Neue Nationalzeitung
- Journal
- Neue Nationalzeitung
- Volume
- X (1908)
- Issue
- Heft 50 (18.12.1908)
- Date
- 1908-12-18
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Neue -National-Zeitung" gleicher Betätigung \u,i i >r-uahtai. im t,m Uli'. her \ ern liuin^ und Zynismus angeeifert. ('deicher \ erhet/.uugen. Atn'r i ungeü und Vi 1>. liindiin gen. machen sich uie hereits eru ahnt auch rttniani-rlie Zeitungsblätti-r schuhüg. < Mine das- 1' < > i i / < ■ i and Siaat^anu a a schalt u:i;4i i;\ n cai.-i in eilen.! •;vi•:i!i!i•.; da- ,J >\\k:_>u inaer Volk - l)lati" du- Judetischafi venera'. 1 ~ii■ n-iu 1 als eine '.üdi-i he Schlang und /ordert die christliche I >e\< ""Ikenmg ri (]. n t) Ausroltiü). auf. Bedeuten alle diese Artikel and I laiidhingen keine Aui reizung zu Feindseiigkein n g«g;'n di Igiden ab Volksstanu.'. gegen die ]udcr,;ih Reil _ i, w\-gesi-l -.-. ' la 11? I >as ..Buk: iwinae r Volksblatl" dar! uii^'-;' .iH du- Juden im:/ ilnvr sta.'itsgnuul gesetzlich;ii]i.',k;n;nn'!i < deich1 |u igung mit den übrigen V<">! kern der r>sti.-rrtd<-liir,.du-ij Monan Ire ein.- au-.-<'rhalb \«»n (leset.'. Recht und Sitte .-.'eilende Sekte nennen and mit brutalenwildem, gehässigen Fanatismus ihre Acsroti in:; \ erlangen! Wir fragen: Ist das geschilderte Vorgehen eine vom Strafgesetz verpönte .,Feindseligkeit v. iik r Nationalitäten, K ■ üg'ioiia- und andere »lesell>e!iat!en des Staates'" oder nicht" Bedeutet eine derartige Aneif-rung /mit Vergreifen an fremdem Besitz und ir«.'nidem Leiten - der luden eine l'ehertie Hing des £ 3<o St. 11. oder nicht: Was die. and<.-rs.giüubige Be\öikeritiig davon abhaben, den \i i! "o, de: -.n.i:ni des ()rgaii: s der antisemitischen ehris;iieh>. ..'iaiep. Parteien. Folge zu ieist n, F\/.e-se ge\-i-n die jeden zu verülcn, i '> \; i t!) a d e r unter d e n | mh n a n / i; r i c h t e n. nenn sie sieht, da-s nne!> •- hurden, die für die Waiiniir; (h.-r Gesetze, ihr die Autr einerhaitung der Ruhe und ( »rdnitng j»tIihigeinäss zu -orgen be rufen sind, derartige mtaine und von Verwahrlosung d<-v tneii-cliliehen (lemütczeugende .\n-eif. rungen zu Vcrbre-'hcfi ■ uhig gew aiiren liis.-t : Alan .-teile sie!) d.i-.s die geshiiderten Verhetzungen. Aufreizungen nid \ - i ]■ dangeil aiisiali gegen die Juden gegen audi re Volk.s^'.äms: e, e^e: ande-e Relig i. ip.sgesel'schaficn gerichtet waren, v. «rden da au< ii die I erub-nen staatlichen Behörden eine soi< he i-u'.dung an den Tag legen? Ist ein derart•;•,'«-s Vorgehen na in geeignet, da» Vertrauen m die ( »njekth ität der i Behörden, in ihren Willen, alle Schidilen iler l'evölkerung - unbekümmert am ihre /ngehörigk.-it zu irgendeiner Xation ued Konles-i -n v.ir :oiier. br:.tt:der (lewall, \or Kaub an ihn m sitz, .or Sch.iindung ihrer Flu e gleichmassig zu schüt/en, zu erschüttern : In iler .\r. i; des .. 1 'ukeu :ü;i er Xo'.ksblaHe.-«" cmi o. 1 ):■ /•ember d. |. sclirei".>t die-es loii^. ade» ge.^en die [udi n : ..Di.'-e Jh-use|)H'i ken. die das Land \ vrw ü>ten und \ erpesien. nui s s e i, a u - g e r ■ i i e t w e r d e n m i i St u m ]> f u n d Stiel!" Las geki an, ei. lue te -trall he 'l'i -ibeii eine'- organi-ii-rten, den luden gehii-si^eii Parle; and üire- < 'rgane ist ums ) gi Jährlicher, weil m/Hmnotorisch dun ii Tvri-:fi 'litis und l'iin si'iiiicfite: iirigen >clr»st <'flent!i<'lie!'■ amte und Leina cisaiini in ihren i'ann zu /ielum sich bemühi. und latsach.lich allerdings tuni glücklicherweiser,ur wenige solche ['•■amle du- Ilinf.