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Neue Nationalzeitung · 1912-11-22 · Heft 23 (22.11.1912) · p. Seite 12

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XIV (1912)
Issue
Heft 23 (22.11.1912)
Date
1912-11-22
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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&*»te 12 „Neue National-Zeitung" „Und wann," fragte jener, „in welchem Jahr ist Awrohom Alterchen, ich meine jizehok Eisik zur Militärgestellung gegangen?" — „Was schwant Ihr da?tt frag ich, „was bringt Ihr da durcheinander Graupen und Borschtsch? Zum ersten Male in meinem Leben treffe ich einen jüd mit einem so goischkischen Kopf? Man sagt Euch doch, daß jizehok und Awrohom Jizehok und l£ig und Eisik und Alterchen, das ist alles e i n Mensch!" „Scha," sagt er, „schreien Sie nicht so! Was schreien Sie?' .... Verstehen Sie eine Sprach'? Nun soll er gar nicht Recht haben! . . . . Kurz, ich hab selbstverständlich ausgespuckt und bin weggegangen zu einem anderen Advokaten, der war gerade ein guter Kopf, ein talmudischer Kopf war er, nur ein wenig überchochem, überklug ein wenig. Er rieb sich die Sfirne und „lernte," den Text des Gesetzes lernte er, drehte sich, folgerte, zog Schlüsse, daß nach diesem und diesem Paragraphen der Me~ seretscher Magistrat gar nicht berechtigt war, ihn einzuschreiben. Dagegen, sagt er, ist vorhanden ein Gesefc, dal), wenn er hier eingeschrieben worden ist und dort nicht ausgeschrieben worden ist, so m u 1? er ausgeschrieben werden; und wieder ist vorhanden eine Kassation", dal) er, wenn er hier eingeschrieben ist, und dort nicht ausgeschrieben wurde, so ... . Kurz, so ein Geset> und so ein Gesefc, so eine Kassation und so eine Kassation; er hat mir „kassassiert" den Kopf voll, und ich mußte gehen zu einem dritten, mußte ich. Da hab ich gerade angetroffen auf einen Schlemiel, ein ganz junges Advokatchen, ein funkelnagelneues, das erst vor kurzem sein „juris" beendet hat, ein sehr gutes Menschchen mit einem Züngelchen wie ein Glöckchen. Wie es scheint, lernte er sich reden, reden lernte er sich; denn wenn er sprach, merkt man's ihm an, daß ihm das Vergnügen machte, das Reden, heißt es. Also der wurde voll Begeisterung, hielt mir eine lange Predigt, so daß ich ihn unterbrechen mußte und sagen: ,.Alles sehr schön und fein," sehr — sag ich —, „Sie haben vollständig recht, aber was nüfct es mir, sag ich, daß Sie mich beweinen. Wozu beweinen Sie mich? Geben Sie mir lieber eine Eize, sag ich, was ich mit meinem Sohn machen soll, vielleicht, Gott behüte, ruft man ihn doch, vielleicht? Kurz, was soll ich Ihnen lange erzählen, ich kam endlich zu einem richtigen, wirklichen Advokaten. Das ist, verstehen Sie mich, ein Advokat von den alten Advokaten, ein Advokat, der einen Sachverhalt versteht, verstehen Sie mich. Ich erzählte ihm die ganze Geschichte von Aleph bis Thow. Er saß die ganze Zeit mit geschlossenen Augen und hörte mir Nr. 23 zu. Dann meinte er: „Schon? Sind Sie fertig? Fahren Sie nach Hause, es ist Mumpi£, mehr als dreihundert Rubel Strafe werden Sie nicht bezahlen." — ,;Das ist das Ganze? sag ich, e, wenn es mit den dreihundert Rubeln getan wäre! Aber ich habe Maure für meinen Sohn, Maure hab ich!" — „Was für Sohn?" — „Was heißt, sag ich, was für Sohn? Mein Alfer, tyig heißt es." — „Was hat dies alles, sagt er, mit Ipigen zu schaffen?' „Was heißt, sag ich, vielleicht ruft man ihn wieder einmal?" — „Er hat doch, sagen Sie ein weißes Billett?" —■ „Zwei, sag ich, hat er, zwei." ,.In diesem Falle, sagt er, was wollen Sie denn?" — „Wollen, sag ich, will ich gar nichts, was soll ich denn wollen? aber Maure habe ich, sag ich, denn man sucht je£t Eisiken, und Eisik ist nicht da, und Alter, h)ig heißt es, ist eingeschrieben Awrohom Jizehok, und Jizehok — so sagt unser Herr Rabbiner — ist Issak, und Issak ist Isak, und Isak ist Eisik; könnte man, Gott behüte, glauben, daß mein h)ig, oder Awrohom Jizehok, Alter heißt es, ist Eisik." — ..Nun, was schadet's, sagt er, was schadet's? Im Gegenteil, desto besser, dann werden Sie überhaupt nicht bestraft. Er hat doch, sagen Sie, ein weißes Billett." — „Zwei, sag ich, zwei weiße. Aber die hat doch h)ig, nicht Eisik." — Sie sagen doch, sagt er, daß h)ig ist Eisik?" — „Wer sagt das, sag ich, daß Iftig ist Eisik?" — ..Sie haben es doch selbst gesagt?" — „Ich, sag ich, wie konnte ich so was gesagt haben? Wie kann ich sagen, sag ich, daß Ifcig ist Eisik, wenn h>ig ist Alter, und Eisik ist der, der den kochenden Samowar auf sich umgestürzt hat, zur Zeit, als ich noch ein Worotiliwkaer war, in Worotiliwka heißt es" .... Er, der Advokat, wird rot wie ein Feuer und befiehlt mir, zu gehen: „Entfernen Sie sich, sagt er, Sie langweiliger Ebräer," sagt ert . . . . Verstehen Sie, was das heißt? Ich bin ein langweiliger Jüd, heißt es. Haben Sie Worte? Ich und langweilig? Ich!____ Wir bitten unsere Freunde, die ..Neue National-Zeitung" überall in Lokalen und auf den Bahnhöfen, in Lesehallen, Cafes, Hotels, Restaurants und Vereinen zu verlangen. Interieurs___*f l-IS___i, zeitgemäß Uhm|i||m" Möbelfabrik und Architektur: und flinnilPIIT VOrnehm Iflr nKlir Vif, ManahUferstraße Nr.,120 Bureaux IIIUMIIUl I preiswert fltlllllf Hill (Zentralpalast)

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