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Neue Nationalzeitung · 1913-09-19 · Heft 19 (19.9.1913) · p. [Seite]

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XV (1913)
Issue
Heft 19 (19.9.1913)
Date
1913-09-19
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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ftBiONQL-ZBCUNG RERAüSQßBER: OrS.R.LNNÖ^Ü XV. Jahrgang. Wien, 19. September 1913. Nr. 19. Die Verhandlungen des Wiener Zionisten-Kongresses. Der Zionisten-Kongreß hat am 9. d. M. spät nachts seine Beratungen geschlossen. Das Aktionskomitee erhielt sein Vertrauensvotum und bleibt unverändert; der Beschluß auf Gründung einer hebräischen Universität in Jerusalem wurde gefaßt; die Banken bleiben nach wie vor dem Aktionskomitee entzogen. Das sind die wichtigsten Ergebnisse des Kongresses. Die bisherige Richtung der „praktischen" Tätigkeit wird beibehalten; die schwache Opposition der „Politischen" hat nichts ausgerichtet. Dr. Nordau und Dr. Marmorek scheinen die Erfolglosigkeit ihrer Bemühungen vorhergesehen zu haben und wohl deshalb blieben sie zu Hause. Und wenn auch das Bild Dr. Herzl's im Mittelpunkte der Kongreß-Szenerie aufgestellt war, so haben der Kongreß und die herrschende Leitung mit den Herzl'schen Ideen nichts mehr zu tun. Das ist der alte Chowewe-Zionismus, mit größeren Mitteln und gut dotierten Führern. Wie haben Dr. HerzI und seine Qarde am und vor dem ersten Kongreß gewettert gegen die „Klein- Kolonisation", die „Infiltration", das „Hineinschmuggeln" von Juden nach Palästina! . . . Baron Edmund Rothschild, der größte Wohltäter der palästinensischen Juden wurde verhöhnt, Dr. Hirsch H i 1desheimer, Willy Bambus u. a. wurden als Stümper hingestellt, weil sie keine völkerrechtlichen Garantien verlangten und die Kolonien der türkischen Willkür preisgaben. Und nun werden in Palästina Millionen aus den Taschen des Volkes angelegt — ohne völkerrechtliche Garantien und ohne „die öffentlich rechtlich gesicherte Heimstätte für das jüdische Volk"! Viele, die sich als Herzl'sche Fahnenträger aufdringlich gebärdeten. Stand, Kellner, C o w e n, den Dienst der Regierungsmacht S o k o 1 o w haben sich ganz in „Praktischen" gestellt, da diese du erlangten. Zwei Männer haben sich auf dem Kongresse gefunden, die den Standpunkt der „Politischen" verteidigten: Jean Fischer (Antwerpen) und Jacobus Kann (Haag). Aber sie predigten tauben Ohren. „Die Welt" machte sich über Fischer lustig und meinte, er und seine engeren Gesinnungsgenossen machen sich daraus einen Ruhm, nichts gelernt und nichts vergessen zu haben. In dieser Weise hat die „Welt" auch die heutigen Machthaber behandelt als die „Politischen" am Ruder waren. Der Spruch „Vae victis" gilt nirgends so rücksichtslos wie in der zionistischen Partei. Der lautete: Kern der Fischer'schen Ausführungen Für den politischen Zionismus. „Die Oitiizielle Leitung hat sich bemüht, durch ihr Organ zu erklären, daß es keine Differenzen gibt. Gegenüber dieser Behauptung sage ich, daß ich im Zionismus zwei Richtungen sehe. Herr Ussischkin hat in seiner gestrigen Rede eine Difierenz in der Politi/k zwischen Westen und Osten festgestellt und Herr Weizmann hat mir in einer A. C.-Sitzung zugerufen: Uns trennt eine Weltanschauung. Ich stehe nicht auf diesem Standpunkte, sonst wäre ich nicht hier. Nach dem Zehnten Kongreß ist ein Mitglied des A. C. nach Rußland geiahren und hat erklärt, der politische Zionismus sei t o t. Ich bitte Sie, solche Wendungen nicht zu gebrauchen, sonst werde ich sagen: Das System der praktischen Arbeit ist bankerott. Es sind namhafte Zionisten aus Palästina zurückgekommen und haben das Urteil fällen müssen : Was wir geschaffen hafcen, i s t e t w a s iK ü n s t- 1 i c h e s. Muß ich erst sagen, daß unsere Aufgäbe nur darin

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