Neue Nationalzeitung
- Journal
- Neue Nationalzeitung
- Volume
- XIII (1911)
- Issue
- Heft 4 (17.2.1911)
- Date
- 1911-02-17
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12 „Neue National-Zeitung'' Nr. 4 LITERATUR UND THEATER ^iste der Ausgetretenen. Der Schatz. *) Komödie in vier Akten von David P i n s k i. (Zur Erstaufführung im Deutschen Theater.) Berlin, 4. Februar 1911. Direktor Max Reinhardt, der uns vor einigen Jahren mit Schalom Asch' Drama „Der Gott der Rache" bekannt gemacht hat, brachte in seinem Deutschen Theater am 2. d. M. die vieraktige Komödie „Der Schatz" von David Pinski zur Uraufführung. David Pinski Avar bis jetzt im Westen so gut wie unbekannt. Er lebt seit einer Reihe von Jahren in New-York und ist im russischen Ansiedlungsrayon geboren. Der Dichter hat sich durch eine Reihe von Skizzen aus dem Arbeiterleben und aus dem Leben der unteren jüdischen Volksklassen bekannt gemacht. Er ist vor allem ein Schilderer des sozialen Lebens. Im New-Yorker Thalia-Theater haben seine Theaterstücke zum erstenmal das Rampenlicht erblickt. Seinen ersten Erfolg errang er mit der „Familie Zwi", einem Pogromdrama, das auch vor etwa vier Jahren im hiesigen Friedrich Wilhelm-städtischen Schauspielhaus vor einem zionistischen Publikum zur Aufführung gelangte. Dann folgten: „Eisig Scheftel", ein Drama aus dem Leben des kleinen jüdischen Erfinders, und „Jakob, der Schmied", ein soziales Drama, in dem eine Frau die Hauptrolle inaehat. „Der Schatz" spielt in einem polnisch-rassischen Judenstädtchen. Judke, der idiotische Sohn des Totengräbers, hat beim Begraben seines toten Hundes auf dem jüdischen Friedhofe einige Goldstücke gefunden, die er glückstrahlend nach Hause bringt. Tille, die Tochter des Totengräbers, ist außer sich vor Freude. Sie rennt in die Stadt, kauft Toiletten und allerhand Kostbarkeiten ein und erzählt jedem, der es hören will, daß sie einen Schatz gefunden hätte. Sie will glücklich und beneidet sein und die reiche Dame spielen, wenn sie auch weiß, daß der Traum nicht lange anhalten wird. Die Nachricht verbreitet sich wie ein Lauffeuer im Städtchen und eine Geldgier erfaßt die ganze Gemeinde. Jeder möchte den Schatz heben und im vierten Akt sehen wir, wie der Friedhof von den Juden an vielen Stellen aufgegraben wird. Endlich erinnert sich Judke, wo er seinen Hund vergraben hat, aber dort findet man nur noch zwei Goldstücke. Der Schatz hat nur in Tilles Phantasie existiert und einen Tag lang konnte sie die Millionärin spielen. Nun wird sie wieder unbeachtet und einsam in der elenden Lehmbütte ihr Leben verbringen. — Das Stück ist reich an drolligen Situationen und einzelne Charaktere sind meisterhaft geschildert. Es gab viel Beifall und der Dichter konnte nach jedem Akt erscheinen. B. ~<? Ein hebräischer Jugendschriftenverlag. Zur Erinnerung an. den vor drei Jahren verstorbenen M. Zeitlin haben seine Hinterbliebenen eine literarische Anstalt unter dem Titel „Turgeman" begründet, deren Sitz in Odessa ist und die von M. M. Ussischkin, Ch. N. Bia 1 ik