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Neue Nationalzeitung · 1913-07-18 · Heft 15 (18.7.1913) · p. [Seite]

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XV (1913)
Issue
Heft 15 (18.7.1913)
Date
1913-07-18
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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MCIONftb-ZEiDUNG XV. Jahrgang. Wien, 18. Juli 1913. Nr. 15. Das Resultat der Landtagswahlen in Galizien. Das Resultat der Landtagswahlen in Qalizien ist für die Juden nicht nur ungünstig, sondern auch beschämend. In den zwei größten Städten, Lemberg und K r a k a u, wo die Juden 28, resp. 22 Prozent der Einwohner zählen, haben sie von 6 resp. 4 Mandaten kein einziges erhalten. In Lemberg ist Dr. Nathan von Löwenstein durchgefallen; in Krakau ist Dr. Ignaz Landau nicht mehr kandidiert worden. Das Beschämende daran ist, daß die Hauptschuld an dem Verluste dieser beiden Mandate die Juden selbst trifft. In Lemberg wäre jeder jüdische Kandidat durchgedrungen, nur nicht Dr. Löwenstein. Seine christlichen Gegner waren bereit, jeden anderen Juden zu akzeptieren. Dieser Mann, der in der bezahlten polnischen und jüdischen Assimilantenpresse als ein „Genie" gepriesen wird, hat es durch sein „Auf-Zwei-Stühlen-Sitzen" wirklich soweit gebracht, daß er sich politisch unmöglich gemacht hat. Dort, wo ein Mandat nicht mehr zu kaufen oder zu erpressen ist, gibt es für Herrn Löwenstein kein Volksmandat mehr. Das hat seine jüngste Niederlage bei den Lemberger Qemeinderatswahlen und seine allerjüngste Niederlage bei den Landtagswahlen bewiesen. Der Führer der allerkorruptesten Moszko- Politik ist mit ihm gefallen und über seine politische Leiche hinweg führt hoffentlich der Weg zur politischen Gesundung des jüdischen Volkes in Galizien und zu einer vernünftigen Verständigung zwischen den Juden und Polen. Dr. von Löwenstein, der die Juden in das polnische Lager führen wollte, in Wirklichkeit aber nur auf Kosten der Polen und Juden persönliche Karriere machte, hat bei einem Teil der jüdischen Bevölke- 100.000 Juden 10 Landtags-Abgeordnete (Bukowina). 871.000 Juden 4 Landtags-Abgeordnete (Qalizien). rung nur Verachtung und bei einem Teil der polnischen Bevölkerung nur Haß geerntet. Es hat gar nichts genützt, daß sich die Lemberger Zionisten-Führer dem Schwiegervater Löwensteins als Beherrscher des Kahals für zwei Mandate in den Lemberg er Kultus- Vorstand verkauften. Es hat sich auch diesmal gezeigt, daß die Herren Stand und Z i p p e r, wenn sie einige Mandate ergattern können, die jüdisch-nationale Politik zu verraten bereit sind. Diese politischen Streber, die aus den schmutzigen Händen eines Horowitz Mandate angenommen haben, wurden von ihren eigenen Anhängern desavouiert; sie haben leider ihren sozialistischen Gegnern die beste Waffe wider die jüdisch-nationale Politik in die Hand gedrückt. Und die zwei Mandate, mit denen Horowitz seine politischen Gegner bestechen wollte, haben nichts genützt. Löwenstein mußte fallen, weil er sich bei den national-denkenden Polen und bei den national-denkenden Juden als ein politischer Gaukler unmöglich gemacht hat. Daß Löwenstein schließlich von einigen Dutzend Leuten in der Lemberger Handelskammer an Stelle des bisherigen Abgeordneten K o 1 i s c h e r, den er, trotzdem er sein bester Freund war, bei Seite stieß, gewählt wurde, ändert an der Sachlage gar nichts. Die Bevölkerung hat den Löwenstein von sich geschüttelt. Während in Lemberg die jüdische Kahalklique nur an Löwenstein festhielt und lieber das jüdische Mandat verlieren wollte, als daß sie einen andern Kandidat aufgestellt hätte, haben in Krakau die beiden jüdischen Cliquen, wie bereits in der vorigen Nummer ausführlich geschildert wurde, es vorgezogen, lieber auf das jüdische Mandat zu ver-

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