Neue Nationalzeitung
- Journal
- Neue Nationalzeitung
- Volume
- XIII (1911)
- Issue
- Heft 13 (30.6.1911)
- Date
- 1911-06-30
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2425679-2425829-2425843--2073-2428477- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 10 „Neue National-Zeitung" Nr. 13 %JSAU.EH WCßteiLSN Wohltätige Stiftungen der Familie Halpern in Kiew. Anläßlich seiner Genesung haben Herr Moses Halpern in Kiew und seine Familienangehörigen eine Keine wohltätiger Stiftungen in Kiew und in Palästina ins Lehen gerufen. Herr Moses Halpern gründete ein groß angelegtes, den peinlichsten Forderungen der modernen Heilkunde und Hygiene entsprechendes Sanatoriuni für Lungenkranke. Sein Sohn Markus Halpern läßt im Anschluß an dieses Sanatorium eine Heilanstalt für Nierenkranke errichten. In naher Zukunft soll auch das von der Familie Halpern gestiftete, für dreißig Zöglinge berechnete Waisenhaus eröffnet werden. Das "Waisenhaus soll nach dem Muster der besten europäischen Anstalten dieser Art geleitet werden. Wie bereits gemeldet, hat die Familie Halpern aus demselben Anlaß auch 30.000 Francs zur Errichtung von Wohnhäusern für jüdische Arbeiter in den palästinischen Kolonien gespendet. Anerkennenswertes Interesse für Palästina hat auch Herr Z. L. Rabbinersohn, ein Schwiegersohn Halperns, bekundet, indem er 80.000 Francs zur Gründung einer Handwerkerschule in Jaffa spendete. Herr Eabbinersohn hat sich bereits behufs Verwirklichung dieses Planes mit dem Leiter des Zionistischen Palästinaamtes, Herrn Dr. A. E u p p i n, in Verbindung gesetzt. Eine weitere Spende des Herrn Eabbinersohn wurde der Stadt Kiew zuteil. Zur Errichtung billiger Wohnungen in Kiew für Arbeiter und Handwerker, „ohne Unterschied der Eeligion und Nationalität," spendete Herr Eabbinersohn 120.000 Eubel. Massenansweisung jüdischer Apotheker aus Kiew. Das Grourernementalamt in Kiew erließ dieser Tage eine Verfügung, wonach sämtliche Apothekergehilfen und Provisoren, die nicht als Angestellte bestimmter Apotheken amtlich eingetragen sind, die Stadt verlassen müssen. Die Betroffenen rekurrierten an den Generalgouverneur, wurden aber auch hier abschlägig beschieden. Die Kiewer Polizei nimmt zurzeit den ausgewiesenen jüdischen Apothekern eine schriftliehe Erklärung ab, der zufolge sie sich verpflichten, innerhalb acht Tagen die Stadt freiwillig zu verlassen. Von der harten Maßregel werden ca. 1000 Personen betroffen. Viele der Ausgewiesenen besitzen in Kiew Drogerien und Apothekerwarengesehäfte, andere sind in solchen Geschäften angestellt. Die Lage der Ausgewiesenen ist -eine geradezu verzweifelte. Die Universitätsgriindung-in Frankfurt a. M« ist wegen des Judenpunktes gescheitert. Der deutsche Kaiser hat sieh zwar entschlossen, den Juden, Professor Ehrlich zur Exellenz zu ernennen, aber die preußische Eegierung kann keine Garantie übernehmen, daß an der neu zu errichtenden Universität in Frankfurt, Juden zu ordentlichen Professoren ernannt werden — nicht einmal, wenn Juden das Geld zur Universitätserrichtung hergeben. Die NJK. berichtet darüber: In einigen