Neue Nationalzeitung
- Journal
- Neue Nationalzeitung
- Volume
- XII (1910)
- Issue
- Heft 3 (4.2.1910)
- Date
- 1910-02-04
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12 „Neue National-Zeitung'' Nr. 3 wissend und ohne Kenntnis der Gebräuche; er reformierte daher ihr Ritual und ihren Gottesdienst und ließ von Europa hebräische Bücher bringen. Die Juden haben jetzt ihre alte persische Liturgie vergessen und die., der italienischen Sephardko akzeptiert in dem Glauben, daß sie, wie Maimon, von den spanischen Flüchtlingen abstammten. Rabbi Joseph Maimon hatte einen weniger erfolgreichen Rivalen in einem gelehrten jemenitischen Juden, Rabbi Zachariah ben Mazliach. Hier und in der Nachbarschaft erwarb ich etwa 70 hebräische und hebräisch-persische Manuskripte, von denen eines in Herat geschrieben war. Viele von ihnen waren in persischer Sprache und nur in hebräischen Buchstaben, so die Werke der großen persischen Dichter, wie Sadi, Jami und Nizami sowie kleinere Lokalberühmtheiten, wie Tufili, Zerubi, von Samarkand und Musafiki. Im Jahre 1490 wirkte dort auch Usiel Moses ben David, der hebräische und persische Gedichte schrieb. Andere jüdische Dichter waren Hussuf Jehudi ben Isaac (1688—1755) und seine Freunde Uzbek, Elischa und Salomo Moliah. Etwas später lebten David ben Abraham ben Machni, Usiel, Benjamin Simon-Tob und Eleaser-ha-Kohen und — zu Beginn des 19. Jahrhunderts — Ibrahim ibn Abu al-Khair, der Verfasser von „Khadaidad" (ed. Salemann, Petersburg 1897). Die Sehenswürdigkeiten Bucharas — sein fürchterliches Gefängnis, sein hochragendes einzelnes Minarett, Ton dessen Spitze in früheren Zeiten die Gefangenen herabgestürzt wurden, seine Medressen (Lehrhäuser) und Moscheen, der geschäftige „Registan" oder Marktplatz mit seinen leuchtenden Melonen und vielfarbigen Seidenstoffen, seine schläfrigen Wasserbecken inmitten von Baumgruppen, seine Kameele, seine verschleierten Frauen, die Hadschis, die geschmeidigen persischen Katzen, seine eigenartigen Töpfereiwaren, die Oelmühlen — all das ist oft geling bereits geschildert worden. Aber Buchara wird mir immer im Gedächtnis haften wegen seiner kaleidoskopischen Vielartigkeit von Menschentypen. Jeder Typus des Orients ist hier vertreten und kein einzig unharmonisch-westliches Gesicht stört das orientalische Bild. Der schlaue Afghane, der hochgewachsene Turkmene, der sauber gekleidete Hindu, der stolze Patane, dergewandte Perser, der Chinese — dies sind nur einige wenige der Typen, denen man im alten Buchara auf Schritt und Tritt begegnet. „Moschab Sekenim" in Jerusalem. Büchereinlauf. Ludwig Thoma: ,,Briefwechsel eines bayerischen Landtagsabgeordneten". Verlag von Albert Langen. München 1909. Paul Apel: „Die Ueberwindung des Materialismus". Verlag von Conrtrd Skopnik. Berlrn-Zehlendorf 1909. Johannes Hauri: „Die Religion, ihr Wesen und ihr Recht". Verlag von Conrad Skopnik. Berlin-Zehlendorf 1909. Albert Lewin: „Geschichte der badischen Juden seit der Regierung Karl Friedrichs (1738—1909)". Kommissionsverlag der G. Braunschen Hofbuchdruckerei in Karlsruhe. 