Neue Nationalzeitung
- Journal
- Neue Nationalzeitung
- Volume
- X (1908)
- Issue
- Heft 48 (4.12.1908)
- Date
- 1908-12-04
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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,Neue National Zeitung" Seite 7. Nr. 48. sei. die schwierigsten l'i.>l>leme zu losen und dass es allein und <»hilf Zeitverlust die de itsche ( Mnni)»icnz in BewegunL; setzen werde. um den i um.iuischen Brachten zu llilfe zu ki minien. Dieser Artikel, der mit den niedrigsten Mitteln di" französischen Juden gegen die deutschen 1 idell ZU hetzen sucht, ist unterzeichnet : i'enzev. \ oraussM htlich wieder ein ('s;idon\m. Zur Charakteristik dieses M n hweikes miiss n." Ii eines hinzugefügt u erden. Das primitivste ('.<■!..»• de-, An-umdeverpflichtet dazu. ,-,ich zu vergewis-'ern. dass ein persönlicher Angriff sich wenigstens an die richtige Adresse wendet. Ich hahe nun w eder die Schritte des 1! ilfsv. reines in I'ezu.g au) die rumänischen Juden inspiriert, n »ch wir ich an diesen Schritten in irgend einer YV : i -".igt. weil ich zu jener Zeit krank in M:.:e.- -ir: c.i n:ci lag : freilich. diese Schritt«.- hillige ich «er.;..r.i-;ud in jeder I'e/ieliung. weil die Beweise für ihre .W.: dichkeit nur bereits \ iui'.-'g ai. Welch ein (ientleman :s; > die er Herr Belize'.-? Schliesslich -ei au de' Fülle der F nwa hrlieiten. die lleir l'clizcx \.ir! r.ig. i.-eh rille!, e: a u-gel i. .Pen. Kr hell,lUptet. dass die Alh ire" Ui.e'iit ■ I 'niverseile sich mit der lütte an uns gei',;iudi Luhe, im Auio-uhhek nicht 1 orz igehen. Ich konstatiere, dass der I f :lfs\ei ein m dieser Angel genheit niemals eine Zuschrift der APhnce erhalten hat. In den Angriffen dieser Art gegen den Hilfsverein der deutsidien Juden und gegen meine IVrvnn hegt Methode. Zunächst xcrlogeiie Ausstreu tilgen uähvend des I [ochs immers dieses Jahres besonders in Kusslatid. die wir zurückweisen mussten; dann falsch' Angaben und erlogene I'ntei.Stellungen in der englischen Press--, die klarge,; -Iii w -rden mussten. Xun dieser Herr Benz.ev. der seine politische- Finsichtslosigkeii durch politisches Hetzen und persönliche Verunglimpfungen unempfindlichen (iaiunen s, Inca'-khaft zu machen sucht. In Deutschland weiss jedes Kind, aus welchem .Arsenal diesen Minierem ihre \ ergiftete Munition g ■liefert wird. <".e wiss, sie haben I isher keinen k'a folg erzielt; damit dies auch in Zukunft nicht gesch he. d mim bitte ich Sie. h >chver- (duter Herr Redakteur, diesen Brief \ordi ' Aug n Ihrer I eser zu bringen. Bei Ihrer Mithilfe wird es möglich sein, ein Unkraut heim ersten Aul spries-en zu erstick-n. das. wenn es fortw uchert. clun Ii chauvinistische und persönlich,, giftige YerunglimpfuP..ueii dafriedliche Xasainmcnarhci'en der inständigen Imlen allei Nationen wenigstens v. >rüh -re. ■!>. nd L -infrachrigen könnte; und dieses Zusammenarbeiten ist geboten im Int uesse unserer ('• laübetisgenossen und im Intel' ss allgemein menschlicher Kultur. Mit ausgezeichneter 1 loelci. htung Dr. P a u 1 X a t h a n. Berlin. 30. November M.oS. ©estweich-Qngapii. Oeffentliche Sitzung des Vertreter-Kollegiums Wien. So.mtag. eleu ö. Dezember, 10 Uhr \ormittags. fiiulei eine öffentliche Sitzung statt. Gegenstand: Ermittlung uncl Verkündigung des Ergebnisses der 1111 3. Dezember!9o<S 'vorgenommenen Wahlen der höherbesteuerten Mitglieder der Kultusgemeinde. Der Amtsverzicht des Oberkantors Don Fuchs Wien. 2. Dezember. V-';e w ir erfahren, hat Oberkantor ] )on F 11 e h s. vom Tempel in der Scitenstettcngasse. seine S t e \\ e 11 i r d e r g e \ e g t. Zu diesem Entschlüsse sah sich Herr Fuchs gezwungen infolge verschiedener gegen ihn eingeleiteter Int.riguen. in deren Mittelpunkte der Chordirigent S u 1z e r steht. Wir behalten uns vor. auf diese Affairc, welche die en canaille-Behandlung der hervorr agendsten Gemeinde-Angestellten dup'h das Präsidium des Wirstandes charakterisiert, noch ausführlich zurückzukommen. Deutsches J^ich. Taufjudentuni in Deutschland. Berlin, so. November. COrig.