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Neue Nationalzeitung · 1911-05-05 · Heft 9 (5.5.1911) · p. Seite 9

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XIII (1911)
Issue
Heft 9 (5.5.1911)
Date
1911-05-05
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 9 „Neue National-Zeitung" Seite 9 uneigennützige Förderung zum Ausdruck, die der Jubilar stets den humanitären und gemeinnützigen Bestrebungen angedeilien liess. Die Zr.hl der mündlichen, brieflichen und telegraphisehen Einzelgratulationen ist eine überaus grosse und man kann sagen, dass aus allen Kreisen der guten Gesellschaft sowie aus den Kreisen der Kunst sieh Gratulanten einfanden, die da bewiesen, dass Don Fuchs eine wirkliche und weite Schichten durchdringende Popularität geniesst. Für das Jubiläum hatte sich ein Komitee aus folgenden Herren gebildet: kais. Eat Johann Lichtenstadt, Dr. J. Winternitz, Prof. Ludwig Mahler, Simon Steingraber, Isidor Schwarz, Dr. Adolf Kapralek, Oskar Tonello, Theodor Schur und Gustav Horzetzky. Dieses Komitee liess eine mit dem wohlgetroffenen Bilde des Jubilars in Amtstraeht geschmückte Festschrift erscheinen, in der sein Lebensg ng und seine künstlerische Entwicklung Verständnis- und liebevoll dargelegt werden. fKPRReSPONMNZCN Oesterreich-Ungarn. Der 100. Geburtstag Ignaz Kurandas. Wien. Der hiesige Kultusvorstand hat anläßlich des 100. Geburtstages seines ehemaligen Kultuspräsidenten Dr. Ignaz Kuraiida eiine öffentliche Plenarsitzung einberufen, die sich zu einer solennen Gedenkfeier gestaltete. Präsident Dr. Stern feierte den Verewigten in einer längeren Rede. Der Sitzung wohnte auch der älteste Sohn Kurandas, Ministerialrat Kamillo Kuranda, bei, der im Namen der Familie dankte. * * * Die Landtagswahlen in 'der Bukowina. Czernowitz, 1. Mai. Wie Ihr Blatt bereits vor Wochen prognostizierte, wurden in der allgemeinen Kurie der Städte Vize-Bürgermeister Dr. W e i s s e 1b e r ge r als Majoritäts- und Prof. Dr. Kellner als Minoritätskandidat gewählt. Der Kampf der Juden gegeneinander hat Prof. S k e d 1 das Mandat gekostet. Nun wird wohl der Herr Professor endlich selbst für den jüdischen Kataster eintreten, den er so sehr bekämpft hat. Am 28. April wurde dagegen Dr. Benno Straucher sofort im ersten Wahlgange als Majoritätskandidat gewählt, ebenso Dr. Frucht als sein Ersatzmann. Dr. Straucher erhielt von zirka 1600 jüdischen Stimmen 1340; der beste Beweis, daß die Sonne des Dr. Straucher, wie seine jüdischen Gegner behaupten, noch lange nicht im Untergehen begriffen ist. In der Zensuskurie der Städte erhielt Dr. Neumann-Wender die meisten Stimmen, doch wird er sich noch zwei Wahlgängen unterziehen müssen, bis er gewählt wird. Als zweiter Kandidat kommt Doktor Schaffer (jüdischer Sozialdemokrat) in Betracht, so daß auch hier die Deutschen ein Mandat verlieren dürften. In der Zensuskurie der Landgemeinden ist Dr. Fokschaner (Kandidat der Kellnerpartei) gegen den ältesten Vorkämpfer der zionistischen Sache in der Bukowina, Herrn Sigmund Weißglas (Jüdische Naitonalpartei), durchgedrungen. Dr. Fokschaner hat jedoch erklärt, dem Jüdischen Landtagsklub beizutreten. G5MEINU5un& VGR5kNSNÄU*RitßtW Wien. Die 38. ordentliche Generalversammlung der „Israelitischen Allianz in Wien" findet am Mittwoch den 10. Mai, um 6 Uhr abends, im Saale der israelitischen Kultusgemeinde, I. Seitenstettengasse 4, 2. Stock, statt. Wien. (Verein „Mensa academica Jndaiea".) Der Ausschuss des Vereines drückt den folgenden Herren für die eingesendeten Spenden den innigsten Dank aus: Herren S. M. Bing & Comp. K 10.