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Neue Nationalzeitung · 1909-04-23 · Heft 9 (23.4.1909) · p. Seite 12

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XI (1909)
Issue
Heft 9 (23.4.1909)
Date
1909-04-23
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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Seite 12 „Neue National-Zeitung" Nr. 9. meines Kindes Namen gefoltert und daliingeschlachtet. .. Meine Toten! . . . Meine Kinder haben das getan im Namen meines Kindes! . . Mütterchen, ich will dir helfen, Leichentücher nähen . . . Meine Toten zu bedecken . .. Sonst werden sie ja doch die Vögel aufessen ... Ja, Mütterchen? Lass mich dir helfen!... Mitten auf dem Markte setzen sich die beiden verwaisten, sinnvtrwirrten Fiauen hin. Die Mutter Rachel und ihr* Tochter Mirjam sitzen da in finsterer, totenstiller Nacht und nähen Leichentücher aus Stücken von Sefar-Thoras und Tallesim, welche die alte Rachel in ilmr Schürze gesammelt hat. So nähen sie lange in die Nacht hinein. D^nn decken sie ihre Toten mit den zusammengenähten sonderbaren lüchern zu, damit sie nicht den Vögeln zum Frass dienen. Alle vier decken sie so zu. . . . Und dann den allein gestoibenen Sohn, der vor der verschlossenen Tür eines Juden elendiglich gemeuchelt wurde..... _______ Zeitschriften-Rundschau. Die jüdischen Monatsschriften. Das Aprilheft von „Ost und West" bringt uns zwölf Illustrationen des jungen talentvollen Wiener Malers Victor Scharf. Dr. Eugen Kolbe beschreibt die Palästinareise des Dichters Ludwig August Frankl. Der Aufsatz „Beim Roosevelt — Professor" von Max Schacherl, der sich auf Professor Telix Adler bezieht, ist unseren Lesern bereits bekannt. Die „Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden' hat folgenden Inhalt: I. Abhandlungen. 1. Dr. jur. Bruno Blau, Berlin: Die Kriminalität der Juden in Deutschland während der Jahre 1903—'.906. 2. Dr. oec. publ. Jacob Segall, Charlottenburg: Die Einwanderung von Juden in die Vereinigten Staaten im Jahre 1907—1908. 3. M. Schweig, Bukarest: Die jüdischen Handwerker in Rumänien. II. Statistisches Archiv. Die Juden in Braunschweig im Jahre 1905. Die schulstatistische Erhebung im Herzogtum Braunschweig vom Jahre 1905. Die Kriminalität der Juden in Württemberg 1898 1905. Statistik der Prager deutschen Universität. Austritte aus und Uebertritte zum Judentum in Wien im Jahre 1903. Die jüdische Bevölkerung in England und in den Kolonieen. Das Schulwesen in Jerusalem. Die Juden in Tunis. Einwanderung nnch Argentinien im Jahre 1907. Die Monatsschrift „Palästina" beschäftigt sich an leitender Stelle mit der „Jungen Türkei". Sehr instruktiv sind die „Landwirtschaftliche Fragen" von Karlin (Sickron Jacob.) * „Die Welt" gegen die Jüdische Zeitung". Nachdem wir bereits im Februar die ostentative Entweihung des Sabbaths durch die zionistische Verbindung „Unitas" gerügt haben und die „Jüd. Zeitung" sich darauf unter Entrüstung aller reif denkenden Zionisten mit der „Unitas" solidarisch erklärt hat, sah sich endlich „Die Welt" veranlasst, in ihrer Pessach-Nummer zu diesem Vorfall Stellung zu nehmen. In einem Aufsatz „Zionismus und Religion" schreibt Herr Dr. Emil Margulies, dessen Biuder als Herausgeber der „Jüdischen Zeitung" zeichnet, u. A. folgendes: ,,'n der Nummer vom 5. d. M. der Wiener Jüdischen Zeitung hat ein Herr St. das Verhalten der akademischen Verbindung „Unitas", die an einem Samstag eine feierliche Auffahrt zur Universität veranstaltete, verteidigen zu müssen geglaubt. Da Herr St. gerade vom zionistischen Standpunkte den Aergernis erregenden Vorfall zu rechtfertigen suchte, möchte ich seine Ausführungen nicht unwidersprochen lassen, um rieht dem Glauben Raum zu lassen, als handle es sich im vorliegenden Fall gar um eine offizielle Sanktion des von der Unitas beliebten Vorganges durch die zionistische Partei, wenn auch die „Jüd. Zeitung" natürlich kein offizielles Organ ist und ihre Veröffentlichungen demgemäss nicht als offizielle Verlautbarungen zu betrachten sind. Ich hal»e die Veranstaltung einer offiziellen Auffahrt zur Universität am Samstag seitens einer zionistischen Studentenverbindung, mag sie auch sonst im