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Neue Nationalzeitung · 1913-10-31 · Heft 22 (31.10.1913) · p. Seite 176

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XV (1913)
Issue
Heft 22 (31.10.1913)
Date
1913-10-31
Page
Seite 176 (sequence 8)
Language
German
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Seite 176 „Neue Natioaal-Zeitüng^ Nr. 22 Und nach Prichodko kommen wieder andere Zeugen zu Wort — lauter stupide, wahrhaft bornierte Erzählungen und Märchen, von einem Schmakow und Konsorten erdichtet und den Auswürfen der Gesellschaft, Dieben und Verbrechern in den Mund gelegt. Man möchte am liebsten auf und davon! Was haben wir auch hier zu suchen? Was hat Beilis da m tun? Bei uns ist doch heute ein heiliger Tag! Es ist doch Jom-Kippur! In der Synagoge erschallt „Kol-Nidre!" . . . Was gehen uns jene brutalen Angelegenheiten an? . . . Die Patrouille wacht aber mit blanker Waffe. Beilis^ muß auf der Anklagebank bleiben und mit ihm auch wir alle. Einen Schmakow gelüstet's, mit Beilis das ganze jüdische Volk zu richten! . . . * Indessen beginnt bereits Schmakows Plan zusammenzubrechen, sein künstliches Gebäude zerfällt unter der eigenen Last . . . Gerade in der Jom- Kippur-Sitzung erfolgte der erste Riß . . . Und das gar unverhofft! Gewissermaßen ein eigener Mann hat die erste Bresche geschlagen — Schulgin, der Nationalist Schulgin! ... Gerade gestern, am Jom-Hadin, ist sein Artikel im „Kiewljanui" erschienen, ein wahrer Beschuldigungsakt gegen Schmakows und Zamislowskis Werkt Man hat die Zeitung konfisziert; Schulgin schwört aber, die Wahrheit nicht zu verschweigen; keine Maßregeln sollen ihn davor zurückhalten können. Schulginn stimmt der Bezeichnung des Staatsanwaltes zu, daß es sich hier um einen Welt- Prozeß handelt; aber er konstatiert, daß auf der Anklagebank vor aller Welt nicht Beilis und das jüdische Volk, sondern die Schmakows selbst, die den ganzen Prozeß ins Leben gerufen haben, sitzen. Und tatsächlich wird in den Korridoren des Gerichtes immer mehr von den Angeklagten, wie sie Schulgin meint, als von Beilis gesprochen. Einer der angesehensten Advokaten äußerte sich folgendermaßen: „Es kommt der richtige Jom- Hadm, von dem Schmakow sich hat gar nichts träumen lassen!" Liste der Ausgetretenen. Von 15. bis 29. Oktober 1913. (Nr. 375—398.) Gelb Markus, Privatbeamter, geb. 4. September 1874 in. Mayten, XVHI, Gersthoferstraße 156. Gelb Theresia geb. Schober, Beamtensgattin, geb. 3. Februar 1880 in Wien, XVIII, Gersthoferstraße 156. Gronner Heinrich, Privatbeamter, geb. 14. Juli 1881 in Delnavies, III, Marokkanergasse 5. Heiler Johanna geb. Grünfeld, geb. 7. August 1891 m Kronstadt, III, Hintzergasse 6. Körner früher Kohn Leopoldine, Beamtin, geb. 27. Oktober 1883 in Linz, XIX, Döblinger Hauptstraße 58. Körner Dr. Robert früher Kohn, Beamter, XIX, Döblinger Hauptstraße 58. - Medsakuvitsch Brana geb. Schinagler, geb. 18. August 1872 in Odessa, II, Schreigasse 12. Sehlesnger Wilhelm, Bankbeamter, geb. 5. Juni 1866 in Wien, II, CasteUezgasse 10—12. Veith Adolf, geb. 24. Jänner 1887 in Budapest, Vi, Kapistrangasse 3. , '. .