ein Exemplar dieses berühmten Kunstwerkes vom Künstler anfertigen iassen und erworben. Butensky hat vor ungefähr 4 Jahren auf SBestellung des Bankiers Jakob H. Schiff eine andere, gleichfalls berühmt gewordene Statue angefertigt, welche die bekannte Prophezeiung Jesaias, daß der Wolf mit dem Schäflein in Frieden .zusammenleben werde, darstellt. Dieses Kunstwerk ist von Jakob H. Schiff dem Ne\v-Yor<ker Metropolitan kunsthistorischen Museum zum Geschenke gemacht worden. Ein „Mörder" — Präsident der Bnei - Brith - Loge in Atlanta. Das allgemeine jüdische Interesse war derart in Anspruch genommen durch den Be'jlis-Prozeß, daß wenig Zeit übrig blieb zur Beachtung des haarsträubenden Prozesses in Atlanta (im Staate Georgia der Vereinigten Staaten), wo ein junger jüdischer Fabriks-Direktor, Leo Frank, wegen Ermordung eines christlichen Mädchen zum Tode verurteilt wurde. Vor Wochen hielt man in jüdischen Kreisen die Schuld Franks für zweifelhaft und seine Verurteilung bloß als Folge einer antisemitischen Hetze, die von .den •amerikanischen (Bürgern in Atlanta inszeniert wurde. Heute ist man in Nordamerika fast allgemein zur Ueberzeugung gelangt, daß Frank unschuldig ist und die Wiederaufnahme des Strafprozesses steht bevor. Leo Frank war Präsident der Bnei-Brith-Loge in Atlanta; er ist nach der Verurteilung wiedergewählt worden. Liste der Ausgetretenen. Vom 30. Oktober bis 11. November 1913. (Nr. 399—412.) Garai Eleonore, Private, geb. 2. Oktober 1892 in Wien, IX, Günthergasse 3. Gottlieb Eduard, geb. 19. Oktober 1899 in Wien, Chranow (Galizien). Langer Theodor, Kontorist, geb. 16. Juli 188 lin Olmütz, XVII, Hauptstraße 113. Reisz Louise, Private, geb. 29. Mai 1874 in Grünau, XVII, Hormayergasse 7. Scheiner Franz, Privatbeamter, geb. 3. Februar 1888 in Wien, IX, Porzellangasse 44. Soffer Gisela, geb. 2. Dezember 1888 in Wien, II, Am Tabor 28. Weiss-Weiss Friedrich Paul, Student der Medizin, geb. 4. April 1893 in Wien, IX, Thurngasse 11. Wilhelm Rachele, Private, geb. 13. Oktober 1870 in Wien, IX, Nußdorferstraße 4. Schlesinger Benjamin, Privatbeamter, geb. 27. September 1879 in Neunkirchen, XV, Sechshauserstraße 12. Jokl Friedrich Gottlieb, Ingenieur, geb. 14. August 1888 in Szekely, VIII, Wickenburggasse 17. Kulka Karl, Manipulant, geb. 9. Juni 1888 in Wien, XIII, Linzerstraße 14. Dr. Wilner Moses Schaja, Advokaturskandidat, geb. 3. April 1885 in Jaslo, VIII, Langegasse 50. Steiner Sigmund, Buchhalter, geb. 10. Oktober 1868 in Zala- Egerszeg, XIX, Kahlenbergerstraße 55. Kraus David, k. u. k. Oberleutnant, geb. 31. Juli 1869 in Steinamanger, III, Strohgasse 4. K. k. Staatsbahndirektion Wien. No. 191/39 - N 13 am 7. Okiober 1913 Wie in der vergangenen, werden auch in der kommenden Wintcrsportsaison auf den Linien der k. k. österr. Staatsbahnen ermäßigte Rückfahrkarten für Mitglieder der alpinen, Touristen- und Wiutersportvereine nach den wichtigeren Wintersportplätzen ausgegeben. Der Verkauf dieser ermässigten Wintersport-Rückfahrtkarten erfolgt ausschliesslich im Bureau des Landesverbandes für Fremdenverkehr in Wien und Niederösterreich, Wien I, Stock im Eisenplatz (Equitablepalais), wo, ebenso wie im Stadtbureau der k. k. Staatsbahnen, Wien I, Kärntnerstrasse 7 (Hotel Bristol) Auskünfte über Preise und Benützungsbestimmungen dieser Karten erteilt werden.

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