1909. Dr. Kaufmann Köhler: „Grundriß einer systematischen Theologie des Judentums auf geschichtlicher Grundlage". Buchhandlung Gustav Fock. Leipzig 1910. Dr. M. L. Schlesinger: „Land und Leute in Rußland". Langenscheidtsche Verlagsbuchhandlung. Berlin-Schöneberg. Prof. Dr. Gejza v. Ferdinandy: „Staats- und Verwaltungsrecht des Königreichs Ungarn und seiner Nebenländer". Dr. Max Jaenicke, Verlagsbuchhandlung. Hannover 1909. Heinrich Heine: Sämtliche Werke. Neunter Band. Im Insel- Verlag. Leipzig 1910. A. Rutari: ,,Londoner Skizzenbuch". Zweite Auflage. Verlag von H. A. Degener. Leipzig 1908. E. N. Adler: „Von Ghetto zu Ghetto". Reisen und Beobachtungen. Autorisierte Uebertragung aus dem Englischen. Verlag von Strecker & Schröder. Stuttgart 1909. Davis Trietsch: Palästina-Handbuch. Orient-Verlag. Berlin- Schmargendorf 1910. Notizen. Jüdisches Theater. (Regie: M. Siegler.) IL, Taborstraße 12, „Hotel Stefanie". Ab Freitag den 24. Februar 1910: „Der wilde Mensch" von J. G 0 r d i n. — Sonntag den 26. Februar 1910 (Volkstümliche Nachmittagsvorstellungen, halbe Preise): „B a r K 0 c h b a" von A. Goldfaden. Wochen -Repertoire: Montag den 7. d. M.: „Die Seder-Nacht" von J. Lateiner.— Dienstag den 8. d. M.: „K r^e juj^je r,,. Sonate" von J. G 0 r d i n. — Mittwoch den 9. d.lL: ,D er jüdischeHamlet" von Za 1 ataro wsky. — Donnerstag den 10. d. M.: „D i e j ü d i s c h e N e s c h 0 m e" von J. Gordin. Zur vornehmsten deutschen Gescbenkliteratur, die nicht nur der Laune oder dem Vergnügen des Augenblicks dienen, sondern einen schönen Besitz von Dauer bilden soll, gehören „Meyers Klassiker-Ausgaben" (Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Wien), die von Professor Dr. E. Elster herausgegeben werden. Sie verdanken ihre Beliebtheit und ihre allgemeine Wertschätzung ebenso der schönen Ausstattung und dem billigen Preis wie der sorgfältigen, ja mustergültigen kritischen Bearbeitung. Den Text, der im Laufe der Zeit so leicht Entstellungen erfährt, bieten sie genau in der vom Autor gewollten Form und bringen von trefflichen Kennern geschriebene Lebensabrisse der Dichter, in denen zugleich deren literar- .geschichtliche Bedeutung gewürdigt wird. Durch, sachkundige Einleitungen zu den einzelnen Werken und durch Erläuterungen unter dem Text versuchen sie, jedermann das Verständnis unsrer Dichterheroen zu erleichtern. Wissenschaftlichen Zwecken dienen Anmerkungen am Schluß der Bände, Literarturnachweise und Verzeichnisse sämtlicher Lesarten. So findet man in „Meyers Klassiker-Ausgaben" aufs sorgfältigste alles das vereinigt, 'was der Leser heute zum Verständnis unsrer klassischen Literatur bedarf. Mit dem gediegenen Inhalt harmoniert die vornehme Ausstattung der Bände: das schöne, holzfreie Papier, der klare Druck, der gefällige Einband. Trotz dieser Vorzüge ist es möglich gewesen, den Preis des eleganten Leinenbandes auf durchschnittlich 2 Mark zu beschränken. Erschienen sind bisher: Arnim, 1 Band: Brentano, 1 Band; Bürger, 1 Band; Chamisso, 3 Bände; Eichendorff, 2 Bände; Geliert, 1 Band; Goethe, Kleine Ausgäbe 15 Bände, Große Ausgabe .30 Bände; Grillparzer, 5 Bände; Hauff, 4 Bände : Hebbel, 4 Bände; Heine, 7 Bände (16 Mark); Herder, 5 Bände; Hoifmann, 4 Bände; .Immermann, 5 Bände; Jean Paul, 4 Bände; H. v. Kleist, Kleine Ausgabe 3 Bände, Große Ausgabe 5 Bände; Körner, 2 Bände; Lenau, 2 Bände; Lessing, 5 Bände (12 Mark); Ludwig, 3 Bände; Mörike, 3 Bäride; Novalis und Fouquö, 1 Band; Platen, 2 Bände'; Reuter, Kleine Ausgabe 5 Bände, Große Ausgabe 7 Bände; Rückert, 2 Bände; Schiller, Kleine Ausgabe 8 Bände, Große Ausgabe 14 Bände; Tieck, 3 Bände; Unland, 2 Bände; Wieland 4 Bände. — Ausführliche Verzeichnisse können kostenfrei durch jede;BuchhandlungJ oder' auch von der Verlagsbuchhandlung direkt bezogen werden; - •* '• '} •'