studentischen Brauch üblich sein, lür ein Aergernis, eine Taktlosigkeit und einen schweren politischen Fehler, der in Deutschland, selbst bei den im K. C. vereinigten rein assimilatorischen Verbindungen unmöglich wäre. Aber wenn man noch immer beg eifen, wenn auch keineswegs entschuldigen kann, dass junge Leute, dem studentischen Brauch Rechnung tragend, einmal einen Fehler mächen, so ist es m. E. auf das entschiedenste zu missbilligen, wenn dieses Verhalten gar noch nachträglich öffentlich in einem nationalen Blatt gewissermaßen mit dem zionistischen Placet bedacht wird." * Das Judentum und der Alkoholismus. Sehr interessante Betrachtungen hat ein Pariser Arzt, Dr. L. Scheinisse, über das Verhältnis des Judentums zum Alkoholismus in der „Semaine medicale" angestellt. Dr Scheinisse kommt auf Grund von Statistiken, besonders aber auf Grund von Mitteilungen des Chef-Arztes des Pariser Rothschild-Spitals, Dr. Zadoc-Kahn, zu dem Schlüsse, dass die Juden eine sehr massige Rasse sind, und dass (auch prozentuell ausgedrückt!) dem Alkoholismus viel weniger derselben zum Opfer fallen als Angehörige anderer religiösen Bekenntnisse. Um einige Beispiele anzuführen, sei folgendes gesagt: 1. Während in den Jahren 1898 — 1900 von den wegen Säuferwahnsinns behandelten Geisfeskranken in den preussischen Irrenanstalten die Protestanten 7 51 Prozent aller internierten Protestanten ausmachen (Katholiken 5*15 Prozent, Dissidenten 12 21 Prozent), waren nur 106 Prozent der behandelten Juden von Delirium tremes befallen. 2. Untersuchungen in dem schon erwähnten Rothschildspital und im New-Yorker Beth Israel Hospital haben eklatant gezeigt, dass von den Knaben nur ganz wenige durch den Alkohol um ihre Gesundheit gekommen sind, während z. B. in den übrigen nichtisraelitischeu Pariser Spitälern (nach einer Enquete von Dr. Fernet!) 1/:t Prozent aller Fälle in den allgemeinen Abteilungen (33*81 Prozent) mit dem Alkoholismus in Zusammen! ang stehen. 3. Die alkoholische Vererbung zeigt sich u. «n. auch in der grösseren Zahl von Totgeburten bei den Nachkommen von Trinkern. Auch hier schneiden die Juden wieder günstig ab. In den Jahren 1898—1899 zählte man z. B. auf 100 Geburten bei den algerischen Christen 365 Totgeborene, bei den dortigen Juden 2 74. 5. Der Alkoholisniiis ist auch bei der Lehre von der Entstehung der Verbrechen von grosser Bedeutsamkeit, da besonders die gewalttätigen Verbrechen sehr oft unter dem Einfluss von Alkohol geschehen. Da ist dann die Statistik des russischen Kriminalisten Piontkowsky von besonderem Interesse, die an Hand der Zahlen des russischen Juslizministers darlegt, dass auf 100 Angehörige einer Konfession bei den genannten Verbrechen die Juden wieder am besten dastehen. (Die Zahlen bei den Verbrechen gegen das Leben sind z.B. Orthodoxe 78, Dissidenten 7, Protestanten 81, Mohamedaner 4 5, Juden 2 o7). Die Juden trinken weitaus weniger als andere Rassen. Auf die Gründe hiervon einzugehen, würde zuweit führen, es steht aber fest, dass je weniger die jüdische Eigenart in der Allgemeinheit aufgeht, je weniger Assimilation eintritt, die Massigkeit eine umso grössere ist. Büchereinlauf, M. Friedländer: Synagoge und Kirche in ihren Anfängen. Berlin. Verlag von Georg Reimer. \{08. S. 241. Report on the work of commission sent out by the Jewish Territorial Organization. (Bericht der Ito-Commission über Cyrenaica.) Ito Offices. 1909. Heinrich Grünau: Unterwegs (Drama aus dem jüdischen Leben.) Jüdischer Verlag. Köln und Leipzig. 1909. Neue Gutachten über das jüdisch-rituelle Schlachtverfahren. (Schächten.) Gesammelt von Dr. Hirsch Hildesheimer. Herausgegeben vom Verband der deutschen Juden. Berlin 1918. Bericht über die im Auftrage des Cenfralcomites von den Herren Rabbinern Dr. Porges (Leipzig) und Prof. Israel Levi (Paris) unternommene Inspektionsreise zu den Alliance-Schulen im Orient, erstattet von Rabbiner Dr. Porges (Leipzig.) Berlin 1909. Hochfeines natürliches Tafelwasser Klösterle Natürlicher Sauerbrunn reichste Natron- Lirtiion-Queile. von Klösterle bei Karlsbad. — Ueberall zu haben. Niederlage: Sonnl., enfelsgasse 4. Wien,

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