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Neue Nationalzeitung · 1912-07-26 · Heft 15 (26.7.1912) · p. Seite 12

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XIV (1912)
Issue
Heft 15 (26.7.1912)
Date
1912-07-26
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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Seite 12 „Neue National-Zeitung" Nr. 15 — „Noch nicht!" — „Bete und hoffe!" — „Was? Daß die Untiere des Flusses ihn nicht fressen, daß die Wellen des Flusses ihn nicht verschlingen, daß die Henker Pharaos ihn nicht töten. Das ist die Hoffnung!" — „Die Verheißung ist größer und sie lebt: .Dein Same soll besitzen die Tore seiner Feinde". — „Und dann ist Amram, Dein Vater geflohen . ." — „Nach Ramses und Pithon, wo unser Volk beim Bau frohnt; dahin ist er gegangen, zu warnen und zu mahnen! Wohl hat er getan. Still, Pharaos Tochter kommt!" — „Sie kann doch nicht im Blut unseres Kindes baden". — „Sie kommt jedoch! Aber sie ist die Freundin der armen Hebräer, fürchte Dich nicht!" — „Sie ist ihres Vaters Tochter!" — „Die Egypter sind unsere Geschwisterkinder, Harns Nachkommen sind sie, Sems wir! Sem und Harn waren Brüder." — „Aber Ham war verbannt von seinem Vater Noah und Kanaan war Harns Sohn." — „Aber Noah sagte: Gelobt sei der Herr, Sems Gott, und Kanaan sei sein Knecht. Hast D i gehört? Sem erhielt die Verheißung, und Sem sind wir." — „Herr Zebaoth, steh uns bei, der Korb treibt mit dem Wind! Er treibt gegen das Badehaus, und der Geier dort oben in der Luft ..." — „Das ist ein Weih, Mutter!" Jochebeth lief am Ufer auf und ab wie ein verlassener Hund. Sie schlug sich die Brust und weinte große, schwere Tränen. Schritte und Stimmen waren zu hören. „Pharaos Tochter ist vor uns." — „Der Herr, der Gott Israels, ist über uns". Die beiden Frauen versteckten sich im Schilf und Pharaos Tochter erschien mit ihren Sklavinnen in der Wassertür. Sie trat auf die Brücke zum Badehaus, das eine Hütte aus gefärbtem Kamelhaar war und von Pfählen im Flußgrund zusammengehalten wurde. Aber der Korb trieb bis an die Brücke und erregte die Neugier der Prinzessin. Sie blieb stehen und wartete. Jochebeth und Mirjam konnten des Windes wegen nicht hören, was sie sagte, aber sie sahen an ihren ruhigen Bewegungen, daß sie von den seltsamen Gaben des Flusses eine Zerstreuung erwartete. Jetzt schickte sie eine Sklavin ans Ufer. Die lief und brach ein langes Rohr ab, das sie ihrer Herrin überreichte. Diese fischte nach dem Korbe und brachte ihn bis an die Brücke. Sie beugte sich nieder, fiel auf die Knie. Jetzt öffnete sie den Deckel. Jochebeth sah die beiden kleinen Arme sich in die Höhe strecken. Die Prinzessin lachte laut und wandte sich zu den Frauen. Sie sagte etwas, das Freude ausdrückte und dann hob sie das Kind auf, das sofort an ihren jungfräulichen Busen kroch und in dem weißen Hemd herumtastete. Da küßte die Prinzessin das kleine Kind und drückte es an ihre Brust, erhob sich und wandte sich nach dem Ufer. Mijram, die jetzt alle Furcht verloren hatte, trat vor und warf sich auf ihr Angesicht. — „Siehst Du, ich habe ein kleines Kind bekommen, Mirjam", sagte die Prinzessin, die Temme hieß. „Ich habe es vom Nil bekommen und darum ist es ein Götterkind. Jetzt aber mußt Du eine Amme schaffen." „Wo soll ich eine solche finden, hohe Herrscherin?" „Such! Aber vor Abend mußt Du eine gefunden haben! Vergiß jedoch nicht, daß es mein Kind ist, da ich es aus dem Wasser gezogen habe. Da habe ich ihm seinen Namen gegeben, und Moses soll er heißen. Und ich will ihn erziehen, daß er ein Mann nach unserem Sinne werde! Geh in Frieden und such mir eine Amme!" Pharaos Tochter ging mit dem Kind zum Palast hinauf und Mirjam suchte ihre Mutter im Schilf, wo sie gehört hatte, was ihre Tochter gesagt und beschlossen. — „Mutter, Pharaos Tochter wird Amram und Jochebets Sohn erziehen! Harns Kinder werden denen Sems dienen. Gelobt sei der Herr, Sems Gott! Jetzt glaubst Du an die Verheißung, Mutter! — „Jetzt glaube ich, und gelobt sei Gott für seine große Barmherzigkeit!" Liste der Ausgetretenen. Vom 9. bis 24. Juli 1912. (Nr. 327—346.) Blumenthal Franz, geb. 5. Juli 1895, Wien, I., Franz Josefskai 65. Klebinder Ludwig, geb. 26. Jänner 1883, Kl.-Schwechat, Weidlingau. Perger Lili, geb. 30. Juli 1887, HinterbrühJ, J., Rathausstraße 19. Pollak Katharina, geb. 30. Juni 1863, Lakompak, II., Kronprinz Rudolfsstraße 8. Schnabl Leo, Beamter, geb. 10. April 1880, Mährisch-Proßnitz, II., Nordbahnstraße 14. Singer Therese, geb. 21. Dezember 1892, Wien, Schönbrunnerstraße 186. Stern Josefa, geb. Rabbisch, geb. 14. Juli 1879, Wien, II., Praterstraße 66. Tauber Siegfried Dr., geb. 1881, Wien, XX., Klosterneuburgerstraße 1. Toker Emma, geb. 10. Mai 1889, Wien, II., Stuwerstraße 34. Weinreb Oswald, Beamter, geb. 4. September 1886, Wien, VJII., Josefstädterstraße 16. Angel Rosa, Kontoristin, geb. 1. Mai 1888, Wien, XVI., Grundsteingasse 40. Engelsmann Eva, ledig, geb. 18. September 1880 zu Vag Ujhely, XX., Am Krautgarten 131. Fassei Anie, Private, geb. 18. November 1891 zu Brünn, I.. Führichgasse 6. Fischer Gustav, Privatbeamter, geb. 20. April 1881, Brandeis a. E. VII., Wimbergergasse 10. Fischer Julius, Privatbeamter, geb. 14. September 1894, Brandeis a. E. VII., Wimbergergasse 10. Fischer Ludwig, Privatbeamter, geb. 15. Juni 1870, Brandeis a. E. VII., Wimbergergasse io. Flatau Gabriele Ludmilla geb. von Wolf, Justizratsgattin, geb. 4. März 1867 zu Wien, derzeit Marienbad. Gutmann Julius, Student, geb. 18. Jänner 1891 zu Wien, VII., Neubaugürtel 24. Mayer Emilie, Verkäuferin, geb. 23. November 1887, Wien, XIX. Braunhirschengasse 21. Rosenfeld Richard, ledig, geb. 14. Juli 1889, Wien, II., Vorgartenstraße 129. Möbel-„Merkur" zrz Umbau geräumt werden, es werden daher die Preise sämtlicher lagernder Möbel tief herabgesetzt! Besonders günstige Kaufgelegenheit! Bei nicht sofortigem Bedarf Einlagerung gratis! Auf Wunsch Zahlungserleichterung! VI., Mariahilferstraße Nr. 31

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