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Neue Nationalzeitung · 1913-01-31 · Heft 3 (31.1.1913) · p. Seite 24

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XV (1913)
Issue
Heft 3 (31.1.1913)
Date
1913-01-31
Page
Seite 24 (sequence 8)
Language
German
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„Neue Natioiial-Zeitung" Proben wieder, und mit jedem Jahre wurde die abfällige Stimme leiser, endlich verstummte sie, und „Die Makkabäer" wurden ein F e s t s t ii c k". Und sind es auch geblieben. Nein, die deutsche Literatur hat es nicht zu bedauern, daß die „Makkabäer" durch den verwandten Stoff von Armin, dem Cherusker, nicht verdrängt wurden, den Ludwig auch dramatisch zu behandeln beabsichtigte. Der Dichter hat den Fehler seiner „Makkabäer" erkannt. Der Plan sei zu episch gewesen, „das Interesse hätte sich nicht genug auf einen Vorgang zwischen den Helden konzentriert." Diese Erkenntnis des Dichters verzeichnen wir als einen Beweis seiner Bescheidenheit, die ihn so sehr — um wieder die Parallele mit Hebbel zu ziehen— von diesem unterscheidet. Ludwig, der so gerne den Kontrast von „Schein" und „Sein" hervorhebt, konnte auch von sich sagen, er wollte nicht „der Sklav' des Scheins" sein. Auch von ihm gilt das Wort Judas: „Ihn treibt Ein andrer Ehrgeiz, der das Höchste nur Sein wert hält..... Nur die Tat Soll deine Zunge sein.*' — Zeitschriften-Rundschau. Die „Kölnische Zeitung4' für die jüdische Kolonisation in Palästina. Die jüdische Einwanderung hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen und zur Anlage blühender Kolonien in Palästina geführt. Man muß die jüdische Bevölkerung Palästinas in zwei Hauptgruppen teilen, in den alten Jischub, den älteren Teil der jüdischen Stadtbevölkerung, d. h. die ältere Niederlassung, und in den neuen Jischub, der den unter dem Einfluß der modernen zionistischen Bewegung neu zugewanderten, produktiven, erwerbstätigen Bevölkerungsteil bildet. Hiezu gehören über 40.000 Städter und sämtliche ländlichen Bewohner. Wenn man die Zahl der in Palästina ansässigen Juden auf etwa 100.000 schätzt, so gehört etwa die eine Hälfte zum alten, die andere zum neuen Jischub, nur daß letzterer in dauerndem Anwachsen begriffen ist. Die städtische Bevölkerung des neuen Jischub ist von höchster Bedeutung für das Kultur- und Wirtschaftsleben des nur halbentwickelten Landes. Sie liefert Kaufleute und Gewerbetreibende, Aerzte und Lehrer; sie arbeitet an der Entwicklung von Handel und Industrie, an der Besserung der Gesundheitszustände und an der Hebung der allgemeinen Gesittung. Was sie bereits hierin geleistet hat, beweist das in Jaffa befindliche prächtige neue Stadtviertel Tel Aviw in der Nähe der Bahn Jaffa—Jerusalem. Auch der au dieses angrenzende neujüdische Stadtteil Nachalath-Benjamin, sowie die in den letzten Jahren in Haiffa und anderwärts gebauten Stadtviertel sind Zeichen jüdischen Fleißes. Den eigentlichen Kern des neuen Jischub bildet, obwohl dem städtischen Teil bedeutend unterlegen, die ländliche jüdische Bevölkerung, die etwa 40 Dorfsiedlungen umfaßt. Sie ist dazu bestimmt, die große Frage zu entscheiden, ob es möglich ist, einen erheblichen Teil der Juden wieder der Landwirtschaft zuzuführen und das Volk damit zur Genesung und zur Ausdauer zu befähigen. Der jüdische Landbesitz in Palästina beträgt augenblicklich etwa 40.000 Hektar. Hievon sind 30.000 Hektar besiedelte Landstücke, und zwar in Judäa etwa 8600 Hektar (15 Kolonien), in Samaria 6000 Hektar (8 Kolonien), in Galiläa 16.200 Hektar (16 Kolonien) und im Ostjordanland 300 Hektar (1 Kolonie), Es