-KonO Maticlui) t!, bei Betrachtung des jüdischen Lebens und jüdischer Politik in Preussen fühlt man sich lebhaft an Oesterreich erinnert. Leider verkennt man hier noch die prinzipielle Wichtigkeit der Tauflisten und ihrer Veröffentlichung, und man macht gegen Täuflinge und Halbjuden erst Front, wenn ihr Cebermut zu üppig wuchert. Gegenwärtig beschäftigt sich die jüdische Oeffentlichkeit angelegentlichst mit de»' Person des Herrn Sanitätsrates Mugdan, des Abkömmlings einer orthodox-jüdischen Familie, der aber schon lange getauft ist. D is ist aber auch hierzulande noch kein Grund, am von der politischen Bildfläche zu verschwinden. Mit Hilfe der Antisemiten gelangte Dr. Mugdan sogar in den Reichstag, was seit 1893 keinem ungetauften Juden gelang. Herr Mugdan weiss sich aber mit jüdischer Klugheit die Gunst der antisemitischen Partei zu erhalten, die ihn liebevoll begönnert. Xun ist in einem Berliner Wahlkreis das Mandat eines Stadtverordneten freigeworden. Die Majorität der Wähler dieses Kreises bilden Juden was Wunder, dass Herr Mugdan sich um ihre Stimmen bewirbt!? ... Es gelangihm sogar, bei seinen etlichen Wahlreden seine heikle Abstammung geschickt zu verwischen. Doch hätte er zweifellos von seiner Kandidatur zurücktreten müssen, wäre ihm nicht von — jüdischer Seite Hilfe geworden. Während die liberale Presse daran erinnert, dass Herr Mugdan vor einiger Zeit, als ihm einige Blätter seine jüdische Abkunft vorhielten, diese Zeitungen energisch berichtigt hat und such dagegen verw a h r t e. ei n J u d e z u s ein, erklärt jetzt Herr Justizrat Lö\ ysohn, dass es Pflicht jedes Juden sei. Mugdan zu wählen. Die privaten Neigungen des Herrn Justizrat Lövysolm kümmern keinen; die Sache gewinnt aber ein anderes Bild dadurch, dass Herr Lövysolm b e z a h Her S y n d ikus des ,,Z c ntral Vereines d e u t s c h e r Staats b ü r g e r j üdi sehen Glaubens" ist. In dem offiziellen Organe des Vereines, wird für die Wahl Mugdans Propaganda gemacht. Eine Erwideumg von jüdischer Seite hat Herr Lüvysohn abgelehnt, so dass diese Pmtgeguung heute in einein Berliner Blatte ..Die Welt am Montag" erschien. Dieses radjlcaldemokratischc Organ knüpft an die Kandidatur Mugdans und an die Haltung des Zentralveremc.s einen treffenden Kommentar, und erblickt in diesen Vorfällen eine P rote g i e r u n g zur T a ti f e. Der Zentralverein der Staatsbürger jüdischen Glaubens" ist seiner halbiüdis'iien Tendenzen wegen oft angegriffen worden; ietzt entwickelt er sich allmählich zu einem Verein für Heranbildung von Täuflingen. Wiewohl Mugdan beim ersten Wahlgange nicht durchdringen konnte, erregt das Eintreten Löwysohns grosse Erregung in jüdischen Kreisen. Auch ein Mitglied der jüdischen Gemeinde, der Kultusvorsteher Dr. Stern, ergreift für Mugdan Partei. . . ,,'Lout eoinme chez nous! . . .", werden die Leser in Oesterreich sagen; denn es besteht wenig Unterschied zwischen einem Kultusvorstehc?*.. dessen Kind getauft ist, und einem anderen, der jüdische Wähler zur Wahl eines verbissenen Antisemiten aneifert. Als Herr Mugdan, das Kind orthodoxer Eltern, im Reichstage darüber klagte, dass ein Weih-