—, Adolf Böhm K 5.—, Lucian Brunner K 20—, Jakob Ehrenwalds Nacbfg. K 10—, kais. Eat Siegm. Kauders K 20.—, Eudolf Kahler K 200—, Johann Kremenetzky K 20.—, Dr. Julius Offner K 10. -, Hermann Pollaks Söhne von Parnegg K 20.—, Priv. Dozent Dr. K. Eoth K 5.—, Prof. Dr. Hermann Schlesinger K 20.—, Prof. Dr. Julius Schnitzler K 20.—, Kommerzialrat Adolf Schraraek K 20.—, A. Horn & Söhne K 30.—, Priv. Doc. Dr. Stephan Weidenfeld K 10.— , Dr. Paul Weisengrün K 5.—. (Korrespondenzen und Spenden sind zu richten an die Vereinskanzlei II. Negerlegasse 6, Tür 57, III. Stiege. Zeitschriften-'Rundschau. Eine Straucher-Sondernummer. Die letzte Nummer der „Neuen Illustrierten Zeitung", herausgegeben und redigiert von Herrn Isidor Obstgarten, erschien als Sondernummer „Straucher" mit zahlreichen Beiträgen aus den ersten und besten Federn und geschmackvoll ausgestattet. Das 12 Seiten starke Heft beschäftigt sich ausschließlich nur mit der Person des Abg. Dr. Straucher und ist ein treues Spiegelbild dessen, was und wie man über den bewährten Führer der Bukowiner Juden in der Welt denkt. Die Zusammenstellung hat einen dokumentarischen und somit bleibenden Wert. Aus dem reichen Inhalte heben wir hervor: Dr. Benno Straucher. Von Dr. Isaak Kohn; ein Brief David Wolffsohns; Biographisches; Dr. Straucher im Lichte der Wiener Bukowiner. Von Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Maximilian Stiglitz in Wien. Aeußerungen hervorragender Persönlichkeiten über Dr. Straucher: Oberrabbiner Dr. Giidemann in Wien (Faksimile); Dr. Max Nordau, Paris; Dr. Saul Rafael Landau, Wien; Dr. S. Ehrmann, k. k. Universitätsprofessor, Wien; Ernst Breiter, Lemberg; Landesrabbiner Dr. M. Beck, Bukarest; Dr. Markus Spitzer, Wien. Der Zionsgruß eines Rabbiners. Von Rabbiner W. Reich, Baden bei Wien; Unser Führer. Von Dr. Berthold Frucht; Die Schöpfungen Dr. Strauchers als Präses der israelitischen Kultusgemeinde. Von Spektacor; Ein Volksmann. Von Dr. Salomon Kaßner; Dr. Benno Straucher. Von Direktor Max Gottlieb, Mitarbeiter der „Neuen Freien Presse", Wien; Auszüge aus Reden Dr. Strauchers; Die Tätigkeit des jüdischen Klubs. Die Titelseite ziert ein sehr gelungenes Porträt Doktor Stauchers und die Innenseiten weisen folgende Illustrationen auf: Dr. Straucher als Student, Dr. Straucher als Offizier, das Waisenhaus, das .Jüdisch e Haas" und das Alter s- und Invalidenhaus. Wir wollen aus dieser Nummer einige kurze und prägnante Urteile über Dr. Straucher abdrucken: Es schrieben unter anderen: Dr. Max Nordau: Herrn Dr. Straucher kenne ich nicht genug, zu um einer Meinung — und vollends einer Meinungsabgabe — über ihn berechtigt zu sein. Ich habe nur aus der Ferne sein Wesen auf mich wirken lassen und seine Tätigkeit beobachten können und da habe ich immer den Eindruck empfangen, daß er ein stolzer Jude, ein tapferer, umsichtiger, zielsicherer Vorkämpfer und Verteidiger des jüdischen Volkes, ein glänzender Parlamentarier und kluger Realpolitiker ist. Die Sache der Juden in Oesterreich stünde erheblich besser, wenn ihnen mindestens ein Dutzend Straucher beschieden wären. Dr. S. Ehrmann, k. k. Universitätsprofessor: Wenn auch meine persönliche Neigungen nicht nach aktiver politischer Bestätigung gerichtet sind, so weiß ich doch den Wert der politischen, namentlich der sozialpolitischen Tätigkeit Dr. Strauchers als Volksmann vollauf zu schätzen. Was im Uhrwerk die Unrast, das ist in der Politik ein Feuergeist gleich Benno Straucher.

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