-rmannei- und Förilen-r diese:' \ erh.i/l/end.en l'eiu'enzi-n und des ,.Pukou ii.aer X'olksbkities" bilden. Hierdurch würde aber, wie wohl keiner weiteren JCH">rterung be-hirfiig. das Vertrauen in die < >b]ckti\hat und l noarteilich.keit der öffentlichen Verwaltung erschüttert und das dffrntü« lie Ki-cht-hcu usstseiu gefährdet. Die of tgeuanmen I Matter werden massenhaft verbreitet, die verschiedensten S''hi< Ilten der P.evölkerung im ganzen. Lande gegen die Juden aufgeklotzt und so n ird das iiisherige friedliche Kinvernchmen zwischen de gc-ran.ten i'e\•■ilkerung o'me Fnti rsi hied des Stammes, der Rasse und Xationalität sträflich gestört. Vielfach erai inen sich die luden als bedroht und bange Sorge und Angst la-schleicht -u-, die na<-lulrücklichsu-n I'<• -chwerden und bittersten Klagen v/erden an die berufenen jüdi»ehen Vertreter gerichtet. Angesichts der geschilderter., geradezu anarchischen Zustünde, angesichts der überhand nehmenden (lesetzio-igkeit . angosiriit. der flagranten Veriet/iingt-n der geltenden (lesetze und angesichts der in hohem (Irade gefährdeten Sicherlich der luden richten die \ nte;/ei. hneien die folgenden Anfragen an die k. k. (iesamti egicrung : Sind! derselben die geschilderten Verhältnisse bekannt und 2. gedenkt die k. k. Regierung mit ttniliclister l>es1■ hh-unigung die geeigneten gern-, seiu-n Weisungen an die komp» teilten (>:gane wegen energischer, vei'/ug'sl. >-a-r Inangriffnahme uinl Lui'hfülu':ng jener Massnahmen zu erteilen, damit die (Icsotze respekti-rl und die jüdischen Staatsbürger geschüt/t \verden?" I 1 r. S t r a u c h e r. Stand. I) r. i' r y 1 t> w s k >' j. P> reit e r, I. o e u e n s t e i n, R u r a n d a. 1 ' r. (1 o 1 d. Dr. < 1 a b el D r. .M;i Ii 1 e r usw. gORReSPCNOSNZ^N Qcskrrcich»(Jn§aFii. Oefli?t»iitlicbe Vorstandssitzun^. Wien, T3. Dezember. Die heutige f\rorstandssit/u;ig beo -uin mit der X'orlesuug des EinJaufes: Im Hinlaufe befinden sich: i. Spenden. 2. Die Mitteilung über die Errichtung einer Jubiläumsstiftung des Herrn Oskar S t r a u s s;aus Anlas.-, der Barmizwah seines Sohnes für einen Mittelschüler mit einem Bedeckungskapitale von Kronen 'S0". . \ L Eine. Mitteilung des Herrn Baurat Stiassny, dasbezüglich des anlässlich des Regierungs-Jubiläums vom Waisenvereine unter namhafter Subventi >.;iei tmg der Kultusgemeinde und Heranziehung \ erschiedener Stiftungen und Eegate zu errichtenden kr.aben-Waisenhuuses die Baukommisskmen stattgefunden haben, dass von Seite »der Kommissionsmirglieder weder in technischer noch,in sanitärer Hin >icht Einwendungen erhoben uind auch ^\on (den ,Vertretern des Sanitätsdepartenients der n.-ö. 'Statthalterei des Bezirksschulrates, des Ortsschulrates *und des Bezirksrates den vorgelegten Plänen die Genehmigung erteilt wurde. 4. Ein Dankschreiben des akad. Malers Isidor Kaufmann für die Gratulation des Kultusvorstandes anlässlich seiner silbernen Hochzeit. 5. Ein Dankschreiben des jüdischen Vereines ..Einheit" für die bewilligte Subvention. (). Präsidialbericht: Nachruf für den Lektor I-'riedmann und Nachruf für den Direktor Brunner, Bericht des Präsidenten über die Leitung der gesamten Wahlhandlung. In der vertraulichen Sitzung gelangen diverse Steuer - Angelegenheiten und Personalien zur .Erledigung. Dankschreiben von Isidor Kaufmann. Verehrte Kultusgemcinde! Nehmen. Sie meinen und meiner Frau tiefgefühlten Dank entgegen für die grosse Hüning, die Sie mir anlasslich meiner .silbernen Hochzeit erwiesen haben. Ihre so liebe Aufmerksamkeit wird mir .stets in angenehmer Erinnerung bleiben. Stets war es mein Bestreben, den Sinn für das Hohe und Edle d e s | v, d e n t u m s in. der bildenden Kunst, so weit es in meinen Kräften stand, zu erhöhen. Durch Ihre Auszeichnung werde ich noch ermutigt, unausgesetzt mein Ziel zu verfolgen : Die Seh ü n h e i t e n, Sitte n u n d G e - b t i; u c h e d e s jüdischen Volkes a u c h A n d e r e n n ä Ii e r z u b r i n g e n. .Mit dem herzlichsten Danke und dem Ausdrucke meinet' vorzüglichen Hochachtung Isidor Kaufmann. Eine Ehrenbeleidigunsklage gegen Dr. Alfred Stern. Wien, 17. Dezember. Vor dem Bezirksgerichte Josefstadt in Strafsachen fand heute die Gerichtsverhandlung über die Ehrenbeleidigungsklage gegen den Präsidenten des Kultusvorstandes, Dr. Stern, statt. Als Kläger traten 17 Herren der zionistischen Partei auf, Kaufleute, Advokaten und Studenten, die sich durch den bekannten Absatz der Rede rdes Doktor Stern, dass sich die Opposition der antisemitischen Mitarbeiterschaft erfreue, beleidigt fühlten.