Neue Nationalzeitung
- Journal
- Neue Nationalzeitung
- Volume
- XV (1913)
- Issue
- Heft 2 (17.1.1913)
- Date
- 1913-01-17
- Page
- Seite 16 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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„Neue National-Zeitun g" Nr. 2 Deine bekelech wie rose blumen, Deine eigelech wie schwarze karschen, Zu bekummen fun sei a sisinken Kusch. Im Liede „schpazieren seinen mir beide gegangen", weint das vom Geliebten verlassene Mädchen und bereut, den Ratschlägen der Mutter nicht gefolgt m haben. Ch hob gespilt a liebe, Ch hob gemeint s' wet sein gut! Und iz vergist mon Wie Wasser mein Blut! Oi, ch hob geton asa sach, Ch hob gor nit betracht, Ch hob gemeint as s* is log Zum sof ist gor -nacht! Oi, mame, mame! Du bist doch gerecht: As men folgt nit kein eitern, Kumt aruis schlecht! Das Mädchen ist viel offener, als der Mann, ihre Liebe ist heller und stärker, sie liebt mehr mit ihrem Gefühl: Ich wel gehn in alle Gassen Un wel Schrein wesch zu waschen Breit mit Wasser wel ich essen, Taten, mamen, als vergezen, Abi mit dir zusammen sein. Singt das Mädchen in einem anderen Liede: „Sog mir du schein Meidel" — auf die Frage des Geliebten: „Wos west du tun in asa weiten weg?" In sehr vielen Liedern beklagt das verlassene Mädchen sein Los oder schildert seine Leiden in der Trennung mit dem Geliebten. Hochzeitslieder: Die Hochzeit ist das größte Fest, die größte Freude in der jüdischen Familie. Alle ihre Mitglieder, alt und jung, Onkels und Tanten nehmen nicht nur an der Trauung selbst, sondern auch an allen Ereignissen, die diesem Höhepunkt der Hochzeitsfeier vorausgehen, den allergrößten Anteil. I. Hecher, besser, die rod, -die rod macht besser! Grois hot mich Got gemacht, Glick hot er mir gebracht, Hulet, Kinder, a ganze Nacht... Die mesinke ausgegeben!... II. Itzig, schmitzig, wos schweigst du mitun Smicik, Af die Klesmer gib a geschrei, Zi schpielen sei, zi schloien sei, Reisst die Strunes alle ai zwei, Die mesinke ausgegeben!... III. Asik, masik, die bobe geit a „kosik" On ain höre set, nor set. Wi si tupet, w i si tret, Oi a Simche, oi a ireid, Die mesinke ausgegeben!... Die Freude über das glückliche Ereignis wird aber durch die bevorstehende Trennung mit den Lieben, mit den Verwandten gestört, und das Hochzeitslied wird durch traurige Abschiedsklänge durchkreuzt; Seit gesunterheit, meine liebe eitern, Ich for fun aich awek In a waiten weg... Wn-kein Wind Aveet nit-------- -------..... Un w.u kein fe igele füet nit, Un wu kein hon kreet nit!... Freudlos erscheint der Braut ihr künftiges Los, zwischen fremden Leuten, weit in der Fremde, weit vom traurigen Elternhause, in der fremden Stadt... Wie is bitter, mein liebe mutcr, A feigele on a liest, Asei ist bitter, mein liebe muter, Schwer und Schwiegers kest. heißt es in einem anderen Liede „Die gilderne Pawe". Dieses Lied hat allerdings, wie auch einige andere, eine allegorische Bedeutung. „Die gilderne Pawe" — ist das jüdische Volk. „Die gilderne Feder", welche der Pfau verloren — die heilige Lehre. „Schwer un Schwiegers kest" — das Leben im Exil, nicht bei der lieben Mutter, sondern bei der bösen Schwiegermutter. Liste der Ausgetretenen. Vom 1. bis 13. Jänner 1913. (Nr. 1—16.) Angel Oskar, Rechtshörer, geb. 31. Oktober 1889 in Wien, XVI, Grundsteingasse 40. Bloch Desire, Private, geb. 3. November 1887 in Wien, IV, Theresianumgasse 5. Bloch geb. May Sofie, geb. 24. April 1854 in Hatschein (Mähren), IV, Theresianumgasse 5. Granichstädten Dr. Phil. Julius, Privat, geb. 4. August 1884 in Wien, IX, Hörigasse 18. Kerner Robert, Privat, geb. 18. Juli 1884 in Wien, IX, Seegasse 2. Pohoryles r. Hirsch Julius, Magister der Pharmazie, geb. 22. Mai 1887 in Husiatyn (Galizien), VII! Josefstädterstraße 52. Sanders Paul Sigmund, Beamter, geb. in Purkersdorf, I, Vorlaufstraße 5. Beck Hedwig, ledig, Private, geb. 24. September 1894 in Pribram, II, Robertgasse 1. Dr. Julius Brandl, ledig, Arzt, geb. 22. Jänner 1-869 in Lackenbach, IV, Gußhausstraße 20. Kohn Malvine, ledig, Handarbeiterin, geb. 18. November 1883 in Hadynkowce, IX, Achamergasse 2. Jarmai Armin, verh., Kaufmann, geb. 26. August 1878 in Budapest, IV, Strudelhofgasse 3. Schneider Siegmund, verh., Redakteur, geb. 4. Jänner 1861 in Wien, XII, Hauptstraße 13. Weiß Johanna, ledig, geb. 24. Februar in Hodos, XII, Dunklergasse 31. Frankfurter Siegmund, ledig, Privatbeamter, geb. 15. April 1889 in Wien, III, Obere Weißgärberstraße 11. Haber (od. Huber) Maximilian, ledig, Kaufmann, geb. 1886 in Czernowitz, VI, Mariahilferstraße 71a. Spitzer Hilda, ledig, Kontoristin, geb. 1. November 1886 in Wien, Vi, Haydngasse 10.