fiel zuerst schwer, die Juden, die bisher überwiegend ein handeltreibendes Volk gewesen waren, an die Landwirtschaft zu gewöhnen, und es wurde manchen Kolonien nicht leicht, in den ersten Jahren vorwärts zu kommen. Eine große Stütze fanden sie aber im Baron Edmund v. Rothschild in Paris, der ihnen stets in ihrer Bedrängnis beistand, den vielfach ungesunden Sumpfboden durch Anpflanzung von Eukalyptusbäinnen gesundete, ausgedehnte Weinkellereien erbaute, Wasserleitungen anlegte, den Absatz des Weines organisierte usw. Die allgemeine Besserung der Zustände, die durch die jüdische Kolonisation beschleunigt wird, insbesondere die Stärkung der persönlichen Sicherheit und die Einführung geordneter Rechtsverhältnisse, ist für die deutschen Kolonien von größtem Wert. Die Türkei hat von der jüdischen Siedlung zweifellos nur Vorteile zu erwarten. Mit jüdischem Kapital wird ein durch viele Jahrhunderte vernachlässigtes Land zu neuer Blüte gebracht, inmitten der unruhigen arabischen Bevölkerung schafft ein seßhaftes, arbeitsames Element Ruhe und Ordnung, hebt die Sicherheit und Steuerkraft des Landes und schlägt eine für den Welthandel wichtige Brücke zwischen Orient und Okzident. Liste der Ausgetretenen. Vom 14. bis 28. Jänner 1913. (Nr. 17—43.) Bloch, Dr. Robert. Hofu. üerichts-Advokat, geb. 26. Oktober 1877, Wien. Bloch Guido, Ingenieur, geb. 3. März 18S2, Wien IV, Theresianumgasse 5. Fischer Helene, Private, geb. 13. April 1890, Wien II, Castellezgasse 34. Fritsch, geb. Edeles Mathilde, geb. 1. Dezember 1851, Wien H, Stephaniestraße 1. Guittner Theresia, geb. 23. Februar 1884, Wien IX, Elisabeth- Promenade 33. iierrmann Johanna, Private, geb. 13. Mai 1886 in Eiwanowitz (Mähren), Wien MI, Obere Weißgürberstraße 19. Krassa, Dr. Paul, Ingenieur, geb. 2. Jänner 1885, Wien IX, Thurngasse 11. Leitner Robert, Pfeifeneinlasser, geb. 20. November 1881, Wien V, Hauslaubgasse 35. Pohorylles Albert Emil, Magister der Pharmazie, Wien VIII, Josefstädterstraße 52. Scheiner Margit, Private, geb. 23. Februar 1884, Wien IX, Porzellangasse 44. Scheiner Susanne, geb. Feischels, geb. 17. Jänner 1861, Wien IX, Porzellangasse 44. Silberfeld Berta, geb. 23. Dezember 1894 in Wien, wohnhaft Nusle bei Prag. Weissenberg Ella, Kanzlistiii. geb. 20. Februar 1888 in Jägerndorf, Wien III, Klimschgasse 6. Barbak Jakob, ledig, Privat., geb. 1. Jänner 1875 in Mikulince, Wien XVIII, Temyscherhof 7. Brod Charlotte, ledig, geb. 1. November 1877, Wien XII, Tivoligasse 43. Steiner Hugo, verh., Kaufmann, geb. 19. November 1873, Wien I, Stubenbastei 2. Wahringer Rudolf, ledig, geb. 10. Februar 1888, Wien XII, Herthergasse 17. Gerstl Ella, ledig. Private, «eh. 16. Jänner 1891, Wien XVI, Degengasse 4. Gerstl Isak. verw., F,uhr\verker, geb. 14. März 1862 in Ungarn. Wien XVI, Degengasse 16. Skutecky Alicie, ledig, geb. 2. Mai 1889 in Ober-Studeuek, Wien VIII, Langegasse 76. Ehrlich Leo, ledig, Privatbeamter, geb. 7. Mai 1886. Wien IX, Kinderspitalgasse 13. Wolfgang Moritz, ledig, Schuhoberteil-herrichter, geb. 2. Juni 1883, in Gr.-Rußbach, IX, Hebragasse 2. Brand Kamilla, ledig, Private, geb. 1. Mai 1888, Wien II, Schüttelstraße 79. Mayer Lina, geb. Kotholz, verw. Professorengattin, geb. 23. August 1877, in Posen, Wien I, Weifoburggasse 10. Neuhaus Rudolf, ledig, k. k. Postassistent, geb. 6. Jänner 1881, Wien HI, Matthäusgasse 13. Fischler Emil, ledig, Chemigraph, geb. 30. Dezember 1882 in Kattowitz, Wien III, Löwengasse 11. Adler Emanuel, zur katholischen Kirche übergetreten (Zuschrift aus Mistelbach).

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