- Veith Olga, geb. 22. Februar 1883 in Budapest, Vi, Kapistrangasse 3. * Vetth geb. Hirschbaun Hermine, geb/ 4. Dezember L854 in Tyrnau, VI, Kapistrangasse 3. Deila Torte, Bankbeamter, geb. 1. September' 1882 in Wien, XV, Mariäniifergürtel 21. " :X; Rappaport Adolf, Bankbeamter, geb. 1. November 1886 in Lemberg, I, Schottenring 3. Straßer Regine, geb. 2. November 1841 jin Prag, VI, Magda- * lenenstraße 1. Lasker Martha, geb. 1. Dezember 1872 in Breslau, XIII, Zehetnergasse 15. Hitschmann Stella, Advokatensgattin; geb. 10. Jänner 1886 in Wien, I, An der Hülben 4. Epstein Benno, Beamter, geb. 15. Juni 1884 in Wien, IX, Marktgasse 58. Hermer Antoinette, geb. 19. Mai 1889 in Budapest, II, Untere Donaustraße 33. Lasker Hermann, Beamter, geb. 21. Oktober 1873 in Breslau, XIII, Zehetnergasse 15. Schlesinger Eduard, Beamter, geb. 6. Juni 1888 in Wien, II, CasteUezgasse 10. Gänzer Mayer, Geschäftsdiener, geb. 24. Jänner 1893 in Luka, Novaragasse 5. Fischer Antoinette, geb. 27. Juli 1892 in Olmiitz, II, Taborstraße 49. Schild Mathilde, geb. 30. August 1886 in Wien, XXI, Ostmarkgasse 43. Langer Theodor, Komponist, geb. 16. Juli 1885 in Olmiitz, XVII, Hernalser Hauptstraße 113. Notizen. Freiligraths Werke in sechs Teilen. Herausgegeben, mit Einleitung und Anmerkungen versehen von Julius Schwering, „Goldene K1 a s s i ke r - B i b 1 i o thek", Deutsches Verlagshaus Bong & Co., Berlin. Die vorliegende Ausgabe der Werke Freiligraths beruht auf der Benutzung seines gesamten Nachlasses, soweit dieser überhaupt der literarhistorischen Forschung zugänglich ist. Der Herausgeber, Uniiversitätsprofessor Dr. Julius Schwering, hat zum erstenmal an der Hand der Urschriften, die sich zumeist im Goethe- und Schiller- Archiv zu Weimar befinden, den Wortlaut der Gedichte sorgfältig geprüft, ihn an vielen Stellen berichtigt und in den erläuternden Anmerkungen am Schlüsse der Ausgabe durch Mitteilung zahlreicher Lesarten über die Gestaltung des Textes Rechenschaft gegeben. Für die Entstehung der meiten Gedichte hat er schärfere chronologische Bestimmungen gewonnen, eine Reihe bisher unbekannter literarischer Quellen und Vorbilder nachgewiesen und durch Veröffentlichung und Verwertung ungedruckter lyrischer Erzeugnisse, Fragmente, Entwürfe und Notizen Freiligraths dessen Charakterbild belebt nnd ergänzt. Die biographisch-kritische Einleitung, eine Frucht jahrelanger Studien, zeugt von feinem, liebevollem Verständnis für die Individualität und Bedeutung des Dichters. Dem Verfasser standen dafür ungedruckte Briefe Emanuel Geibels, Levin Schiikkings, Franz Dingelstedts, Gottfried Kellers, Gottfried und Johanna Kinkels zur Verfügung, und der Gattin FreiMgraiths und seinem Freunde Emil Rittershaus verdankt er manche wertvolle Aufschlüsse. Somit gibt d/;ese Ausgabe zum erstenmal einen gründlich revidierten, von Entstellungen und Mißverständnissen befreiten Text und eröffnet zugleich neue Einblicke in den Entwicklungsgang und die künstlerische Werkstätte eines Dichters, der mit seiner großen Kraft der (Beschreibung und des Ke-lorits der deutschen Poesie neue Horizonte erschloß und dessen politische Lyrik die gewaltigste Stimme war in der fieberhaft bewegten Zeit der deutschen Verfassungskärnpfe. Die Ausstattung der „Goldenen Klassiker-BiMiotihek" ist bereits aufs beste bekannt. Der gediegene Einband^ das holzfreie Papier und der große, klare Druck lassen nichts zu wünschen übrig. Streng durchgeführte Vers- und Zeilenzählung, reichliche Register erhöhen die Benutzbarkeit nicM unbeträchtlich. Als vortrefflich ausgeführte Bilderbeilagen zieren ein Porträt und eine Handscforiftprofoe Freiligraths die Bände. Erwägt man, daß die Ausgäbe trotz' all dieser Vorzüge für den geringen Preis von 4 Mark zu haben ist, so wird man mit seiner Anerkennung für die neueste Leistung des Deutschen -Veriagshauses Bong & Co. nicht zurückhalten und1 die Äms^ gafceden weitesten Kreisen zur Anschaffung empfehlen,

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