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Neue Nationalzeitung · 1913-05-09 · Heft 10 (9.5.1913) · p. [Seite]

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XV (1913)
Issue
Heft 10 (9.5.1913)
Date
1913-05-09
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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ftCiONftL-ZHGÜNG XV. Jahrgang. Wien, 9. Mai 1913. Nr. 10. Kultusvorstand und Handelskammer. Der Wiener Kultusvorstand hat sich wieder einmal zur Abwechslung in seiner letzten öffentlichen Plenarsitzung mit Politik beschäftigt. Kultusvorsteher Dr. Jakob Engel verwies vorerst auf die im niederösterreichischen Landtage am 25. v. M. an den Statthalter seitens des christlichsozialen Abgeordneten Wohlmeyer und Genossen überreichte Interpellation, „betreffend die heute so zahlreiche Anstellung jüdischer Richter und Offiziere", deren markanteste Stellen wie folgt lauten: Die Bevölkerung verlange eine völlig unparteiische Rechtssprechung und diese wurde von den alten, christlichen Richtern auch geübt, die ihren wenig lukrativen Beruf nicht als Geschäft betrachteten, sondern mit Leib und Seele darin aufgingen, und durch ihr Pflichtbewußtsein und ihre Opferwilligkeit das christliche Volk zu größtem Dank verpflichteten. Ausnahmsiälte sind dadurch zu erklären, weil in den k. k. Richterstand auch Elemente eindringen konnten, die nicht hineingehören, und da ist es Pflicht des Staates und der Regierung, solche Elemente, die den Sitten, Gebräuchen undRechtsanschauungendeschristlichenVolk e s fremd, die dem christlichen Volke sogar konfessionell oder parteifeindlich gegenüberstehen, vom k. k. Richterstande fernzuhalten. Bei unseren ungesunden parteipolitischen Verhältnissen und der offenkundigen Verdrängung des christlichen Volkes aus den leitenden Stellungen verschiedener Verwaltungszweige, insbesondere bei staatlichen Aemtern, bei dem Vordrängen und den tatsächlichen Erfolgen religio n s- und vaterlandsfeindlicher oder jüdischer Elemente, ist die Erregung der 90,82 Prozent betragenden katholischen Bevölkerung in Oesterreich begreiflich. Der durch unsere politische Konstellation eingeschlagene „neue Kurs", die Ernennung einer Reihe jüdischer Richter und Offiziere hat diese Erregung nicht gemindert. Haben wir denn nicht ohnedies schon genug jüdische iRichter und Offiziere? Haben die Juden, ihrem Prozentsatz (4,6 Prozent der Gesamtbevölkerung) entsprechend, nicht schon mehr als genug Einfluß und Macht im Staate Oesterreich? Das Finanzwesen, den Groß- und Zwischenhandel, alle Gebiete der Volkswirtschaft beherrschen sie, das jüdische Großkapital beutet durch Kartelle und Monopole die Völker aus und es ist daher auch ihr politischer Einfluß ein enormer. Die Presse ist in ihrer Hand, die öffentliche Meinung ebenso. Im Gesellschattsleben sind hochwichtige Berufe, z. B. Aerzte-, Advokatenstand usw., fast ganz in ihren Händen. Die Hoch- und Mittelschulen sind von jüdischen Hörern überfüllt und in vielen staatlichen Aemtern wimmelt es geradezu von jüdischen Staatsbeamten. Will man dem christlichen Volke in Oesterreich direkt eine jüdische Herrschaft aufzwingen, indem man ihm auch den Richter- und Offiziersstand preisgibt? Herr Dr. Engel schilderte an der Hand der Tatsachen .die Zurücksetzung der Juden innerhalb der richterlichen Hierarchie und richtete zum Schlüsse seiner Ausführungen an den Präsidenten Dr. Stern das Ersuchen, gegen diese Behauptungen Stellung zu nehmen. Auch Kultusvorsteher Doktor Schreiber schloß sich diesem Ansuchen an. Darauf folgte die Antwort des Herrn Doktor Stern, an die sich wieder eine Debatte knüpfte. Sie endete damit, daß die Antwort des Präsidenten zur Kenntnis genommen wurde. Das nennen dann die Herren im Kultusvorstande eine politische Aktion! . . . Was sagte denn eigentlich Dr. Stern? Er konstatierte zuerst mit Bedauern, daß diese Interpellation im Landtage nicht sofort eine entsprechende Erwiderung erfahren hat. Er erinnerte weiters an die ehrenden Worte, mit welchen der Kaiser vor drei Jahren die Staats- und gesetzestreue Qesin-

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