Blättern war die Nachricht enthalten, der amerikanische Philanthrop Jacob S chi f f habe eine größere Summe Geldes für die zu errichtende Universität in Frankfurt a. M. unter der Bedingung gestiftet, daß die in Preußen geübte Praxis der Mchternennüng von Juden zu ordentlichen Professoren in Frankfurt nicht angewandt werden sollte. Nun hat in einer kürzlieh hier abgehaltenen Versammlung, in der über die Frankfurter Üniversitatsgründung diskutiert würde, der Bankier Wolf mitgeteilt, Herr Schiff habe 2Y2 Millionen Mark spenden wollen, sei aber davon abgekommen, da er keine Garantien für die von ihm verlangte Gleichberechtigung der Juden im akademischen Lehrfach erhalten konnte. Auch Baronin Wilhelm v. Eothschild hat dem Vernehmen nach, als sie zur Zeichnung aufgefordert wurde, die Garantie verlangt, daß wenigstens an dieser, in der Hauptsache von jüdischem Gelde gestifteten Universität die Parität gewahrt werde. Diese Gewähr konnte nicht geboten werden(!) und sie hat demzufolge eine Zeichnung abgelehnt. Talmudjünger — Vagabunden. Im ungarischen Städtchen H.-Mäd wurden 42 Schüler der Jeschiwah als „Vagabunden" ausgewiesen. So ein Stückchen leistete sich der Oberstuhlrichter. Arischen Studenten wird so was in Ungarn nicht passieren. Die Abreise R. Jacob Mairs nach Jerusalem. Der Großrabbiner von Saloniki, Eabbi Jacob Mair, schiffte sich Sonntag den 25. d. M. nach Jerusalem ein, um seine Stelle als religiöses Oberhaupt der dortigen sephardischen Gemeinde anzutreten. bisfe der Ausgetretenen. Vom 14. bis 27. Juni 1911 (Nr. 256—274.) Bienenstock Mali, geb. Segall, geb. 1. April 1837, Wien, IX., Währingerstraße 15. Grünholz Maria, geb. 8. Mai 1885, Wien, IV., Heugasse 14. Heller Ernst; 'Eaütm^nV'geb'.'lC Janner" 188'6,' Wien, L, Zelinkägasse 4. Herzfelder Walpurga, geb. Hollitscher, geb. 8. März 1877, I., Maximilianstraße 4. Schöngut Max, Yertrtter, geb. 29. November 1882, Wien, VII., Neusliflgasse 10. Rosenbaum Rosa, geb. Bock, verwitwet, Private, geb. 29. November 1863, I., Canovagasse 3. Schneeberger Anna, ledig, geb. 4. Februar 1891,1., Ebendorferstraße 10. Lederer Fritz, Prokurist, ledig, geb. 9. April 1871 in Budapest. Pollatschek Wilhelmine, Private, ledig, geb. 15. Dezember 1890, VI., Grasgasse 2. Trawniczek Franz, Tischlergehilfe. verb., geb. 15. Jänner 1£86, VI., Moritzgasse 3. Gutfeld Marie, Private, ledig, geb. 9. Oktober 1890, XIX. LeidesdorlgaEse 7. Münk Vlasta, Korrespondentin, ledig, geb. 9. Oktober 1889, VlII., Kochgasse 34. Sonnenfeld Bernhard, Maschinenlachlebrer, verh., geb. 26. Juni 1882, VI., Brückengasse 4. Silberstein Emil Sigmund, Ingenieur, ledig, geb. 1. März 1884, VI. Engelgasse 1. Hahn Josef, Privatbeamler, ledig, geb. 2. Februar 1886, VII., Zieglergasse .34. Heller Valentin, ledig, geb. 27. Juli 1879 in . Baden, VII., Neustiftgasse 67/69. , Bulla. Mathilde, geb. Meisel, verh, geb. 11. Februar 1890 in Budapest, III,, Hegergasse 15. Seidner: Brane, Private, ledig, geb. 15.. Juli 1882 in Czernowitz, IL, Kianggasse 7. ' . Hellmann Otto, Dr., Industrieller, ledige geb. 5. Mai 1864, I.j Stadiongasse 2.; - > ' : •'