und J. Ch. R a w n i t z k i geleitet wird. Die Anstalt wird die besten Jugendschriften und volkstümlichen Erzählungen der Weltliteratur periodisch in gediegenen hebräischen Uebersetzungen herausgeben. Im ersten Jahre sollen u. a. in hebräischer Sprache erscheinen: „Adventures of Tom Sawyer" von Mark Twain, „Tausend und eine Nacht", „Don Quixote" und eine Anzahl Erzählungen von Jules Verne. + Tolstoi in hebräischer Uebersetzung. Der Verlag »Misrach U-Maarabh" (Ost und West) veranstaltet eine hebräische Ausgabe von Tolstois ausgewählten Schriften in 6 Bänden. Die Uebersetzung wird von den bekannten hebräischen Schriftstellern David Frischmann, J. Ch. Rawnitzki, A. Drujanow u. a. besorgt. Als Anhang sollen der hebräischen Tolstoi-Ausgabe fünf Monographien beigegeben Averden, nämlich: 1. Biographie Tolstois, von J. Ch. Rawnitzki; 2. Tolstoi der Künstler, A'on Dr. Eljascheff: 3. Tolstoi der Philosoph, von A. M. Boruchow; 4. Tolstoi der Bekenner, von A. Karmely, und 5. Tolstoi und sein Verhältnis zum Judentum, von Achad-Haam. Der Ladenpreis der hebräischen Tolstoi-Ausgabe wird sich auf 5 Rubel stellen. *) Buchauslage im Theaterverlag Eduard Bloch, Berlin C 2. Vom i. bis 14. Februar 1911. (Nr. 45—60.) Ernst Otto, Photographengehilfe, ' geboren 14. April 1886, V. , Schönbrunnerstraße 10. Hamburger Henriette, geb. Model, geb. 24. September 1876 in Augsburg, Oesterr.-Schlesien, IV., Blechturmg. 20. ' Hamburger Otto, geboren 4. Jänner 1871 in Freudental. Löti von Kolenfeld Stefanie, Private, geboren 3. Mai 1878, I., Gonzagagasse 16. Low Abraham, geb. 5. Iänner 1887 in Boryslaw, I., Kumpfgasse 7. Schacherl Anna, geb. Beck, geboren 8. August 1841 in Pressburg, XIX., Silbergasse 20. Singer Kraljica, Private, geboren 10. September 1840 in Essegg, III., Mohsgasse 12. Weinwurm Ludwig, Universitätshörer, VIII., Schlösselg. 11. Dr. Popper Sgimund, Advokaturskandidat, geboren 21. Mai 1883, XV., Robert Hamerlinggasse 28. Löbl Frieda, Private, ledig,, geboren 30. September 1890, XVII., Körnergasse 79- Dr. med. Reiss Julius, Zahnarzt, verheiratet, geboren 18. Dezember 1875, VIII., Lerchenfelderstraße 1. Hellmann Osias, Friseurgehilfe, ledig, geboren 8. Mai 1886, XVI., Kreitnergasse 34. Klinger Heinrich, Vertreter, ledig, geboren 20. Juni 1865, VI. , Webgasse 6. Nelken Sigmund Josef, ledig, geb. 4. Jänner 1880, VI., Mariahilferstraße DD- Hilb Bertha, geb. Gradel, Private, venvitwet, geb. 25. Juli 1854, XIX.. Hasnerstraße 35. Kramer Richard, ledig, geboren 31. Dezember 1888, X., Columbusgasse 72. Volkswirtschaftliches. Begebung der österreichischen Kronenrente 1911. Die vom Postsparkassenamte mit den an der Emission beteiligten Banken gepflogenen Detailverhandlungen über die Zuteilung der Quoten und die Verkaufsmodalitäten sind nunmehr beendet und die Singularverträge mit den einzelnen Mitgliedern der Anleihegruppe abgeschlossen. Mit dem Verkauf der Rente Avurde begonnen. Eingesendet. DAS^X/IENER© ETABLISSEMENT: M©BEE h€RKLR; V1'MAJ51AHILFER5? 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