Neue Nationalzeitung
- Journal
- Neue Nationalzeitung
- Volume
- XV (1913)
- Issue
- Heft 5 (28.2.1913)
- Date
- 1913-02-28
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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NGUB NfCiONAL-ZEiOJNG RBRAUSögBERI DFS.R.LäND8U XV. Jahrgang. Wien, 28. Februar 1913. Nr. 5. Von den Juden in Yemen. Von den Juden in Yemen, der südlichsten Provinz des türkischen Besitzes in Arabien, von ihrer Herkunft, von den Zuständen, unter denen sie leben, von den Nöten, Verfolgungen und Bedrückungen, unter denen sie leiden, und von der Rettung, die sich ihnen bietet,, berichtet eine kleine, inhaltsreiche, schön ausgestattete und illustrierte Schrift, die, von einem Hilfskomitee für die yemenitischen Juden herausgegeben, demselben seine edle, vom Geiste jüdischer Solidarität getragene Aufgabe erleichtern soll. (Vgl. den „Aufruf" in der vorigen Nummer.) Es kommen in ihr Autoren und Vertreter von Organisationen zu Worte, die die yemenitischen Juden aus eigener Anschauung kennen, oder sich bereits an der neuen Hilfsaktion hervorragend beteiligt haben. Alle stimmen darin überein, daßdieRettung der Yemeniten eine Aufgabe ist, wert, von der gesamten Judenheit aufgegriffen und zu gutem Ende geführt zu werden. Auch Hermann Buren a r d t, der bedeutende jüdische Forschungsreisende, der Ende 1909 in Yemen von aufrührerischen Ära bern ermordet wurde, gelangt hier zum Wort, Der Oberrabbiner von Sana'a. (Aufnahme von H. Burchardt.) würdige Los der yemenitischen Juden schildert. Er schließt seinen Artikel mit den Worten: „Zu verwundern ist es, daß der Wohltätigkeitsdrang der europäischen Juden und der Allianzen sich fast auschließlich nach Palästina, Syrien und den Mittelmeerländern wendet, von der großen und unverdorbenen jüdischen Bevölkerung in Yemen aber gar keine Notiz zu nehmen scheint." Die meisten Illustrationen der Schrift sind auch von Burchardt an Ort und Stelle aufgenommen. In einem Artikel, „Die Unterdrückung in Yemen", finden wir weitere Details über die traurige Lage der yemenitischen Juden aus der Feder des Direktors der Alliance-Schule in Beyrut, J. S e m a c h. Er hat alle jüdischen Gemeinden dieses Landes besucht und widmet der Judengemeinde der Hauptstadt San a'a nachstehende Beschreibung: „Ich bin jetzt über eine Woche hier. Während dieser Zeit hatte ich Gelegenheit, unsere Glaubensgenossen in allen ihren Lebensgewohnheiten zu beobachten. Der erste Eindruck ist unverändert geblieben. Der Jude ist hier r e c h t u n g l ü c k- 1 i c h. Er besitzt Intelligenz, besitzt hebräisches Wisindem er aus eigener Anschauung das erbarmungssen, aber er weiß nichts vom Leben der Ziviliserten,